Unterschied Prophylaxe Zahnreinigung

Was ist der Unterschied zwischen Prophylaxe und professioneller Zahnreinigung

Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung: Was genau ist der Unterschied?

Die beste Zahnbehandlung ist die, die man erst gar nicht braucht. Bestimmt hat Ihnen Ihr Zahnarzt daher schon einmal zur „Prophylaxe“ oder zur „professionellen Zahnreinigung“ (PZR) geraten. Aber gibt es da überhaupt einen Unterschied und worin genau besteht er? Erfahren Sie, warum die professionelle Zahnreinigung zwar wichtig ist, das Zauberwort für gesunde Zähne aber „Prophylaxe“ lautet.

Zahnprophylaxe: Kampfansage an Karies, Parodontitis & Co

Das Wort „Prophylaxe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „von vornherein ausschließen“. In der Medizin meint man damit alle Maßnahmen, die verhindern, dass Krankheiten überhaupt entstehen – im Unterschied zu therapeutischen Behandlungen, mit denen man bestehende Gesundheitsprobleme zu heilen versucht.

In der Zahnmedizin gilt dabei das Hauptaugenmerk den Volkskrankheiten Karies und Parodontitis. Karies steht ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnkrankheiten: Nur 1 von 100 Erwachsenen hat noch nie damit Erfahrungen gemacht! In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen sind durchschnittlich bereits 11 Zähne befallen oder mussten wegen Karies behandelt werden. Nur knapp abgeschlagen landet die Parodontitis auf Platz 2: Mehr als 80 Prozent der über 40-Jährigen leiden zumindest unter einer leichten Form der Zahnbett-Entzündung.

Und das hat tiefgreifende Folgen: Schäden im Zahninneren oder an den Zahnwurzeln beginnen fast immer mit einer Karies oder Parodontitis. Wer sich sein strahlendes Lächeln so lange wie möglich bewahren will, muss daher in erster Linie diesen beiden Volkskrankheiten vorbeugen.

Professionelle Zahnreinigung als Baustein der Prophylaxe

Genau hier kommt die professionelle Zahnreinigung (PZR) ins Spiel. Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Ihre Zähne gründlich von bakteriellen Belägen (Plaques) gereinigt. Diese Zahnbeläge gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Karies und Parodontitis.

Sie sind aber nicht die alleinige Ursache. Ob Ihre Zähne krank werden oder gesund bleiben, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab: So macht es etwa einen großen Unterschied, ob Sie unter Vorerkrankungen wie Diabetes leiden oder Raucher sind. Nicht zuletzt haben auch die genetischen Anlagen ihre Hände im Spiel. Zur Zahnprophylaxe, das heißt zur Vorbeugung von Zahnkrankheiten, müssen wir alle diese Punkte in den Blick nehmen.

Die professionelle Zahnreinigung ist daher ein wesentlicher Baustein der Zahnprophylaxe. Sie ist aber bei Weitem nicht alles, was Ihr Zahnarzt und sein Team für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne tun können. Im Rahmen einer Prophylaxe-Sitzung werden im Unterschied zur professionellen Zahnreinigung nicht nur Ihre Zähne sauber geschrubbt, sondern auch

  • Ihre persönlichen Risikofaktoren erfasst,
  • Ihre Zähne und Ihr Mund genau untersucht,
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beurteilt,
  • Ihr Putzverhalten zu Hause erfasst,
  • und es wird Ihnen gezeigt, wie Sie Ihre Zähne optimal pflegen.

Was genau passiert bei einer zahnmedizinischen Prophylaxe?

Eine Zahnprophylaxe-Sitzung besteht normalerweise aus 4 Schritten:

1. Anamnese (Untersuchung und Dokumentation)

Am Beginn steht eine genaue Bestandsaufnahme. Der Zahnarzt wird sich dabei nicht nur für den Zustand Ihrer Zähne, sondern auch für Ihre allgemeine Gesundheit interessieren. Kommen Sie das erste Mal in die Zahnarzt-Praxis, dann füllen Sie zunächst einen Fragebogen aus. Damit werden neben Ihren persönlichen Daten auch Vorerkrankungen erfasst, die Einfluss auf die Zähne haben können (wie z.B. Diabetes, Osteoporose). Zusätzlich wird der Zahnarzt ihren Gebisszustand genau dokumentieren – das nennt man auch Zahnstatus.

Anschließend und bei jeder weiteren Prophylaxe-Sitzung nimmt der Zahnarzt Ihre Zähne und Ihre Mundhöhle genau in Augenschein. Röntgen-Aufnahmen geben Aufschluss über mögliche Krankheitsherde wie tiefsitzende Kariesläsionen, die man im Unterschied zu oberflächlichen Schäden nicht mit freiem Auge erkennt. Manchmal kommen auch weitere Tests wie eine Speichelanalyse oder Keimbestimmung zum Einsatz. Durch alle diese Untersuchungen kann der Zahnarzt feststellen, ob und an welchen Stellen Ihre Zähne krank oder gefährdet sind.

2. Gemeinsame Besprechung und Aufklärung

Die Ergebnisse der Untersuchung wird der Zahnarzt oder eines seiner Team-Mitglieder detailliert mit Ihnen besprechen. Er erklärt Ihnen auch, welchen Einfluss Ihr Lebensstil, Ihre Ernährung und Ihre häusliche Mundhygiene auf Ihre Zahngesundheit haben.

3. Beratung und Demonstration der richtigen Zahnpflege

Anschließend erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihr Gebiss zu Hause optimal pflegen und was Sie sonst noch tun können, um Ihre Zähne gesund zu erhalten. Dazu gehört eventuell auch eine Ernährungsberatung. Falls nötig, wird Ihnen der Zahnarzt oder eine Prophylaxe-Assistentin den richtigen Umgang mit Zahnhygiene-Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen zeigen.

Zum Abschluss wird noch besprochen, wann Sie das nächste Mal zur Prophylaxe kommen sollten. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen richten sich nach Ihrem persönlichen Gesundheitszustand. Es macht einen großen Unterschied, ob Ihr Gebiss noch kerngesund ist oder Sie schon das eine oder andere Zahnleiden mit sich herumtragen.

4. Professionelle Zahnreinigung

Ein wichtiges Element der Prophylaxe-Sitzung ist die professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie wird im Unterschied zu Zahnbehandlungen meist nicht vom Zahnarzt selbst durchgeführt, sondern von eigens geschulten Assistentinnen. – Um den „Großputz“ im Mund fachgerecht auszuführen, müssen Zahnarzt-Helferinnen spezielle Fortbildungen absolvieren. Diese Team-Mitglieder nennen sich „Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin“ (ZMP) oder „Dental-Hygienikerin“ (DH).

Das passiert bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR):

1. Entfernung von Belägen

Im ersten Schritt werden Ihre Zähne von allen harten und weichen Belägen (Plaques) befreit. Dazu kommen verschiedene Werkzeuge wie Küretten, Ultraschall-Instrumente oder Zahnseide zum Einsatz. Im Unterschied zur Zahnhygiene im eigenen Badezimmer werden auch schwer zugängliche Stellen gründlich gereinigt: etwa die Zahnzwischenräume, die Grübchen an den Kauflächen (Fissuren) und die Bereiche unterhalb des Zahnfleisches.

2. Feinpolitur

Anschließend poliert die Assistentin noch vorhandene raue Stellen, um eine glatte Oberfläche herzustellen. So können sich Bakterien weniger leicht anheften und es entstehen nicht so rasch neue Beläge.

3. Auftragen von Schutzlack

Zum Abschluss trägt die zahnmedizinische Fachkraft einen fluoridhaltigen Schutzlack oder ein Gel auf die Zähne auf. Diese Pflegemittel härten und schützen die Zahnsubstanz.

Je nach Zahnarztpraxis kann der genaue Ablauf einer Zahnprophylaxe-Sitzung etwas variieren. Es macht keinen Unterschied, ob die professionelle Zahnreinigung vor oder nach dem Beratungsgespräch stattfindet. Wichtig ist nur, dass kein Element der Prophylaxe ausgelassen wird. Falls Sie am Ende noch Fragen haben oder Ihnen etwas unklar geblieben ist, dann sprechen Sie Ihren Zahnarzt unbedingt darauf an!

Prophylaxe statt Bohren

Vorbeugen ist besser als Heilen – das ist einer der wichtigsten Grundsätze der Medizin. Tun Sie sich und Ihren Zähnen also etwas Gutes, indem Sie regelmäßig zur Zahnprophylaxe gehen! Diese Sitzungen sind weder schmerzhaft noch unangenehm und können Ihnen weitaus lästigere Zahnbehandlungen in Zukunft ersparen.


Prophylaxe

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Weiß gewinnt: Sauber geputzte Zähne sind nicht nur schöner, sondern bleiben auch länger gesund. Mindestens 1 bis 2 mal jährlich sollten Sie daher eine professionelle Prophylaxe-Behandlung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Was der „Zahn-Putztrupp“ leisten sollte und woran Sie ein gutes Prophylaxe-Studio erkennen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Deshalb ist Zahn-Prophylaxe sinnvoll

In unserer Mundhöhle tummeln sich Abermillionen von Bakterien, die zusammen mit Speichel und Essensresten Zahnbeläge bilden. Sie müssen regelmäßig entfernt werden, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Das Problem: Nur rund 60 bis 70 Prozent der Zahnflächen erreichen Sie mit der Zahnbürste. An schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen und den Hinterseiten der Backenzähne sammeln sich oft Zahnbeläge an, die allmählich verhärten und zu Zahnstein werden. Der sieht weder schön aus noch ist er gesund.

Und genau hier kommt der Profi-Putztrupp ins Spiel: Bei einer professionellen Zahnreinigung werden die Zahnflächen gründlich von anhaftenden Belägen, Zahnstein und Verfärbungen gereinigt. Zur Prophylaxe (wörtlich Vorbeugung) gehört aber mehr als Schrubben. Die Zahnhygiene-Profis begutachten mit geschultem Auge den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch und können Krankheitsrisiken frühzeitig erkennen.

Zahn-Prophylaxe kann somit spätere Zahnprobleme verhindern und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wichtig ist, dass die Behandlung fachgerecht und mit größter Sorgfalt ausgeführt wird. Ein gutes Prophylaxe-Studio sollte die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

1. Zertifiziertes Personal

Die Zahnreinigung nimmt in der Regel nicht der Zahnarzt vor, sondern eine zahnmedizinische Assistentin. Doch nicht jede Zahnarzthelferin ist automatisch dafür qualifiziert. Es gibt eigene Aufstiegsfortbildungen, in denen sich Zahnassistentinnen das nötige Wissen und die Fertigkeiten aneignen. Wer die Abschlussprüfungen erfolgreich besteht, darf sich „Prophylaxe-Assistentin“ oder „Dental-Hygienikerin“ nennen. Nur diese speziell ausgebildeten Fachkräfte sollten sich bei der professionellen Zahnreinigung zu schaffen machen. Fragen Sie daher ruhig nach der Qualifikation der Zahnarzthelferin und lassen Sie sich die entsprechenden Zertifikate zeigen!

