Zähneknirschen © Andrey_Popov/Shutterstock

Die Symptome und Ursachen von Zähneknirschen und wie Sie das vermeiden können

Kiefer unter Druck: Was gegen nächtliches Zähneknirschen wirklich hilft

Es passiert meist völlig unbewusst: Fast jeder fünfte Deutsche malmt nachts mit den Zähnen, was auf Dauer schwere Schäden hervorrufen kann. Die häufigste Ursache ist Stress. Wie Sie herausfinden, ob auch Sie von Zähneknirschen betroffen sind, und was Sie tun können, um Druck von den Zähnen und aus Ihrem Leben zu nehmen.

Zähneknirschen: Weit verbreitet, weitreichende Folgen

Die wichtigste Aufgabe unserer Kaumuskulatur ist es, Nahrung zu zerkleinern. Doch viele Menschen pressen, drücken oder reiben auch nachts im Schlaf völlig unbewusst mit den Zähnen. Mediziner nennen das Phänomen „Bruxismus“. Man schätzt, dass jeder Fünfte zumindest zeitweilig davon betroffen ist – junge Menschen häufiger als ältere.

Oft ist es der Lebenspartner, der die nächtlichen Kaugeräusche als erster bemerkt. Für die Betroffenen selbst ist es oft völlig unerklärlich, warum sie morgens mit Kopfschmerzen oder einer verspannten Kiefer- und Nackenmuskulatur aufwachen. Bleibt das Problem lange unerkannt, können die Zähne schwere Schäden davontragen. Denn beim nächtlichen Malmen wirken nicht selten Kräfte von bis zu 80 Kilogramm auf einen einzelnen Zahn ein!

Woran der Zahnarzt Bruxismus erkennt

Dieser immensen Belastung hält kein Gebiss auf Dauer stand. Es gibt einige typische Anzeichen, die dem Zahnarzt einen Hinweis auf nächtliches Zähneknirschen liefern:

Typisch ist auch, dass Betroffene über schmerzempfindliche Zähne klagen. Denn durch das Zähneknirschen wird der Zahnschmelz nach und nach abgeschliffen und das empfindliche Zahnbein kommt frei zu liegen. Umweltreize wie heiße, kalte, süße oder saure Speisen können dann heftige Schmerzen verursachen. Darüber hinaus kann Zahnersatz wie Implantate, Kronen und Brücken durch Zähneknirschen Schaden nehmen oder locker werden.

Doch die Folgen des Zähneknirschens beschränken sich nicht auf das Gebiss. Wird die Kaumuskulatur chronisch überansprucht, können auch folgende Beschwerden auftreten:

  • Kiefer- oder Kopfschmerzen
  • Verspannungen der Nacken-, Hals- und Schultermuskulatur
  • Ohrenschmerzen oder Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Migräne-Attacken
  • Schwindel

Typisch ist, dass sich die Kiefermuskulatur morgens verspannt, verhärtet oder übermüdet anfühlt. Doch nicht alle Betroffenen bemerken unmittelbare Folgen des nächtlichen Knirschens.

Zähneknirschen ist meist Stress-Symptom

Früher nahmen Ärzte an, dass hinter Zähneknirschen organische Ursachen stecken, etwa eine Fehlstellung der Zähne. Der Körper würde auf diese Weise versuchen, die nicht zueinander passenden Kauflächen abzuschleifen.

Heute weiß man, dass in aller Regel Stress die Ursache ist. Manche Menschen entwickeln bei psychischen Belastungen Magengeschwüre, einige bekommen einen Hautausschlag, und bei wieder anderen sucht sich der Stress durch nächtliches Zähneknirschen ein Ventil. Langfristig lässt sich dem Problem daher nur durch Stressreduktion beikommen.

Zahnschiene als Schutz für gestresste Zähne

Doch um irreparable Schäden an den Zähnen und andere Folgebeschwerden zu vermeiden, muss man auch beim Symptom selbst ansetzen. Als Mittel der Wahl gelten sogenannte Anti-Knirscherschienen oder Aufbissschienen. Diese Schienen werden aus hartem oder weichem Kunststoff gefertigt und an das Gebiss des Patienten angepasst. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung.

Aufbissschienen nehmen den unmittelbaren Druck vom Zahnschmelz und schützen so die Zähne vor weiteren Schäden. Bei vielen Patienten reduzieren sie auch die Muskelaktivität selbst, das Zähneknirschen wird also weniger. Studien zufolge ist es optimal, die Schiene mit Unterbrechungen zu tragen – sonst pressen viele Betroffene mit der Zeit wieder stärker.

Vibration und Botox gegen überaktive Muskeln

In den letzten Jahren wurden neuartige Schienen entwickelt, die noch zielgerichteter gegen die Muskelaktivität vorgehen sollen. Eingebaute Sensoren in der Aufbissschiene messen die Kaubewegungen und zeichnen sie auf. Beginnt der Patient zu pressen oder zu knirschen, dann werden feine Vibrationen ausgelöst. Diese entspannen die Muskulatur, ohne dass der Betroffene aus dem Schlaf erwacht. Die Vibrationsschiene scheint bei vielen Patienten gute Wirkungen zu erzielen. Nicht nur die Kaubewegungen selbst werden reduziert, auch Folgebeschwerden wie Muskelverspannungen und Schmerzen lassen nach.

In hartnäckigen Fällen kann man die überaktive Kaumuskulatur auch mit Botulinumtoxin (Botox) ruhig stellen. Dabei handelt es sich um ein Nervengift, das in der Schönheitsmedizin zur Bekämpfung von Falten eingesetzt wird. Die Wirkung lässt nach einigen Monaten allerdings wieder nach und man muss die Substanz erneut spritzen.

Nur Stressreduktion hilft langfristig gegen Zähneknirschen

Doch ob Schienen oder Botox – keine dieser Methoden bekämpft wirklich die Ursache des Zähneknirschens, nämlich den Stress. Hört man mit der Behandlung auf, dann fallen viele Betroffene wieder in ihre alten Muster zurück. Langfristig ist es daher wichtig, Druck aus dem Leben zu nehmen und Belastungen zu reduzieren. Was oft einfacher gesagt als getan ist!

Gute Erfahrungen haben viele Patienten mit folgenden Maßnahmen gemacht:

Entspannungstraining: Methoden wie Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder QiGong können helfen, das chronisch hohe Erregungsniveau zu senken und so die Muskelaktivität zu reduzieren. Das Training wirkt oft nicht sofort, man sollte daher einige Zeit durchhalten. Grundsätzlich kann aber jeder lernen, sich zu entspannen.

Sport: Leidet man unter chronischem Stress, dann ist der Körper mit Stresshormonen wie Dopamin, Adrenalin oder Kortisol überschwemmt. Diese Hormone sollen uns in Gefahrensituationen eigentlich auf Flucht oder Kampf vorbereiten. Weil das bei Stress im Büro aber keine adäquate Reaktion ist, werden die Hormone nicht abgebaut und sorgen für eine Dauer-Erregung, die auch das Zähneknirschen begünstigt. Bewegung kann helfen, den Hormonpegel auf natürliche Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen und so den Stress auf körperlicher Ebene zu bewältigen.

Bio-Feedback: Bei diesem Verfahren setzt man elektronische Sensoren ein, welche die Muskelaktivität messen und dem Betroffenen über optische oder akustische Signale unmittelbare Rückmeldungen geben. So kann man lernen, unbewusst ablaufende Prozesse wie das Zähneknirschen willentlich zu kontrollieren und zu steuern.

Psychotherapie: Stress ist oft „hausgemacht“ – wir laden uns zu viel an Belastungen auf oder gehen auf ungünstige Weise damit um. Psychotherapie kann helfen, sich dieser Verhaltensmuster bewusst zu werden und neue Strategien zum besseren Umgang mit Stress zu entwickeln.

Verzicht auf Genussmittel: Hilfreich ist es auch, auf Genussmittel wie Koffein, Nikotin und Alkohol zu verzichten oder den Konsum zumindest zu reduzieren. Denn sie verschaffen zwar kurzfristig Erleichterung, langfristig verstärken sie den Stress und das Zähneknirschen eher.
Wenden Sie sich unbedingt frühzeitig an Ihren Zahnarzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass auch Sie betroffen sind. Denn es ist wichtig, den Kreislauf aus Anspannung, Zähneknirschen und Folgeschäden möglichst rasch zu unterbrechen!

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Antibakterielle Nahrungsmittel wie grüner Tee © Aaron Amat/shutterstock.com

Wie antibakterielle Nahrungsmittel Ihre Zahngesundheit unterstützen

Dass Zucker den Zähnen schadet, weiß mittlerweile jedes Kind. Weit weniger bekannt ist, dass es auch antibakterielle Nahrungsmittel gibt, die als „natürliche Waffen“ gegen Krankheitskeime wirken. Lesen Sie hier, wie uns Zwiebeln, Pilze, Grüntee und andere Lebensmittel im Kampf gegen Karies unterstützen.

Antibakterielle Nahrungsmittel enthalten „natürliche Antibiotika“

Bakterien, die sich von Essensresten und Zahnbelägen ernähren, sind eine konstante Bedrohung für unsere Zähne. Wird unser Immunsystem mit ihnen nicht mehr fertig, dann können Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis entstehen. Mit antibakteriellen Wirkstoffen in Zahnpasta oder Mundspüllösungen können wir den Keimen kurzfristig Herr werden. Wer jedoch ständig mit „scharfen Geschützen“ auffährt, zerstört auch die natürliche Mundflora, die für unsere Zahn- und Mundgesundheit wichtig ist.

Doch wie setzen sich eigentlich Pflanzen zur Wehr, wenn sie von Bakterien oder Pilzen befallen werden? Sie produzieren spezielle Schutzstoffe, die Keime abtöten oder deren Wachstum eindämmen. Diese Substanzen sind auch als „sekundäre Pflanzenstoffe“ bekannt. Oft sind sie für den speziellen Geruch oder Geschmack der Pflanzen verantwortlich. Sekundäre Pflanzenstoffe nützen aber nicht nur den Pflanzen selbst. Auch wir können von ihrer Wirkung profitieren, wenn wir die Pflanzen essen.

Antibakterielle Nahrungsmittel: Ein Überblick

Zahlreiche pflanzliche Lebensmittel enthalten Stoffe, die grundsätzlich der Abwehr von Bakterien dienen. Um sie als echte „antibakterielle Nahrungsmittel“ bezeichnen zu können, müssen die Substanzen aber in ausreichenden Mengen enthalten sein. Die folgenden Nahrungsmittel sind vollgepackt mit Abwehrstoffen gegen Bakterien:

Zwiebeln

Für den markanten Geruch und Geschmack von Zwiebeln sind unter anderem die Substanz Allicin sowie bestimmte „Scharfstoffe“ (sogenannte Senföl-Glykoside) verantwortlich. Mit diesen Stoffen wehren sich die Pflanzen auch gegen Bakterien. Forscher konnten bereits in den 1990er-Jahren nachweisen, dass Zwiebel-Extrakte gezielt das Wachstum von Streptococcus-Bakterien hemmen, die als Hauptverursacher von Karies gelten. Auch die wichtigsten Parodontitis-Keime konnten durch das Zwiebel-Extrakt eingedämmt werden.

