Zahnimplantate: Der Königsweg zu neuen Zähnen

Neue Zähne im Erwachsenenalter: Für viele Generationen war das gleichbedeutend mit einer herausnehmbaren Zahnprothese. Heute muss sich zum Glück niemand mehr mit klapprigen „Dritten“ als Zahnersatz abfinden. Festsitzende Zahnimplantate sind von eigenen Zähnen kaum zu unterscheiden und bedeuten für Betroffene einen enormen Gewinn an Lebensqualität. Welche Vorteile Zahnimplantate bieten und für wen sie in Frage kommen.

Neue Zähne: Früher oft ein Leidensweg

Von Vielem muss man sich im Laufe des Lebens trennen. So auch von den eigenen Zähnen: Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis können den Zähnen so zusetzen, dass sie früher oder später nicht mehr zu retten sind. Einzelne Zahnlücken lassen sich zwar mit Brücken oder Kronen schließen. Doch nehmen die Schäden im Gebiss Überhand, dann brauchen viele Menschen ab der Lebensmitte neue Zähne.

Herausnehmbare Zahnprothesen, die klassischen „Dritten“, sind für viele unserer Patienten eine Horrorvorstellung. Wer mitten im Leben steht, legt seine Zähne abends ungerne ins Wasserglas, um sie am nächsten Morgen mit Haftcreme im Mund zu befestigen. Lästig kann auch eine Gaumenplatte sein, weil sie den Geschmack beeinträchtigt. Eine Zahnprothese ist und bleibt ein Fremdkörper, der nicht selten Druckstellen verursacht oder kein festes Zubeißen mehr erlaubt.

Zahnimplantate: Ein Meilenstein der Dentalmedizin

Als in den 1970er-Jahren die ersten festsitzenden Zahnimplantate als Ersatz für eigene Zähne gesetzt wurden, bedeutete das für Zahnärzte und ihre Patienten eine echte Zeitenwende. Implantate sind nichts anderes als künstliche Zahnwurzeln, die ähnlich wie ein Dübel im Kiefer des Patienten verschraubt werden und mit diesem fest verwachsen. Über ein Verbindungsstück befestigt der Zahnarzt daran den eigentlichen Zahnersatz, beispielsweise eine Keramik-Krone. Der große Vorteil: Die künstlichen neuen Zähne sitzen ebenso fest im Mund wie die eigenen. Der Patient bemerkt im Alltag keine Einschränkungen, er ist niemals zahnlos und kann jederzeit unbeschwert lächeln und zubeißen.

Heute fertigt man die künstlichen Zahnwurzeln in der Regel aus Titan, einem äußerst leichten und langlebigem Werkstoff. Er ist optimal verträglich, Allergien oder Abstoßungsreaktionen sind praktisch nicht bekannt. Der Zahnersatz selbst kann aus Hochleistungs-Kunststoffen oder Keramik bestehen. Letzteres kommt der Natur optisch täuschend nahe – Kunstzähne aus Vollkeramik kann nur der Profi von echten Zähnen unterscheiden.

Zahnimplantate: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

„Aber sind Zahnimplantate nicht langwierig, schmerzhaft und teuer?“ – Eine berechtigte Frage! An allen drei Punkten haben Forscher, Hersteller und Zahnärzte in den letzten Jahrzehnten intensiv gearbeitet. Die Zahnimplantate der neuesten Generation sind den Prototypen aus den 1970ern meilenweit überlegen und bieten wesentlich höheren Komfort und Sicherheit.

Für Sie als Patient bedeutet das:

  • Neue Zähne ohne Wartezeiten: Früher war bei Implantat-Behandlungen eine längere Einheilphase erforderlich, bevor der Patient seine festen Zähne bekam. In der Zwischenzeit musste er sich mit Provisorien wie einer herausnehmbaren Prothese behelfen. Doch die Zahnimplantate der neuesten Generation sind häufig bereits nach dem Einsetzen belastbar. Der Patient erhält noch am gleichen Tag, an dem die „künstlichen Zahnwurzeln“ gesetzt werden, eine festsitzende Zahnreihe. Er ist daher niemals zahnlos.
  • Schmerzarme, schonende Behandlung: Moderne Zahnimplantate sind deutlich kleiner und schlanker als die der früheren Generation, wodurch beim Einsetzen weniger Gewebe verletzt wird. Der Eingriff erfolgt sehr schonend in minimalinvasiver Technik. Dank lokaler Betäubung oder Vollnarkose spüren Sie als Patient davon nichts. Die meisten Patienten können bereits am nächsten Morgen wieder zur Arbeit gehen und benötigen nur in den ersten Tagen nach dem Eingriff ein Schmerzmittel.
  • Kostenersparnisse: Durch standardisierte Herstellungsverfahren sind Zahnimplantate seit ihren Anfangstagen deutlich günstiger geworden. Darüber hinaus erlauben es die neuen Therapie-Konzepte, mehrere Arbeitsschritte zu bündeln – auch das spart Geld. Nicht zuletzt benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau, der bei einer Implantat-Behandlung ein wesentlicher Kostentreiber ist.