2. Ruhige, angenehme Atmosphäre

Im Idealfall findet die Zahnreinigung nicht am gleichen Zahnarztstuhl statt, an dem sonst auch gebohrt wird. Gute Zahnarztpraxen verfügen häufig über ein separates Prophylaxe-Studio, also einen abgetrennten Bereich, der eigens für vorbeugende Zahnbehandlungen reserviert ist. Dort herrscht kein ständiges Kommen und Gehen und die Zahnassistentin kann sich Ihnen in Ruhe zuwenden. Vor allem für Kinder und Angstpatienten ist eine ruhige, entspannte Atmosphäre wichtig.

3. Individuelle Bedarfsermittlung

Bei der Zahnprophylaxe gibt es keinen Standard-Ablauf, denn jeder Patient bringt unterschiedliche Voraussetzungen und unterschiedliche Bedürfnisse mit. Am Anfang steht daher immer der prüfende Blick: Die Assistentin sollte Zähne und Zahnfleisch gründlich in Augenschein nehmen, um Zahnbeläge und mögliche Problemstellen aufzuspüren. Dazu kommen Hilfsmittel wie Sonden und Spiegel zum Einsatz. Meist kann die Assistentin so auch einschätzen, wie es um die tägliche Mundhygiene zu Hause steht. Stellt sie Erkrankungen wie Zahnfleischentzündungen oder Karies fest, wird sie den Patienten an den Zahnarzt verweisen.

4. Maßgeschneiderte Behandlung

Die Zahnreinigung muss immer auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt sein. Um die Zahnsubstanz zu schonen, darf die Fachkraft nicht mehr als nötig schrubben. Darüber hinaus sollten je nach Bedarf die passenden Instrumente zum Einsatz kommen. Bei Zahnstein sind das etwa Ultraschallgeräte und Metallhaken. Weichen Belägen rückt die Zahnassistentin häufig mit speziellen Bürstchen zu Leibe. Verfärbungen, wie sie etwa durch Kaffee oder Nikotin entstehen, kann sie mithilfe von Pulverwasserstrahlgeräten entfernen. Diese Geräte sollte aber nur dort zum Einsatz kommen, wo sie wirklich notwendig sind, weil sie die Zahnoberfläche etwas aufrauen können. Lassen Sie sich den genauen Zweck der eingesetzten Hilfsmittel ruhig erklären!

Patienten in speziellen Lebenssituationen benötigen häufig eine angepasste Behandlung. Dazu zählen etwa:

  • Patienten mit Kronen, Brücken oder Implantaten: Zahnersatz muss ebenso wie „echte“ Zähne gereinigt werden, dabei kommen spezielle Methoden und Hilfsmittel zum Einsatz.
  • Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen: Für sie ist eine besonders schonende Behandlung wichtig ist. Mit einer speziellen Zahnpolitur lässt sich die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen.
  • Schwangere: Wegen der hormonellen Umstellung ist bei werdenden Müttern das Zahnfleisch aufgelockert ist und blutet leichter. Eine sorgsame Prophylaxe ist aber gerade in dieser Situation wichtig, denn Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Frühgeburt!
  • Kinder: Bei ihnen wird die Zahnreinigung besonders schonend durchgeführt. Zusätzlich kann eine Kariesrisikobestimmung sinnvoll sein.

5. Penible Handarbeit

Eine fachgerechte Zahnreinigung funktioniert nicht im Schnellverfahren! Die Assistentin sollte sich penibel von Zahn zu Zahn vorarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit bedürfen dabei die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume, in denen sich gerne Beläge und Zahnstein sammeln. Diesen sollten die Assistentin mit geeigneten Instrumenten wie Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Spezialstreifen zu Leibe rücken. Eine fachgerechte Zahnreinigung bedeutet also Handarbeit – nur so werden die Zähne wirklich gründlich und zugleich schonend gereinigt.
Normalerweise besteht die Zahnreinigung aus 3 Schritten:

  • Grobputz: Zuerst werden Zahnstein, Verfärbungen und weiche Beläge mit geeigneten Hilfsmitteln entfernt – auch in den Zahnzwischenräumen und unter dem Zahnfleischrand.
  • Politur: Mit Gumminäpfen oder rotierenden Bürsten trägt die Assistentin anschließend ein Poliermittel auf die Zähne auf, das für eine glatte Oberfläche sorgt. So können sich Beläge und Bakterien weniger leicht anheften.
  • Schutzlack oder -gel: Zuletzt versorgt die Assistentin die Zähne mit einem fluoridhaltigen Lack oder Gel. Diese Substanzen härten den Zahnschmelz und machen die Zähne widerstandsfähiger gegen die Stoffwechselprodukte von Bakterien.

6. Ausführliche Beratung als Teil der Prophylaxe

Was bei der Zahnprophylaxe keinesfalls fehlen darf, ist eine ausführliche Beratung! Denn eine professionelle Zahnreinigung hat nur dann einen nachhaltigen Nutzen, wenn Sie Ihre Zähne auch zu Hause gründlich pflegen. Die Assistentin sollte Sie daher auf mögliche Schwachpunkte bei der häuslichen Mundhygiene ansprechen und Ihnen Tipps geben, wie Sie es richtig machen. Falls nötig, sollte sie Ihnen die richtige Handhabung von Zahnseide, Interdentalbürstchen & Co am Zahnmodell zeigen.

7. Ausreichender Zeitrahmen

Gut Ding braucht Weile: Für die Prophylaxe-Behandlung – inklusive Beratung – sollte ein genügend langer Zeitrahmen reserviert sein. Je nach Patient dauert eine professionelle Zahnreinigung rund eine Stunde.

8. Kostentransparenz

Eine hochwertige professionelle Zahnreinigung kostet im Schnitt zwischen 90 und 120 Euro. Private Krankenkassen übernehmen häufig die Kosten, gesetzlich Versicherte bezahlen die Behandlung in der Regel selbst. Die Investition lohnt sich aber, denn Zahnerkrankungen können wesentlich höhere Folgekosten verursachen!

Die Zahnarztpraxis sollte Sie vorab informieren, mit welchen Kosten zu rechnen ist. Falls Ihnen die Rechnung hoch erscheint, dann fragen Sie ruhig nach den Gründen.

Prophylaxe: Wellness für die Zähne

Zahnprophylaxe sollte für Sie keinen Stress bedeuten. Im Gegenteil, es handelt sich um ein Wellness-Programm für Ihre Zähne! Ein wichtiges – wenn auch subjektives – Kriterium ist daher, dass Sie das Prophylaxe-Studio mit einem angenehmen Gefühl verlassen.


Inhaltsstoffe von Zahnpasta © Dean Drobot/Shutterstock.com

Inhaltsstoffe von Zahnpasta: Welche gut sind, welche Sie meiden sollten

Parabene, Knochenmehl oder Mikroplastik: Manche Inhaltsstoffe von Zahnpasta wollen Verbraucher lieber nicht im Mund haben. Doch wer weiß schon, was sich hinter den Inhaltsangaben auf der Verpackung verbirgt? Wir haben das „Kleingedruckte“ auf den Zahnpasta-Tuben für Sie unter die Lupe genommen und klären Sie über die wichtigsten Inhaltsstoffe auf. Plus: Welche Zahncremes eignen sich für Veganer?

Inhaltsstoffe von Zahnpasta: Die INCI-Codes

Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta und anderen Kosmetika müssen EU-weit einheitlich deklariert werden. Die Grundlage dafür bilden die sogenannten INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature Cosmetic Ingredients). Das Problem dabei: Für Laien sind die teils englischen, teils lateinischen Fachbegriffe schwer verständlich. In der folgenden Übersicht führen wir die korrekte INCI-Bezeichnung der einzelnen Inhaltsstoffe in Klammern an. Listen mit „Übersetzungen“ der gängigen INCI-Codes finden Sie auch im Internet.

Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta im Überblick

Die typischen Inhaltsstoffe von Zahnpasta lassen sich folgenden Gruppen zuordnen:

1. Putzkörper und Schleifpartikel

Putzkörper sind feinste Partikel, die Beläge und Bakterien beim Zähneputzen rein mechanisch von den Zähnen abrubbeln. Dabei sollen sie den Zahnschmelz möglichst schonen. Was häufig eine Gratwanderung ist: Gerade weißmachende (Wightening) Zahnpasten enthalten oft sehr aggressive Schleifpartikel, die bei regelmäßiger Anwendung die Zahnoberfläche aufrauen. Wie groß der „Schmirgel-Effekt“ ist, wird durch den sogenannten RDA-Wert (Relative-Dentine-Abrieb) angegeben. Zahnpasten mit einem RDA-Wert von mehr als 80 sollten Sie besser meiden – vor allem wenn Sie zu schmerzempfindlichen Zähnen neigen. Zahncremes mit hohem RDA-Wert enthalten oft Schleifmittel wie:

  • Titandioxid (Titanium Dioxide)
  • Aluminiumoxid (Alumina)

Sanfter zu den Zähnen sind folgende Putzkörper:

  • Kieselsäure (Hydrated Silica / Siliciumdioxide)
  • Kreide (Calciumcarbonate)

Auch Mikroplastik-Kügelchen wurden einige Zeit als schonende Alternative zu aggressiven Putzkörpern angepriesen. Sie sind aber bedenklich, weil sie in das Körpergewebe eindringen und sich dort anreichern können! Mikroplastik verbirgt sich hinter folgenden Bezeichnungen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)

2. Waschaktive Substanzen und Schaumbildner

Waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside, lockern die Zahnbeläge auf und sorgen dafür, dass sie sich besser abbürsten lassen. Sie sind außerdem für den typischen „Schaum“ verantwortlich. Darin sind die abgelösten Partikel gebunden, so dass wir sie anschließend ausspucken können.

Folgende Inhaltsstoffe von Zahnpasta zählen zu den waschaktiven Substanzen:

  • Natriumlaurylsulfat (SLS, Sodium Lauryl Sulfate)
  • Kokosbetain (Cocamidopropyl Betaine)

Natriumlaurylsulfat hat zusätzlich eine leicht antibakterielle Wirkung und ist für die meisten Menschen gut verträglich. Bei manchen Anwendern kann es allerdings Irritation der Mundschleimhaut oder allergische Reaktionen hervorrufen.

3. Fluoride

Fluoride wie Aminfluorid oder Zinkfluorid tragen dazu bei, den Zahnschmelz zu härten. Sie schützen unsere Zähne so vor Säureangriffen – zum Beispiel durch die Stoffwechselprodukte von Karies-Bakterien, die Zucker zu Säuren umwandeln. Aus diesem Grund wirken Fluoride kariesvorbeugend. Sie verbergen sich hinter Bezeichnungen wie:

  • Sodium Fluoride
  • Sodium Monofluorophosphate
  • Olaflur

Wenn man größere Mengen davon schluckt, können Fluoride gesundheitsschädlich sein. Deshalb sollte Kinder-Zahnpasta einen maximalen Fluorid-Gehalt von 500 ppm haben.

