Zucker macht die Zähne kaputt. Das lernen wir von klein auf. Vielleicht kennen Sie ja noch die Illustrationen aus Kinderbüchern, in denen kleine böse Zuckerkristall-Monster die Zähne angreifen? Die Wirklichkeit sieht wie so oft ganz anders aus. Lassen Sie uns heute einen Blick darauf werfen, was Zucker wirklich mit Ihren Zähnen macht – und wie Sie Ihren Alltag zahnfreundlicher gestalten können!

Zucker ist gut versteckt

Noch vor einigen Jahrhunderten war Zucker ein echtes Luxusgut. Einfach mal zum Supermarkt und eine Tüte Bonbons holen? Damals überhaupt nicht vorstellbar.

Heute ist das ganz anders. Zucker ist in einem Großteil der verarbeiteten Lebensmittel versteckt und wir müssen wirklich genau hinschauen, wenn wir ihn umgehen wollen. Schon der Blick auf die Inhaltsstoffe eines als gesund deklarierten Supermarkt-Brots zeigt: Da wurden Malzextrakt, Karamellsirup und Invertzuckersirup verarbeitet. Hätten Sie das von einem Brot gedacht?

Hier noch ein paar weitere Namen, hinter denen sich Zucker verbirgt:

  • Glukosesirup
  • Fruktosesirup
  • Dextrose
  • Saccharose
  • Maltodextrin
  • Gerstenmalzextrakt

Zucker nehmen wir also tagtäglich auf, ohne uns dessen bewusst zu sein. Und das hat Folgen.

Was macht Zucker mit den Zähnen?

In Ihrem Mund befinden sich unzählige Bakterien, die sich einen wirklich guten Platz ausgesucht haben. Mehrmals am Tag wird ihnen ihre Lieblingsmahlzeit wie auf dem Silbertablett präsentiert: Zucker. Der ist an sich erst einmal ganz harmlos. Doch nach dem Verzehr der süßen Kristalle scheiden die Bakterien Säure aus, die den Zahnschmelz angreift. Je öfter und länger sich Zucker im Mund befindet, desto mehr wird der Zahnschmelz angegriffen und demineralisiert – also zerstört. Kaum zu glauben, wenn Sie bedenken, dass Zahnschmelz die härteste Substanz im menschlichen Körper ist. Selbst bei einer Einäscherung im Krematorium bleiben die Zähne erhalten.

Ist der Zahnschmelz einmal zerstört, lässt er sich mit aktuellen Methoden nicht wieder herstellen. Karies ist quasi vorprogrammiert und Sie müssen sich mit einer Füllung anfreunden.

Vorsicht ist in diesem Fall also besser als Nachsicht. Schauen wir uns an, wie Sie im Alltag an das Thema Zucker herangehen sollten!

Sie müssen deshalb nicht für immer auf Zucker verzichten

Klar, Zucker deshalb für immer aus dem Speiseplan zu streichen, ist leider gar nicht so einfach. Zu oft lockt ein leckeres Stück Torte am Wochenende oder ein schönes Glas Rotwein mit Schokolade, um den Tag ausklingen zu lassen. Selbst in alltäglichen Lebensmitteln wie Joghurt ist Zucker schließlich enthalten.

Was können Sie also tun, um den Genuss von Zucker dennoch etwas zahnfreundlicher zu gestalten? Wir schlagen folgendes vor:

  • Verzichten Sie möglichst auf zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten. Das Kariesrisiko wird deutlich gesenkt, wenn Sie Snacks direkt nach der Hauptmahlzeit zu sich nehmen statt zwischendurch.
  • Beeilen Sie sich beim Verzehr. Je länger Sie Ihre Zähne dem Zucker aus Lebensmitteln oder Getränken aussetzen, desto mehr können die Bakterien verstoffwechseln. Es macht deshalb einen deutlichen Unterschied, ob Sie das Glas Limonade in wenigen Minuten trinken oder über die gesamte Mittagspause hinweg immer wieder nippen.
  • Neutralisieren Sie die Säuren am besten. Trinken Sie nach dem Verzehr von Zucker ein Glas Wasser und spülen Sie es etwas in Ihrem Mund umher. Das entfernt erste Nahrungsreste und gleicht die Säure aus.
  • Putzen Sie nicht sofort Ihre Zähne. Auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht nach einer ganz sinnvollen Maßnahme klingt: Damit können Sie auf Dauer ebenfalls Ihren Zahnschmelz kaputt machen! Denn wenn der noch von der Säure aufgeweicht ist, putzen Sie ihn einfach weg. Die Regeneration dauert in etwa 30 Minuten.

Zu guter Letzt noch ein Abschnitt für alle Eltern:

Was soll ich tun, um die Zähne meines Kindes vor Zucker zu schützen?

Besonders bei den Kleinen ist es gar nicht so einfach, Süßigkeiten aus dem Plan zu streichen. Selbst wenn Sie es zuhause konsequent durchziehen, kommt Ihr Nachwuchs bei Freunden, im Kindergarten oder der Schule sicher dennoch in Versuchung.

Und da Verbote eine Sache nur noch interessanter machen, sollten Sie auf Kooperation setzen. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind in aller Ruhe zusammen und erklären Sie, was Zucker mit den Zähnen macht und warum es überhaupt so wichtig ist, da aufzupassen. Wenn Ihr Kind von sich aus weiß, dass Zucker nicht unbedingt notwendig ist und die Zähne kaputt machen kann, wird es auch öfters von selbst darauf verzichten.

Ernähren Sie Ihr Kind von Beginn an möglichst zuckerarm (dabei bitte genau auf die Inhaltsstoffe von Snacks und Getränken für Kinder schauen) und vermitteln Sie ihm, dass Süßigkeiten etwas Besonderes und kein Hauptnahrungsmittel sind.

Karies tritt bei Kindern in den letzten Jahren immer häufiger auf und kann sich sogar von Milchzahn-Karies auf die „richtigen“ Zähne verbreiten. Unser Appell an Sie lautet deshalb: Schützen Sie die Zähne Ihres Kindes vor Zucker und putzen Sie gemeinsam ordentlich die Zähne!

Fazit: Dass Zucker nicht gut für die Zähne ist, wissen Sie – passen Sie also gut auf!

Befolgen Sie die Tipps aus unserem Beitrag und vergessen Sie nicht, sich regelmäßig gründlich die Zähne zu putzen. Wer zudem noch an die Zahnseide denkt und halbjährlich beim Zahnarzt vorbei schaut, darf sich auch ruhigen Gewissens den ein oder anderen süßen Snack gönnen. Aber bitte nicht zu viel!