Um Zwiebeln als antibakterielle Nahrungsmittel zu nutzen, sollte man sie möglichst roh essen und gut kauen. Falls Sie sich wegen des unvermeidlichen Zwiebel-Atems sorgen: Stark riechende Kräuter wie Minze oder Petersilie können ihn neutralisieren.

Knoblauch

Ähnlich wie Zwiebeln enthält Knoblauch „Scharfstoffe“, die in ausreichender Dosis Bakterien abtöten können. Im Zweiten Weltkrieg bezeichnete man Knoblauch auch als „russisches Penicillin“, weil Ärzte ihn einsetzten, als in den Lazaretten Antibiotika knapp wurden.

Grüntee

Wissenschaftlich belegt ist auch die antibakterielle Wirkung von Grünem Tee. Das japanische Nationalgetränk wird in der asiatischen Volksmedizin traditionell zur Stärkung von Mund und Zähnen empfohlen. Forscher konnten nachweisen, dass Grüntee seinen Ruf als antibakterielles Nahrungsmittel völlig zu Recht besitzt: Extrakte aus Grüntee hemmen das Wachstum des Karies-Verursachers Streptococcus mutans. Dafür verantwortlich sind vermutlich die enthaltenen Katechine, die in den Stoffwechsel der Bakterien eingreifen und ihre Vermehrung hemmen. In einer weiteren Studie bekamen japanische Schulkinder über 250 Tage eine Tasse Grüntee täglich zu trinken. Sie litten anschließend unter 50 Prozent weniger Kariesläsionen als Kinder, die keinen Grüntee tranken.

Shiitake-Pilze

Penicillin, das Antibiotikum der ersten Stunde, wurde ursprünglich an Schimmelpilzen entdeckt. Mittlerweile ist von zahlreichen Pilzarten bekannt, dass sie antibakterielle Stoffe enthalten. Besonders gut erforscht ist die Wirkung von Shiitake-Pilzen als antibakterielle Nahrungsmittel. Die vor allem in Japan verbreiteten Speisepilze enthalten Stoffe, die gegen eine ganze Bandbreite an Keimen wirken.

Birkenzucker (Xylit)

Xylit ist ein Zuckerersatzstoff, der aus der Rinde bestimmter Baumarten gewonnen wird. Er schmeckt ebenso süß wie Zucker, bietet aber schädlichen Karies-Bakterien keine Nahrungsgrundlage. Allein deshalb wird Xylit oft als „zahnfreundliches“ Produkt beworben. Darüber hinaus soll Xylit auch aktiv das Wachstum von Karies-Bakterien hemmen – auch wenn das wissenschaftlich noch nicht mit völliger Sicherheit bewiesen ist.

Küchenkräuter

Zahlreiche bekannte Küchenkräuter zählen ebenfalls zu den antibakteriellen Nahrungsmitteln. Nachgewiesen wurde eine keimhemmende Wirkung unter anderem für Oregano, Thymian, Estragon, Pfefferminze und Salbei.

Gewürze

Scharfe Gewürze wie Chili, Ingwer oder Piment sind vor allem in heißen Regionen beliebt, in denen sich Krankheitskeime klimatisch bedingt rasch verbreiten können. Die enthaltenen „Scharfstoffe“ machen diese Würzzutaten zu effektiven Bakterien-Killern. Eine gute antibakterielle Wirkungen haben zudem unter anderem Zimt, Kreuzkümmel, Anis und Zitronengras.

Fluoridiertes Speisesalz

Die Rolle von Fluorid bei der Kariesvorbeugung ist wissenschaftlich gut belegt. Fluorid härtet einerseits den Zahnschmelz und macht ihn so widerstandsfähiger gegen die Säureangriffe von Bakterien. Andererseits hemmt der Mikro-Nährstoff auch aktiv das Wachstum von schädlichen Keimen im Zahnbelag. Mit Fluorid versetztes Speisesalz zählt daher ebenso zu den „antibakteriellen Nahrungsmitteln“.

Antibakterielle Nahrungsmittel: Gut zur Prävention geeignet

Selbstverständlich können die oben genannten Lebensmittel keine Antibiotika-Pillen ersetzen. Bei einer schweren Zahnfleischentzündung sind sie wirkungslos, und auch gegen bestehende Karies-Löcher im Zahn können sie nichts ausrichten. Regelmäßig zu sich genommen, können antibakterielle Nahrungsmittel aber Entzündungen vorbeugen und das Immunsystem bei der Abwehr schädlicher Keime unterstützen. Vorausgesetzt, Sie betreiben daneben auch eine gründliche Zahnhygiene!

Honig und Ahornsirup: Bakterien-Killer, aber leider reich an Zucker

In der Liste der antibakteriellen Lebensmittel tauchen regelmäßig auch Honig und Ahornsirup auf. Vor allem Honig scheint eine regelrechte Wunderwaffe gegen Bakterien zu sein: Laut neuesten Studien enthält er ein ganzes Spektrum an Inhaltsstoffen, die Keime auf unterschiedliche Weise bekämpfen. Das macht es unwahrscheinlicher, dass die Bakterien Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickeln.

Leider sind Honig und Ahornsirup aber reich an Zucker und bilden durch ihre klebrige Konsistenz hartnäckige Zahnbeläge. Zur Vorbeugung von Zahnkrankheiten sind sie daher nur eingeschränkt zu empfehlen.

Weitere Lebensmittel mit schützender Wirkung

Darüber hinaus gibt es weitere Nahrungs- und Genussmittel, die zwar nicht direkt gegen Bakterien wirken, aber ein günstiges Milieu im Mund herstellen und so unsere Zahngesundheit unterstützen.

Käse

So kann natürlich gereifter Käse offenbar die Karies-Entstehung hemmen. Zum einen bildet das enthaltene Fett eine Schutzschicht um den Zahn, die dafür sorgt, dass sich Zuckerbestandteile weniger leicht anlagern können. Zum anderen neutralisieren Kalzium, Phosphat und Eiweiße den pH-Wert des Speichels und machen auf diese Weise Säuren unschädlich. Einige der im Käse enthaltenen Fettsäuren scheinen zudem eine direkte antibakterielle Wirkung zu haben.

Kaugummi

Auch das Kauen von (zuckerfreien!) Kaugummis kann sich günstig auf die Zahngesundheit auswirken. Der Grund dafür ist, dass die Kautätigkeit den Speichelfluss anregt, der für unsere Zahngesundheit eine wesentliche Rolle spielt. Denn Speichel enthält zahlreiche bakterienhemmende Stoffe, durch die der Körper schädliche Keime in Schach hält. Wer häufig unter Mundtrockenheit leidet, sollte daher Kaugummis griffbereit halten. Ebenso wichtig ist ausreichendes Trinken, damit der Speichel „im Fluss“ bleibt.

Die meisten antibakteriellen Nahrungsmittel nützen übrigens nicht nur unseren Zähnen. Sie enthalten neben keimhemmenden Substanzen auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, die unser Immunsystem stärken und die allgemeine Gesundheit fördern.

 

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Neue feste Zähne pflegen

Neue feste Zähne pflegen – welche Pflege Ihren Implantaten gut tut und für lebenslange Haltbarkeit sorgt

Neue feste Zähne optimal pflegen – so halten Zahnimplantate ein Leben lang

Zahnimplantate bedeuten einen enormen Zugewinn an Lebensqualität. Damit die High-Tech-Produkte ein Leben lang halten, brauchen neue feste Zähne aber eine besonders sorgsame Pflege. Sonst drohen Entzündungen, die im schlimmsten Fall zum Verlust der Implantate führen. Wie Sie neue feste Zähne optimal pflegen und was Sie sonst noch beachten sollten, um ein Leben lang Freude an Ihren Implantaten zu haben.

Periimplantitis – Die unterschätzte Gefahr

Zwar kann Zahnersatz nicht von Karies befallen werden. Die Gefahr lauert bei neuen festen Zähnen aber anderswo, nämlich im Übergangsbereich zwischen den Zahnimplantaten und dem Zahnfleisch.

Das liegt an den anatomischen Unterschied zwischen Zahnimplantaten und natürlichem Gebiss: „Echte“ Zähne sind durch eine Vielzahl an Fasern im Zahnfleisch verankert. Diese Fasern bilden zugleich eine Barriere gegen schädliche Bakterien. Bei Zahnimplantaten liegt das Zahnfleisch dagegen vergleichsweise locker am Implantatpfeiler an. Der Bereich zwischen Zahnfleisch und neuen festen Zähnen kann daher bei schlechter Pflege zum Einfallstor für Krankheitskeime werden.

Wenn sich Bakterien am Implantatpfeiler anheften und von dort aus nach unten wandern, kann sich das Gewebe rund um das Implantat entzünden. In der ersten Phase beschränkt sich die Entzündung meist auf das Zahnfleisch, später kann sie auf den Kieferknochen übergreifen. Der Zahnarzt spricht dann von einer „Periimplantitis“. Sie führt ähnlich wie eine Parodontitis zum Knochenabbau und bedeutet im schlimmsten Fall, dass der Zahnarzt Ihre neuen festen Zähne wieder entfernen muss.

Der beste Schutz dagegen besteht darin, Zahnbeläge regelmäßig und so vollständig wie möglich zu entfernen. Zusätzlich zur häuslichen Mundhygiene sollten Sie 2 bis 4 mal jährlich zur Kontrolle und professionellen Zahnreinigung in die Zahnarztpraxis kommen.

Neue feste Zähne zu Hause pflegen: So gehen Sie vor

1. Unmittelbar nach dem Einsetzen der Implantate

In den ersten zwei bis drei Tagen nach der OP ist Schonung angesagt: Solange die Wunde noch frisch ist, sollten Sie auf feste Nahrung und unbedingt auch auf das Rauchen verzichten. Für den Bereich rund um das Implantat gibt es spezielle postoperative Zahnbürsten mit ultraweichen Borsten und einem elastisch biegsamen Bürstenkopf. Zusätzlich wird Ihnen der Zahnarzt eine antibakterielle Mundspülung verschreiben, um Infektionen vorzubeugen und die Wundheilung zu fördern. Das restliche Gebiss können Sie wie gewohnt mit der normalen Zahnbürste putzen.

2. Dauerhafte Pflege der neuen festen Zähne

Normalerweise heilt die Wunde schon nach wenigen Tagen und Sie können zur dauerhaften Pflegeroutine übergehen. Um Zahnimplantate lebenslang zu erhalten, ist Zähneputzen wichtig, reicht allein aber nicht aus. Denn mit der Zahnbürste kommen Sie nicht gut an die Zahnzwischenräume und den Zahnfleischsaum heran. Gerade in diesen versteckten Winkeln siedeln sich mit Vorliebe schädliche Keime an.

Zur Pflege Ihrer neuen festen Zähne sollten Sie folgende Hilfsmittel benutzen:

Zahnpasta

Verwenden Sie Produkte ohne aggressive Schleifpartikel (Abrasiva), wie sie oft in aufhellenden Zahncremes enthalten sind. Der auf der Verpackung angegebene RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion) sollte nicht höher als 80 sein.

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste

Bei Handmodellen sollten Sie solche mit einem kleinen, schmalen Bürstenkopf und weichen Borsten bevorzugen. Elektrische Zahnbürsten können durch ihre Eigenbewegung das Putzen erleichtern. Auch hier sind kleine, weiche Bürstenköpfe empfehlenswert.

Fast noch wichtiger als die passende „Hardware“ ist aber die richtige Technik: Putzen Sie gründlich, aber sanft, ohne Druck auszuüben. Besonders wichtig ist die Pflege des Zahnfleischsaums rund um das Implantat. Um Zahnbeläge dort effektiv zu entfernen und zugleich Ihr Zahnfleisch zu schonen, sollten Sie die Zahnbürste schräg im 45°-Winkel führen.

Spezialbürsten für Zahnimplantate

Erfahrungsgemäß ist es nicht ganz einfach, mit einer herkömmlichen Zahnbürste an alle Zahnflächen heranzukommen. Seit einiger Zeit sind Spezialbürsten für Implantat- und Zahnspangenträger am Markt, die zusätzlich zur Standard-Zahnbürste gute Dienste leisten. So gibt es Modelle mit einem stark abgewinkelten Hals, die das Putzen der Zahninnenflächen und anderer schwer zugänglicher Bereiche rund um neue feste Zähne erleichtern. Für den Bereich entlang des Zahnfleischrands eignen sich auch sogenannte Einbüschel-Bürsten mit einem kleinen, runden und extra weichen Borstenkopf. Manche Patienten bevorzugen Modelle mit einem länglichen, aber besonders schmalen Kopf und zweireihig angeordneten Borsten.

Interdentalbürstchen

Rund ein Drittel der Zahnflächen sind mit einer normalen Zahnbürste gar nicht erreichbar. Gerade die Zahnzwischenräume werden daher gerne zur Brutstätte schädlicher Bakterien, wenn Sie ihnen nicht mit geeigneten Hilfsmitteln zu Leibe rücken.

Für breitere Zahnzwischenräume sind Interdentalbürstchen die beste Wahl. Sie sehen wie kleine Flaschenputzer aus und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Es kann sein, dass Sie verschiedene Modelle für verschiedene Bereiche Ihres Gebisses benötigen. Bei engeren Zahnzwischenräumen sollten Sie aufpassen, dass Sie die Zahnfleischzipfel zwischen den Zähnen (die sogenannten Papillen) mit den Bürstchen nicht verletzen. Verwenden Sie besser Produkte ohne Metallanteil, um die Implantate zu schonen.

Zahnseide

Für sehr enge Zahnzwischenräume ist Zahnseide besser geeignet. Es gibt spezielle Produkte mit verstärkten Enden und einem flauschigen Mittelteil, mit denen Sie die Zwischenräume rund um die neuen festen Zähne besonders gründlich und schonend reinigen.

Zahnstocher (Brushsticks)

Auch mit Zahnstochern können Sie die Bereiche direkt am Zahnfleischsaum vorsichtig reinigen. Besser als herkömmliche Holz-Zahnstocher sind spezielle Kunststoffkeile mit Flaumbürsten, sogenannte Brushsticks.

Mundspüllösungen

Antibakterielle Mundspüllösungen mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin sind vor allem in der ersten Phase unmittelbar nach dem Einsetzen der neuen festen Zähne wichtig. Später müssen Sie diese Produkte nicht dauerhaft verwenden. Sie können aber bei beginnenden Zahnfleischentzündungen hilfreich sein. Diese bemerken Sie oft an Zahnfleischbluten, Rötungen oder Mundgeruch.

Neue feste Zähne: Rauchen als Risiko

Zigarettenrauch enthält über 90 giftige Stoffe, die Ihre Immunabwehr schwächen und Zahnfleischentzündungen fördern. Sie tun Ihren neuen festen Zähnen und Ihrer Gesundheit viel Gutes, wenn Sie auf den Glimmstängel verzichten! Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Periimplantitis zu entwickeln und dadurch ihre Implantate zu verlieren.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Neue feste Zähne brauchen eine regelmäßige „Wartung“ beim Zahnarzt, je nach individuellen Voraussetzungen 2 bis 4 mal jährlich. Bei diesen Terminen wird in der Regel eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen, um schwer zugängliche Stellen gründlich von Zahnstein und Zahnbelägen zu reinigen. Außerdem können Zahnarzt und Dentalhygienikerin Ihr Gebiss auf erste Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung oder Periimplantitis überprüfen. Denn das Tückische an diesen Erkrankungen ist, dass man sie im Anfangsstadium nicht immer bemerkt.

Wenn Sie die Mundhygiene in den eigenen vier Wänden ernst nehmen und Ihre Kontrolltermine beim Zahnarzt nicht schwänzen, ist das Risiko für eine Periimplantitis relativ gering. Ihre neuen festen Zähne können Sie dann über Jahrzehnte begleiten und für ein Plus an Lebensqualität bis ins hohe Alter sorgen!

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Dicke Backe - Zahnarztbesuch notwendig

Unfall, dicke Backe? Wann ein Zahnarztbesuch notwendig ist!

Der Gedanke an einen Zahnarztbesuch löst bei den wenigsten Menschen Vorfreude aus. Doch spätestens, wenn die Zähne durch bohrende Schmerzen Alarm schlagen, ist ein Zahnarztbesuch notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Wir empfehlen Ihnen, bei welchen Beschwerden Sie nicht länger zögern und sofort einen Termin vereinbaren sollten.

Prophylaxe: Zweimal jährlich zum Zahnarzt ist Pflicht

Vorbeugen ist besser als Restaurieren. Zweimal jährlich sollten Sie daher zur Kontrolle kommen – egal ob Sie zuletzt Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch hatten oder nicht. Denn viele Zahnkrankheiten verursachen im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen. Doch je früher der Zahnarzt eingreift und das Krankheitsgeschehen unterbricht, desto größer sind die Heilungschancen.

Bei bestimmten Patienten können sogar vierteljährliche Kontrolltermine sinnvoll sein, so etwa bei

  • Implantat-Trägern
  • Patienten mit chronischer Parodontitis (Zahnbettentzündung)
  • Patienten mit festen Zahnspangen

Bei welchen Beschwerden sollten Sie sofort zum Zahnarzt?

Auch Kontrollen und eine sorgfältige Zahnhygiene bieten leider keinen absoluten Schutz vor Zahnbeschwerden. Ob Schmerzen, Blutungen oder gelockerter Zahnersatz – bei unerwartet auftretenden Beschwerden kann auch abseits der regulären Kontrolltermine ein Zahnarztbesuch notwendig sein. Wichtig ist es, zwischen folgenden beiden Situationen zu unterscheiden:

  • Zahnnotfälle, bei denen Sie sofort, das heißt innerhalb weniger Stunden einen Arzt aufsuchen sollten
  • akute Beschwerden, bei denen innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig ist

Was sind zahnärztliche Notfälle?

In akuten Notsituation müssen Sie sofort zum Arzt – auch am Wochenende, nachts oder im Urlaub. Außerhalb der normalen Sprechzeiten können Sie sich an zahnärztliche Notdienste wenden. Auch einige Zahnkliniken haben 24 Stunden geöffnet.

Von absoluten Notfällen sprechen wir in folgenden Situationen:

  • Ausgeschlagener oder abgebrochener Zahn: Durch Unfälle, Stöße oder Schläge ins Gesicht können Zähne oder Teile davon ausgeschlagen werden. Nehmen Sie unbedingt den ausgeschlagenen Zahn mit zum Zahn-Notdienst – am besten in einer speziellen Zahnrettungsbox, notfalls in einem Behälter mit Milch oder unter der Zunge. Mit größeren Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich wenden Sie sich besser gleich an die Unfallabteilung oder die mund- und kieferchirurgische Abteilung einer Klinik.
  • Starke Blutungen: Falls ein Unfall die Blutung verursacht hat, sollten Sie sofort zum zahnärztlichen Notdienst. Nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen sind leichte Nachblutungen normal. Häufig beginnen sie nach zwei bis vier Stunden, wenn sich die gefäßverengenden Zusatzstoffe aus dem Betäubungsmittel abbauen. Wenn es stark blutet, können Sie versuchen, die Blutung durch Kompression (Druck) zu stoppen. Verwenden Sie dazu ein sauberes Stofftuch oder besser noch eine sterile Mullbinde. Lässt sich die Blutung nicht innerhalb von ca. 30 Minuten stillen, sollten Sie zum Arzt. Beginnt eine Wunde mehr als 12 Stunden nach dem Eingriff erneut zu bluten, kann das auf eine Wundheilungsstörung hindeuten. Auch in diesem Fall ist in Zahnarztbesuch notwendig.
  • Starke Zahnschmerzen mit Fieber oder Übelkeit: Oft liegt eine akute bakterielle Infektion zugrunde, die auch auf andere Körperbereiche übergreifen kann!
  • Schwellungen, die auch äußerlich sichtbar sind („dicke Backe“): Auch hier ist die Ursache oft eine akute Infektion, die einen umgehenden Zahnarztbesuch notwendig macht.

Bei welchen akuten Beschwerden ist ein Zahnarztbesuch notwendig?

In den meisten Fällen stellen akute Zahnbeschwerden keine unmittelbaren Notfälle dar, selbst wenn sie höchst unangenehm sind. In den folgenden Situationen ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig, um die Ursache abzuklären und wenn nötig eine Behandlung in die Wege zu leiten.

  • Andauernde oder wiederkehrende Zahnschmerzen: Schmerzen sind immer ein Warnsignal. Falls ein Zahn Sie anhaltend oder wiederkehrend (besonders nachts) quält, ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig. Es kann sich beispielsweise um eine Zahnwurzelentzündung handeln. Treten die Schmerzen nur nach Reizen auf (kalt / heiß / süß / sauer), können auch harmlosere Ursachen dahinter stecken. Lassen Sie sich trotzdem innerhalb einer Woche einen Termin beim Zahnarzt geben, falls die Beschwerden neu aufgetreten sind oder Sie sich stark beeinträchtigt fühlen.
  • Starke Zahnschmerzen, die plötzlich aufhören: Die vermeintliche Besserung kann trügerisch sein! Möglicherweise ist der Zahnnerv entzündet und droht abzusterben. Um den Zahn eventuell noch zu retten, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.
  • Defekter Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen): Versuchen Sie bitte nicht, defekten Zahnersatz selbst zu reparieren! Nur der Zahnarzt bzw. ein zahntechnisches Labor hat die nötigen Spezialwerkzeuge dazu. Damit Sie nicht länger als nötig „zahnlos“ sind, wird man Ihnen umgehend einen Termin geben.
  • Verlorener Zahnersatz oder Zahnfüllungen: Füllungen (Inlays), Kronen oder Brücken fallen manchmal heraus, weil die Befestigungselemente nicht mehr halten. Es kann aber auch eine sich darunter entwickelnde Karies dahinterstecken. Häufig ist der freiliegende Zahn schmerzempfindlich, manchmal entstehen scharfe Kanten. Auch in dieser Situation ist daher ein rascher Zahnarztbesuch notwendig.
  • Druckstelle durch eine Prothese: Gerade bei neuen oder neu unterfütterten Prothesen sind Druckstellen leider nicht immer ganz vermeidbar. Essen und Sprechen wird dann zur Qual. Lassen Sie sich daher möglichst rasch einen Akuttermin beim Zahnarzt geben!
  • Zahnfleischbluten mit Rötung und Schmerzen: Blutet es nur lokal und haben Sie keine weiteren Beschwerden, können harmlose Verletzungen durch Nahrungsbestandteile, Zahnseide etc. die Ursache sein. Heikel sind Blutungen zusammen mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Hier steckt oft eine akute Zahnfleischentzündung dahinter. Um diese zu stoppen, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.

Leider halten sich Akutbeschwerden nicht an ärztliche Sprechzeiten und treten gerne am Wochenende auf. Bei akuten Beschwerden, die keine unmittelbaren Notfälle darstellen, können Sie das Wochenende eventuell mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln überbrücken und zu den normalen Sprechstunden einen Akuttermin bei Ihrem gewohnten Zahnarzt vereinbaren. Falls Sie sich stark beeinträchtigt fühlen, dann zögern Sie aber nicht, einen zahnärztlichen Notdienst oder eine Zahnklinik aufzusuchen.

Wenn die Angst regiert

Viele Betroffene wissen genau, dass eigentlich ein Zahnarztbesuch notwendig wäre – doch sie zögern ihn hinaus. Nicht aus Bequemlichkeit oder Leichtsinn, sondern weil schon der Gedanke an den Zahnarzt sie in Angst und Schrecken versetzt.

Zahnarztangst ist sehr verbreitet und muss Ihnen nicht peinlich sein! Wir können Sie nur ermutigen, den ersten Schritt zu wagen. Teilen Sie am besten bereits der Assistentin am Telefon mit, dass Sie Angstpatient sind. Dann kann sich das Zahnarzt-Team auf Sie einstellen und wird versuchen, so behutsam wie möglich vorzugehen. Akut notwendige Behandlungen lassen sich eventuell auch unter Vollnarkose durchführen.

Durch Abwarten werden die Probleme leider meist schlimmer. Denn je stärker Karies & Co vorangeschritten sind, desto aufwendiger und schwieriger wird die Behandlung. Unter Umständen sind kranke Zähne nicht mehr zu retten, wenn Sie zu lange warten.

Geben Sie sich daher einen Ruck und greifen Sie zum Telefon, wenn Sie akute Beschwerden haben, die einen Zahnarztbesuch notwendig machen!

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Unterschied Prophylaxe Zahnreinigung

Was ist der Unterschied zwischen Prophylaxe und professioneller Zahnreinigung

Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung: Was genau ist der Unterschied?

Die beste Zahnbehandlung ist die, die man erst gar nicht braucht. Bestimmt hat Ihnen Ihr Zahnarzt daher schon einmal zur „Prophylaxe“ oder zur „professionellen Zahnreinigung“ (PZR) geraten. Aber gibt es da überhaupt einen Unterschied und worin genau besteht er? Erfahren Sie, warum die professionelle Zahnreinigung zwar wichtig ist, das Zauberwort für gesunde Zähne aber „Prophylaxe“ lautet.

Zahnprophylaxe: Kampfansage an Karies, Parodontitis & Co

Das Wort „Prophylaxe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „von vornherein ausschließen“. In der Medizin meint man damit alle Maßnahmen, die verhindern, dass Krankheiten überhaupt entstehen – im Unterschied zu therapeutischen Behandlungen, mit denen man bestehende Gesundheitsprobleme zu heilen versucht.

In der Zahnmedizin gilt dabei das Hauptaugenmerk den Volkskrankheiten Karies und Parodontitis. Karies steht ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnkrankheiten: Nur 1 von 100 Erwachsenen hat noch nie damit Erfahrungen gemacht! In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen sind durchschnittlich bereits 11 Zähne befallen oder mussten wegen Karies behandelt werden. Nur knapp abgeschlagen landet die Parodontitis auf Platz 2: Mehr als 80 Prozent der über 40-Jährigen leiden zumindest unter einer leichten Form der Zahnbett-Entzündung.

Und das hat tiefgreifende Folgen: Schäden im Zahninneren oder an den Zahnwurzeln beginnen fast immer mit einer Karies oder Parodontitis. Wer sich sein strahlendes Lächeln so lange wie möglich bewahren will, muss daher in erster Linie diesen beiden Volkskrankheiten vorbeugen.

Professionelle Zahnreinigung als Baustein der Prophylaxe

Genau hier kommt die professionelle Zahnreinigung (PZR) ins Spiel. Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Ihre Zähne gründlich von bakteriellen Belägen (Plaques) gereinigt. Diese Zahnbeläge gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Karies und Parodontitis.

Sie sind aber nicht die alleinige Ursache. Ob Ihre Zähne krank werden oder gesund bleiben, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab: So macht es etwa einen großen Unterschied, ob Sie unter Vorerkrankungen wie Diabetes leiden oder Raucher sind. Nicht zuletzt haben auch die genetischen Anlagen ihre Hände im Spiel. Zur Zahnprophylaxe, das heißt zur Vorbeugung von Zahnkrankheiten, müssen wir alle diese Punkte in den Blick nehmen.

Die professionelle Zahnreinigung ist daher ein wesentlicher Baustein der Zahnprophylaxe. Sie ist aber bei Weitem nicht alles, was Ihr Zahnarzt und sein Team für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne tun können. Im Rahmen einer Prophylaxe-Sitzung werden im Unterschied zur professionellen Zahnreinigung nicht nur Ihre Zähne sauber geschrubbt, sondern auch

  • Ihre persönlichen Risikofaktoren erfasst,
  • Ihre Zähne und Ihr Mund genau untersucht,
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beurteilt,
  • Ihr Putzverhalten zu Hause erfasst,
  • und es wird Ihnen gezeigt, wie Sie Ihre Zähne optimal pflegen.

Was genau passiert bei einer zahnmedizinischen Prophylaxe?

Eine Zahnprophylaxe-Sitzung besteht normalerweise aus 4 Schritten:

1. Anamnese (Untersuchung und Dokumentation)

Am Beginn steht eine genaue Bestandsaufnahme. Der Zahnarzt wird sich dabei nicht nur für den Zustand Ihrer Zähne, sondern auch für Ihre allgemeine Gesundheit interessieren. Kommen Sie das erste Mal in die Zahnarzt-Praxis, dann füllen Sie zunächst einen Fragebogen aus. Damit werden neben Ihren persönlichen Daten auch Vorerkrankungen erfasst, die Einfluss auf die Zähne haben können (wie z.B. Diabetes, Osteoporose). Zusätzlich wird der Zahnarzt ihren Gebisszustand genau dokumentieren – das nennt man auch Zahnstatus.

Anschließend und bei jeder weiteren Prophylaxe-Sitzung nimmt der Zahnarzt Ihre Zähne und Ihre Mundhöhle genau in Augenschein. Röntgen-Aufnahmen geben Aufschluss über mögliche Krankheitsherde wie tiefsitzende Kariesläsionen, die man im Unterschied zu oberflächlichen Schäden nicht mit freiem Auge erkennt. Manchmal kommen auch weitere Tests wie eine Speichelanalyse oder Keimbestimmung zum Einsatz. Durch alle diese Untersuchungen kann der Zahnarzt feststellen, ob und an welchen Stellen Ihre Zähne krank oder gefährdet sind.

2. Gemeinsame Besprechung und Aufklärung

Die Ergebnisse der Untersuchung wird der Zahnarzt oder eines seiner Team-Mitglieder detailliert mit Ihnen besprechen. Er erklärt Ihnen auch, welchen Einfluss Ihr Lebensstil, Ihre Ernährung und Ihre häusliche Mundhygiene auf Ihre Zahngesundheit haben.

3. Beratung und Demonstration der richtigen Zahnpflege

Anschließend erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihr Gebiss zu Hause optimal pflegen und was Sie sonst noch tun können, um Ihre Zähne gesund zu erhalten. Dazu gehört eventuell auch eine Ernährungsberatung. Falls nötig, wird Ihnen der Zahnarzt oder eine Prophylaxe-Assistentin den richtigen Umgang mit Zahnhygiene-Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen zeigen.

Zum Abschluss wird noch besprochen, wann Sie das nächste Mal zur Prophylaxe kommen sollten. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen richten sich nach Ihrem persönlichen Gesundheitszustand. Es macht einen großen Unterschied, ob Ihr Gebiss noch kerngesund ist oder Sie schon das eine oder andere Zahnleiden mit sich herumtragen.

4. Professionelle Zahnreinigung

Ein wichtiges Element der Prophylaxe-Sitzung ist die professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie wird im Unterschied zu Zahnbehandlungen meist nicht vom Zahnarzt selbst durchgeführt, sondern von eigens geschulten Assistentinnen. – Um den „Großputz“ im Mund fachgerecht auszuführen, müssen Zahnarzt-Helferinnen spezielle Fortbildungen absolvieren. Diese Team-Mitglieder nennen sich „Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin“ (ZMP) oder „Dental-Hygienikerin“ (DH).

Das passiert bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR):

1. Entfernung von Belägen

Im ersten Schritt werden Ihre Zähne von allen harten und weichen Belägen (Plaques) befreit. Dazu kommen verschiedene Werkzeuge wie Küretten, Ultraschall-Instrumente oder Zahnseide zum Einsatz. Im Unterschied zur Zahnhygiene im eigenen Badezimmer werden auch schwer zugängliche Stellen gründlich gereinigt: etwa die Zahnzwischenräume, die Grübchen an den Kauflächen (Fissuren) und die Bereiche unterhalb des Zahnfleisches.

2. Feinpolitur

Anschließend poliert die Assistentin noch vorhandene raue Stellen, um eine glatte Oberfläche herzustellen. So können sich Bakterien weniger leicht anheften und es entstehen nicht so rasch neue Beläge.

3. Auftragen von Schutzlack

Zum Abschluss trägt die zahnmedizinische Fachkraft einen fluoridhaltigen Schutzlack oder ein Gel auf die Zähne auf. Diese Pflegemittel härten und schützen die Zahnsubstanz.

Je nach Zahnarztpraxis kann der genaue Ablauf einer Zahnprophylaxe-Sitzung etwas variieren. Es macht keinen Unterschied, ob die professionelle Zahnreinigung vor oder nach dem Beratungsgespräch stattfindet. Wichtig ist nur, dass kein Element der Prophylaxe ausgelassen wird. Falls Sie am Ende noch Fragen haben oder Ihnen etwas unklar geblieben ist, dann sprechen Sie Ihren Zahnarzt unbedingt darauf an!

Prophylaxe statt Bohren

Vorbeugen ist besser als Heilen – das ist einer der wichtigsten Grundsätze der Medizin. Tun Sie sich und Ihren Zähnen also etwas Gutes, indem Sie regelmäßig zur Zahnprophylaxe gehen! Diese Sitzungen sind weder schmerzhaft noch unangenehm und können Ihnen weitaus lästigere Zahnbehandlungen in Zukunft ersparen.


Prophylaxe

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Weiß gewinnt: Sauber geputzte Zähne sind nicht nur schöner, sondern bleiben auch länger gesund. Mindestens 1 bis 2 mal jährlich sollten Sie daher eine professionelle Prophylaxe-Behandlung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Was der „Zahn-Putztrupp“ leisten sollte und woran Sie ein gutes Prophylaxe-Studio erkennen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Deshalb ist Zahn-Prophylaxe sinnvoll

In unserer Mundhöhle tummeln sich Abermillionen von Bakterien, die zusammen mit Speichel und Essensresten Zahnbeläge bilden. Sie müssen regelmäßig entfernt werden, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Das Problem: Nur rund 60 bis 70 Prozent der Zahnflächen erreichen Sie mit der Zahnbürste. An schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen und den Hinterseiten der Backenzähne sammeln sich oft Zahnbeläge an, die allmählich verhärten und zu Zahnstein werden. Der sieht weder schön aus noch ist er gesund.

