Ein pochendes oder ziehendes Gefühl am Zahn, Druck auf dem Kiefer, in manchen Fällen einhergehend mit Kopfschmerzen: Fast jeder hat das schon mindestens einmal erlebt und kennt das Gefühl von Zahnschmerzen. Die Stärke variiert dabei je nach Ursache und subjektiver Schmerzempfindlichkeit. Häufig sind Zahnschmerzen das einzig erkennbare Symptom für eine zahnmedizinische Erkrankung wie z.B. Karies und deshalb sollten sie unbedingt ernst genommen werden. Hält der Schmerz länger als ein bis zwei Tage an, ist ein Besuch beim Zahnarzt unausweichlich, da nur er die richtige Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie durchführen kann. Bis dahin gibt es aber verschiedene Methoden, die Zahnschmerzen mit sanften Methoden zu lindern.

Zahnschmerzen richtig einordnen

Wenn Sie aufgrund von Zahnschmerzen Ihren Zahnarzt besuchen, wird dieser Ihnen zu Beginn der Behandlung einige Fragen stellen. Diese helfen ihm, den Schmerz einzuordnen und mögliche Ursachen zu identifizieren. Damit Sie selbst Ihre Zahnschmerzen besser einschätzen und beschreiben können und leichter eine Methode zur Schmerzlinderung finden, können Sie die folgenden Fragen für sich selbst vorab schon beantworten:

  • Wann und wo sind die Zahnschmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wie lange dauern einzelne Schmerzattacken?
  • Wodurch wird der Schmerz ausgelöst?
  • Welcher Zahn war als erstes betroffen?
  • Wie beschreiben Sie den Schmerz (dumpfer Druck, klopfend)?
  • Treten die Zahnschmerzen zyklisch auf?

Mittels dieser Fragen können Sie die Auslöser Ihrer Zahnschmerzen, beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel, identifizieren und dadurch als erste Maßnahme zur Schmerzlinderung bis zum Zahnarztbesuch gezielt darauf verzichten. Außerdem geben Ihre Antworten einen Hinweis darauf, um welche Zahnkrankheiten es sich handeln könnte: Zyklisch auftretende Zahnschmerzen könnten auf eine chronische Zahnfleischerkrankung hindeuten, Spontanschmerzen nach dem Essen hingegen sind typisch für Karies.


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Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen

Zahnschmerzen werden vor allem durch Erkrankungen an den Zähnen, am Zahnfleisch oder im Kieferbereich ausgelöst. Anhand der Symptome lässt sich dabei gut erkennen, welche Erkrankung vorliegt. Bekommen Sie Zahnschmerzen bei heißen oder kalten Nahrungsmitteln, so liegen vermutlich die Zahnhälse frei. Ursache hierfür könnten genetische Disposition, eine falsche Putztechnik oder Parodontitis sein. Diese Erkrankung führt dazu, dass das Zahnfleisch zurückgeht und die Zähne locker werden.

Karies hingegen löst vor allem beim Verzehr von Süßigkeiten Zahnschmerzen aus. Durch den Zucker tritt ein sogenannter Spontanschmerz auf. Dieser kann auch durch heiße oder kalte Speisen oder saure Lebensmittel ausgelöst werden. Ursache für Zahnschmerzen können außerdem Zahnfleischentzündungen oder eine Überempfindlichkeit der Zähne sein.

Veränderungen im Kiefer als Ursache für Zahnschmerzen

Nicht nur Zahnerkrankungen sind mögliche Ursachen für Zahnschmerzen. Bei Kindern werden während des Zahnens ebenfalls Schmerzen ausgelöst, die in ähnlicher Form erneut auftreten, wenn die Weisheitszähne durchbrechen. Schmerzen können auch dadurch versucht werden, dass Zähne sich verschieben. Wer einmal eine Zahnspange getragen hat, wird sich an diese Erfahrung vermutlich noch erinnern. Aber Zähne können sich aufgrund der ständigen Belastung und Bewegung des Kiefers auch im fortgeschrittenen Alter noch verschieben, insbesondere wenn Sie mit den Zähnen knirschen. Die hohe Belastung des Kiefers beim Zähne knirschen kann auch für sich genommen schon Ursache für Zahnschmerzen sein.

Zahnprothesen oder Zahnimplantate können für den Träger ebenfalls vorerst schmerzhafte Folgen haben, da der Fremdkörper in Kiefer und Umgebungsgewebe einheilen muss. Außerdem können auch Entzündungen in Folge bakterieller Beläge auftreten, selbst wenn das Implantat oder die Prothese sich schon länger im Kiefer befinden.

Bricht ein Stück Zahn ab, wird gelockert, verschoben oder komplett herausgeschlagen, so spricht man von einem Zahnunfall. Neben ästhetischen Beeinträchtigungen sind auch Folgeschmerzen möglich.

Zahnschmerzen trotz gesunder Zähne

Eine Erkältung kann ebenfalls Auslöser für Zahnschmerzen sein. Die gereizten Nerven ziehen vom Kopfbereich bis in die Zähne, was für den Betroffenen schmerzhaft ist. Insbesondere Kopfschmerzen- und Migräneattacken sowie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen führen zu einem dumpfen Ziehen und Drücken im Gebiss. Sind die gesundheitlichen Beschwerden vorbei, sollten auch die Zahnschmerzen wieder abklingen.

