Rauchen greift leider nicht nur die Lunge, sondern auch die Zähne an: Ob Karies, Zahnfleischentzündungen oder unschöne Verfärbungen – Raucher haben im Schnitt früher und häufiger mit Zahnproblemen zu kämpfen als Nichtraucher. Umso wichtiger ist eine gründliche, angepasste Zahnpflege! Lesen Sie hier, was Sie als Raucher für Ihre Zähne tun können, um schädliche Auswirkungen des Tabakkonsums in Grenzen zu halten.

Was Rauchen mit den Zähnen macht

Es gibt mehrere Gründe, warum Raucher besonders auf ihre Zähne achten müssen. Die offensichtlichste Auswirkung von Zigaretten sind Zahnverfärbungen, die jedoch auch auf andere Ursachen wie Kaffee, Tee oder Rotwein zurückgehen können. Diese Verfärbungen sind leider mehr als ein kosmetisches Problem, denn durch die Auflagerungen entsteht eine raue Oberfläche, an der Bakterien besseren Halt finden.

Darüber hinaus verändert Rauchen die Zusammensetzung und die Menge des Speichels. Das wiederum kann indirekt Zahnkrankheiten fördern, da unser Speichel zahlreiche bakterienhemmende Stoffe enthält. Mundtrockenheit ist ein wichtiger Risikofaktor für Karies und Zahnbettentzündungen (Parodontitis).

Wichtig zu wissen ist darüber hinaus, dass das Zahnfleisch von Rauchern schlechter durchblutet ist, da Nikotin gefäßverengend wirkt. Das kann sich nach zahnärztlichen Eingriffen ungünstig auf die Wundheilung auswirken. Auch Entzündungen werden leichter übersehen, da das Zahnfleisch weniger zum Bluten neigt.

Was Raucher für Ihre Zähne tun können

Natürlich wäre ein Rauchstopp das Beste für Ihre Gesundheit. Doch wir wissen ebenso gut wie Sie, wie schwierig es sein kann vom Glimmstängel loszukommen. Ihren Zähnen zuliebe sollten Sie daher auf eine besonders sorgsame Zahnpflege im eigenen Badezimmer achten. Mindestens 2 Mal jährlich sollte außerdem der Zahnarzt einen Blick auf Ihre Zähne werfen. Denn je früher mögliche Probleme erkannt werden, desto einfacher kann der Zahnarzt einschreiten und Zahnkrankheiten im Keim ersticken.

Tipps für die tägliche Zahnpflege zu Hause

1. Putzen Sie Ihre Zähne regelmäßig mit einer weichen Zahnbürste

Nahrungsreste und Ablagerungen sollten Sie möglichst 2 bis 3 Mal täglich gründlich entfernen, um der Entstehung von Zahnbelägen und Zahnstein vorzubeugen. Ideal wäre es, 30 Minuten nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen. Bei vielen Rauchern dämpft das auch die Lust auf die nächste Zigarette. Wichtig: Verwenden Sie zur Zahnpflege eine weiche Zahnbürste, um das durch den Tabak ohnehin schon gereizte Zahnfleisch zu schonen.

2. Greifen Sie zu einer fluoridhaltigen Zahnpasta

Fluorid in der Zahnpasta ist generell eine sinnvolle Sache. Raucher sollten bei der Zahnpflege besonders darauf achten, da Fluorid den Zahnschmelz stärkt und die Zähne widerstandsfähiger gegen bakterielle Angriffe macht. Ideal ist ein Fluoridgehalt von 1000 bis 1500 ppm. Als besonders wirksam gilt Aminfluorid – es wird in der Inhaltsstoff-Liste oft als „Olaflur“ oder „Dectaflur“ bezeichnet.

3. Reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume

Gerade in den Zahnzwischenräumen, die Sie mit der normalen Zahnbürste nicht erreichen, halten sich oft hartnäckige Zahnbeläge. Verwenden Sie bei Ihrer täglichen Zahnpflege daher Zahnseide oder Interdentalbürstchen, um an alle versteckten Winkel Ihres Gebisses heranzukommen. Doch setzen Sie diese Hilfsmittel unbedingt sanft ein, um das empfindliche Zahnfleisch nicht zu verletzen! Sie können sich die richtige Handhabung von der Zahnpflege-Assistentin zeigen lassen.