4. Antibakterielle und entzündungshemmende Stoffe

Diese Stoffe hemmen das Bakterienwachstum und beugen so Zahnfleischentzündungen und Karies vor. Antibakteriell wirken unter anderem folgende Inhaltsstoffe von Zahnpasta:

  • Chlorhexidin (Chlorhexidine Digluconate, CHX)
  • Zink-Verbindungen wie Zinklaktat, Zinkchlorid (Zinc Lactate, Zinc Chloride)
  • Zinnpyrophosphate (Stannous Pyrophosphate)
  • Triclosan (Triclosan, TCS)

Triclosan ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Die Substanz, die auch als Desinfektionsmittel zum Einsatz kommt, wirkt möglicherweise krebserregend und kann zur Resistenz-Bildung bei Bakterien beitragen. Sicherer ist es, Triclosan in Zahnpasta zu vermeiden – zumal es ausreichend unbedenkliche Alternativen gibt.

5. Desensibilisierend wirkende Stoffe

Diese Substanzen findet man häufig in Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne (Sensitive-Zahncremes). Sie sollen die Beschwerden lindern, indem sie die Dentin-Oberfläche versiegeln oder die Reiz-Weiterleitung unterbinden. Häufig verwendet man:

  • Kaliumnitrat (Potassium Nitrate)
  • Zink-Karbonat-Hydroxylapatit (Hydroxylapatit)
  • Strontium-Salze (Strontium Chloride, Strontium Acetate)

6. Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe machen die Zahnpasta haltbar und schützen vor Qualitätsverlust. Man erkennt sie an Bezeichnungen wie:

  • Sorbinsäure (Sorbic Acid)
  • Benzylalkohol (Benzyl Alcohol)
  • Parabene wie Methylparaben, Propylparaben (Sodium Methylparaben, Propylparaben)

Parabene gelten als problematisch, denn sie können eine hormonartige Wirkung auf den Körper entfalten. Weil die Verbraucher in den letzten Jahren für dieses Thema sensibilisiert wurden, haben viele Hersteller ihre Rezepturen inzwischen umgestellt. Als unbedenklich gelten etwa Sorbinsäure oder Benzylalkohol.

7. Feuchthaltemittel

Feuchthaltemittel verhindern, dass die Zahnpasta austrocknet, selbst wenn sie einmal offen liegen bleibt. Auf unsere Gesundheit haben sie in der Regel keinen Einfluss. Am häufigsten verwendet man:

  • Glycerin (Glycerine)
  • Sorbitol (Sorbitole)

8. Binde- und Verdickungsmittel

Diese Stoffe sind für die pasten- oder gelartige Konsistenz verantwortlich und verhindern, dass sich im Inneren der Tube Wasser absetzt. Zu dieser Gruppe zählen:

  • Xanthan (Xanthan Gum)
  • Carrageen (Carrageenan)
  • Polyethlyenglykole (PEG, z.B. PEG-6)

Als problematisch gelten die Polyethylenglykole (PEG), weil sie Haut und Schleimhäute durchlässiger machen. Das kann bei Kosmetika einerseits erwünscht sein, um bestimmte Wirkstoffe einzuschleusen. Doch auch schädliche Stoffe können so besser aufgenommen werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte PEG daher besser vermeiden.

9. Geschmacks- und Aromastoffe

Viele Inhaltsstoffe von Zahnpasta schmecken oder riechen nicht besonders gut. Deshalb wird Zahnpasta oft eine Reihe von Geschmacks- und Aromastoffen zugesetzt, wie etwa:

  • Süßstoffe (z.B. Sorbit, Saccharin, Xylit)
  • Öle und ätherische Öle wie Pfefferminz-Öl (Mentha Viridis Leaf Oil), Menthol oder Eukalyptus-Öl (Eucalyptol)

Der Zuckeraustauschstoff Xylit wirkt zusätzlich antibakteriell und ist daher vorteilhaft. Ätherische Öle werden vor allem in Naturkosmetika gerne eingesetzt. Manche davon haben neben ihrer eigentlichen Funktion als Aromastoff auch eine schwach antibakterielle Wirkung.

Welche Inhaltsstoffe von Zahnpasta sind für Veganer geeignet?

Immer mehr Patienten legen Wert darauf, dass ihre Zahnpasta garantiert „tierfrei“ ist. Leider sind Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs schwer zu erkennen. Denn die INCI-Bezeichnungen geben keine Auskunft über den Herstellungsprozess! So werden Glycerin und waschaktive Substanzen (Tenside) konventionell aus Rindertalg hergestellt, können aber auch aus pflanzlichen Fetten und Ölen gewonnen werden.

Häufige nicht vegane Inhaltsstoffe von Zahnpasta sind:

  • Knochenmehl als Putzkörper
  • Lactoferrin (aus Kuhmilch) und Chitosan (aus Schalentieren) als antibakteriell wirksame Stoffe
  • Bienenwachs und Bienenpollen als pflegende Substanzen

Am einfachsten ist es für Veganer, sich beim Zahnpasta-Kauf an anerkannten Zertifikaten wie dem V-Label oder der „Vegan-Blume“ zu orientieren.

Putztechnik wichtiger als Inhaltsstoffe

Sie sorgen sich, ob Sie auch wirklich die ideale Zahncreme verwenden? Für die Gesundheit Ihrer Zähne sind weniger die Inhaltsstoffe der Zahnpasta entscheidend, sondern vielmehr Ihre Putzgewohnheiten und Ihre Putztechnik! Falls Sie zu Allergien oder schmerzempfindlichen Zähnen neigen, dann lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt oder der Zahnpflege-Assistentin beraten, welche Zahncreme für Sie geeignet ist.

 

Fotoquelle Titelbild: Dean Drobot/Shutterstock.com


Schlechter Atem © Roman Samborskyi / shutterstock.com

14 SOS-Maßnahmen, wie Sie schlechten Atem rasch wieder los werden

Schlechter Atem ist peinlich, aber weit verbreitet: Ein herzhafter Döner oder einige Gläschen Wein machen sich bei fast jedem durch die berühmt-berüchtigte „Fahne“ bemerkbar. Wir verraten Ihnen 14 Sofort-Maßnahmen, wie Sie üblen Mundgeruch rasch beseitigen.

Wie entsteht schlechter Atem?

Von der Ursache hängt es ab, wie man übelriechenden Atem wieder los wird! Die wichtigsten Quellen von Mundgeruch sind:

Schlechter Atem durch Nahrungs- und Genussmittel

Manchmal hängt schlechter Atem ganz einfach mit unserer Ernährung zusammen. Die bekannten „Übeltäter“ sind Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol und Kaffee. Auch Zigaretten machen sich noch einige Zeit in der Atemluft bemerkbar. In solchen Fällen ist Mundgeruch nur vorübergehend und kein wirkliches medizinisches Problem – unangenehm ist er aber trotzdem. Vor allem, wenn ein Kundentermin ansteht oder Sie in einer geselligen Runde zusammen sitzen.

Schlechter Atem durch Fäulnis-Bakterien

Leidet man häufig unter Mundgeruch und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen, sind meist Bakterien im Mundraum dafür verantwortlich. Bestimmte Bakterienstämme bauen Essensreste sowie abgestorbene Zellen ab und setzen dabei Schwefelgase frei, die unsere Nase als unangenehm fauligen Geruch registriert. Das Tückische daran: Für die eigenen Körperausdünstungen haben wir oft keinen „Riecher“, weil wir an sie gewöhnt sind. Andere Menschen nehmen den schlechten Atem aber sehr wohl wahr.

Schlechter Atem durch Mundtrockenheit

Unser Speichel enthält an sich natürliche Abwehrstoffe gegen Bakterien. Wer unter Mundtrockenheit leidet, hat daher zugleich oft schlechten Atem! Mundtrockenheit entsteht häufig durch Flüssigkeitsmangel, überheizte Räume, Erkältungskrankheiten oder bestimmte Medikamente. Auch bei Stress und Nervosität fährt unser Körper gerne die Speichelproduktion zurück.

Schlechter Atem: Diese SOS-Maßnahmen helfen

Um angenehmen Mundgeruch kurzfristig zu überdecken oder zumindest zu reduzieren, können Sie Folgendes tun:

  • Zähne putzen: Falls Sie die Möglichkeit dazu haben, dann greifen Sie am besten zur Zahnbürste, um Geruchsquellen wie Essensreste und Bakterien zu beseitigen. Zahnpasta mit Minze oder Menthol erfrischt zusätzlich den Atem und überdeckt kurzzeitig unangenehme Gerüche.
  • Zunge putzen: Auf der rauen Oberfläche der Zunge fühlen sich Bakterien besonders wohl, auch winzige Essensreste bleiben noch eine Weile daran haften. Sie können schlechten Atem daher reduzieren, indem Sie die Zungenbeläge mit einem speziellen Zungenschaber entfernen. Tun Sie das regelmäßig, dann beseitigen Sie schlechte Gerüche nicht nur, sondern beugen ihnen auch vor.
  • Gründlich mit Wasser spülen: Wenn Zähneputzen nicht möglich ist, können Sie als Sofort-Maßnahme zumindest den Mund mit reichlich Wasser ausspülen. Dadurch reduzieren Sie die Übeltäter, die für die „Fahne“ verantwortlich sind.
  • Mundspülungen: Mundspülungen und Mundspül-Lösungen sind ein beliebtes Mittel gegen Mundgeruch. Einige davon beruhen auf Inhaltsstoffen wie Minze oder Menthol, die üble Gerüche zwar nur für eine Weile überdecken, als SOS-Maßnahme aber gut wirksam sind. Andere enthalten Wirkstoffe wie Chlorhexidin, die bakterienhemmend wirken und so bei wiederkehrendem Mundgeruch helfen sollen. Leider können diese Wirkstoffe nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigen daher auf Dauer auch die gesunde Mundflora. Solche Mundspülungen sollten Sie nur dann regelmäßig verwenden, wenn es Ihnen der Zahnarzt oder die Zahnpflege-Assistentin empfohlen hat.
  • Mit Salzlösungen spülen: Schonender als antibakterielle Mundspülungen sind Salzlösungen zum Gurgeln. Salz hemmt ebenfalls schädliche Bakterien, fügt dabei aber der natürlichen Mundflora weniger Schaden zu.
  • Mundspülungen mit Teebaumöl: Das ätherische Öl aus den Blättern des Teebaums wirkt stark antibakteriell und desinfizierend. Es hat darüber hinaus einen äußerst intensiven Geruch, der sogar Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe zu überdecken vermag. Vorsicht: In hoher Konzentration reizt Teebaumöl die Mundschleimhaut. Geben Sie daher nur wenige Tropfen in einen Becher Wasser und gurgeln Sie mit der so entstandenen Lösung.
  • Kaugummis, Bonbons und Pastillen: Diese kleinen Helfer passen in jede Tasche und sind daher ein bewährtes Notfall-Mittel bei schlechtem Atem. Ihre Wirkung beruht einerseits auf Inhaltsstoffen wie Pfefferminze, Menthol und Eukalyptus, die schlechte Gerüche vorübergehend überlagern. Andererseits regen Kaugummis & Co die Speichelproduktion an und sorgen so für ein bakterienhemmendes Milieu im Mund.
  • Zitrusfrüchte: Auch frischer Zitronen- oder Orangensaft fördert die Speichelbildung. Wegen der enthaltenen Säure sollten Sie unmittelbar danach aber nicht Zähne putzen!
  • Joghurt essen: Joghurt enthält wertvolle Milchsäure-Bakterien, die nicht nur der Darmflora gut tun. Sie helfen auch gegen schlechten Atem, weil sie schädliche Fäulnis-Bakterien in Schach halten.
  • Gewürze kauen: Im Gewürzregal finden Sie zahlreiche Hausmittel gegen Mundgeruch. Eine bewährte Maßnahme ist etwa das Kauen von Gewürznelken. Ebenfalls helfen können Anis, Fenchel, Kardamom, Wacholderbeeren, Zimt oder Ingwer. Diese Gewürze wirken antibakteriell und überdecken mit ihren intensiven Aromen schlechte Gerüche.
  • Hilfe aus dem Kräutergarten: Falls Ihnen Gewürze in Reinform zu intensiv sind, können Sie es auch mit Küchenkräutern probieren. Frische Petersilie neutralisiert Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe. Alternativ dazu können Sie mit Salbei-, Kamillen- oder Basilikum-Tee gurgeln.
  • Schwarztee trinken: Schwarztee hat einen hohen Anteil an Polyphenolen, die schädliche Bakterien hemmen. Er fördert daher die Mundgesundheit – auch wenn er bei regelmäßigem Genuss leider die Zähne verfärben kann.
  • Mit Oliven- oder Sesamöl spülen: Auch Pflanzenöle wirken antibakteriell und können daher üble Gerüche aus dem Mund bekämpfen. Nehmen Sie einen Esslöffel Öl in den Mund und ziehen Sie die Flüssigkeit langsam von einer Seite zur anderen.
  • Regelmäßig essen: Nicht nur bestimmte Nahrungsmittel, sondern auch Diäten und Fastenkuren sind manchmal für Mundgeruch verantwortlich. Der Grund: In Hungerphasen setzt der Körper den Stoff Aceton frei, den man im Atem riecht. Außerdem wird weniger Speichel produziert, wenn es nichts zu kauen gibt. In solchen Fällen kann schon eine kleine Mahlzeit schlechten Atem reduzieren.
    Schlechter Atem: Wann SOS-Maßnahmen nicht ausreichend sind

Alle diese Mittel und Maßnahmen sind nur als „Erste Hilfe“ zu verstehen, um unangenehme Gerüche aus dem Mund rasch zu beseitigen oder zumindest zu überdecken. Bei Knoblauch- oder Zwiebel-Aromen ist das in der Regel schon ausreichend. Falls Sie regelmäßig – und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen – unter Mundgeruch leiden, sollten Sie aber die Ursachen dafür ergründen.

Möglicherweise pflegen Sie Ihre Zähne zu wenig sorgfältig und überlassen dadurch Müffel-Bakterien das Feld. Vor allem an schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen finden diese Keime ideale Bedingungen vor. Sind einmal feste Zahnbeläge entstanden, dann ist den Übeltätern mit Zahnbürste, Zahnseide oder Mundspülungen kaum noch beizukommen. In solchen Fällen hilft nur eine professionelle Zahnreinigung.

Auch Zahnerkrankungen können zugrunde liegen

Schlechter Atem kann auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Zahnwurzelentzündungen, Abszesse oder Fisteln in der Mundhöhle sein. Feststellen kann das nur der Zahnarzt. Anhaltender Mundgeruch, der auch durch gute Zahnhygiene nicht in den Griff zu bekommen ist, sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden!

 

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Ernährung © shutterstock / SunCity

Der Einfluss von Ernährung auf Ihre Zähne

Paleo, Low Carb & vegane Ernährung: Gut oder schädlich für die Zähne?

Dass eine zuckerreiche Ernährung schlecht für die Zähne ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch wie steht es um alternative Ernährungsformen wie Veganismus, Paleo (auch bekannt als Steinzeit-Diät), Low Carb oder Rohkost, die derzeit in aller Munde sind? Sind sie gut für unsere Zähne, wie es ihre Anhänger behaupten, oder gar schädlich, wie manche Kritiker meinen? – Ein Fakten-Check aus zahnärztlicher Sicht.

Ernährung und Zähne – ein schwieriges Thema für die Wissenschaft

Essen soll uns heute nicht einfach nur satt machen, sondern auch gesünder, schöner und glücklicher. Vor allem im Internet verbreiten sich Ernährungstrends wie Veganismus, Paleo-Diät oder Low Carb in Windeseile – und mit ihnen die Heilsversprechen ihrer Anhänger.

Doch häufig widersprechen sich die Empfehlungen: Mal wird eine rein pflanzliche Ernährung in den Himmel gelobt, dann wieder werden Kohlenhydrate verdammt. Wer soll da als Laie noch durchblicken? Zu Ihrer Beruhigung: Auch die Wissenschaft tut es
nicht. Denn in der Forschung mahlen die Mühlen etwas langsamer als in der virtuellen Welt. Wie sich moderne Ernährungstrends auf Dauer wirklich auf die Zahngesundheit auswirken, wissen wir derzeit nicht mit völliger Sicherheit.

Worüber sich Zahnärzte in Sachen Ernährung aber einig sind:

  • Süß und klebrig ist Gift für die Zähne. Denn Karies-Bakterien lieben Zucker und wandeln ihn in Säuren um, die unsere Zahnsubstanz angreifen. Besonders schädlich sind klebrige Süßigkeiten wie Honig oder Karamell, die sich wie Kleister um die Zähne legen.
  • Sauer ist leider nicht so lustig für unsere Zähne: Die in Früchten, Essig oder Softdrinks enthaltenen Säuren lösen Mineralstoffe aus der Zahnsubstanz und bauen sie so nach und nach ab.
  • Damit Zähne und Kiefer gesund bleiben, muss unsere Nahrung die wichtigsten „Zahn-Baustoffe“ in ausreichenden Mengen enthalten. Außerordentlich wichtig für den Aufbau und den Erhalt der Zahnsubstanz sind Kalzium, Vitamin D, Phosphate und Fluorid. Es gibt darüber hinaus eine Reihe weiterer Vitamine und Mineralstoffe, die Einfluss auf die Zahngesundheit haben.

Die Eckpfeiler einer zahngesunden Ernährung sind also wenig Zucker, nicht zu viele Säuren und eine ausgewogene Nährstoff-Zufuhr. Inwieweit entsprechen die aktuellen Ernährungstrends diesen Empfehlungen?

Vegane und vegetarische Ernährung

Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch, Veganer auf tierische Produkte aller Art. Ausschlaggebend sind oft nicht gesundheitliche, sondern ethische Gründe. Trotzdem sind viele Vegetarier und Veganer überzeugt, auch ihrem Körper damit Gutes zu tun.

Bedenklich ist aus zahnärztlicher Sicht vor allem eines: ein möglicher Mangel an wichtigen Nährstoffen. Vitamin B12 etwa ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Kritisch kann es auch bei Nährstoffen wie Vitamin D, Eisen, Jod oder Zink werden, die in pflanzlichen Produkten in geringeren Mengen enthalten oder für den Körper schlechter verfügbar sind. Darüber hinaus riskieren Veganer einen Mangel an dem essentiellen „Zahn-Baustoff“ Kalzium, während Vegetarier, die Milchprodukte zu sich nehmen, hier meist ausreichend versorgt sind.

Milchprodukte wie Käse haben zudem einen weiteren Vorteil für die Zähne: Sie neutralisieren Säuren und bilden dank Fetten und Proteinen eine gewisse Schutzschicht, die Bakterien das Anheften erschwert.

Automatisch schlecht für die Zahngesundheit muss eine vegane oder vegetarische Ernährung nicht sein, wenn man genügend Nährstoffe zu sich nimmt – gegebenenfalls über Nahrungsergänzungsmittel.

Zudem hängt viel von den individuellen Ernährungsgewohnheiten ab: Wer auf tierische Produkte verzichtet, um dafür bei Süßigkeiten, Obst, Smoothies und Fruchtsäften umso kräftiger zuzulangen, tut seinen Zähnen nichts Gutes. Weniger kariesfördernd sind ballaststoffreiche, zuckerarme Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen. Knackiges Gemüse hat gegenüber Smoothies und Säften auch den Vorteil, dass kräftiges Kauen die Speichelbildung anregt. Im Speichel sind Stoffe enthalten, die das Bakterienwachstum hemmen, dadurch wird Karies und Zahnfleisch-Entzündungen entgegengewirkt.

Paleo-Ernährung

Anhänger der sogenannten Paleo-Ernährung oder „Steinzeit-Diät“ versuchen so zu essen, wie es unsere Vorfahren (vermutlich) taten. Sie streichen daher Milchprodukte, Zucker und Getreide von ihrem Speiseplan, während Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen erlaubt sind.

Ein unumstrittener Pluspunkt für die Zahngesundheit ist der Verzicht auf Süßigkeiten und Weißmehl-Produkte wie Brot und Nudeln. Denn die in Getreide enthaltene Stärke nährt ebenfalls Karies-Bakterien, in Weißmehl-Produkten ist sie besonders rasch verfügbar. Paleo-Anhänger haben also teilweise Recht damit, dass Karies eine vermeidbare „Zivilisationskrankheit“ ist. Natürlich spielen auch weitere Faktoren wie die genetische Veranlagung eine Rolle.

Allerdings verzichten moderne Steinzeit-Menschen auf die schützende Wirkung von Milchprodukten auf die Zähne. Zumindest der Kalzium-Bedarf lässt sich aber auch über Lebensmittel wie Fisch, Eier und verschiedene Obst- und Gemüsesorten decken.

Low Carb-Diäten

Unter „Low Carb“ versteht man die Reduktion oder den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate, wobei diese Grundregel unterschiedlich streng gehandhabt wird. Anhänger dieser Ernährungsform erhoffen sich oftmals, auf diese Weise Gewicht zu verlieren oder ihr Gewicht zu halten.

Low Carb-Diäten ähneln der Paleo-Ernährung darin, dass Zucker und Weißmehl durchwegs vom Speiseplan gestrichen sind. Anders als bei der „Steinzeit-Diät“ zählen Milchprodukte wie Quark und Käse aber zu den erlaubten Nahrungsmitteln und werden oft sogar in erhöhten Mengen konsumiert.

Günstig für die Zähne ist der Verzicht auf Zucker und Stärke – vor allem wenn stattdessen ballaststoffreiche Lebensmittel und kalziumreiche Milchprodukte am Speisezettel stehen.
Doch auch wenn der Zahnarzt grünes Licht gibt: Ernährungsexperten haben berechtigte Zweifel, ob eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung generell empfehlenswert ist, denn unsere Muskeln und unser Gehirn nutzen Kohlenhydrate als bevorzugte Energiequelle!

Ein möglicher Nachteil aus zahnärztlicher Sicht: Wer häufig säurehaltige Früchte als „erlaubte“ Kohlenhydrate zu sich nimmt, setzt seine Zähne auch vermehrt Säureangriffen aus.

Rohkost-Ernährung

Rohkost-Anhänger verzichten auf gekochte Mahlzeiten, Brot und sämtliche Lebensmittel, die bei der Verarbeitung erhitzt wurden. Sie halten das für gesünder, weil viele wichtige Nahrungsbestandteile wie Vitamin C, Folsäure oder Biotin durch Erhitzen verloren gehen.

Damit haben sie zwar recht. Aber: Es gibt auch Vitamine, die unser Körper besser verwerten kann, wenn wir Lebensmittel erhitzen – beispielsweise Vitamin E oder Vitamin A. Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität in Gießen haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass Rohköstler zu einem Mangel an Eisen, Magnesium, Calcium, Vitamin D, Vitamin B2 und Vitamin B12 neigen. Das kann auf Dauer auch der Zahngesundheit schaden.

Nicht nur Ernährung, auch Zahnpflege ist entscheidend

Fakt ist: Das Thema Ernährung erhitzt die Gemüter vieler gesundheitsbewusster Menschen. Aus zahnärztlicher Sicht ist aber keine der hier besprochenen Ernährungsformen grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“.

Denn egal ob Veganer, Rohköstler, Paleo-Anhänger, Low Carb- oder „Normal-Esser“: Es gibt bei allen diesen Ernährungsformen eine große Spannweite individueller Auslegungen.

Entscheidend ist darüber hinaus, wie Sie Ihre Zähne anschließend pflegen! Beispielsweise hält sich die schädliche Wirkung von Fruchtsäuren auf die Zähne in Grenzen, wenn Sie Ihren Mund nach dem Genuss von Obst mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten.

 

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Zahnpflege de luxe: Was nützen Zahnseide, Mundwasser und Co?

Die gute alte Zahnbürste hat Gesellschaft bekommen: In den Regalen der Drogeriemärkte reihen sich Zahnseide, Mundwasser, Munddusche, Zungenschaber und zahlreiche weitere Utensilien neben ihr ein. Doch muss man das wirklich alles benutzen? Welche Zahnpflege-Hilfsmittel sinnvoll sind und was Luxus oder gar schädlich ist, klären wir in diesem Artikel.

Zahnpflege: Warum die Zahnbürste nur ein grobes Hilfsmittel ist

Zweimal täglich zwei Minuten Zähneputzen: So sieht die durchschnittliche Zahnpflege-Routine in vielen deutschen Badezimmern aus. Wirklich sauber werden die Zähne dadurch nicht. Denn mit der Zahnbürste kommen wir leider nur an die freien Flächen unserer Zähne heran, die Zahnzwischenräume bleiben von den Borsten verschont. Und diese Zwischenräume können bis zu 30 Prozent der gesamten Zahnoberflächen ausmachen! Es ist, als ob Sie mit einem viel zu großen Besen einen verwinkelten Raum kehren: Auch wenn Sie sich noch so anstrengen, sammelt sich in sämtlichen Ecken und Ritzen Staub und Schmutz.

In unseren Zahnzwischenräumen indes sammeln sich Essensreste, die zusammen mit Speichel und Bakterien einen klebrigen Belag bilden, den sogenannten Plaque. Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, dann können sich die Bakterien darin ungestört vermehren und mit ihren Stoffwechselprodukten Zahnschmelz und Zahnfleisch angreifen.

Zahnseide: Was bringt sie wirklich?

Genau deshalb empfehlen Zahnärzte schon seit jeher, einmal täglich Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume zu verwenden. Doch in den letzten Jahren ist dieser Tipp etwas in Verruf geraten. Vor allem im Internet finden sich kritische Artikel, in denen Zahnseide als nutzlos oder gar schädlich bezeichnet wird. Das hat zahlreiche Anwender verunsichert.

Fakt ist: Es gibt derzeit zu wenig wissenschaftliche Belege dafür, dass Zahnseide zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen wirklich nützt. Das liegt daran, dass die bestehenden Studien von schlechter Qualität sind. Es wurden zu wenige Personen über einen zu kurzen Zeitraum hinweg beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studien erfüllen daher nicht die strengen wissenschaftlichen Standards. Es gibt andererseits auch keine Belege dafür, dass Zahnseide wirkungslos ist!

Die deutsche Bundeszahnärztekammer empfiehlt ihre Verwendung daher weiterhin. Auch die praktische Erfahrung von Zahnärzten spricht dafür: So können wir beobachten, dass Karieso bei Erwachsenen vor allem in den Zahnzwischenräumen auftritt, wesentlich seltener an den freien Flächen der Zähne. Deshalb brauchen die Bereiche zwischen unseren Zähnen mehr Aufmerksamkeit. Mit Zahnseide gelingt es, auch diese schwer zugänglichen Stellen von Belägen zu reinigen.

Erhältlich ist Zahnseide (die übrigens aus Kunstfaser besteht) in gewachster oder ungewachster Form. Die ungewachste Variante quillt im Mund stärker auf und entfernt so Beläge effektiver, die gewachste Variante ist aber einfacher in der Handhabung. Darüber hinaus gibt es bereits vorgeschnittene, aufgespannte Fäden mit einem flauschigen oder stärkeren Mittelteil („Superfloss“). Sie sind ideal zur Reinigung größerer Zwischenräume oder den Bereichen unter Zahnspangen, Implantaten und Brücken.

Gibt es Alternativen zu Zahnseide?

Manche Menschen kommen mit Zahnseide nicht gut zurecht, denn das Hantieren mit ihr erfordert etwas Geschick und Feingefühl. Hängt Ihre Zahngesundheit am sprichwörtlichen seidenen Faden, wenn Sie auf eben diese verzichten? Zum Glück gibt es zur Reinigung der Zahnzwischenräume ein weiteres effektives Hilfsmittel: Interdentalbürstchen.

Diese Bürstchen sehen wie ein „Mini-Flaschenreiniger“ aus und erfüllen prinzipiell den gleichen Zweck wie Zahnseide: Ihre zarten Borstenbüschel dringen in den Bereich zwischen den Zähnen ein und entfernen die dort anhaftenden Beläge.

Was effektiver ist – Zahnseide oder Interdentalbürstchen – lässt sich nicht pauschal sagen, denn das hängt auch von der Größe der Zwischenräume ab. Vor allem bei jungen Menschen stehen die Zähne oft so eng zusammen, dass mit Interdentalbürstchen nicht viel auszurichten ist. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Zwischenräume aber meist, und dann können Interdentalbürstchen sogar effektiver sein, weil sich mit ihnen auch „um die Ecke“ putzen lässt. Besonders empfehlenswert sind sie für Parodontitis-Patienten. Auch Zahnspangen- oder Implantat-Träger können von den kleinen Bürstchen sehr profitieren.

Interdentalbürstchen gibt es in mehreren Formen, Ausführungen und Stärken, die für unterschiedlich große Zahnzwischenräume geeignet sind.

Brauche ich weitere Zahnpflege-Utensilien?

Im Fachhandel findet sich eine Reihe weiterer Zahnpflege-Produkte. Die bekanntesten stellen wir Ihnen hier kurz vor:

Zungenschaber

Neben der eigentlichen Zahnpflege kann es auch sinnvoll sein, die Zunge einmal täglich von Belägen zu reinigen. Denn auf ihrer rauen Oberfläche nisten sich gerne Bakterien ein, die unter anderem für Mundgeruch verantwortlich sind. Prinzipiell können Sie zur Zungenreinigung auch eine weiche Zahnbürste verwenden. Viele Menschen empfinden Zungenschaber aber gerade im hinteren Bereich der Zunge als angenehmer, weil sie flacher sind und daher keinen Würgereiz hervorrufen.

Mundwasser und Mundspülungen

Hier ist es wichtig, ein paar Unterscheidungen zu treffen:

  • Mundwasser ist beliebt: Einmal kräftig gegurgelt, und schon fühlt man sich erfrischt. Doch dieses Gefühl kann trügerisch sein! Denn Mundwasser enthält erfrischende Essenzen wie Minze oder Menthol, aber keine eigentlichen Wirkstoffe. Es kann schlechte Gerüche nur kurzzeitig überdecken, beseitigt aber nicht ihre Ursachen.
  • Kariesvorbeugende Mundspülungen enthalten dagegen Wirkstoffe wie Zinnfluorid oder Aminfluorid, die Zahnbelägen vorbeugen und bestehende Beläge lockern. Sie tun das aber nicht so effektiv wie Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Sinnvoll können sie in manchen Situationen trotzdem sein: Etwa wenn die Möglichkeit fehlt, sich die Zähne zu putzen, oder zur unterstützenden Zahnpflege bei älteren und behinderten Menschen. Empfehlenswert sind diese Spülungen auch für Träger von festsitzenden Zahnspangen sowie für Patienten mit Parodontitis oder freiliegenden Zahnhälsen. Allerdings nicht statt, sondern zusätzlich zur normalen Zahnpflege-Routine!
  • Medizinische Mundspülungen enthalten keimtötende Wirkstoffe, in der Regel Chlorhexidin. Diese Substanz tötet nachweislich Bakterien ab, die Karies oder Parodontitis hervorrufen. Der Wirkstoff kann aber nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigt daher auch die eigentlich gesunde Mundflora! Auf Dauer kann er außerdem zu Verfärbungen an den Zähnen führen, die sich durch eine professionelle Zahnreinigung aber entfernen lassen. Es spricht nichts gegen eine kurzzeitige Anwendung, wenn sich Ihr Zahnfleisch leicht entzündet hat. Längerfristig sollten Sie medizinische Mundspülungen aber nur verwenden, wenn Ihr Zahnarzt es Ihnen empfiehlt.

Mundduschen

Als Mundduschen bezeichnet man Geräte, die mithilfe eines Wasserstrahls Essensreste oder Zahnbeläge entfernen sollen. Sie können das aber nur, wenn die Beläge zuvor gelockert wurden. Schließlich sind diese Geräte kein Hochdruckreiniger! Mundduschen taugen daher bestenfalls als zusätzliches Zahnpflege-Hilfsmittel, Zahnbürste & Co können sie nicht ersetzen.

Zahnpflege-Utensilien: Richtige Anwendung entscheidet über den Erfolg

Ob Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Mundspülungen: Was nützlich ist, kann bei falscher Anwendung auch Schaden anrichten. Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie bei Ihrer täglichen Zahnpflege alles richtig machen, dann sprechen Sie doch beim nächsten Kontrolltermin Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnprophylaxe-Fachkraft an!

 

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Zahnbürste © shutterstock / bbernard

Was Sie bei der Auswahl der richtigen Zahnbürste beachten sollten

Wie finde ich bloß die Richtige? Falls Sie sich vor dem Drogerie- oder Supermarkt-Regal schon einmal diese Frage gestellt haben, sind Sie nicht allein: Die Auswahl einer geeigneten Zahnbürste überfordert viele Menschen, denn das Angebot ist immens und auch für Profis kaum noch zu überblicken. Doch die perfekte Zahnbürste gibt es in Wahrheit nicht – das Modell muss ganz einfach zu Ihnen passen. Lesen Sie hier, auf welche Kriterien es wirklich ankommt!

Elektrisch oder manuell – das ist Geschmackssache

Wollen Sie lieber manuell oder mit elektrischer Unterstützung putzen? Das ist die erste Grundsatzentscheidung, die Sie zu treffen haben. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Grundsätzlich werden die Zähne sowohl mit einer „normalen“ Handzahnbürste als auch mit einer elektrischen Zahnbürste sauber – vorausgesetzt, Sie beherrschen die richtige Putztechnik.

Elektrische Zahnbürsten nehmen Ihnen aber einen Teil der Arbeit ab. Sie brauchen den Bürstenkopf bloß von Zahn zu Zahn zu führen, die eigentlichen Putzbewegungen erledigt die Bürste von allein. Für kleinere Kinder und alle Personen, die mit ihrer Feinmotorik Probleme haben, kann das ein Vorteil sein. Zusätzlich verfügen viele Modelle über eine automatische Druckkontrolle und geben ein Warnsignal, wenn Sie zu heftig schrubben und dadurch Ihr Zahnfleisch gefährden.

Nachteilig ist aber der höhere Preis. Nicht nur in der Anschaffung ist eine elektrische Zahnbürste erheblich teurer, auch der Austausch der Bürstenköpfe ist mitunter eine kostspielige Angelegenheit. Mit einer gewöhnlichen Handzahnbürste schonen Sie dagegen Ihren Geldbeutel und erzielen bei richtiger Handhabung ähnlich gute Ergebnisse. Zudem sind Sie nicht auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen, das kann gerade auf Reisen ein Vorteil sein.

Eindeutig besser ist keines der beiden Systeme. Ob Sie elektrisch oder manuell putzen – entscheidend sind die Qualitätsmerkmale der Zahnbürste sowie die korrekte Putztechnik.

Was eine gute Handzahnbürste ausmacht

Handzahnbürsten gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben. Sie haben gerade oder geschwungene Griffe, die Bürstenköpfe sind unterschiedlich groß und die Borsten mal gleichmäßig, mal in verschiedenen Längen angeordnet. Auf viele dieser Details kommt es in Wahrheit gar nicht an. Achten Sie beim Kauf in erster Linie auf folgende Eigenschaften:

  • Kleiner Bürstenkopf: Zwar können Sie mit einem größeren Bürstenkopf gleich mehrere Zähne auf einmal putzen. Doch schwer zugängliche Stellen wie die Außenseiten der Backenzähne erreichen Sie damit deutlich schlechter. Besser wählen Sie also einen kleinen Bürstenkopf mit einer Länge zwischen 2 und 3 cm und arbeiten sich Zahn für Zahn voran.
  • Abgerundete Borsten: Besonders wichtig ist das Qualitätsmerkmal „abgerundete Borsten“. Denn scharfe Kanten können zu mikroskopisch kleinen Verletzungen an Zahnfleisch und Zahnschmelz führen.
  • Kunststoffborsten: Die Borsten sollten unbedingt aus Kunststoff sein. Hände weg von Naturborsten! Auch wenn es ökologisch verträglicher klingt: Borsten aus Naturmaterialien wie Tierhaar sind meist scharfkantig und haben innen einen kleinen Hohlraum, in dem sich Bakterien sammeln und ungehindert vermehren können. Ihre Zahnbürste wird so zur Keimschleuder.
  • Richtiger Härtegrad: Je härter die Borsten, desto leichter lassen sich Belege entfernen. Aber: Eine Zahnbürste mit harten Borsten strapaziert Zahnfleisch und Zahnschmelz und kann so mehr Schaden anrichten als sie Nutzen bringt. In den meisten Fällen ist eine Bürste mit dem Härtegrad „mittel“ die beste Wahl. Haben Sie schmerzempfindliche Zähne, freiliegende Zahnhälse oder erkranktes Zahnfleisch, dann greifen Sie besser zu einer weichen Bürste.
  • Handlicher Griff: Ein gummierter, rutschfester Griff ist immer empfehlenswert. Wie dick er sein soll ist Geschmackssache – probieren Sie aus, ob Ihnen das Putzen mit einem dickeren oder schlankeren Modell leichter fällt. Auch für die Form des Griffes lässt sich keine generelle Empfehlung geben. Ob Sie Ihre Backenzähne mit einem geraden oder gebogenen Griff besser erreichen, hängt von Ihrer individuellen Anatomie ab.

Die passende elektrische Zahnbürste auswählen

Bei elektrischen Zahnbürsten gibt es grundsätzlich zwei Systeme: rotierend-oszillierende Bürsten, die sich hin- und herdrehen, und sogenannte Schallzahnbürsten, die mithilfe von Vibrationen Belege entfernen. Welche der beiden Varianten besser ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten, wissenschaftliche Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gesichert ist, dass beide Systeme eine ausreichend gute Reinigungsleistung erzielen.

Beim Borstenkopf der elektrischen Zahnbürste sollten Sie grundsätzlich auf ähnliche Qualitätsmerkmale achten wie bei Handzahnbürsten, nämlich:

  • einen kleinen Bürstenkopf
  • abgerundete Borsten aus Kunststoff
  • Härtegrad „mittel“ (oder „weich“, falls Sie empfindliches Zahnfleisch haben)

Es lohnt sich, die Preise der Bürstenköpfe zu vergleichen, bevor Sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden. Denn der Austausch kann zu nicht unerheblichen Folgekosten führen!

Damit Sie Ihr Zahnfleisch schonen, ist eine automatische Andruckkontrolle sehr zu empfehlen. Premium-Modelle verfügen heute über eine Reihe weiterer Funktionen, viele elektrische Zahnbürsten können Sie sogar über Bluetooth mit Ihrem Smartphone koppeln. Unbedingt notwendig sind solche Zusatzfunktionen nicht. Sie müssen auch nicht zum teuersten Modell greifen – bei Produkttests schneiden bereits Geräte aus dem mittleren Preissegment ab etwa 50 bis 100 Euro sehr gut ab.

Zahnbürsten für spezielle Bedürfnisse

Neben „herkömmlichen“ Zahnbürsten sind auch eine Reihe spezieller Modelle im Handel, die für bestimmte Anwender oder in bestimmten Situationen sinnvoll sind. Dazu zählen:

  • Baby- und Kinderzahnbürsten: Kinder brauchen eine besonders weiche, kleine und gut abgerundete Zahnbürste, um sich beim Putzen nicht zu verletzen. In der Regel verfügen Kinderzahnbürsten außerdem über einen dickeren, rutschfesten und ergonomisch geformten Griff, der das Erlernen der richtigen Putzbewegungen erleichtert.
  • Ortho-Zahnbürsten (Brackets-Zahnbürsten): Für Träger fester Zahnspangen wurden spezielle Zahnbürsten entwickelt, mit denen sich auch die Bereiche rund um die Brackets herum gut reinigen lassen. Ihr hervorstechendes Merkmal ist ein kleiner Bürstenkopf mit V-förmig angeordneten Borsten, die zudem relativ weich sind, um die Zahnspange nicht zu beschädigen.
  • Interdentalbürsten: Diese Bürsten haben mit einer herkömmlichen Zahnbürste wenig gemeinsam, sondern ähneln eher einem Flaschenreiniger in Miniaturversion. Gedacht sind sie zur Reinigung der Zahnzwischenräume, entweder anstatt oder in Ergänzung zu Zahnseide. Auch für Zahnspangenträger können sie sinnvoll sein.

Rechtzeitig Zahnbürste wechseln nicht vergessen!

Zu guter Letzt: Vergessen Sie nicht, Ihre Bürste regelmäßig auszutauschen! Nach spätestens 2 Monaten wird es Zeit für einen Wechsel – falls Borsten abstehen, auch schon früher. Denn die Bürste reinigt dann nicht mehr so gut und kann sogar Ihr Zahnfleisch verletzen. Auch nach einem grippalen Infekt verabschieden Sie sich besser von Ihrer Zahnbürste und den daran haftenden Keimen.

Falls Sie sich unsicher sind, welche Zahnbürste für Sie oder Ihr Kind geeignet ist, dann lassen Sie sich doch beim nächsten Kontrolltermin von Ihrem Zahnarzt beraten!

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elektrische Zahnbürste © shutterstock / wavebreakmedia

Smart putzen: Die neuesten Apps für Ihre elektrische Zahnbürste

Die digitale Revolution ist in unseren Badezimmern angekommen: Apps für die elektrische Zahnbürste lassen nicht nur die Herzen von Technik-Fans höher schlagen. Auch Kindern macht das leidige Zähneputzen plötzlich Spaß, wenn sie dabei Monster jagen oder Sticker sammeln können – das zumindest versprechen die Anbieter. Was können die neuesten Apps für die elektrische Zahnbürste und für wen sind sie sinnvoll?

Elektrische Zahnbürste kommuniziert über Bluetooth mit dem Smartphone

Saubere Zähne auf Knopfdruck, das kennen wir bereits: Elektrische Zahnbürsten sind heute High-Tech-Geräte, die mit Sensoren ausgestattet sind und den Benutzer auf Putzfehler hinweisen. Einen Schritt weiter gehen Mini-Programme – sogenannte Apps – für die elektrische Zahnbürste, die Sie zumeist kostenfrei auf Ihr Smartphone laden können. Über den Kurzstreckenfunk Bluetooth lassen sich Zahnbürste und Handy miteinander verkoppeln. Wichtig ist natürlich, dass Ihre elektrische Zahnbürste über eine solche Bluetooth-Schnittstelle verfügt! Die Zahnbürste sendet dann Daten an das Handy, die App wiederum zeichnet das Putzverhalten auf und gibt dem Nutzer Echtzeit-Feedback.

So weit das Grundprinzip. Die genauen Funktionen der einzelnen Anwendungen unterscheiden sich aber stark. Denn der Markt für Zahnputz-Apps ist mittlerweile heiß umkämpft und zahlreiche Anbieter buhlen um das Interesse großer und kleiner Kunden – denn neben Erwachsenen werden zunehmend auch Kinder als Zielgruppe entdeckt. Bei Letzteren setzen die Hersteller ganz auf Gamification, also auf den spielerischen Zugang zum Zähneputzen: Die elektrische Zahnbürste wird zum Joystick und die Zahnhygiene damit von einer leidigen Pflicht zum spannenden Spielerlebnis. Bei Anwendungen für Erwachsene stehen hingegen die verbesserten Putzergebnisse im Vordergrund. Die Programme lassen sich zudem immer mehr an individuelle Bedürfnisse anpassen – das Smartphone wird so zum persönlichen Putz-Assistenten.

Wir haben uns angesehen, welche Funktionen die neuesten Apps für die elektrische Zahnbürste im Detail bieten und wie sinnvoll diese sind.

Virtueller Zahnputz-Coach: Das können Zahnputz-Apps für Erwachsene

Wer sich die Zähne mit digitaler Unterstützung putzen will, sollte sich zunächst eine Halterung besorgen, über die das Smartphone am Badezimmer-Spiegel montiert wird. Das ist einerseits bequemer und sicherer für das Handy. Sie brauchen die Halterung aber auch, um alle Funktionen nutzen zu können. Nachdem sich elektrische Zahnbürste und Smartphone verbunden haben, können Sie loslegen. Folgende Funktionen stehen Ihnen – je nachdem, welches Programm Sie verwenden – zur Verfügung:

  • Zahnputz-Statistik: Die App zeichnet akribisch auf, wann und wie lange Sie Ihre Zähne geputzt haben. Ihre persönliche Zahnputz-Statistik können Sie auch im Nachhinein jederzeit aufrufen. Vielleicht eine kleine Motivationshilfe, um es künftig mit der Zahnhygiene etwas genauer zu nehmen?
  • Hintergrund-Infos: Einige Anwendungen vermitteln Ihnen allgemeine Tipps, was Sie für Ihre Zahngesundheit tun können. Dass regelmäßige Zahnarztbesuche sinnvoll sind, dürfte gesundheitsbewussten Nutzern längst bekannt sein – zumindest in der Theorie. Doch vielleicht ist ja die eine oder andere neue Information für Sie dabei. Manchmal können Sie sogar Videos aufrufen, die Ihnen die richtige Zahnputztechnik demonstrieren.
  • Timer: Sie könnten sich natürlich auch eine Eieruhr ins Bad stellen. Doch praktisch ist ein integrierter Timer am Handy allemal, damit Sie beim Zähneputzen lange genug durchhalten. Die meisten Menschen putzen zu kurz, wenn sie die Zeit nur abschätzen. Viele elektrische Zahnbürsten können dies jedoch auch ohne App.
  • Warnsignale: Die Anwendung warnt Sie, wenn Sie beim Schrubben zu fest aufdrücken und damit Ihr Zahnfleisch gefährden. Möglicherweise hat Ihre elektrische Zahnbürste diese Funktion aber ohnehin bereits integriert – auch ganz ohne App.
  • Positionserkennung: Eine der neuesten Errungenschaften ist eine automatisierte Positionserkennung, wodurch die Software Ihr Zahnputzverhalten genau erfassen und aufzeichnen kann. Sie müssen dazu Ihr Smartphone auf Gesichtshöhe in der Halterung positionieren und sich während des Zähneputzens zur Kamera hin wenden. Die App erkennt dann, welche Mundbereiche Sie wie lange geputzt haben, und weist Sie darauf hin, wenn Sie bestimmte Stellen vergessen haben.
  • Individualisierte Zahnputz-Programme: Zwar können Sie auf vielen elektrischen Zahnbürste bereits verschiedene Zahnputzprogramme nutzen. Mithilfe von Apps lassen sich diese Programme aber sogar individualisieren. Sie könnten sich beispielsweise von Ihrem Zahnarzt ein auf Ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtetes Zahnputzprogramm erstellen lassen. Oder Sie legen selbst Bereiche fest, auf die Sie beim Zähneputzen gerne vergessen und die Sie künftig genauer putzen wollen.
  • Unterhaltung: Manche Apps blenden Ihnen die Wettervorhersage, die jüngsten Nachrichten, aktuelle Geburtstage oder Ihren persönlichen Terminkalender ein. Ob das zum korrekten Zähneputzen beiträgt oder Sie eher davon ablenkt, ist aber fraglich.

Spielerisch Zähne putzen: Apps für Kinder als Motivationshilfe

Zähneputzen steht bei Kindern nicht gerade hoch im Kurs. Viele leidgeplagte Eltern suchen daher nach Möglichkeiten, um den Nachwuchs zur richtigen und vor allem regelmäßigen Zahnpflege zu motivieren. Wo gutes Zureden nicht hilft, sollen Apps für die elektrische Zahnbürste die Begeisterung fürs Zähneputzen wecken. Dazu haben sich die Anbieter unter anderem Folgendes einfallen lassen:

  • Kindgerechte Anleitungen: Richtiges Zähneputzen will gelernt sein. Einige Apps versuchen die korrekte Zahnputztechnik durch leicht verständliche Anleitungen zu vermitteln. Dazu werden die Bereiche, die das Kind putzen soll, am Handy-Display schematisch dargestellt. Ein Timer zeigt zusätzlich die nötige Zeit an. Häufig ertönt zusätzlich ein akustisches Signal, wenn das Kind das Kiefer oder die Seite wechseln soll.
  • Belohnungen: Viele Programme arbeiten mit Belohnungen, um kleine Putzmuffel zum Durchhalten zu motivieren. Das Kind kann beispielsweise virtuelle Stickeralben anlegen, die sich nach und nach füllen, wenn regelmäßig geputzt wird. Bekannte Figuren aus Kinderfilmen feuern die Kleinen an und halten sie so bei der Stange.
  • Virtuelle Zahnputz-Helfer: Immer nur die eigenen Zähne zu putzen ist langweilig – einem Monster die Bakterien von den Zähnen zu schrubben kann dagegen Spaß machen. Das zumindest ist der Hintergedanke von Anwendungen, die dem Kind einen virtuellen Gefährten zur Seite stellen. Je eifriger sich das Kind die eigenen Zähne putzt, desto sauberer werden die Zähne von Monster, Cowboy & Co. Kindern wird so auf spielerische Weise der eigentliche Zweck des Zähneputzens vermittelt.
  • Musik und Unterhaltung: Wenn sich im Badezimmer Langeweile einstellt, sorgen Zahnputz-Songs und kurze Videos am Smartphone für bessere Stimmung.
    Apps für die elektrische Zahnbürste: Sinnvoll oder nicht?

Sind Apps für die elektrische Zahnbürste bloß eine technische Spielerei, oder können sie tatsächlich zu einem besseren Zahnputzverhalten beitragen? Wer schon jetzt regelmäßig, lang genug und korrekt putzt, braucht den virtuellen Zahnputz-Coach vermutlich nicht. Falls Sie sich nicht zu dieser Gruppe zählen und Freude an den neuesten Gadgets haben, können Apps möglicherweise ein Ansporn sein, besser auf die eigene Zahngesundheit zu achten.

Vielen Eltern ist jedes Mittel recht, das den Nachwuchs zum regelmäßigen Zähneputzen motiviert. Wenn sich Kinder für die Handy-Programme begeistern können, ist dagegen nichts einzuwenden. Achten Sie aber darauf, dass sich Ihr Kind auch wirklich die Zähne putzt und nicht bloß auf das Display starrt!


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Zähne putzen – ein Kinderspiel? Die besten Tipps für Kinder und Eltern

Zähne putzen – für viele Kinder und ihre Eltern ein Reizthema erster Klasse. Doch um das Gebiss von Anfang an gesund zu erhalten, ist die tägliche Routine im Badezimmer unumgänglich. Worauf Sie bei der Zahnpflege Ihres Sprösslings achten sollten und wie Sie kleine Putzmuffel überzeugen, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Warum Zähneputzen von Anfang an wichtig ist

Karies betrifft bereits die Kleinsten – erschreckend viele Kinder haben Löcher in den Zähnen! Für die spätere Entwicklung ist das fatal. Denn zum einen dienen Milchzähne als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Gehen sie zu früh verloren, kann das zu kieferorthopädischen Problemen führen. Darüber hinaus sind kariöse Zähne eine ideale Brutstätte für Bakterien. Brechen später die bleibenden Zähne durch, werden meist auch diese rasch befallen.

Zähneputzen ist daher schon für die Kleinsten wichtig und notwendig! Wieviel der Knirps selbst machen kann und was Sie als Elternteil übernehmen müssen, hängt natürlich von der jeweiligen Entwicklungsstufe Ihres Kindes ab.

Zähne putzen: Worauf es in verschiedenen Altersstufen ankommt

Babys und Kleinkinder

Karies-Bakterien können schon im Babymund ihr Unwesen treiben, auch wenn das Kind noch keine feste Nahrung zu sich nimmt. Denn auch Muttermilch oder Säuglingsnahrung enthalten Zucker. Deshalb sollten frischgebackene Eltern mit der Zahnpflege beginnen, sobald die ersten Zähnchen durchbrechen. Verwenden Sie dazu Babyzahnbürsten mit kleinen abgerundeten Köpfen und besonders weichen Borsten. Anfangs reicht es auch, die Milchzähne mit einem weichen Tuch oder einem Wattestäbchen vorsichtig zu reinigen.

Zahnpasta ist in diesem Alter noch kein Muss, Sie können aber eine spezielle Babyzahncreme verwenden. Diese enthält keine bedenklichen Inhaltsstoffe und es ist daher nicht schlimm, wenn das Kind sie verschluckt. Ein erbsengroßes Stück reicht!

Etwa ab 1,5 Jahren entwickeln Kinder nach und nach die feinmotorischen Fähigkeiten, um eigenständige Zahnpflege zu erlernen. Ab diesem Alter darf der Sprössling gerne versuchen, sich selbst die Zähne zu putzen – solange Sie als Elternteil dabeibleiben und das Nachputzen übernehmen.

Kinder im Alter von 2 – 5 Jahren

In diesem Alter wollen Knirpse gerne alles selbst machen. Eine gute Gelegenheit, um die richtige Putztechnik zu erlernen! Eigens für Kinder entwickelt wurde die sogenannte KAI-Methode. Sie ist gut einprägsam und hilft dabei, keine Bereiche im Mund zu vergessen.

KAI steht für Kauflächen, Außenflächen und Innenflächen. Und so funktioniert es: Zuerst die Kauflächen mit kleinen Bewegungen putzen – oben beginnend von rechts nach links, dann unten. Anschließend die Schneidezähne locker aufeinanderstellen und mit der Zahnbürste Kreise auf die Außenseite der Zähne malen – dabei wieder von rechts nach links vorgehen. Zuletzt den Mund wieder öffnen und die Innenflächen von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zähne) ausfegen.

Richtiges Zähneputzen bedarf einiger Übung. Als Elternteil sollten Sie in diesem Alter daher auch weiterhin den Putzerfolg kontrollieren und gegebenenfalls nachputzen. Meist sind Kindergartenkinder in ihren feinmotorischen Fähigkeiten noch nicht so weit, um sich wirklich gründlich die Zähne zu putzen.

Wichtig ist aber auch die geeignete „Hardware“: Gute Kinder-Zahnbürsten haben einen zierlichen, gut abgerundeten Bürstenkopf und einen etwas dickeren, rutschfesten Griff, damit sie sicher in der Hand liegen.

Kinder im Alter von 6 – 9 Jahren

Im Grundschulalter kann der Sprössling die Zahnhygiene mehr und mehr in Eigenregie übernehmen. Ganz allein klappt es trotzdem nicht immer! Eine gute Faustregel ist: Erst wenn Kinder eine schöne, flüssige Schreibschrift beherrschen, sind sie in der Lage, sich gründlich die Zähne zu putzen. Auch den Umgang mit Zahnseide kann und sollte das Kind jetzt erlernen.

10 Tipps für den Umgang mit kleinen Zahnputzmuffeln

Und was, wenn der Knirps partout nicht will? Gerade in der typischen Trotzphase gestaltet sich das Zähneputzen oft zum alltäglichen K(r)ampf im Badezimmer. Als Elternteil ist es jetzt wichtig, Nerven und Ruhe zu bewahren. Probieren Sie es einmal mit folgenden Tipps und Tricks:

  • Vorbild sein: Putzen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Zähne, auch wenn Sie später schlafen gehen. So lernen schon die Jüngsten, dass Zähneputzen zum Alltag dazugehört.
  • Kein Zwang: Üben Sie niemals körperlichen Zwang aus, wenn sich der Sprössling vehement sträubt. Schließlich soll die Zahnpflege nicht in Angst und Schrecken ausarten! Besser ist es, Konsequenzen zu setzen. Es gibt beispielsweise keine Süßigkeiten, solange sich das Kind nicht die Zähne putzen lässt.
  • Kindgerecht erklären: Vermitteln Sie Ihrem Kind auf altersgemäße Weise, warum Zähneputzen wichtig ist. Gute Bilderbücher oder Filme können dabei helfen.
  • Zahnbürste aussuchen lassen: Auch eine peppige Zahnbürste, die das Kind selbst ausgesucht hat, erhöht die Chance auf saubere Zähne. Gönnen Sie Ihrem Nachwuchs ruhig öfters eine neue Zahnbürste, denn abstehende oder abgenutzte Borsten sind auch für Zähne und Zahnfleisch nicht gesund.
  • Rollen tauschen: Gerade den Kleinsten macht es manchmal Spaß, wenn sie bei Mama oder Papa Zähne putzen dürfen. Danach sind Sie an der Reihe.
  • Ablenkung: Dass beim Schrubben Langeweile aufkommen kann, ist nur zu verständlich. Nichts spricht dagegen, mit Musik oder einem lustigen Film für bessere Stimmung zu sorgen – solange trotzdem gründlich geputzt wird.
  • Spielerischer Zugang: Geben Sie den einzelnen Zähnen Namen oder lassen Sie einmal die Zahnbürste sprechen. Das erfordert etwas Fantasie, macht aber gerade den Jüngsten viel Spaß. Oder suchen Sie im Internet nach lustigen Reimen, Sprüchen oder Liedern zum Thema Zähneputzen.
  • Wettbewerbe: Wer putzt am längsten, wer kann nebenbei noch auf einem Bein stehen? Wettbewerbe spornen Kinder an und machen aus der langweiligen Routine im Badezimmer ein spannendes Spiel.
  • Zahnputzuhr: Kleine Kinder haben noch kein gutes Zeitgefühl. Mit einer Sanduhr können Sie die zur Zahnpflege nötige Zeit visualisieren. Wichtiger als exakt 2 oder 3 Minuten die Zähne zu putzen ist aber, dass wirklich alle Ecken und Ritzen sauber geputzt werden.
  • Zahnputz-Apps: Mittlerweile sind zahlreiche Apps am Markt, die Kinder spielerisch zur richtigen Zahnpflege animieren sollen. Auch wenn die vollmundigen Versprechen mancher Anbieter etwas überzogen sind – einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Früh übt sich – das gilt auch für den Besuch beim Zahnarzt!

Passt die Zahnputztechnik, die wir anwenden? Welche Zahnbürste ist die richtige und wieviel Fluorid soll in der Zahnpasta sein? Viele Eltern sind sich unsicher, ob sie bei der Zahnpflege Ihres Sprösslings alles richtig machen. Lassen Sie sich am besten vom Zahnarzt beraten und nehmen Sie das Kind schon ab dem ersten Milchzahn in die Praxis mit. So legen Sie den Grundstein für eine gesunde Zahnentwicklung.

 

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Smarte Zahnpflege © fotolia / Alliance

Zahnpflege 2.0? - Wie smarte Zahnpflege das Zähneputzen revolutioniert

Unzureichende Zahnpflege gehört zu den Hauptgründen für die Entstehung von Karies und anderen Zahnkrankheiten. Nicht beseitigte Essenreste bilden den perfekten Nährboden für Zahnstein und Plaque, die es Kariesbakterien leicht machen, sich im Mundraum anzusiedeln und zu vermehren. Werden die Bakterien zudem immer weiter mit zuckerhaltigen Nahrungsresten versorgt, sind schwerwiegendere Zahnschäden ohne die notwendige Zahnpflege kaum noch zu verhindern.

Zweimal täglich im Eilverfahren über die Zahnoberfläche schrubben - so sieht bei vielen Menschen die Mundhygiene aus. Doch auch für Zahnputzmuffel soll es in der Zukunft Hoffnung geben: So versprechen sowohl die etablierten Hersteller von Zahnbürsten, als auch vielversprechende Start-Up Unternehmen, dass sie den Markt für Zahnpflegeprodukte in den kommenden Jahren revolutionieren werden.

Das Leben wird smart

Für viele von uns ist es heute bereits gelebter Alltag, jeden Schritt den wir tun mit einem Smartphone oder einem entsprechenden Fitness-Tracker - sei es in Form einer Uhr oder einer App - zu dokumentieren. Besonders ambitionierte Menschen nutzen dabei alle aktuellen Möglichkeiten der vernetzten Welt, um mit sogenannten "Smart Devices" so viele Daten wie möglich zu ihrem eigenen Körper zu sammeln und zu analysieren.

Generell wird unser Leben immer "smarter" - das Auto findet selbstständig in die engste Parklücke, der Kühlschrank weiß, was auf den Einkaufszettel muss und der Staubsauger saugt das Wohnzimmer auf Zuruf. Die Geräte, die wir tagtäglich nutzen werden immer intelligenter - und auch vor dem Badezimmer macht dieser Fortschritt keinen Halt.

Intelligente Körperwaagen, die über Bluetooth oder WLAN mit dem Smartphone verbunden sind, sind bereits heute dazu in der Lage, alle möglichen ermittelbaren Daten an das Smartphone zur Analyse zu übermitteln. Ob Fieberthermometer oder Produkte zur Empfängnisverhütung, all diese Geräte werden in der Zukunft intelligenter - auch die Zahnbürste.

Die smarte Zahnbürste heute

Die erste Form einer elektrischen Zahnbürste wurde bereits im Jahr 1880 entwickelt, es dauerte allerdings bis in die 1940er Jahre bis ein marktreifes Produkt für jedermann käuflich zu erwerben war.

Auch wenn sich viele Geister daran scheiden, ob elektrisch oder manuell geputzt werden sollte, die elektrische Zahnbürste gehört heute in vielen Haushalten zur Standardausstattung. Es gibt zahlreiche Modelle, angefangen bei ganz einfachen Geräten ohne jegliche Zusatzfunktionen, die es bereits zu günstigen Preisen im Drogeriemarkt zu erwerben gibt.

Dabei ist die Zeit bei den namenhaften Herstellern nicht stehengeblieben: Fast jeder große Produzent elektrischer Zahnbürsten hat heute mindestens ein Gerät im Programm, das auf irgendeine Art und Weise "smart" ist.

"Smart" bedeutet in diesem Fall, dass die Zahnbürste über Bluetooth oder WLAN mit einem Smartphone verbunden ist, oder über Lichtsignale eine Rückmeldung zum Putzverhalten gibt. Durch bestimmte Signale kann auf diese Weise beispielsweise auch eine Warnung erfolgen, wenn der Druck auf die Zähne zu groß wird, um Zahnputzfehler zu vermeiden und die Zahngesundheit langfristig zu erhalten.

Auf dem Smartphone selbst ist es die dazugehörige App, die die Zahnbürste erst so richtig intelligent macht. So bietet die App des Herstellers Oral-B unter anderem die Funktion, individuelle Zahnputzprogramme festzulegen, die vom Zahnarzt für den Nutzer persönlich eingestellt werden können. Außerdem helfen diese Applikationen dabei, die Effizienz des Zähneputzens zu analysieren und zu optimieren.

Auch die Kleinsten unserer Gesellschaft haben die Hersteller dabei nicht außer Acht gelassen: Speziell entwickelte Zahnbürsten und Apps für Kinder sollen dazu beitragen, dass das tägliche Zähneputzen den Kleinen auf spielerische Art so viel Freude bereitet, dass es nicht mehr als Pflichtritual empfunden wird. Der Clou bei solchen Lösungen ist, dass die Zahnbürste während dem Zähneputzen als eine Art "Controller" für ein Spiel genutzt wird, welches gleichzeitig auf einem Smartphone oder einem Tablet läuft. Unterschiedliche Spiele sorgen hier für Abwechslung im Badezimmer - ob malen, fliegen oder Monster besiegen, wenn Zähneputzen bei Kindern für Freude sorgt dann führt das neben gesünderen Zähnen auch zu weniger Sorgen bei den Eltern.

Zahnpflege 2.0: Die smarte Zahnbürste der Zukunft

Wer sich also heute bereits "smart" die Zähne putzen will, der findet eine große Auswahl an interessanten Lösungen, die ihn dabei unterstützen. Doch geht es nach kreativen Start-Ups, so ist das noch lange nicht der Gipfel der intelligenten Zahnpflege.

So hat sich beispielsweise das Start-Up "Unico" nichts weiter auf die Fahnen geschrieben, als das Zähneputzen komplett zu revolutionieren.
Die Unico Smartbrush verspricht die Zähne des Anwenders in nur drei Sekunden genau so effektiv zu reinigen, wie es eine reguläre Zahnbürste in drei Minuten schafft.

Entscheidend soll hier das Design des Gerätes sein, denn im Grunde genommen handelt es sich bei der Smartbrush nicht um eine Zahnbürste im eigentlichen Sinne, sondern um eine Zahnschiene, die alle Zähne nach dem Einsetzen sowohl von vorne, als auch von unten und hinten mit Bürsten umschließt. Eine angedockte "Power Unit" sorgt dann dafür, dass die Bürsten durch Rotation innerhalb von nur drei Sekunden das gleiche Reinigungsergebnis liefern, wie eine Handzahnbürste in drei Minuten.

Natürlich ist die Smartbrush automatisch mit dem Smartphone verbunden, wenn sie genutzt wird. In der App kann der Nutzer die Funktion des Gerätes auf seine persönlichen Vorlieben einstellen und die Reinigungsvorgang bei Bedarf auch länger als drei Sekunden laufen lassen.

Nach der Anwendung verschwindet das Mundstück in einer speziellen Box, in der die Schiene mittels UV-Licht desinfiziert werden soll, und die Powerunit wieder aufgeladen wird.
Die Mundstücke soll es in verschiedenen Größen geben - somit kann das Gerät von Kindern und Erwachsenen genutzt werden. Aufgrund der kurzen Anwendungsdauer und der regelmäßigen Desinfektion durch UV-Licht soll die Nutzungsdauer des Mundstückes außerdem bis zu 60 Mal länger sein als bei einer herkömmlichen Zahnbürste.

Die Idee wurde per Crowdfunding finanziert und konnte 386% des ursprünglichen Finanzierungsziels erreichen. Erste Geräte will das Unternehmen im August 2018 ausliefern.

Wir dürfen also gespannt sein, ob die Smartbrush das Zähneputzen wirklich revolutionieren wird und welche Möglichkeiten und Innovationen sich die Hersteller noch einfallen lassen werden. Fakt ist, dass die elektrische Zahnbürste sich neben der manuellen Handzahnbürste etabliert hat - trägt sie zur Effizienzsteigerung beim Zähneputzen bei, so ist die Vernetzung mit unseren Smartphones und Tablets nur ein konsequenter Schritt in einer Welt, in der immer mehr Geräte immer intelligenter werden.