Eine weitere Ursache für Zahnschmerzen ist Stress. Betroffene pressen unbewusst die Zähne fest zusammen, wodurch Zahnschmerzen ausgelöst werden. Das Immunsystem des Körpers, also auch im Mund, wird durch Stress geschwächt, weshalb sich Bakterien leichter ausbreiten können. Das kann zu schweren Entzündungen des Zahnfleischs führen. Außerdem tritt bei gestressten Personen häufiger Zähneknirschen auf. Gibt es für chronische Zahnschmerzen keine zahnmedizinische Erklärung, sollte der eigene Lebensstil hinterfragt und belastende Situationen vermieden werden.

Was hilft gegen Zahnschmerzen?

  • Kühlen
    Kalte Auflagen sowie eingewickelte Eisbeutel lindern Schwellungen oder Entzündungen, da durch die Kälte die Durchblutung verlangsamt wird. Wer nicht empfindlich ist, kann auch einen Eiswürfel lutschen oder immer wieder auf die betroffene Stelle drücken. Außerdem gibt es kühlende Gels und Sprays, die Kamille, Myrrhe oder Echinacea als Wirkstoff enthalten. Mit ihrer Hilfe beruhigt sich beispielsweise entzündetes Zahnfleisch.
  • Gewürznelke
    Die schmerzlindernde Wirkung von Gewürznelken ist seit Jahrtausenden im Orient bekannt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Pflanze auch bei Zahnschmerzen hilft. Sie betäubt den Schmerz und wirkt zugleich entzündungshemmend. Zur Behandlung kann man die getrocknete Gewürznelke kauen oder zwei Nelken neben oder auf den erkrankten Zahn legen und anschließend die Zähne schließen, bis die Gewürznelke sich aufgelöst hat. Alternativ kann man auch Nelkenöl direkt auf die schmerzende Stelle auftragen.
  • Salbei und Kamille
    Die Kräuter haben beide eine antibakterielle Wirkung und eignen sich deshalb besonders gut für die Behandlung von Zahnschmerzen. Sie helfen bei Parodontitis oder beim Zahnen. Verwendet werden sie als ungesüßter, lauwarmer Tee, den man direkt trinken kann oder als Mundspülung. Mithilfe eines Wattestäbchens kann die Flüssigkeit aber auch auf die betroffene Stelle getupft werden.
  • Teebaumöl
    Teebaumöl wird durch Destillation aus den Blättern und Zweigen des australischen Teebaums gewonnen und ist in Deutschland in Apotheken erhältlich. Es wirkt entzündungshemmend und wundheilend und kann in verdünnter Form zum Gurgeln oder Spülen verwendet werden.
  • Pasten
    Pasten mit Kalium-Nitrat, Fluorid-Mischungen oder Strontium-Chlorid helfen bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen. Sie versiegeln die Nerven, sodass diese nicht mehr auf heiße, kalte oder süße Speisen mit Schmerz reagieren. Einige Zahnpasten aus der Drogerie enthalten diese Wirkstoffe, aber man findet spezielle Pasten auch in Apotheken.
  • Ernährung
    Verzichten Sie auf heiße Speisen, Nikotin, Alkohol und Koffein, da diese Nahrungsmittel die Schmerzen verstärken können. Lesen Sie mehr über die richtige Ernährung bei Zahnschmerzen. 

Welche Schmerzmittel bei Zahnschmerzen?

Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, sind Schmerzmittel häufig die einzige Möglichkeit, die Zahnschmerzen zu lindern. Dabei sollten sich Betroffene aber stets bewusst sein, dass Schmerzmittel nur die Zeit bis zur Behandlung überbrücken sollten und keine dauerhafte Lösung darstellen.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) wie bspw. Aspirin sind gut verträglich, schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Allerdings wirken sie auch blutverdünnend. Steht Ihnen eine Wurzelbehandlung bevor, besteht durch Einnahme dieser Schmerzmittel die Möglichkeit einer verstärkten Blutung, weshalb Sie eher darauf verzichten sollten. Paracetamol hingegen ist eher ungeeignet zur Behandlung von Zahnschmerzen aufgrund seiner geringen entzündungshemmenden Wirkung.

Ibuprofen stillt den Schmerz, dämpft Entzündungen und wirkt fiebersenkend. Daher eignet sich dieses Schmerzmittel besonders zur Linderung von Zahnschmerzen. Es sollte jedoch nicht dauerhaft und nur in der empfohlenen Dosis eingenommen werden, da sonst die Gefahr eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts steigt. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie am besten bei Ihrem Zahnarzt nach, welches Schmerzmittel Sie einnehmen können. Er kann Ihnen auch stärkere Präparate mit den Wirkstoffen Tramadol oder Diclofenac sowie Kombinationspräparate verschreiben.

Es gibt zahlreiche Methoden, um Zahnschmerzen zu lindern. Dennoch sollten Sie bedenken, dass keine davon den Besuch beim Zahnarzt ersetzen kann. Außerdem sollten Sie stets auf eine gute Mundhygiene achten, um Zahnschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören neben richtigem Zähneputzen auch die halbjährliche professionelle Zahnreinigung mit Prophylaxe-Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt.