Pochender Zahn © g-stockstudio/shutterstock.com

Pochender Zahn – mögliche Ursachen und Maßnahmen

Pochender Zahn: Wie es dazu kommt, was gegen den Schmerz hilft

Er raubt uns buchstäblich den letzten Nerv: Ein pochender Zahn zählt zu den quälendsten Schmerzarten, die wir empfinden können. Und oft trifft es einen ausgerechnet nachts, am Wochenende oder im Urlaub, wenn weit und breit kein Zahnarzt verfügbar ist. Lesen Sie hier, was dahinter steckt und wie man den Schmerz möglichst rasch wieder los wird.

Pochender Zahn kann auf Entzündung hindeuten

Jeder Zahnschmerz ist ein Warnsignal: Er weist uns darauf hin, dass etwas mit den Zähnen nicht stimmt. Oft gibt die Schmerzqualität bereits erste Hinweise auf mögliche Ursachen. Wenn ein Zahn heftig pocht, liegt das häufig an einer Entzündung. Weil das erkrankte Gewebe stärker durchblutet ist, spüren wir den Schmerz oft synchron zum eigenen Herzschlag. Typisch für eine Entzündung ist auch, dass sich der Schmerz durch Wärme und in Ruhe eher verstärkt. Deshalb treffen uns die Schmerzattacken sehr oft nachts.

Entzündungen sind eigentlich eine sinnvolle Abwehrreaktion. Der Körper versucht sich gegen Krankheitserreger oder deren schädliche Stoffwechselprodukte zu wehren. Die körpereigenen Abwehrstoffe können aber ihrerseits das Gewebe schädigen. Einen pochenden Zahn sollte man daher keinesfalls abtun. Die Entzündungsprozesse führen im schlimmsten Fall dazu, dass der Zahn abstirbt!

Pochender Zahn aufgrund einer Zahnmarkentzündung (Pulpitis)

Entzündungen können in verschiedenen Bereichen von Mund und Kiefer auftreten. Die häufigste Ursache für einen pochenden Zahn ist eine Entzündung im Bereich des Zahnmarks. Das Zahnmark ist sozusagen der „innerste Kern“ unserer Zähne. Es besteht aus Bindegewebe, Blutgefäßen und feinsten Nervenbahnen. Diese leiten Schmerzreize an das Gehirn weiter, und genau das ist der Grund, warum eine Entzündung im Bereich des Zahnmarks höllisch weh tun kann. Befindet sich der Entzündungsherd im Bereich der Zahnwurzeln, spricht man auch von einer Zahnwurzelentzündung.

Durch die Entzündung schwillt sehr oft das umgebende Gewebe an. Wenn ein pochender Zahn von einer „dicken Backe“ begleitet wird und die betroffene Region sehr empfindlich auf Berührung, Kälte oder Wärme reagiert, ist eine Zahnmark- bzw. Zahnwurzelentzündung naheliegend.

Am Beginn steht die Karies

Eine Zahnmarkentzündung entsteht nicht von heute auf morgen, sie hat immer eine Vorgeschichte. Ausgelöst wird sie meist von Karies-Bakterien, die Löcher in den Zahn fressen und sich so nach und nach bis ins Innere des Zahnes vorarbeiten. Das Tückische ist, dass man davon anfangs nicht viel bemerkt – eine Karies muss nicht weh tun. Erst wenn die Krankheitserreger buchstäblich den Zahn-Nerv treffen, kommt es zu plötzlichen, heftigen Schmerzattacken.

Neben einer Karies können der Zahnmarkentzündung auch andere Ursachen zugrunde liegen: beispielsweise Zahnverletzungen, schiefgewachsene Weisheitszähne oder eine unbehandelte Parodontitis.

Pochender Zahn: Weitere mögliche Ursachen

Schmerzen sind etwas sehr Individuelles. Auch zahlreiche andere Erkrankungen im Kiefer- oder Mundbereich machen sich bei einigen Menschen durch Pochen bemerkbar. Ein pochender Zahn kann beispielsweise auf folgende Erkrankungen hindeuten:

  • Karies: Gelegentlich beginnt ein Zahn zu pochen, noch bevor die Karies-Bakterien das innere Zahnmark befallen haben.
  • Zahnfleisch- oder Zahnbettentzündungen: Manchmal empfinden wir Zahnschmerzen, obwohl gar nicht die Zähne selbst, sondern das umgebende Zahnfleisch erkrankt ist. Ein pochender Zahn kann daher auch ein Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) sein. Typisch ist ein heftiger Schmerz beim Aufbeißen, oft ist auch das Zahnfleisch gerötet oder blutet, wenn man es berührt.
  • Zahnverletzungen (Traumata): Durch Stürze oder heftige Schläge können Zähne innere Schäden davontragen – selbst wenn der Zahn rein äußerlich unversehrt erscheint. Wird ein Zahnnerv durch äußere Einwirkungen geschädigt, kann das ähnliche pochende Schmerzen hervorrufen wie ein Zahnmarkentzündung.
  • Probleme mit den Weisheitszähnen: Wächst ein Weisheitszahn schief, kann er großen Druck auf seine Nachbarn ausüben. Bei pochenden Schmerzen im Bereich der hinteren Backenzähne sollte man daher auch an die Weisheitszähne denken.
  • Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis):

Gelegentlich liegt einem pochenden Zahn gar keine Zahnerkrankung zugrunde, sondern eine Entzündung im Bereich der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Weil die Zahnwurzeln und die Nasenebenhöhlen sehr nahe zueinander liegen, greift der Schmerz manchmal auf Kiefer und Zähne über.

Erste Hilfe: Was rasch gegen die Schmerzen hilft

Ein pochender Zahn kann also auf ernsthafte Zahnerkrankungen hindeuten. Sie sollten die Beschwerden daher niemals auf die leichte Schulter nehmen! Sind die Schmerzen sehr stark und werden sie vielleicht von Schwellungen begleitet, dann sollten Sie sich so rasch wie möglich um einen Notfall-Termin beim Zahnarzt kümmern.

Um die Zeit bis zu Ihrem Termin zu überbrücken, können Sie Schmerzmittel auf der Basis von Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen. Falls Sie keine Tabletten schlucken möchten, helfen vielleicht kalte Umschläge: Wickeln Sie ein Coolpad oder eine Packung mit Eiswürfeln in ein Tuch ein und drücken Sie es sanft an die schmerzende Stelle. Wichtig: Das Eis niemals direkt auf die Haut legen, sonst drohen Erfrierungen! In leichteren Fällen kann auch das Kauen von Gewürznelken Linderung verschaffen. Die darin enthaltene Substanz Eugenol wirkt leicht betäubend und schmerzlindernd.

Pochender Zahn: So geht der Zahnarzt vor

Beim Zahnarzt steht zunächst einmal Ursachensuche auf dem Programm. Der Zahnarzt wird sich nach Ihren genauen Beschwerden erkundigen und die schmerzende Stelle mithilfe von Spiegeln oder Sonden in Augenschein nehmen. Zusätzlich können Röntgen-Untersuchungen Hinweise auf die Ursache liefern.

Wurzelbehandlung: Den Schmerz an der Wurzel packen

Die Therapie richtet sich anschließend nach der genauen Ursache. Liegt eine Zahnmarkentzündung dem pochenden Zahn zugrunde, dann ist eine rasche Behandlung besonders wichtig. Denn die Krankheitserreger können das Zahnmark irreversibel schädigen, in solchen Fällen muss der Zahn oft gezogen werden.

Als ersten Rettungsversuch wird der Zahnarzt wahrscheinlich eine Wurzelbehandlung vornehmen. Dabei verschafft er sich unter lokaler Betäubung Zugang zu den entzündeten Wurzelkanälen und behandelt sie mit antibakteriellen Lösungen, um die Keime abzutöten. Danach dichtet er die Wurzelkanäle mit einer speziellen Füllung ab und verschließt sie provisorisch. Nach einigen Tagen bekommt der Patient eine bleibende Füllung.

Wurzelspitzenresektion: Wenn es Keime auf die Spitze treiben

Bei besonders hartnäckigen Entzündungen ist oft eine Wurzelspitzenresektion nötig. Dabei entfernt der Zahnarzt ein Stück des entzündeten Gewebes mitsamt der Wurzelspitze. Wichtig ist, dass keine Keime zurückbleiben, denn sonst flammt die Entzündung erneut auf! Ein so behandelter Zahn ist zwar nicht mehr ganz so fest verankert, kann aber oft trotzdem erhalten bleiben.

Pochender Zahn: Ursache immer abklären lassen

Einen pochenden Zahn sollten Sie als Warnsignal des Körpers immer ernst nehmen. Keine gute Lösung ist es, den Schmerz über längere Zeit hinweg mit Tabletten zu unterdrücken oder mit Hausmitteln selbst zu behandeln. Dadurch verlieren Sie möglicherweise wertvolle Zeit. Zahnbehandlungen haben die größte Aussicht auf Erfolg, wenn Sie sich möglichst früh an Ihren Zahnarzt wenden!


Zahnschmerzen mit sanften Methoden bekämpfen © fotolia / Viacheslav Iakobchuk

Zahnschmerzen mit sanften Methoden effektiv bekämpfen

Ein pochendes oder ziehendes Gefühl am Zahn, Druck auf dem Kiefer, in manchen Fällen einhergehend mit Kopfschmerzen: Fast jeder hat das schon mindestens einmal erlebt und kennt das Gefühl von Zahnschmerzen. Die Stärke variiert dabei je nach Ursache und subjektiver Schmerzempfindlichkeit. Häufig sind Zahnschmerzen das einzig erkennbare Symptom für eine zahnmedizinische Erkrankung wie z.B. Karies und deshalb sollten sie unbedingt ernst genommen werden. Hält der Schmerz länger als ein bis zwei Tage an, ist ein Besuch beim Zahnarzt unausweichlich, da nur er die richtige Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie durchführen kann. Bis dahin gibt es aber verschiedene Methoden, die Zahnschmerzen mit sanften Methoden zu lindern.

Zahnschmerzen richtig einordnen

Wenn Sie aufgrund von Zahnschmerzen Ihren Zahnarzt besuchen, wird dieser Ihnen zu Beginn der Behandlung einige Fragen stellen. Diese helfen ihm, den Schmerz einzuordnen und mögliche Ursachen zu identifizieren. Damit Sie selbst Ihre Zahnschmerzen besser einschätzen und beschreiben können und leichter eine Methode zur Schmerzlinderung finden, können Sie die folgenden Fragen für sich selbst vorab schon beantworten:

  • Wann und wo sind die Zahnschmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wie lange dauern einzelne Schmerzattacken?
  • Wodurch wird der Schmerz ausgelöst?
  • Welcher Zahn war als erstes betroffen?
  • Wie beschreiben Sie den Schmerz (dumpfer Druck, klopfend)?
  • Treten die Zahnschmerzen zyklisch auf?

Mittels dieser Fragen können Sie die Auslöser Ihrer Zahnschmerzen, beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel, identifizieren und dadurch als erste Maßnahme zur Schmerzlinderung bis zum Zahnarztbesuch gezielt darauf verzichten. Außerdem geben Ihre Antworten einen Hinweis darauf, um welche Zahnkrankheiten es sich handeln könnte: Zyklisch auftretende Zahnschmerzen könnten auf eine chronische Zahnfleischerkrankung hindeuten, Spontanschmerzen nach dem Essen hingegen sind typisch für Karies.

Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen

Zahnschmerzen werden vor allem durch Erkrankungen an den Zähnen, am Zahnfleisch oder im Kieferbereich ausgelöst. Anhand der Symptome lässt sich dabei gut erkennen, welche Erkrankung vorliegt. Bekommen Sie Zahnschmerzen bei heißen oder kalten Nahrungsmitteln, so liegen vermutlich die Zahnhälse frei. Ursache hierfür könnten genetische Disposition, eine falsche Putztechnik oder Parodontitis sein. Diese Erkrankung führt dazu, dass das Zahnfleisch zurückgeht und die Zähne locker werden.

Karies hingegen löst vor allem beim Verzehr von Süßigkeiten Zahnschmerzen aus. Durch den Zucker tritt ein sogenannter Spontanschmerz auf. Dieser kann auch durch heiße oder kalte Speisen oder saure Lebensmittel ausgelöst werden. Ursache für Zahnschmerzen können außerdem Zahnfleischentzündungen oder eine Überempfindlichkeit der Zähne sein.

Veränderungen im Kiefer als Ursache für Zahnschmerzen

Nicht nur Zahnerkrankungen sind mögliche Ursachen für Zahnschmerzen. Bei Kindern werden während des Zahnens ebenfalls Schmerzen ausgelöst, die in ähnlicher Form erneut auftreten, wenn die Weisheitszähne durchbrechen. Schmerzen können auch dadurch versucht werden, dass Zähne sich verschieben. Wer einmal eine Zahnspange getragen hat, wird sich an diese Erfahrung vermutlich noch erinnern. Aber Zähne können sich aufgrund der ständigen Belastung und Bewegung des Kiefers auch im fortgeschrittenen Alter noch verschieben, insbesondere wenn Sie mit den Zähnen knirschen. Die hohe Belastung des Kiefers beim Zähne knirschen kann auch für sich genommen schon Ursache für Zahnschmerzen sein.

Zahnprothesen oder Zahnimplantate können für den Träger ebenfalls vorerst schmerzhafte Folgen haben, da der Fremdkörper in Kiefer und Umgebungsgewebe einheilen muss. Außerdem können auch Entzündungen in Folge bakterieller Beläge auftreten, selbst wenn das Implantat oder die Prothese sich schon länger im Kiefer befinden.

Bricht ein Stück Zahn ab, wird gelockert, verschoben oder komplett herausgeschlagen, so spricht man von einem Zahnunfall. Neben ästhetischen Beeinträchtigungen sind auch Folgeschmerzen möglich.

Zahnschmerzen trotz gesunder Zähne

Eine Erkältung kann ebenfalls Auslöser für Zahnschmerzen sein. Die gereizten Nerven ziehen vom Kopfbereich bis in die Zähne, was für den Betroffenen schmerzhaft ist. Insbesondere Kopfschmerzen- und Migräneattacken sowie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen führen zu einem dumpfen Ziehen und Drücken im Gebiss. Sind die gesundheitlichen Beschwerden vorbei, sollten auch die Zahnschmerzen wieder abklingen.

Eine weitere Ursache für Zahnschmerzen ist Stress. Betroffene pressen unbewusst die Zähne fest zusammen, wodurch Zahnschmerzen ausgelöst werden. Das Immunsystem des Körpers, also auch im Mund, wird durch Stress geschwächt, weshalb sich Bakterien leichter ausbreiten können. Das kann zu schweren Entzündungen des Zahnfleischs führen. Außerdem tritt bei gestressten Personen häufiger Zähneknirschen auf. Gibt es für chronische Zahnschmerzen keine zahnmedizinische Erklärung, sollte der eigene Lebensstil hinterfragt und belastende Situationen vermieden werden.

Was hilft gegen Zahnschmerzen?

  • Kühlen
    Kalte Auflagen sowie eingewickelte Eisbeutel lindern Schwellungen oder Entzündungen, da durch die Kälte die Durchblutung verlangsamt wird. Wer nicht empfindlich ist, kann auch einen Eiswürfel lutschen oder immer wieder auf die betroffene Stelle drücken. Außerdem gibt es kühlende Gels und Sprays, die Kamille, Myrrhe oder Echinacea als Wirkstoff enthalten. Mit ihrer Hilfe beruhigt sich beispielsweise entzündetes Zahnfleisch.
  • Gewürznelke
    Die schmerzlindernde Wirkung von Gewürznelken ist seit Jahrtausenden im Orient bekannt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Pflanze auch bei Zahnschmerzen hilft. Sie betäubt den Schmerz und wirkt zugleich entzündungshemmend. Zur Behandlung kann man die getrocknete Gewürznelke kauen oder zwei Nelken neben oder auf den erkrankten Zahn legen und anschließend die Zähne schließen, bis die Gewürznelke sich aufgelöst hat. Alternativ kann man auch Nelkenöl direkt auf die schmerzende Stelle auftragen.
  • Salbei und Kamille
    Die Kräuter haben beide eine antibakterielle Wirkung und eignen sich deshalb besonders gut für die Behandlung von Zahnschmerzen. Sie helfen bei Parodontitis oder beim Zahnen. Verwendet werden sie als ungesüßter, lauwarmer Tee, den man direkt trinken kann oder als Mundspülung. Mithilfe eines Wattestäbchens kann die Flüssigkeit aber auch auf die betroffene Stelle getupft werden.
  • Teebaumöl
    Teebaumöl wird durch Destillation aus den Blättern und Zweigen des australischen Teebaums gewonnen und ist in Deutschland in Apotheken erhältlich. Es wirkt entzündungshemmend und wundheilend und kann in verdünnter Form zum Gurgeln oder Spülen verwendet werden.
  • Pasten
    Pasten mit Kalium-Nitrat, Fluorid-Mischungen oder Strontium-Chlorid helfen bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen. Sie versiegeln die Nerven, sodass diese nicht mehr auf heiße, kalte oder süße Speisen mit Schmerz reagieren. Einige Zahnpasten aus der Drogerie enthalten diese Wirkstoffe, aber man findet spezielle Pasten auch in Apotheken.
  • Ernährung
    Verzichten Sie auf heiße Speisen, Nikotin, Alkohol und Koffein, da diese Nahrungsmittel die Schmerzen verstärken können. Lesen Sie mehr über die richtige Ernährung bei Zahnschmerzen. 

Welche Schmerzmittel bei Zahnschmerzen?

Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, sind Schmerzmittel häufig die einzige Möglichkeit, die Zahnschmerzen zu lindern. Dabei sollten sich Betroffene aber stets bewusst sein, dass Schmerzmittel nur die Zeit bis zur Behandlung überbrücken sollten und keine dauerhafte Lösung darstellen.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) wie bspw. Aspirin sind gut verträglich, schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Allerdings wirken sie auch blutverdünnend. Steht Ihnen eine Wurzelbehandlung bevor, besteht durch Einnahme dieser Schmerzmittel die Möglichkeit einer verstärkten Blutung, weshalb Sie eher darauf verzichten sollten. Paracetamol hingegen ist eher ungeeignet zur Behandlung von Zahnschmerzen aufgrund seiner geringen entzündungshemmenden Wirkung.

Ibuprofen stillt den Schmerz, dämpft Entzündungen und wirkt fiebersenkend. Daher eignet sich dieses Schmerzmittel besonders zur Linderung von Zahnschmerzen. Es sollte jedoch nicht dauerhaft und nur in der empfohlenen Dosis eingenommen werden, da sonst die Gefahr eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts steigt. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie am besten bei Ihrem Zahnarzt nach, welches Schmerzmittel Sie einnehmen können. Er kann Ihnen auch stärkere Präparate mit den Wirkstoffen Tramadol oder Diclofenac sowie Kombinationspräparate verschreiben.

Es gibt zahlreiche Methoden, um Zahnschmerzen zu lindern. Dennoch sollten Sie bedenken, dass keine davon den Besuch beim Zahnarzt ersetzen kann. Außerdem sollten Sie stets auf eine gute Mundhygiene achten, um Zahnschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören neben richtigem Zähneputzen auch die halbjährliche professionelle Zahnreinigung mit Prophylaxe-Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt.


Besiegen Sie die Angst vor dem Zahnarzt © Fotolia / Andriy Bezuglov

Mit sanften Methoden die Angst vor dem Zahnarzt besiegen

Drei Viertel der Deutschen haben Angst vor dem Zahnarzt. Bei jedem Zehnten ist die Angst so groß, dass er den Gang in die Zahnarztpraxis aufschiebt – auch wenn er bereits unter Zahnschmerzen leidet. Eine solche Zahnbehandlungsphobie gefährdet die Zahngesundheit und kann zu bleibenden Schäden führen. Damit es soweit nicht kommt, können Angstpatienten ihre Zahnarztphobie mit Hilfe sanfter Methoden bewältigen.

Ist das noch Angst oder schon Phobie?

Die Grenzen zwischen einer normalen Nervosität und einer tatsächlichen Phobie sind fließend, aber eine ungefähre Abgrenzung ist möglich. Wenn Sie den Besuch beim Zahnarzt aufschieben, obwohl Sie bereits unter Symptomen oder Schmerzen leiden, handelt es sich nicht mehr um ein harmloses Unwohlsein. Allein der Gedanke an den Zahnarztbesuch kann bei Menschen mit einer Zahnarztphobie Schweißausbrüche, Schlafstörungen oder Herzrasen auslösen. Wer unter einer solchen Phobie leidet, nimmt die jährlichen Kontrollbesuche nicht mehr wahr und hat im schlimmsten Fall schon seit vielen Jahren keine Zahnarztpraxis mehr besucht.