Und genau hier kommt der Profi-Putztrupp ins Spiel: Bei einer professionellen Zahnreinigung werden die Zahnflächen gründlich von anhaftenden Belägen, Zahnstein und Verfärbungen gereinigt. Zur Prophylaxe (wörtlich Vorbeugung) gehört aber mehr als Schrubben. Die Zahnhygiene-Profis begutachten mit geschultem Auge den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch und können Krankheitsrisiken frühzeitig erkennen.

Zahn-Prophylaxe kann somit spätere Zahnprobleme verhindern und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wichtig ist, dass die Behandlung fachgerecht und mit größter Sorgfalt ausgeführt wird. Ein gutes Prophylaxe-Studio sollte die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

1. Zertifiziertes Personal

Die Zahnreinigung nimmt in der Regel nicht der Zahnarzt vor, sondern eine zahnmedizinische Assistentin. Doch nicht jede Zahnarzthelferin ist automatisch dafür qualifiziert. Es gibt eigene Aufstiegsfortbildungen, in denen sich Zahnassistentinnen das nötige Wissen und die Fertigkeiten aneignen. Wer die Abschlussprüfungen erfolgreich besteht, darf sich „Prophylaxe-Assistentin“ oder „Dental-Hygienikerin“ nennen. Nur diese speziell ausgebildeten Fachkräfte sollten sich bei der professionellen Zahnreinigung zu schaffen machen. Fragen Sie daher ruhig nach der Qualifikation der Zahnarzthelferin und lassen Sie sich die entsprechenden Zertifikate zeigen!

2. Ruhige, angenehme Atmosphäre

Im Idealfall findet die Zahnreinigung nicht am gleichen Zahnarztstuhl statt, an dem sonst auch gebohrt wird. Gute Zahnarztpraxen verfügen häufig über ein separates Prophylaxe-Studio, also einen abgetrennten Bereich, der eigens für vorbeugende Zahnbehandlungen reserviert ist. Dort herrscht kein ständiges Kommen und Gehen und die Zahnassistentin kann sich Ihnen in Ruhe zuwenden. Vor allem für Kinder und Angstpatienten ist eine ruhige, entspannte Atmosphäre wichtig.

3. Individuelle Bedarfsermittlung

Bei der Zahnprophylaxe gibt es keinen Standard-Ablauf, denn jeder Patient bringt unterschiedliche Voraussetzungen und unterschiedliche Bedürfnisse mit. Am Anfang steht daher immer der prüfende Blick: Die Assistentin sollte Zähne und Zahnfleisch gründlich in Augenschein nehmen, um Zahnbeläge und mögliche Problemstellen aufzuspüren. Dazu kommen Hilfsmittel wie Sonden und Spiegel zum Einsatz. Meist kann die Assistentin so auch einschätzen, wie es um die tägliche Mundhygiene zu Hause steht. Stellt sie Erkrankungen wie Zahnfleischentzündungen oder Karies fest, wird sie den Patienten an den Zahnarzt verweisen.

4. Maßgeschneiderte Behandlung

Die Zahnreinigung muss immer auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt sein. Um die Zahnsubstanz zu schonen, darf die Fachkraft nicht mehr als nötig schrubben. Darüber hinaus sollten je nach Bedarf die passenden Instrumente zum Einsatz kommen. Bei Zahnstein sind das etwa Ultraschallgeräte und Metallhaken. Weichen Belägen rückt die Zahnassistentin häufig mit speziellen Bürstchen zu Leibe. Verfärbungen, wie sie etwa durch Kaffee oder Nikotin entstehen, kann sie mithilfe von Pulverwasserstrahlgeräten entfernen. Diese Geräte sollte aber nur dort zum Einsatz kommen, wo sie wirklich notwendig sind, weil sie die Zahnoberfläche etwas aufrauen können. Lassen Sie sich den genauen Zweck der eingesetzten Hilfsmittel ruhig erklären!

Patienten in speziellen Lebenssituationen benötigen häufig eine angepasste Behandlung. Dazu zählen etwa:

  • Patienten mit Kronen, Brücken oder Implantaten: Zahnersatz muss ebenso wie „echte“ Zähne gereinigt werden, dabei kommen spezielle Methoden und Hilfsmittel zum Einsatz.
  • Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen: Für sie ist eine besonders schonende Behandlung wichtig ist. Mit einer speziellen Zahnpolitur lässt sich die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen.
  • Schwangere: Wegen der hormonellen Umstellung ist bei werdenden Müttern das Zahnfleisch aufgelockert ist und blutet leichter. Eine sorgsame Prophylaxe ist aber gerade in dieser Situation wichtig, denn Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Frühgeburt!
  • Kinder: Bei ihnen wird die Zahnreinigung besonders schonend durchgeführt. Zusätzlich kann eine Kariesrisikobestimmung sinnvoll sein.

5. Penible Handarbeit

Eine fachgerechte Zahnreinigung funktioniert nicht im Schnellverfahren! Die Assistentin sollte sich penibel von Zahn zu Zahn vorarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit bedürfen dabei die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume, in denen sich gerne Beläge und Zahnstein sammeln. Diesen sollten die Assistentin mit geeigneten Instrumenten wie Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Spezialstreifen zu Leibe rücken. Eine fachgerechte Zahnreinigung bedeutet also Handarbeit – nur so werden die Zähne wirklich gründlich und zugleich schonend gereinigt.
Normalerweise besteht die Zahnreinigung aus 3 Schritten:

  • Grobputz: Zuerst werden Zahnstein, Verfärbungen und weiche Beläge mit geeigneten Hilfsmitteln entfernt – auch in den Zahnzwischenräumen und unter dem Zahnfleischrand.
  • Politur: Mit Gumminäpfen oder rotierenden Bürsten trägt die Assistentin anschließend ein Poliermittel auf die Zähne auf, das für eine glatte Oberfläche sorgt. So können sich Beläge und Bakterien weniger leicht anheften.
  • Schutzlack oder -gel: Zuletzt versorgt die Assistentin die Zähne mit einem fluoridhaltigen Lack oder Gel. Diese Substanzen härten den Zahnschmelz und machen die Zähne widerstandsfähiger gegen die Stoffwechselprodukte von Bakterien.

6. Ausführliche Beratung als Teil der Prophylaxe

Was bei der Zahnprophylaxe keinesfalls fehlen darf, ist eine ausführliche Beratung! Denn eine professionelle Zahnreinigung hat nur dann einen nachhaltigen Nutzen, wenn Sie Ihre Zähne auch zu Hause gründlich pflegen. Die Assistentin sollte Sie daher auf mögliche Schwachpunkte bei der häuslichen Mundhygiene ansprechen und Ihnen Tipps geben, wie Sie es richtig machen. Falls nötig, sollte sie Ihnen die richtige Handhabung von Zahnseide, Interdentalbürstchen & Co am Zahnmodell zeigen.

7. Ausreichender Zeitrahmen

Gut Ding braucht Weile: Für die Prophylaxe-Behandlung – inklusive Beratung – sollte ein genügend langer Zeitrahmen reserviert sein. Je nach Patient dauert eine professionelle Zahnreinigung rund eine Stunde.

8. Kostentransparenz

Eine hochwertige professionelle Zahnreinigung kostet im Schnitt zwischen 90 und 120 Euro. Private Krankenkassen übernehmen häufig die Kosten, gesetzlich Versicherte bezahlen die Behandlung in der Regel selbst. Die Investition lohnt sich aber, denn Zahnerkrankungen können wesentlich höhere Folgekosten verursachen!

Die Zahnarztpraxis sollte Sie vorab informieren, mit welchen Kosten zu rechnen ist. Falls Ihnen die Rechnung hoch erscheint, dann fragen Sie ruhig nach den Gründen.

Prophylaxe: Wellness für die Zähne

Zahnprophylaxe sollte für Sie keinen Stress bedeuten. Im Gegenteil, es handelt sich um ein Wellness-Programm für Ihre Zähne! Ein wichtiges – wenn auch subjektives – Kriterium ist daher, dass Sie das Prophylaxe-Studio mit einem angenehmen Gefühl verlassen.


Inhaltsstoffe von Zahnpasta © Dean Drobot/Shutterstock.com

Inhaltsstoffe von Zahnpasta: Welche gut sind, welche Sie meiden sollten

Parabene, Knochenmehl oder Mikroplastik: Manche Inhaltsstoffe von Zahnpasta wollen Verbraucher lieber nicht im Mund haben. Doch wer weiß schon, was sich hinter den Inhaltsangaben auf der Verpackung verbirgt? Wir haben das „Kleingedruckte“ auf den Zahnpasta-Tuben für Sie unter die Lupe genommen und klären Sie über die wichtigsten Inhaltsstoffe auf. Plus: Welche Zahncremes eignen sich für Veganer?

Inhaltsstoffe von Zahnpasta: Die INCI-Codes

Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta und anderen Kosmetika müssen EU-weit einheitlich deklariert werden. Die Grundlage dafür bilden die sogenannten INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature Cosmetic Ingredients). Das Problem dabei: Für Laien sind die teils englischen, teils lateinischen Fachbegriffe schwer verständlich. In der folgenden Übersicht führen wir die korrekte INCI-Bezeichnung der einzelnen Inhaltsstoffe in Klammern an. Listen mit „Übersetzungen“ der gängigen INCI-Codes finden Sie auch im Internet.

Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta im Überblick

Die typischen Inhaltsstoffe von Zahnpasta lassen sich folgenden Gruppen zuordnen:

1. Putzkörper und Schleifpartikel

Putzkörper sind feinste Partikel, die Beläge und Bakterien beim Zähneputzen rein mechanisch von den Zähnen abrubbeln. Dabei sollen sie den Zahnschmelz möglichst schonen. Was häufig eine Gratwanderung ist: Gerade weißmachende (Wightening) Zahnpasten enthalten oft sehr aggressive Schleifpartikel, die bei regelmäßiger Anwendung die Zahnoberfläche aufrauen. Wie groß der „Schmirgel-Effekt“ ist, wird durch den sogenannten RDA-Wert (Relative-Dentine-Abrieb) angegeben. Zahnpasten mit einem RDA-Wert von mehr als 80 sollten Sie besser meiden – vor allem wenn Sie zu schmerzempfindlichen Zähnen neigen. Zahncremes mit hohem RDA-Wert enthalten oft Schleifmittel wie:

  • Titandioxid (Titanium Dioxide)
  • Aluminiumoxid (Alumina)

Sanfter zu den Zähnen sind folgende Putzkörper:

  • Kieselsäure (Hydrated Silica / Siliciumdioxide)
  • Kreide (Calciumcarbonate)

Auch Mikroplastik-Kügelchen wurden einige Zeit als schonende Alternative zu aggressiven Putzkörpern angepriesen. Sie sind aber bedenklich, weil sie in das Körpergewebe eindringen und sich dort anreichern können! Mikroplastik verbirgt sich hinter folgenden Bezeichnungen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)

2. Waschaktive Substanzen und Schaumbildner

Waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside, lockern die Zahnbeläge auf und sorgen dafür, dass sie sich besser abbürsten lassen. Sie sind außerdem für den typischen „Schaum“ verantwortlich. Darin sind die abgelösten Partikel gebunden, so dass wir sie anschließend ausspucken können.

