Lockere Zähne © shutterstock / Kaponia Aliaksei

Lockere Zähne bei Erwachsenen – das steckt dahinter

„Hilfe, ein Zahn wackelt!“ – Lockere Zähne zählen zu den häufigsten Beschwerden, mit denen sich Menschen ab der Lebensmitte an den Zahnarzt wenden. Doch wie kommt es dazu und kann man Wackelzähnen vorbeugen? Erfahren Sie hier, was die wahren Ursachen für lockere Zähne sind und wie Sie vermeiden, dass Ihnen Ihr fester Biss abhanden kommt.

Was gesunden Zähnen festen Halt verleiht

Im Idealfall sitzen unsere Zähne fest im Mund und werden selbst mit knackigem Obst oder klebrigen Kaubonbons mühelos fertig. Dafür sorgt der Zahnhalteapparat, der aus verschiedenen Strukturen besteht:

Das Fundament stellt der Kieferknochen dar. Er besitzt Ausbuchtungen, in denen die Zahnwurzeln verankert sind, Mediziner nennen sie auch Alveolen. Zwischen Kiefer und Zahnwurzel befindet sich ein mikroskopisch kleiner Spalt, der von Fasern durchzogen ist. Diese Haltefasern legen sich wie eine Manschette um den Zahn und befestigen ihn straff, aber doch elastisch am Knochen. Weiter oben ist der Zahnhals von Zahnfleisch umschlossen. Auch in diesem Bereich verleihen dünne Fasern dem Zahn festen Halt.

Wird ein Zahn locker, so kann das verschiedene Gründe haben. Oft ist nicht der Zahn selbst in Mitleidenschaft gezogen, sondern der umgebende Zahnhalteapparat oder der Kieferknochen! Schuld daran sind in erster Linie Zahnkrankheiten, Unfälle, kieferchirurgische Eingriffe oder lang andauernde Fehlbelastungen.

Lockere Zähne nach Unfällen

Eine mögliche Ursache für einen losen Zahn ist ein Zahnunfall. Bei heftigen äußeren Gewalteinwirkungen kann ein Zahn entweder komplett ausbrechen – oder die Haltefasern werden derart geschädigt, dass der Zahn wackelt. Betroffen sind meist die Frontzähne. Vor allem bei jungen Erwachsenen und bei Ball- oder Kampfsportlern sind Zahnunfälle eine häufige Ursache für lockere Zähne. Je nach Ausmaß des Schadens kann sich der Zahn wieder festigen. Wichtig ist, sich in dieser Situation sofort an den Zahnarzt oder einen zahnärztlichen Notdienst zu wenden.

Lockere Zähne durch Parodontitis

Sehen Sie beim Zähneputzen häufig rot? Dann könnten auch Sie bald von lockeren Zähnen betroffen sein! Wiederholtes Zahnfleischbluten ist nämlich ein eindeutiges Warnsignal für eine Zahnfleischentzündung. Diese wiederum stellt die erste Stufe einer Parodontitis dar, umgangssprachlich auch als Parodontose bekannt.

Bei einer Parodontitis entzünden sich Zahnfleisch, Zahnhalteapparat und später auch der Kieferknochen. Schuld daran sind Bakterien, die sich vor allem im Zahnbelag wohlfühlen. In der ersten Phase zieht sich das Zahnfleisch mehr und mehr zurück und legt den Zahnhals frei. Die Zahnhaltefasern werden geschädigt und zerfallen, teils bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen. Unbehandelt greift die Entzündung schließlich auf den Kieferknochen über. Baut sich auch der Knochen ab, dann verlieren die Zähne ihre Verankerung und können schlussendlich ausfallen.

Eine unbehandelte Parodontitis ist die mit Abstand wichtigste Ursache für lockere Zähne bei Erwachsenen! Trotzdem wird die Erkrankung oft unterschätzt. Tückisch ist, dass Betroffene im Anfangsstadium nicht immer Beschwerden haben. Umso wichtiger sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. Eindeutiger Handlungsbedarf besteht jedenfalls bei folgenden Anzeichen:

  • Zahnfleischbluten
  • Gerötetes Zahnfleisch
  • “Länger“ aussehende Zähne (weil sich das Zahnfleisch zurückzieht)
  • Zahnschmerzen beim Aufbeißen
  • Bildung von Zahnfleischtaschen
  • Mundgeruch
  • Schlechter Geschmack im Mund
  • Eitriges Sekret am Zahnfleischrand
  • Zahnverschiebungen: Sie können nicht mehr wie gewohnt zubeißen oder der Zahnersatz sitzt plötzlich schlecht.