4. Verwenden Sie bakterienhemmende Mundspülungen

Zusätzlich können Mundspülungen mit bakterienhemmenden Inhaltsstoffen wie Chlorhexidin sinnvoll sein. Diese beugen Entzündungen vor und neutralisieren einen schlechten Atem. Sie sollten allerdings wissen, dass Chlorhexidin Zahnverfärbungen fördern kann. Diese sind jedoch reversibel und lassen sich durch eine professionelle Zahnreinigung entfernen.

5. Greifen Sie zwischendurch zu Kaugummis

Kaugummis können zwar nicht die Zahnpflege ersetzen. Doch die Kautätigkeit regt den Speichelfluss an und aktiviert damit die körpereigenen Abwehrkräfte, um bakteriellen Erregern das Handwerk zu legen.

6. Vergessen Sie nicht die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt

Auch die beste Zahnpflege zu Hause kann leider nicht alle Zahnprobleme verhindern. Nehmen Sie daher unbedingt Ihre regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahr! Mindestens 2 Mal jährlich sollten Sie sich einen Termin geben lassen, bei bereits bestehenden Beschwerden können auch kürzere Intervalle sinnvoll sein.

Der Zahnarzt wird dabei besonders auf Zahnfleischentzündungen achten, die bei Rauchern statistisch gesehen häufiger auftreten und schwerer verlaufen. Weil das Zahnfleisch weniger zu Rötungen oder Blutungen neigt, können Sie die Erkrankung selbst leicht übersehen.

Wichtig sind die Kontrollen auch zur Früherkennung von Mundkrebs, von dem Raucher häufiger als Nichtraucher betroffen sind. Diese Krebsart hat in den Anfangsstadien eine gute Prognose und ist für den Zahnarzt leicht erkennbar.

7. Gönnen Sie Ihren Zähnen eine professionelle Zahnreinigung

Es ist für jeden sinnvoll, hartnäckige Zahnbeläge regelmäßig vom Profi entfernen zu lassen. Raucher profitieren von der professionellen Zahnreinigung (PZR) ganz besonders, da sie vermehrt mit Ablagerungen auf den Zähnen zu kämpfen haben. Mindestens 2 Mal jährlich sollte die Zahnhygiene-Assistentin daher Hand anlegen. Möglicherweise wird man Ihnen in der Zahnarztpraxis auch engere Intervalle nahelegen.

8. Lassen Sie störende Verfärbungen durch ein professionelles Bleaching entfernen

Auch durch eine noch so gründliche Zahnpflege können Sie Verfärbungen als Raucher leider nicht völlig verhindern. Wenn Sie diese sehr stören, dann fragen Sie in der Zahnarztpraxis nach einem professionellen Bleaching. Auf Behandlungen in Eigenregie sollten Sie besser verzichten! Die dafür angebotenen Produkte sind im besten Fall wirkungslos, im schlechtesten Fall greifen die aggressiven Substanzen den Zahnschmelz an.

Was Sie als Raucher sonst noch für Ihre Zähne tun können

Neben der richtigen Zahnpflege sind auch allgemeine Lebensstil-Faktoren für Ihre Zahngesundheit entscheidend:

1. Trinken Sie ausreichend

Mundtrockenheit erhöht das Risiko für bakterielle Zahn- und Zahnfleisch-Erkrankungen. Um den Speichelfluss anzuregen, sollten Sie auf die allgemein empfohlene Trinkmenge von mindestens 1,5 – 2,5 Liter pro Tag achten. Wichtig: Es sollte sich dabei um zuckerfreie Getränke wie Wasser oder Tee handeln.

2. Vermeiden Sie Alkohol

Auch mit Alkohol tun Sie sich als Raucher nichts Gutes. Studien haben gezeigt, dass sich die schädlichen Wirkungen von Rauchen und Alkoholkonsum offenbar gegenseitig verstärken: Wer zugleich raucht und regelmäßig Alkohol konsumiert, hat gegenüber Nichtrauchern und Nichttrinkern ein 13 Mal höheres Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken.

3. Ernähren Sie sich gesund

Dass Zucker die Karies-Entstehung fördert, weiß heute jedes Kind. Weniger bekannt ist, dass auch kurzkettige Kohlenhydrate ungünstig sind, da sie bereits im Mund zu Zucker abgebaut werden. Vermeiden Sie daher Weißmehl-Produkte und greifen Sie lieber zur Vollkorn-Variante.

Allgemein sollten Sie als Raucher auf eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung achten, um Ihr Immunsystem zu unterstützen. Besonders wichtig ist Vitamin C, denn aufgrund von Stoffwechselverlusten ist der Bedarf bei Rauchern um rund 40 Prozent erhöht.