Folgende Inhaltsstoffe von Zahnpasta zählen zu den waschaktiven Substanzen:

  • Natriumlaurylsulfat (SLS, Sodium Lauryl Sulfate)
  • Kokosbetain (Cocamidopropyl Betaine)

Natriumlaurylsulfat hat zusätzlich eine leicht antibakterielle Wirkung und ist für die meisten Menschen gut verträglich. Bei manchen Anwendern kann es allerdings Irritation der Mundschleimhaut oder allergische Reaktionen hervorrufen.

3. Fluoride

Fluoride wie Aminfluorid oder Zinkfluorid tragen dazu bei, den Zahnschmelz zu härten. Sie schützen unsere Zähne so vor Säureangriffen – zum Beispiel durch die Stoffwechselprodukte von Karies-Bakterien, die Zucker zu Säuren umwandeln. Aus diesem Grund wirken Fluoride kariesvorbeugend. Sie verbergen sich hinter Bezeichnungen wie:

  • Sodium Fluoride
  • Sodium Monofluorophosphate
  • Olaflur

Wenn man größere Mengen davon schluckt, können Fluoride gesundheitsschädlich sein. Deshalb sollte Kinder-Zahnpasta einen maximalen Fluorid-Gehalt von 500 ppm haben.

4. Antibakterielle und entzündungshemmende Stoffe

Diese Stoffe hemmen das Bakterienwachstum und beugen so Zahnfleischentzündungen und Karies vor. Antibakteriell wirken unter anderem folgende Inhaltsstoffe von Zahnpasta:

  • Chlorhexidin (Chlorhexidine Digluconate, CHX)
  • Zink-Verbindungen wie Zinklaktat, Zinkchlorid (Zinc Lactate, Zinc Chloride)
  • Zinnpyrophosphate (Stannous Pyrophosphate)
  • Triclosan (Triclosan, TCS)

Triclosan ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Die Substanz, die auch als Desinfektionsmittel zum Einsatz kommt, wirkt möglicherweise krebserregend und kann zur Resistenz-Bildung bei Bakterien beitragen. Sicherer ist es, Triclosan in Zahnpasta zu vermeiden – zumal es ausreichend unbedenkliche Alternativen gibt.

5. Desensibilisierend wirkende Stoffe

Diese Substanzen findet man häufig in Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne (Sensitive-Zahncremes). Sie sollen die Beschwerden lindern, indem sie die Dentin-Oberfläche versiegeln oder die Reiz-Weiterleitung unterbinden. Häufig verwendet man:

  • Kaliumnitrat (Potassium Nitrate)
  • Zink-Karbonat-Hydroxylapatit (Hydroxylapatit)
  • Strontium-Salze (Strontium Chloride, Strontium Acetate)

6. Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe machen die Zahnpasta haltbar und schützen vor Qualitätsverlust. Man erkennt sie an Bezeichnungen wie:

  • Sorbinsäure (Sorbic Acid)
  • Benzylalkohol (Benzyl Alcohol)
  • Parabene wie Methylparaben, Propylparaben (Sodium Methylparaben, Propylparaben)

Parabene gelten als problematisch, denn sie können eine hormonartige Wirkung auf den Körper entfalten. Weil die Verbraucher in den letzten Jahren für dieses Thema sensibilisiert wurden, haben viele Hersteller ihre Rezepturen inzwischen umgestellt. Als unbedenklich gelten etwa Sorbinsäure oder Benzylalkohol.

7. Feuchthaltemittel

Feuchthaltemittel verhindern, dass die Zahnpasta austrocknet, selbst wenn sie einmal offen liegen bleibt. Auf unsere Gesundheit haben sie in der Regel keinen Einfluss. Am häufigsten verwendet man:

  • Glycerin (Glycerine)
  • Sorbitol (Sorbitole)

8. Binde- und Verdickungsmittel

Diese Stoffe sind für die pasten- oder gelartige Konsistenz verantwortlich und verhindern, dass sich im Inneren der Tube Wasser absetzt. Zu dieser Gruppe zählen:

  • Xanthan (Xanthan Gum)
  • Carrageen (Carrageenan)
  • Polyethlyenglykole (PEG, z.B. PEG-6)

Als problematisch gelten die Polyethylenglykole (PEG), weil sie Haut und Schleimhäute durchlässiger machen. Das kann bei Kosmetika einerseits erwünscht sein, um bestimmte Wirkstoffe einzuschleusen. Doch auch schädliche Stoffe können so besser aufgenommen werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte PEG daher besser vermeiden.

9. Geschmacks- und Aromastoffe

Viele Inhaltsstoffe von Zahnpasta schmecken oder riechen nicht besonders gut. Deshalb wird Zahnpasta oft eine Reihe von Geschmacks- und Aromastoffen zugesetzt, wie etwa:

  • Süßstoffe (z.B. Sorbit, Saccharin, Xylit)
  • Öle und ätherische Öle wie Pfefferminz-Öl (Mentha Viridis Leaf Oil), Menthol oder Eukalyptus-Öl (Eucalyptol)

Der Zuckeraustauschstoff Xylit wirkt zusätzlich antibakteriell und ist daher vorteilhaft. Ätherische Öle werden vor allem in Naturkosmetika gerne eingesetzt. Manche davon haben neben ihrer eigentlichen Funktion als Aromastoff auch eine schwach antibakterielle Wirkung.

Welche Inhaltsstoffe von Zahnpasta sind für Veganer geeignet?

Immer mehr Patienten legen Wert darauf, dass ihre Zahnpasta garantiert „tierfrei“ ist. Leider sind Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs schwer zu erkennen. Denn die INCI-Bezeichnungen geben keine Auskunft über den Herstellungsprozess! So werden Glycerin und waschaktive Substanzen (Tenside) konventionell aus Rindertalg hergestellt, können aber auch aus pflanzlichen Fetten und Ölen gewonnen werden.

Häufige nicht vegane Inhaltsstoffe von Zahnpasta sind:

  • Knochenmehl als Putzkörper
  • Lactoferrin (aus Kuhmilch) und Chitosan (aus Schalentieren) als antibakteriell wirksame Stoffe
  • Bienenwachs und Bienenpollen als pflegende Substanzen

Am einfachsten ist es für Veganer, sich beim Zahnpasta-Kauf an anerkannten Zertifikaten wie dem V-Label oder der „Vegan-Blume“ zu orientieren.

Putztechnik wichtiger als Inhaltsstoffe

Sie sorgen sich, ob Sie auch wirklich die ideale Zahncreme verwenden? Für die Gesundheit Ihrer Zähne sind weniger die Inhaltsstoffe der Zahnpasta entscheidend, sondern vielmehr Ihre Putzgewohnheiten und Ihre Putztechnik! Falls Sie zu Allergien oder schmerzempfindlichen Zähnen neigen, dann lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt oder der Zahnpflege-Assistentin beraten, welche Zahncreme für Sie geeignet ist.

 

Fotoquelle Titelbild: Dean Drobot/Shutterstock.com


Schlechter Atem © Roman Samborskyi / shutterstock.com

14 SOS-Maßnahmen, wie Sie schlechten Atem rasch wieder los werden

Schlechter Atem ist peinlich, aber weit verbreitet: Ein herzhafter Döner oder einige Gläschen Wein machen sich bei fast jedem durch die berühmt-berüchtigte „Fahne“ bemerkbar. Wir verraten Ihnen 14 Sofort-Maßnahmen, wie Sie üblen Mundgeruch rasch beseitigen.

Wie entsteht schlechter Atem?

Von der Ursache hängt es ab, wie man übelriechenden Atem wieder los wird! Die wichtigsten Quellen von Mundgeruch sind:

Schlechter Atem durch Nahrungs- und Genussmittel

Manchmal hängt schlechter Atem ganz einfach mit unserer Ernährung zusammen. Die bekannten „Übeltäter“ sind Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol und Kaffee. Auch Zigaretten machen sich noch einige Zeit in der Atemluft bemerkbar. In solchen Fällen ist Mundgeruch nur vorübergehend und kein wirkliches medizinisches Problem – unangenehm ist er aber trotzdem. Vor allem, wenn ein Kundentermin ansteht oder Sie in einer geselligen Runde zusammen sitzen.

Schlechter Atem durch Fäulnis-Bakterien

Leidet man häufig unter Mundgeruch und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen, sind meist Bakterien im Mundraum dafür verantwortlich. Bestimmte Bakterienstämme bauen Essensreste sowie abgestorbene Zellen ab und setzen dabei Schwefelgase frei, die unsere Nase als unangenehm fauligen Geruch registriert. Das Tückische daran: Für die eigenen Körperausdünstungen haben wir oft keinen „Riecher“, weil wir an sie gewöhnt sind. Andere Menschen nehmen den schlechten Atem aber sehr wohl wahr.

Schlechter Atem durch Mundtrockenheit

Unser Speichel enthält an sich natürliche Abwehrstoffe gegen Bakterien. Wer unter Mundtrockenheit leidet, hat daher zugleich oft schlechten Atem! Mundtrockenheit entsteht häufig durch Flüssigkeitsmangel, überheizte Räume, Erkältungskrankheiten oder bestimmte Medikamente. Auch bei Stress und Nervosität fährt unser Körper gerne die Speichelproduktion zurück.

Schlechter Atem: Diese SOS-Maßnahmen helfen

Um angenehmen Mundgeruch kurzfristig zu überdecken oder zumindest zu reduzieren, können Sie Folgendes tun:

  • Zähne putzen: Falls Sie die Möglichkeit dazu haben, dann greifen Sie am besten zur Zahnbürste, um Geruchsquellen wie Essensreste und Bakterien zu beseitigen. Zahnpasta mit Minze oder Menthol erfrischt zusätzlich den Atem und überdeckt kurzzeitig unangenehme Gerüche.
  • Zunge putzen: Auf der rauen Oberfläche der Zunge fühlen sich Bakterien besonders wohl, auch winzige Essensreste bleiben noch eine Weile daran haften. Sie können schlechten Atem daher reduzieren, indem Sie die Zungenbeläge mit einem speziellen Zungenschaber entfernen. Tun Sie das regelmäßig, dann beseitigen Sie schlechte Gerüche nicht nur, sondern beugen ihnen auch vor.
  • Gründlich mit Wasser spülen: Wenn Zähneputzen nicht möglich ist, können Sie als Sofort-Maßnahme zumindest den Mund mit reichlich Wasser ausspülen. Dadurch reduzieren Sie die Übeltäter, die für die „Fahne“ verantwortlich sind.
  • Mundspülungen: Mundspülungen und Mundspül-Lösungen sind ein beliebtes Mittel gegen Mundgeruch. Einige davon beruhen auf Inhaltsstoffen wie Minze oder Menthol, die üble Gerüche zwar nur für eine Weile überdecken, als SOS-Maßnahme aber gut wirksam sind. Andere enthalten Wirkstoffe wie Chlorhexidin, die bakterienhemmend wirken und so bei wiederkehrendem Mundgeruch helfen sollen. Leider können diese Wirkstoffe nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigen daher auf Dauer auch die gesunde Mundflora. Solche Mundspülungen sollten Sie nur dann regelmäßig verwenden, wenn es Ihnen der Zahnarzt oder die Zahnpflege-Assistentin empfohlen hat.
  • Mit Salzlösungen spülen: Schonender als antibakterielle Mundspülungen sind Salzlösungen zum Gurgeln. Salz hemmt ebenfalls schädliche Bakterien, fügt dabei aber der natürlichen Mundflora weniger Schaden zu.
  • Mundspülungen mit Teebaumöl: Das ätherische Öl aus den Blättern des Teebaums wirkt stark antibakteriell und desinfizierend. Es hat darüber hinaus einen äußerst intensiven Geruch, der sogar Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe zu überdecken vermag. Vorsicht: In hoher Konzentration reizt Teebaumöl die Mundschleimhaut. Geben Sie daher nur wenige Tropfen in einen Becher Wasser und gurgeln Sie mit der so entstandenen Lösung.
  • Kaugummis, Bonbons und Pastillen: Diese kleinen Helfer passen in jede Tasche und sind daher ein bewährtes Notfall-Mittel bei schlechtem Atem. Ihre Wirkung beruht einerseits auf Inhaltsstoffen wie Pfefferminze, Menthol und Eukalyptus, die schlechte Gerüche vorübergehend überlagern. Andererseits regen Kaugummis & Co die Speichelproduktion an und sorgen so für ein bakterienhemmendes Milieu im Mund.
  • Zitrusfrüchte: Auch frischer Zitronen- oder Orangensaft fördert die Speichelbildung. Wegen der enthaltenen Säure sollten Sie unmittelbar danach aber nicht Zähne putzen!
  • Joghurt essen: Joghurt enthält wertvolle Milchsäure-Bakterien, die nicht nur der Darmflora gut tun. Sie helfen auch gegen schlechten Atem, weil sie schädliche Fäulnis-Bakterien in Schach halten.
  • Gewürze kauen: Im Gewürzregal finden Sie zahlreiche Hausmittel gegen Mundgeruch. Eine bewährte Maßnahme ist etwa das Kauen von Gewürznelken. Ebenfalls helfen können Anis, Fenchel, Kardamom, Wacholderbeeren, Zimt oder Ingwer. Diese Gewürze wirken antibakteriell und überdecken mit ihren intensiven Aromen schlechte Gerüche.
  • Hilfe aus dem Kräutergarten: Falls Ihnen Gewürze in Reinform zu intensiv sind, können Sie es auch mit Küchenkräutern probieren. Frische Petersilie neutralisiert Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe. Alternativ dazu können Sie mit Salbei-, Kamillen- oder Basilikum-Tee gurgeln.
  • Schwarztee trinken: Schwarztee hat einen hohen Anteil an Polyphenolen, die schädliche Bakterien hemmen. Er fördert daher die Mundgesundheit – auch wenn er bei regelmäßigem Genuss leider die Zähne verfärben kann.
  • Mit Oliven- oder Sesamöl spülen: Auch Pflanzenöle wirken antibakteriell und können daher üble Gerüche aus dem Mund bekämpfen. Nehmen Sie einen Esslöffel Öl in den Mund und ziehen Sie die Flüssigkeit langsam von einer Seite zur anderen.
  • Regelmäßig essen: Nicht nur bestimmte Nahrungsmittel, sondern auch Diäten und Fastenkuren sind manchmal für Mundgeruch verantwortlich. Der Grund: In Hungerphasen setzt der Körper den Stoff Aceton frei, den man im Atem riecht. Außerdem wird weniger Speichel produziert, wenn es nichts zu kauen gibt. In solchen Fällen kann schon eine kleine Mahlzeit schlechten Atem reduzieren.
    Schlechter Atem: Wann SOS-Maßnahmen nicht ausreichend sind

Alle diese Mittel und Maßnahmen sind nur als „Erste Hilfe“ zu verstehen, um unangenehme Gerüche aus dem Mund rasch zu beseitigen oder zumindest zu überdecken. Bei Knoblauch- oder Zwiebel-Aromen ist das in der Regel schon ausreichend. Falls Sie regelmäßig – und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen – unter Mundgeruch leiden, sollten Sie aber die Ursachen dafür ergründen.

Möglicherweise pflegen Sie Ihre Zähne zu wenig sorgfältig und überlassen dadurch Müffel-Bakterien das Feld. Vor allem an schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen finden diese Keime ideale Bedingungen vor. Sind einmal feste Zahnbeläge entstanden, dann ist den Übeltätern mit Zahnbürste, Zahnseide oder Mundspülungen kaum noch beizukommen. In solchen Fällen hilft nur eine professionelle Zahnreinigung.

Auch Zahnerkrankungen können zugrunde liegen

Schlechter Atem kann auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Zahnwurzelentzündungen, Abszesse oder Fisteln in der Mundhöhle sein. Feststellen kann das nur der Zahnarzt. Anhaltender Mundgeruch, der auch durch gute Zahnhygiene nicht in den Griff zu bekommen ist, sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden!

 

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Ernährung © shutterstock / SunCity

Der Einfluss von Ernährung auf Ihre Zähne

Paleo, Low Carb & vegane Ernährung: Gut oder schädlich für die Zähne?

Dass eine zuckerreiche Ernährung schlecht für die Zähne ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch wie steht es um alternative Ernährungsformen wie Veganismus, Paleo (auch bekannt als Steinzeit-Diät), Low Carb oder Rohkost, die derzeit in aller Munde sind? Sind sie gut für unsere Zähne, wie es ihre Anhänger behaupten, oder gar schädlich, wie manche Kritiker meinen? – Ein Fakten-Check aus zahnärztlicher Sicht.

Ernährung und Zähne – ein schwieriges Thema für die Wissenschaft

Essen soll uns heute nicht einfach nur satt machen, sondern auch gesünder, schöner und glücklicher. Vor allem im Internet verbreiten sich Ernährungstrends wie Veganismus, Paleo-Diät oder Low Carb in Windeseile – und mit ihnen die Heilsversprechen ihrer Anhänger.

Doch häufig widersprechen sich die Empfehlungen: Mal wird eine rein pflanzliche Ernährung in den Himmel gelobt, dann wieder werden Kohlenhydrate verdammt. Wer soll da als Laie noch durchblicken? Zu Ihrer Beruhigung: Auch die Wissenschaft tut es
nicht. Denn in der Forschung mahlen die Mühlen etwas langsamer als in der virtuellen Welt. Wie sich moderne Ernährungstrends auf Dauer wirklich auf die Zahngesundheit auswirken, wissen wir derzeit nicht mit völliger Sicherheit.

Worüber sich Zahnärzte in Sachen Ernährung aber einig sind:

  • Süß und klebrig ist Gift für die Zähne. Denn Karies-Bakterien lieben Zucker und wandeln ihn in Säuren um, die unsere Zahnsubstanz angreifen. Besonders schädlich sind klebrige Süßigkeiten wie Honig oder Karamell, die sich wie Kleister um die Zähne legen.
  • Sauer ist leider nicht so lustig für unsere Zähne: Die in Früchten, Essig oder Softdrinks enthaltenen Säuren lösen Mineralstoffe aus der Zahnsubstanz und bauen sie so nach und nach ab.
  • Damit Zähne und Kiefer gesund bleiben, muss unsere Nahrung die wichtigsten „Zahn-Baustoffe“ in ausreichenden Mengen enthalten. Außerordentlich wichtig für den Aufbau und den Erhalt der Zahnsubstanz sind Kalzium, Vitamin D, Phosphate und Fluorid. Es gibt darüber hinaus eine Reihe weiterer Vitamine und Mineralstoffe, die Einfluss auf die Zahngesundheit haben.

Die Eckpfeiler einer zahngesunden Ernährung sind also wenig Zucker, nicht zu viele Säuren und eine ausgewogene Nährstoff-Zufuhr. Inwieweit entsprechen die aktuellen Ernährungstrends diesen Empfehlungen?

Vegane und vegetarische Ernährung

Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch, Veganer auf tierische Produkte aller Art. Ausschlaggebend sind oft nicht gesundheitliche, sondern ethische Gründe. Trotzdem sind viele Vegetarier und Veganer überzeugt, auch ihrem Körper damit Gutes zu tun.

Bedenklich ist aus zahnärztlicher Sicht vor allem eines: ein möglicher Mangel an wichtigen Nährstoffen. Vitamin B12 etwa ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Kritisch kann es auch bei Nährstoffen wie Vitamin D, Eisen, Jod oder Zink werden, die in pflanzlichen Produkten in geringeren Mengen enthalten oder für den Körper schlechter verfügbar sind. Darüber hinaus riskieren Veganer einen Mangel an dem essentiellen „Zahn-Baustoff“ Kalzium, während Vegetarier, die Milchprodukte zu sich nehmen, hier meist ausreichend versorgt sind.

Milchprodukte wie Käse haben zudem einen weiteren Vorteil für die Zähne: Sie neutralisieren Säuren und bilden dank Fetten und Proteinen eine gewisse Schutzschicht, die Bakterien das Anheften erschwert.

Automatisch schlecht für die Zahngesundheit muss eine vegane oder vegetarische Ernährung nicht sein, wenn man genügend Nährstoffe zu sich nimmt – gegebenenfalls über Nahrungsergänzungsmittel.

Zudem hängt viel von den individuellen Ernährungsgewohnheiten ab: Wer auf tierische Produkte verzichtet, um dafür bei Süßigkeiten, Obst, Smoothies und Fruchtsäften umso kräftiger zuzulangen, tut seinen Zähnen nichts Gutes. Weniger kariesfördernd sind ballaststoffreiche, zuckerarme Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen. Knackiges Gemüse hat gegenüber Smoothies und Säften auch den Vorteil, dass kräftiges Kauen die Speichelbildung anregt. Im Speichel sind Stoffe enthalten, die das Bakterienwachstum hemmen, dadurch wird Karies und Zahnfleisch-Entzündungen entgegengewirkt.

Paleo-Ernährung

Anhänger der sogenannten Paleo-Ernährung oder „Steinzeit-Diät“ versuchen so zu essen, wie es unsere Vorfahren (vermutlich) taten. Sie streichen daher Milchprodukte, Zucker und Getreide von ihrem Speiseplan, während Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen erlaubt sind.

Ein unumstrittener Pluspunkt für die Zahngesundheit ist der Verzicht auf Süßigkeiten und Weißmehl-Produkte wie Brot und Nudeln. Denn die in Getreide enthaltene Stärke nährt ebenfalls Karies-Bakterien, in Weißmehl-Produkten ist sie besonders rasch verfügbar. Paleo-Anhänger haben also teilweise Recht damit, dass Karies eine vermeidbare „Zivilisationskrankheit“ ist. Natürlich spielen auch weitere Faktoren wie die genetische Veranlagung eine Rolle.

Allerdings verzichten moderne Steinzeit-Menschen auf die schützende Wirkung von Milchprodukten auf die Zähne. Zumindest der Kalzium-Bedarf lässt sich aber auch über Lebensmittel wie Fisch, Eier und verschiedene Obst- und Gemüsesorten decken.

Low Carb-Diäten

Unter „Low Carb“ versteht man die Reduktion oder den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate, wobei diese Grundregel unterschiedlich streng gehandhabt wird. Anhänger dieser Ernährungsform erhoffen sich oftmals, auf diese Weise Gewicht zu verlieren oder ihr Gewicht zu halten.