Lockere Zähne durch nächtliches Zähneknirschen

Manche Menschen leisten im Schlaf Schwerstarbeit. Beim nächtlichen Zähneknirschen – einem häufigen Stresssymptom – können Kräfte von 70 kg und mehr auf die Zähne einwirken! Das ist weitaus mehr Druck, als beim normalen Kauen entsteht. Auf Dauer bleibt diese Überlastung nicht ohne Folgen: Neben dem Zahnschmelz werden auch die Zahnhaltefasern stark beansprucht, das Stützgerüst für die Zähne baut sich nach und nach ab. Leider geschieht das Zähneknirschen im Schlaf völlig unbewusst, oft ohne dass Betroffene etwas bemerken. Der Zahnarzt kann die Überlastung aber an den typischen Schliffspuren am Zahnschmelz erkennen. Durch spezielle Aufbissschienen aus Kunststoff lässt sich der Schaden zumindest in Grenzen halten.

Lockere Zähne durch mangelhaften Zahnersatz

Dauerhaft überlastet wird der Zahnhalteapparat auch dann, wenn Kronen oder Brücken schlecht sitzen. Durch einen fehlerhaften Gebissschluss wird beständig Druck auf die Zahnhaltefasern ausgeübt. Über Monate oder Jahre hinweg führt das unweigerlich zu Schäden. Schmerzen, aber auch lockere Zähne können die Folge sein. Durch moderne Diagnose-Verfahren bei der Anfertigung von Zahnersatz sind diese Probleme aber weitgehend vermeidbar.

Lockere Zähne nach einer Wurzelbehandlung

Manchmal muss der Zahnarzt einen Teil der Zahnwurzel entfernen, um einen im Wurzelbereich entzündeten Zahn zu retten. Im Fachjargon nennt man diese Behandlung auch Wurzelspitzenresektion. Dadurch lässt sich vermeiden, dass der Zahn gezogen werden muss. Doch der wurzelbehandelte Zahn ist in der Folge auch nicht mehr so gut im Kieferknochen verankert. Eine Lockerung von Zähnen ist eine Nebenwirkung, die nach einer Wurzelspitzenresektion auftreten kann, aber nicht muss.

Doch auch hier gibt es wirksame Abhilfe: Durch Titanstifte, sogenannte intradentale Implantate, kann der Zahnarzt den wurzelbehandelten Zahn im Knochen fixieren.

Lockere Zähne durch Knochenschwund

Zahnverlust kann ansteckend sein. Ja, Sie haben richtig gelesen: Wenn ein Zahn oder mehrere Zähne ausfallen, erhöht das das Risiko, dass sich auch weitere Zähne lockern. Der Grund ist, dass sich unsere Knochen zurückbilden, sobald sie nicht mehr belastet werden. Fehlt ein Zahn, dann fehlt auch der Druck auf den Kieferknochen – für den Körper fälschlicherweise ein Signal, dass der Knochen an dieser Stelle nicht mehr benötigt wird. Die dadurch ausgelösten Abbauprozesse führen dazu, dass auch benachbarte Zähne an Halt verlieren.

Eine Zahnlücke sollte daher immer geschlossen werden – nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch, um die anderen Zähne zu schützen. Die moderne Zahnmedizin bietet hier viele Möglichkeiten und die oft gefürchtete Zahnprothese ist längst nicht mehr die einzige Option.

So vermeiden Sie Wackelzähne

Wir alle wünschen uns gesunde, feste Zähne, die uns bis ins hohe Alter einen kräftigen Biss und ein strahlendes Lächeln erlauben. Dazu können Sie selbst Ihren Teil beitragen: Eine gründliche, regelmäßige Zahnhygiene ist die wichtigste Voraussetzung, um von Zahnkrankheiten wie Parodontitis - und damit von lockeren Zähnen - verschont zu bleiben.

Doch nicht immer sind Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung ausreichend, um den Krankheitserregern im Mund Herr zu werden. Gönnen Sie Ihren Zähnen daher ein oder zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung und lassen Sie Ihren Zahnarzt bei dieser Gelegenheit einen Blick auf Zähne und Zahnfleisch werfen. Zahnfleischentzündungen sind im Anfangsstadium nämlich sehr gut behandelbar! Anders als in der Generation unserer Großeltern sind lockere Zähne heute längst kein Schicksal mehr, das Sie im besten Alter einfach hinnehmen müssen.

 

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Müssen Weisheitszähne raus © fotolia / absolutimages

Müssen meine Weisheitszähne raus? Häufige Fragen & Antworten

"Müssen die Weisheitszähne raus oder kann ich mir den Eingriff auch ersparen?" Diese Frage beschäftigt viele unserer Patienten, gerade jüngere. Leider lässt sie sich nicht pauschal beantworten. Wann eine Entfernung sinnvoll ist und wann nicht, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Warum die Nachzügler so häufig stören

Wenn die Weisheitszähne so vielen Menschen Probleme machen, warum haben wir sie dann überhaupt? Die Nachzügler in unserem Gebiss sind ein Überbleibsel aus einer Zeit, als sich unsere Vorfahren noch vorwiegend von Rohkost und harten Speisen ernährten. Heute hat sich nicht nur unsere Ernährung verändert, sondern auch unser Kiefer: Er ist kleiner geworden, wodurch sich die Weisheitszähne häufig auf Kollisionskurs zu ihren Nachbarn befinden. Durch ihre Lage lassen sie sich außerdem schwer putzen und neigen daher zu Karies.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn ich keine Beschwerden habe?

Das ist die große Frage. Früher haben viele Zahnärzte pauschal zur vorsorglichen Entfernung der Weisheitszähne geraten – auch bei völlig beschwerdefreien Patienten. Zum Kauen benötigen wir die sogenannten "Achter", wie sie im Fachjargon heißen, heutzutage nicht mehr. Andererseits bringt jede Weisheitszahn-OP natürlich Unannehmlichkeiten für den Patienten mit sich. Unmittelbar nach der Operation treten Schmerzen und Schwellungen auf, die sich durch Kühlen und Schmerzmittel aber gut behandeln lassen. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen, wie etwa Entzündungen oder einer Beschädigung von Nervenfasern, kommen. Für Patienten, die später niemals Beschwerden mit ihren Weisheitszähnen haben würden, bringt die Entfernung insgesamt keine Vorteile.

Das Problem: Ob die Weisheitszähne später Probleme machen werden, das weiß man im Voraus nicht mit völliger Sicherheit. Der Zahnarzt kann aber anhand ihrer Form und Lage im Kiefer abschätzen, ob ein hohes oder ein geringes Risiko für spätere Beschwerden besteht.

Müssen die Weisheitszähne raus, dann sollte das jedenfalls möglichst bald geschehen. Denn bis etwa zum 25. Lebensjahr sind die Zahnwurzeln noch nicht vollständig entwickelt, der Eingriff verläuft daher meist komplikationsloser. Empfehlenswert ist es daher, noch im Teenager-Alter eine individuelle Risiko-Abschätzung durch den Zahnarzt vornehmen zu lassen. Bei seiner Entscheidung, ob die Weisheitszähne raus müssen oder bleiben können, wird sich der Zahnarzt vor allem an folgenden Fragen orientieren:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Weisheitszähne ordnungsgemäß entwickeln können? Ist genügend Platz im Kiefer?
  • Sind krankhafte Veränderungen an den Weisheitszähnen zu erwarten oder sogar schon eingetreten? Ist voraussehbar, dass die Weisheitszähne zu Schäden an den Nachbarzähnen führen werden?
  • Welche Komplikationen könnten bei der Operation auftreten?

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie nicht bis zum 25. Lebensjahr durchbrechen?

Bei bis zu 80 Prozent aller jungen Erwachsenen bleiben die Weisheitszähne ganz oder zum Teil im Kiefer zurück. Früher galt die Empfehlung, solche Zähne zu entfernen, da sie später womöglich Probleme verursachen. Heute ist man damit etwas zurückhaltender. Bei vielen Patienten sind die Weisheitszähne tief im Kieferknochen eingeschlossen – und bleiben da häufig ein Leben lang. Ist es aufgrund ihrer Lage schwierig, an die Zähne heranzukommen, oder liegen sie nah an einem Nerv, dann besteht bei einer Operation ein höheres Risiko für Komplikationen. Sind die Zähne gesund, dann ist es für den Patienten wahrscheinlich vorteilhafter, auf den Eingriff zu verzichten. Weisen sie allerdings krankhafte Veränderungen auf, dann müssen die Weisheitszähne raus.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie nur teilweise durchbrechen?