Neue Zähne ohne aufwendigen Knochenaufbau

Der Knochenaufbau ist zugleich der Teil der Behandlung, den viele Patienten am unangenehmsten empfinden.

Worum geht es? Damit die „künstlichen Zahnwurzeln“ ausreichend Halt im Kiefer finden, muss genug Knochensubstanz vorhanden sein. Gerade wenn die eigenen Zähne schon seit längerer Zeit fehlen, ist der Kiefer aber oft zu schwach. Denn unser Körper ist ein Minimalist, er baut alle Strukturen ab, die nicht mehr belastet werden. In solchen Fällen muss man häufig erst neue Knochensubstanz aufbauen. Das funktioniert mit körpereigenem Gewebe oder mit künstlichem Knochenmaterial. Der Aufbau-Prozess verlangt Zahnarzt und Patient ein wenig Geduld ab, denn er kann mehrere Monate dauern.

Doch bei neueren Zahnimplantate ist dieser Schritt oft gar nicht erst nötig. Denn bei diesen modernen Systemen sind die Schrauben deutlich zarter, dünner und kürzer als früher üblich. Durch ihr spezielles Design verteilen sich auch die biomechanischen Kräfte besser, wodurch das vorhandene Knochenmaterial optimal genutzt wird. Dadurch benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau und können sofort neue Zähne erhalten. Das bedeutet nicht nur eine Kosten- und Zeitersparnis, sondern ist auch wesentlich komfortabler.

Neue Zähne dank Zahnimplantate: Für wen eignet sich das?

Grundsätzlich kann jeder Patient, bei dem das Zahnwachstum abgeschlossen ist, Zahnimplantate erhalten. Nur für Kinder eignet sich die Methode nicht. Nach oben hin gibt es grundsätzlich keine Altersgrenze. Solange Ihr Gesundheitszustand für den minimalinvasiven Eingriff stabil genug ist, können Sie auch jenseits des 85. Lebensjahres ohne Weiteres neue Zähne bekommen! Nur unmittelbar nach schweren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt muss man etwas warten.

Es spielt auch keine Rolle, ob Sie einen oder mehrere Zähne verloren haben oder bereits völlig zahnlos sind. Wir setzen Implantate bei jungen Patienten nach Zahnunfällen genauso wie bei Patienten, die durch Zahnkrankheiten nach und nach ihre eigenen Zähne eingebüßt haben.

Sogar sogenannte „Risikopatienten“ haben heute in vielen Fällen gut lachen. Ist die Grunderkrankung gut eingestellt, dann können auch Diabetiker, Menschen mit Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Raucher mit festsitzenden neuen Zähnen versorgt werden. Dabei ist oft ein enger Austausch zwischen Zahnarzt und Hausarzt nötig, um das individuelle Risiko richtig einzuschätzen.

Nur akute Zahnerkrankungen wie eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) muss man unbedingt behandeln, bevor ein Patient Zahnimplantate erhält. Sonst kann es zu gefährlichen Entzündungen kommen.

Neue Zähne nur vom Spezialisten setzen lassen

Damit eine Zahnimplantation komplikationslos verläuft, sollte der Zahnarzt unbedingt etwas von seinem Handwerk verstehen. Achten Sie darauf, dass der Arzt auf den Bereich Implantologie spezialisiert ist und regelmäßige Weiterbildungen nachweisen kann! Denn gerade auf dem Gebiet der Implantologie werden Jahr für Jahr rasante Fortschritte erzielt.

Der Zahnarzt sollte Ihnen außerdem eine ausführliche Implantat-Beratung, welche aber in der Regel keine Kassenleistung darstellt, anbieten ohne Sie sofort zu einer Behandlung zu drängen. Falls Sie kein gutes Gefühl haben, dann holen Sie unbedingt eine Zweitmeinung ein!