Ergründen Sie die Ursachen für Ihre Angst

Um die Angst vor dem Zahnarzt in den Griff zu bekommen, müssen betroffene Patienten zuerst ihre Ursachen identifizieren. Häufig sind schlechte Erfahrungen bei einem Zahnarzt in der Vergangenheit, wie zum Beispiel eine schmerzhafte Behandlung in der Kindheit, der Auslöser für eine Dentalphobie. Zahnarzttypische Geräusche oder Gerüche werden in Verbindung mit dieser negativen Erfahrung abgespeichert und können sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder wachrufen.

Nicht selten „erben“ Kinder die Angst vor dem Zahnarzt auch von ihren Eltern, da sie deren Verhaltensweisen übernehmen: Jeder zehnte Angstpatient berichtet, dass auch mindestens ein Elternteil Angst vor dem Zahnarzt hat. Verstärkt wird die Angst oftmals durch ein Gefühl der Hilflosigkeit auf dem Patientenstuhl oder die Scham darüber, die Zahnpflege lange Zeit vernachlässigt zu haben. Das Vermeiden von Zahnarztbesuchen erhält die Phobie jedoch aufrecht, da die negativen Assoziationen so nicht durch positive Erfahrungen ersetzt werden können.

Reden Sie über Ihre Ängste anstatt sie zu verstecken

Um negativen Erfahrungen vorzubeugen, sollten Angstpatienten das Praxispersonal bereits bei der Terminvereinbarung über ihre Angst informieren. So können sich die Mitarbeiter auf Vorbehalte seitens des Patienten einstellen. Wenn Sie Ihrem Zahnarzt vor der Untersuchung die Gründe und Auslöser für Ihre Angst anvertrauen und sich sorgfältig über die Behandlungsoptionen informieren, bleibt kein Raum für irrationale Ängste und angstauslösende Situationen. Zusätzliche Sicherheit kann ein im Voraus vereinbartes Handzeichen geben, mit dem der Patient jederzeit die Behandlung unterbrechen kann.

Darüber hinaus hilft es manchen Patienten, sich von einer vertrauten Person begleiten zu lassen oder sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Eine positive Erfahrung einer Person, die an ähnlichen Ängsten leidet, kann dazu beitragen, das Vertrauen in eine schmerzfreie Behandlung zurückzugewinnen – und ist manchmal überzeugender als Fachinformationen von Experten. In Patientenforen, wie zum Beispiel dem der Landeszahnärztekammer Bayern, können Sie nachlesen, wie andere Patienten ihre Ängste meistern.

So überwinden Sie Ihre Angst auf sanfte Weise

Wem es vor dem nächsten Zahnarztbesuch schaudert, sollte es zuerst mit sanften Beruhigungstricks versuchen. Vor dem Termin können Angstpatienten zur Linderung der Nervosität Tees mit beruhigender Wirkung trinken. Dafür eignen sich zum Beispiel Baldrianwurzel, Lavendelblüten, Hopfenzapfen oder Passionsblumenkraut. Da manche Kräuter noch andere Wirkungen haben, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt besprechen, welche Tees geeignet sind. Die einfachste Strategie, um die Angst vor dem Zahnarzt zu vergessen, ist Ablenkung. Diese kann beispielsweise durch Musikhören, Hörspiele oder Videos während der Behandlung erreicht werden. Sie lenken nicht nur die Aufmerksamkeit weg von der Behandlung, sondern übertönen auch akustisch die Behandlungsgeräusche, die für viele Angstpatienten unangenehm sind.