Eine ungünstigere Situation liegt vor, wenn die Weisheitszähne nur unvollständig durchbrechen. Denn zwischen Zahnfleisch und Zahn bilden sich dann Schlupfwinkel, in denen sich Speisereste ansammeln und Bakterien vermehren können. Eine häufige Folge sind Infektionen, die sich durch Schmerzen, Schwellungen des Zahnfleischs, Mundgeruch und eventuell auch leichtes Fieber bemerkbar machen. Manchmal bilden sich Zysten, die unbehandelt den Kieferknochen schädigen können. Kommt es zu solchen Problemen, wird der Zahnarzt zur Entfernung der Weisheitszähne raten.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn wenig Platz im Kiefer ist?

In einem zu engen Kiefer können sich die Weisheitszähne nicht normal entwickeln. Manchmal drücken sie durch ihr Wachstum auf ihre Nachbarn und beschädigen diese dadurch. Häufig verschieben sie auch die gesamte Zahnreihe und rufen so Zahnfehlstellungen hervor. Dadurch kann im schlimmsten Fall der Erfolg einer kieferorthopädischen Zahnkorrektur zunichte gemacht werden. Bei einigen Patienten verursacht der Druck der Weisheitszähne auch einen chronischen Kiefer- oder Gesichtsschmerz. Ist voraussehbar, dass solche Probleme auftreten werden, dann müssen die Weisheitszähne raus.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie schief oder verdreht liegen?

Ähnlich ungünstig ist es, wenn die Weisheitszähne in einem schrägen Winkel im Kiefer liegen und sich daher nicht richtig in die Zahnreihe einordnen. Die Krone eines schräg wachsenden Weisheitszahnes kann so starken Druck auf den Nachbarzahn ausüben, dass dessen Zahnbett oder Zahnwurzel erheblich geschädigt werden. Ist ein Weisheitszahn eine Gefahr für den benachbarten Backenzahn, dann sollte er raus. Gleiches gilt, wenn der Weisheitszahn durch seine Position das Zusammenbeißen der Zähne erschwert.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie von Karies befallen sind?

Weil sie so weit hinten liegen, lassen sich Weisheitszähne mit der Zahnbürste nur schwer erreichen. Häufig stehen sie so eng am Nachbarzahn, dass auch der Zahnzwischenraum kaum gereinigt werden kann. Da sich auf diese Weise Schmutznischen bilden, sind Weisheitszähne und die benachbarten Backenzähne überdurchschnittlich häufig von Karies betroffen. Auch in solchen Fällen empfiehlt sich eine Entfernung der Weisheitszähne.

Wann dürfen Weisheitszähne bleiben?

Andererseits gibt es Situationen, in denen die Weisheitszähne nicht unbedingt entfernt werden müssen. In diesen Fällen können Sie sich den Eingriff wahrscheinlich ersparen:

  • Wenn die Zähne gesund sind, genug Platz haben und es zu erwarten ist, dass sie sich korrekt in die Zahnreihe einfügen werden.
  • Wenn die Zähne gesund sind und so tief im Kieferknochen verborgen liegen, dass bei dem Eingriff Komplikationen auftreten könnten.
  • Wenn durch eine kieferorthopädische Behandlung sichergestellt wird, dass sich die Weisheitszähne normal entwickeln können.

Die Entscheidung "Müssen die Weisheitszähne raus oder nicht" ist also immer von den individuellen Voraussetzungen abhängig. Um abzuschätzen, wie sich die Weisheitszähne entwickeln werden, wird der Zahnarzt zunächst ein Röntgenbild anfertigen. Bei tief in den Kieferknochen verlagerten Weisheitszähnen macht man häufig auch eine dreidimensionale Röntgenaufnahme, eine sogenannte digitale Volumentomografie (DVT).

Mithilfe dieser Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt die Chancen und Risiken einer Weisheitszahn-Entfernung fundiert beurteilen. Gemeinsam mit dem Patienten wird er überlegen, ob die Operation im konkreten Fall sinnvoll ist oder ob der Eingriff mehr schadet als nützt. Falls Sie weitere Fragen zum Thema Weisheitszähne haben, stehen wir Ihnen in unserer Praxis gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung!

 

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Zähne brechen © fotolia / New Africa

Hilfe, meine Zähne brechen. Was kann ich tun?