Low Carb-Diäten ähneln der Paleo-Ernährung darin, dass Zucker und Weißmehl durchwegs vom Speiseplan gestrichen sind. Anders als bei der „Steinzeit-Diät“ zählen Milchprodukte wie Quark und Käse aber zu den erlaubten Nahrungsmitteln und werden oft sogar in erhöhten Mengen konsumiert.

Günstig für die Zähne ist der Verzicht auf Zucker und Stärke – vor allem wenn stattdessen ballaststoffreiche Lebensmittel und kalziumreiche Milchprodukte am Speisezettel stehen.
Doch auch wenn der Zahnarzt grünes Licht gibt: Ernährungsexperten haben berechtigte Zweifel, ob eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung generell empfehlenswert ist, denn unsere Muskeln und unser Gehirn nutzen Kohlenhydrate als bevorzugte Energiequelle!

Ein möglicher Nachteil aus zahnärztlicher Sicht: Wer häufig säurehaltige Früchte als „erlaubte“ Kohlenhydrate zu sich nimmt, setzt seine Zähne auch vermehrt Säureangriffen aus.

Rohkost-Ernährung

Rohkost-Anhänger verzichten auf gekochte Mahlzeiten, Brot und sämtliche Lebensmittel, die bei der Verarbeitung erhitzt wurden. Sie halten das für gesünder, weil viele wichtige Nahrungsbestandteile wie Vitamin C, Folsäure oder Biotin durch Erhitzen verloren gehen.

Damit haben sie zwar recht. Aber: Es gibt auch Vitamine, die unser Körper besser verwerten kann, wenn wir Lebensmittel erhitzen – beispielsweise Vitamin E oder Vitamin A. Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität in Gießen haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass Rohköstler zu einem Mangel an Eisen, Magnesium, Calcium, Vitamin D, Vitamin B2 und Vitamin B12 neigen. Das kann auf Dauer auch der Zahngesundheit schaden.

Nicht nur Ernährung, auch Zahnpflege ist entscheidend

Fakt ist: Das Thema Ernährung erhitzt die Gemüter vieler gesundheitsbewusster Menschen. Aus zahnärztlicher Sicht ist aber keine der hier besprochenen Ernährungsformen grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“.

Denn egal ob Veganer, Rohköstler, Paleo-Anhänger, Low Carb- oder „Normal-Esser“: Es gibt bei allen diesen Ernährungsformen eine große Spannweite individueller Auslegungen.

Entscheidend ist darüber hinaus, wie Sie Ihre Zähne anschließend pflegen! Beispielsweise hält sich die schädliche Wirkung von Fruchtsäuren auf die Zähne in Grenzen, wenn Sie Ihren Mund nach dem Genuss von Obst mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten.

 

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Zahnpflege de luxe: Was nützen Zahnseide, Mundwasser und Co?

Die gute alte Zahnbürste hat Gesellschaft bekommen: In den Regalen der Drogeriemärkte reihen sich Zahnseide, Mundwasser, Munddusche, Zungenschaber und zahlreiche weitere Utensilien neben ihr ein. Doch muss man das wirklich alles benutzen? Welche Zahnpflege-Hilfsmittel sinnvoll sind und was Luxus oder gar schädlich ist, klären wir in diesem Artikel.

Zahnpflege: Warum die Zahnbürste nur ein grobes Hilfsmittel ist

Zweimal täglich zwei Minuten Zähneputzen: So sieht die durchschnittliche Zahnpflege-Routine in vielen deutschen Badezimmern aus. Wirklich sauber werden die Zähne dadurch nicht. Denn mit der Zahnbürste kommen wir leider nur an die freien Flächen unserer Zähne heran, die Zahnzwischenräume bleiben von den Borsten verschont. Und diese Zwischenräume können bis zu 30 Prozent der gesamten Zahnoberflächen ausmachen! Es ist, als ob Sie mit einem viel zu großen Besen einen verwinkelten Raum kehren: Auch wenn Sie sich noch so anstrengen, sammelt sich in sämtlichen Ecken und Ritzen Staub und Schmutz.

In unseren Zahnzwischenräumen indes sammeln sich Essensreste, die zusammen mit Speichel und Bakterien einen klebrigen Belag bilden, den sogenannten Plaque. Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, dann können sich die Bakterien darin ungestört vermehren und mit ihren Stoffwechselprodukten Zahnschmelz und Zahnfleisch angreifen.

Zahnseide: Was bringt sie wirklich?

Genau deshalb empfehlen Zahnärzte schon seit jeher, einmal täglich Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume zu verwenden. Doch in den letzten Jahren ist dieser Tipp etwas in Verruf geraten. Vor allem im Internet finden sich kritische Artikel, in denen Zahnseide als nutzlos oder gar schädlich bezeichnet wird. Das hat zahlreiche Anwender verunsichert.

Fakt ist: Es gibt derzeit zu wenig wissenschaftliche Belege dafür, dass Zahnseide zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen wirklich nützt. Das liegt daran, dass die bestehenden Studien von schlechter Qualität sind. Es wurden zu wenige Personen über einen zu kurzen Zeitraum hinweg beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studien erfüllen daher nicht die strengen wissenschaftlichen Standards. Es gibt andererseits auch keine Belege dafür, dass Zahnseide wirkungslos ist!

Die deutsche Bundeszahnärztekammer empfiehlt ihre Verwendung daher weiterhin. Auch die praktische Erfahrung von Zahnärzten spricht dafür: So können wir beobachten, dass Karieso bei Erwachsenen vor allem in den Zahnzwischenräumen auftritt, wesentlich seltener an den freien Flächen der Zähne. Deshalb brauchen die Bereiche zwischen unseren Zähnen mehr Aufmerksamkeit. Mit Zahnseide gelingt es, auch diese schwer zugänglichen Stellen von Belägen zu reinigen.

Erhältlich ist Zahnseide (die übrigens aus Kunstfaser besteht) in gewachster oder ungewachster Form. Die ungewachste Variante quillt im Mund stärker auf und entfernt so Beläge effektiver, die gewachste Variante ist aber einfacher in der Handhabung. Darüber hinaus gibt es bereits vorgeschnittene, aufgespannte Fäden mit einem flauschigen oder stärkeren Mittelteil („Superfloss“). Sie sind ideal zur Reinigung größerer Zwischenräume oder den Bereichen unter Zahnspangen, Implantaten und Brücken.

Gibt es Alternativen zu Zahnseide?

Manche Menschen kommen mit Zahnseide nicht gut zurecht, denn das Hantieren mit ihr erfordert etwas Geschick und Feingefühl. Hängt Ihre Zahngesundheit am sprichwörtlichen seidenen Faden, wenn Sie auf eben diese verzichten? Zum Glück gibt es zur Reinigung der Zahnzwischenräume ein weiteres effektives Hilfsmittel: Interdentalbürstchen.

Diese Bürstchen sehen wie ein „Mini-Flaschenreiniger“ aus und erfüllen prinzipiell den gleichen Zweck wie Zahnseide: Ihre zarten Borstenbüschel dringen in den Bereich zwischen den Zähnen ein und entfernen die dort anhaftenden Beläge.

Was effektiver ist – Zahnseide oder Interdentalbürstchen – lässt sich nicht pauschal sagen, denn das hängt auch von der Größe der Zwischenräume ab. Vor allem bei jungen Menschen stehen die Zähne oft so eng zusammen, dass mit Interdentalbürstchen nicht viel auszurichten ist. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Zwischenräume aber meist, und dann können Interdentalbürstchen sogar effektiver sein, weil sich mit ihnen auch „um die Ecke“ putzen lässt. Besonders empfehlenswert sind sie für Parodontitis-Patienten. Auch Zahnspangen- oder Implantat-Träger können von den kleinen Bürstchen sehr profitieren.

Interdentalbürstchen gibt es in mehreren Formen, Ausführungen und Stärken, die für unterschiedlich große Zahnzwischenräume geeignet sind.

Brauche ich weitere Zahnpflege-Utensilien?

Im Fachhandel findet sich eine Reihe weiterer Zahnpflege-Produkte. Die bekanntesten stellen wir Ihnen hier kurz vor:

Zungenschaber

Neben der eigentlichen Zahnpflege kann es auch sinnvoll sein, die Zunge einmal täglich von Belägen zu reinigen. Denn auf ihrer rauen Oberfläche nisten sich gerne Bakterien ein, die unter anderem für Mundgeruch verantwortlich sind. Prinzipiell können Sie zur Zungenreinigung auch eine weiche Zahnbürste verwenden. Viele Menschen empfinden Zungenschaber aber gerade im hinteren Bereich der Zunge als angenehmer, weil sie flacher sind und daher keinen Würgereiz hervorrufen.

Mundwasser und Mundspülungen

Hier ist es wichtig, ein paar Unterscheidungen zu treffen:

  • Mundwasser ist beliebt: Einmal kräftig gegurgelt, und schon fühlt man sich erfrischt. Doch dieses Gefühl kann trügerisch sein! Denn Mundwasser enthält erfrischende Essenzen wie Minze oder Menthol, aber keine eigentlichen Wirkstoffe. Es kann schlechte Gerüche nur kurzzeitig überdecken, beseitigt aber nicht ihre Ursachen.
  • Kariesvorbeugende Mundspülungen enthalten dagegen Wirkstoffe wie Zinnfluorid oder Aminfluorid, die Zahnbelägen vorbeugen und bestehende Beläge lockern. Sie tun das aber nicht so effektiv wie Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Sinnvoll können sie in manchen Situationen trotzdem sein: Etwa wenn die Möglichkeit fehlt, sich die Zähne zu putzen, oder zur unterstützenden Zahnpflege bei älteren und behinderten Menschen. Empfehlenswert sind diese Spülungen auch für Träger von festsitzenden Zahnspangen sowie für Patienten mit Parodontitis oder freiliegenden Zahnhälsen. Allerdings nicht statt, sondern zusätzlich zur normalen Zahnpflege-Routine!
  • Medizinische Mundspülungen enthalten keimtötende Wirkstoffe, in der Regel Chlorhexidin. Diese Substanz tötet nachweislich Bakterien ab, die Karies oder Parodontitis hervorrufen. Der Wirkstoff kann aber nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigt daher auch die eigentlich gesunde Mundflora! Auf Dauer kann er außerdem zu Verfärbungen an den Zähnen führen, die sich durch eine professionelle Zahnreinigung aber entfernen lassen. Es spricht nichts gegen eine kurzzeitige Anwendung, wenn sich Ihr Zahnfleisch leicht entzündet hat. Längerfristig sollten Sie medizinische Mundspülungen aber nur verwenden, wenn Ihr Zahnarzt es Ihnen empfiehlt.

Mundduschen

Als Mundduschen bezeichnet man Geräte, die mithilfe eines Wasserstrahls Essensreste oder Zahnbeläge entfernen sollen. Sie können das aber nur, wenn die Beläge zuvor gelockert wurden. Schließlich sind diese Geräte kein Hochdruckreiniger! Mundduschen taugen daher bestenfalls als zusätzliches Zahnpflege-Hilfsmittel, Zahnbürste & Co können sie nicht ersetzen.

Zahnpflege-Utensilien: Richtige Anwendung entscheidet über den Erfolg

Ob Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Mundspülungen: Was nützlich ist, kann bei falscher Anwendung auch Schaden anrichten. Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie bei Ihrer täglichen Zahnpflege alles richtig machen, dann sprechen Sie doch beim nächsten Kontrolltermin Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnprophylaxe-Fachkraft an!

 

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