Entspannung ist der Schlüssel zu einer stressfreien Behandlung

Neben beruhigender Musik kann auch Meditation die Angst vor dem Zahnarzt lindern. Für den Zahnarztbesuch eignen sich vor allem passive Meditationsformen, die keine körperliche Bewegung erfordern und im Sitzen durchgeführt werden.
Bei der Konzentrationsmeditation beispielsweise fokussiert der Patient in Gedanken ein Objekt oder eine angenehme Situation, wodurch angstauslösende Gedanken in den Hintergrund rücken. Für die transzendentale Meditation wiederholt der Patient in Gedanken kontinuierlich ein bestimmtes Wort oder eine Wortfolge, das sogenannte Mantra. Die Wiederholung hält wach, beruhigt den Geist und lenkt die Konzentration weg von der Behandlung.

Ablenkungsmanöver mit Phantasie und Muskeltraining

Wer keine Übung in Meditationstechniken hat oder sich mit der Umsetzung schwertut, kann mit Hilfe seiner eigenen Vorstellungskraft eine Phantasiereise unternehmen. Dafür schließt der Patient die Augen und unternimmt in Gedanken eine fiktive Reise, die ihn Angst und Nervosität vergessen lässt. Je detailreicher Sie sich die Phantasiereise ausmalen, desto besser lenkt sie ab.Auch mit Hilfe der progressiven Muskelentspannung kann man sich in einen Entspannungszustand versetzen. Dafür spannt der Patient bewusst einzelne Muskelgruppen im Körper an, hält die Spannung kurz und entspannt die Muskeln wieder. Dabei kann man zum Beispiel von unten nach oben oder von oben nach unten durch den Körper „wandern“. Die Konzentration auf die gezielte An- und Entspannung der Muskeln lenkt die Gedanken ab von der Behandlungssituation.

Selbsthypnose auf dem Zahnarztstuhl

Als eine Sonderform der Hypnose kann das Autogene Training dabei helfen, Ängste und eventuelle Schmerzen während der Behandlung auszublenden. Dabei versetzt der Patient sich mit Hilfe seiner eigenen Vorstellungskraft (Autosuggestion) selbst in einen Zustand der Tiefenentspannung. Um diese Veränderung des Bewusstseinszustands zu erreichen, richtet er seine Aufmerksamkeit nach innen und denkt zum Beispiel an eine angenehme Aktivität. Dadurch nimmt er seine Umwelt nur eingeschränkt wahr und integriert Geräusche oder Schmerzen in seine Trance.

Das Autogene Training lässt sich einfach auf dem Zahnarztstuhl durchführen, setzt jedoch eine gewisse Vorerfahrung des Patienten voraus. Zwar kann die Selbsthypnose Ängste ausblenden, garantiert alleine aber keine schmerzfreie Behandlung. Gerade Angstpatienten sollten deshalb immer zusätzlich eine lokale Betäubung in Anspruch nehmen.

Letzter Ausweg: Psychotherapie statt Vollnarkose

Nur wem es nicht gelingt, mit Hilfe dieser sanften Methoden seine Angst in den Griff zu bekommen, kann eine Vollnarkose in Betracht ziehen. Diese dürfen Zahnmediziner jedoch nicht selbst durchführen, sondern ein Anästhesist muss die Narkose verabreichen und begleiten. Diese Notfallstrategie ist aber keine langfristige Lösung.
Stattdessen empfiehlt sich für Patienten mit einer Zahnarztphobie eine Verhaltenstherapie bei einem ausgebildeten Psychotherapeuten. Im Vergleich zu den zuvor genannten Strategien hat sich eine Psychotherapie mit einer Erfolgsquote von 70 Prozent als wirksamste Methode erwiesen, um die Angst vor dem Zahnarzt langfristig zu besiegen. Erste Erfolge zeigen sich meist bereits nach wenigen Sitzungen und die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Therapie.

Schon im Kindesalter der Angst vorbeugen

Um eine Zahnarztphobie gar nicht erst entstehen zu lassen, ist es wichtig, mit Kindern bereits ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Kleinkinder sollten dabei auf dem Schoß der Eltern sitzen dürfen, die Sicherheit ausstrahlen und die Ängste ihres Kindes ernst nehmen. Spielzeug, Tricks und Späße, Hörspiele oder eine Belohnung im Nachhinein können den Zahnarztbesuch zu einem positiven Erlebnis werden lassen. Wenn Kinder den Besuch beim Zahnarzt in Verbindung mit schönen Erinnerungen abspeichern, können eine Phobie oder Angst vor dem Zahnarzt gar nicht erst entstehen.

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