Ein herzhafter Biss in das knusprige Brötchen und dann der Schock: Ein Stück Zahn ist weg! Wenn Zähne brechen oder Zahnteile absplittern, macht sich bei vielen Betroffenen Verzweiflung breit – und das ist nur allzu verständlich. Lesen Sie hier, wie es zu brüchigen Zähnen kommt und was wir in der Zahnarztpraxis für Sie tun können, um den Schaden zu begrenzen.

Warum können Zähne brechen?

Unsere Zähne sind die härteste Substanz, die unser Körper hervorzubringen vermag. Das gilt besonders für den Zahnschmelz, der die äußere Schutzschicht bildet. Dabei handelt es sich um ein kristallartiges Material, das durch eingelagerte Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat besonders widerstandsfähig ist.

Trotzdem sind unsere Zähne leider nicht für die Ewigkeit gemacht. Verschiedene Belastungen und Umwelteinflüsse setzen dem Zahnschmelz und dem darunterliegenden Zahnbein so zu, dass die Zähne brechen, splittern oder abbröckeln können. Das sind die wichtigsten Ursachen dafür, dass Zähne brechen oder brüchig werden:

  • Unfälle, Schläge oder Stürze: Durch äußere Gewalteinwirkungen können selbst völlig gesunde Zähne brechen. Betroffen sind meist die Frontzähne.
  • Natürlicher Alterungsprozess: Der Zahn der Zeit macht leider auch vor unserem Gebiss nicht Halt. Brüchige, spröde Zähne sind ein häufiger Befund bei älteren Patienten. Durch einen zahngesunden Lebensstil lässt sich dieser Prozess verlangsamen, aber nicht völlig aufhalten.
  • Chemische Erosion (Abtragung) des Zahnschmelzes: Geben Sie Ihren Zähnen Süßes oder Saures? Zwar gelten Obst und essigsaure Salate als gesund, im Übermaß können sie aber unseren Zähnen schaden. Der Grund ist, dass die darin enthaltenen Säuren dem Zahnschmelz Mineralstoffe entziehen und ihn so nach und nach auflösen. Reibung kann diesen Prozess beschleunigen. Nach einer säurehaltigen Mahlzeit sollten Sie den Mund daher besser nur spülen und mit dem Zähneputzen mindestens 30 Minuten warten.
  • Kariesbefall: Doch auch mit Süßem erweisen Sie Ihren Zähnen keinen guten Dienst, denn Karies-Bakterien lieben Zucker. Ein von Karies befallener Zahn ist von innen her in seiner Stabilität geschwächt. Selbst wenn der Zahnarzt das erkrankte Gewebe durch eine Füllung ersetzt, ist der Zahn nicht mehr so belastbar wie zuvor.
  • Wurzelbehandlungen: Ähnliches gilt für wurzelbehandelte Zähne, bei denen das Zahnmark durch ein Füllmaterial ersetzt wurde. Da die Zahnsubstanz von der Blutversorgung abgeschnitten ist, wird sie allmählich spröder und brüchiger.
  • Aggressive Zahnpflege: Was gut gemeint ist, ist nicht immer gut für die Zähne. Manche Patienten schrubben sich durch zu festen Druck beim Zähneputzen regelrecht den Zahnschmelz weg. Das darunterliegende Zahnbein ist gegenüber äußeren Einflüssen weniger widerstandsfähig, in der Folge können die Zähne brechen.
  • Zähneknirschen: Beim Knirschen wirken unvorstellbare Kräfte von bis zu 70 Kilogramm auf die Zähne! Dieser Belastung hält selbst die härteste Zahnsubstanz auf Dauer nicht stand. Unbehandelt nutzen sich die Zähne ab und werden brüchig.

Schäden an der Zahnsubstanz frühzeitig erkennen und behandeln

Zähne brechen selten unvermittelt: In den meisten Fällen ist die Zahnsubstanz bereits über Jahre vorgeschädigt und geschwächt. Häufig beginnt es mit feinsten Rissen, die den Zahn durchziehen. Ähnlich wie ein Sprung in einer Windschutzscheibe breiten sich diese Risse immer weiter aus, bis ein Teil des Zahns schließlich abbrechen kann. Als Auslöser reicht dann mitunter schon ein Biss in ein weiches Brötchen.

Um zu verhindern, dass es soweit kommt, sollten Sie daher niemals auf die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt verzichten! Er kann Schäden an Ihrer Zahnsubstanz frühzeitig erkennen, noch bevor die Zähne brechen. Sollte der Zahnarzt Risse oder eine vermehrte Abnutzung des Zahnschmelzes bemerken, wird er nach den Ursachen forschen und diese nach Möglichkeit zu beseitigen versuchen.

Ein Zahn ist gebrochen – was nun?

Es ist passiert: Ein Stück Zahn ist abgebrochen oder ein kleiner Teil des Zahnschmelzes abgesplittert. Möglicherweise haben Sie das Malheur gar nicht bemerkt, sondern fühlen nur eine scharfe Bruchkante, wenn Sie mit der Zunge den Zahn berühren. Wichtig ist in dieser Situation, dass Sie möglichst rasch (innerhalb von 24 Stunden) Ihren Zahnarzt oder einen Zahnnotdienst aufsuchen. Falls Sie das abgebrochene Stück noch finden, dann legen Sie es sofort in ein Glas Milch, eine Kochsalzlösung oder notfalls auch unter die Zunge und nehmen es mit. Wichtig ist, dass Sie das Bruchstück behutsam möglichst nur an der Krone berühren und es nicht mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln behandeln.

Wenn Zähne brechen: Was kann der Zahnarzt tun?

Bei einem Zahndefekt wird der Zahnarzt immer im Einzelfall entscheiden, welches Vorgehen möglich und sinnvoll ist. Falls Sie das Bruchstück in die Ordination mitbringen und es noch intakt ist, kann der Zahnarzt es möglicherweise wieder ankleben. Dazu verwendet er einen speziellen Kunststoffkleber, der nach dem Aushärten sehr belastbar ist.

Falls der Zahn nicht mehr geklebt werden kann, wird der Zahnarzt versuchen, auf andere Art und Weise einen funktionsfähigen Zahn zu modellieren. Falls nur kleinste Teile des Zahnschmelzes abgesplittert sind, reicht es vielleicht, die Bruchkante zu schleifen und den Zahn anschließend mit einer Fluorid-Lösung zu behandeln. Dadurch wird die Oberfläche versiegelt und der Zahn vor schädlichen Einflüssen geschützt.

Bei einem größeren Defekt kommt es darauf an, ob nur Zahnschmelz und Zahnbein betroffen sind oder ob der Bruch bis zum inneren Zahnmark reicht. Brüche im Bereich von Zahnschmelz und Zahnbein sind einfacher zu behandeln: Hier kann der Zahnarzt die verlorene Zahnsubstanz durch eine Füllung, eine Teilkrone oder eine Krone ersetzen. Im Bereich der sichtbaren Zähne verwendet man Keramik-Füllungen oder auch Veneers, um ein natürliches, attraktives Erscheinungsbild herzustellen. Sollte der Zahn von Karies befallen sein, muss das erkrankte Gewebe natürlich zuerst entfernt werden, bevor der Zahnarzt den Zahn wieder aufbauen kann.

Ist hingegen auch das innere Zahnmark von dem Bruch betroffen, dann ist in vielen Fällen eine Wurzelbehandlung erforderlich. Dabei entfernt der Arzt das Zahnmark und ersetzt es durch ein künstliches Füllmaterial. Anschließend kann der Zahn durch Füllungen oder Kronen wieder aufgebaut werden.

Ist Zahnersatz nötig, wenn Zähne brechen?

Manchmal ist der Defekt zu groß oder die verbliebene Zahnsubstanz zu schlecht, um den Zahn zu rekonstruieren. Vor allem senkrechte Brüche, die bis zur Zahnwurzel reichen, sind schwer zu behandeln. In diesem Fall wird der Zahnarzt den Zahn ziehen. Die entstandene Lücke kann und sollte durch eine Brücke oder ein Implantat gefüllt werden. Abgebrochene Zähne können übrigens SOFORT mit Implantaten ersetzt werden. Doch bitte belassen Sie unbedingt die abgebrochene Zahnwurzel und lassen Sie sie erst durch den Implantologen entfernen, da die Gefahr des Knochenbruchs ansonsten zu groß ist.

Falls Ihre Zähne brechen, bröckeln oder absplittern, dann bedeutet das also nicht, dass Sie künftig auf einen kräftigen Biss verzichten müssen! Das Wichtigste ist, dass Sie in dieser Situation unverzüglich Ihren Zahnarzt aufsuchen. Nur so lässt sich der entstandene Schaden in Grenzen halten.

 

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