fbpx

In Ihrem Mund befinden sich mehr Bakterien, als es Menschen auf der Erde gibt. Die meisten davon brauchen Sie auch – einige helfen bei der Verdauung, andere schützen Zahnfleisch und Zähne. Aber wie überall gibt es auch hier schwarze Schafe, die das genaue Gegenteil bewirken: kaputte Zähne, die sich mit der Zeit in faule Zähne verwandeln. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Folgen das haben kann und wie Sie am besten dagegen vorgehen.

Diesen Beitrag haben wir am 06.07.2022 aktualisiert.

Hauptursache für  faule Zähne

Zucker freut nicht nur das Gehirn, sondern auch Streptococcus mutans – eine Bakterienart, die sich als Hauptverursacher von faulen Zähnen bzw. Karies benennen lässt. Durch die warmen, feuchten und damit optimalen Bedingungen im Mundraum breiten sie sich schnell aus. Wenn sie Zucker und andere Kohlenhydrate abbauen, produzieren sie Säure, die Ihren Zahnschmelz angreift. Bis dahin ist das noch kein Grund zur Sorge, denn im Normalfall werden solche Demineralisierungen durch den Speichel wieder ausgeglichen.

Mangelt es jedoch an der richtigen Zahnhygiene, werden Ihre Zähne von diesen Bakterien und ihren Hinterlassenschaften regelrecht überlagert, und es kommt zur schrittweisen Zerstörung der Zähne – und schließlich zu faulen Zähnen.

  1. Initialkaries: Im Anfangsstadium verursachen Bakterien nur eine oberflächliche Zerstörung des Zahnschmelzes, die man an plötzlich erscheinenden, kreidig-weißen Flecken erkennt. Sie entstehen, wenn der Zahnschmelz demineralisiert, wenn also wichtige Mineralstoffe herausgelöst werden, die ihn so fest machen. Wird hier nicht entgegengewirkt, entwickelt sich eine „echte“ Kariesinfektion.
  2. Caries media: Ist der Zahnschmelz weit genug abgebaut, geht es an die darunterliegende Dentin-Schicht. Bis zu dieser Phase lässt sich der Verfall noch durch eine einfache Kariesbehandlung beim Zahnarzt aufhalten. Sobald der Zahn anfängt zu faulen, macht sich die Karies durch unangenehmen Mundgeruch und Geschmack bemerkbar. Betroffene beschreiben diesen Geschmack als faul-süßlich oder auch metallisch.
  3. Caries profunda: Ist die Zerstörung weiter fortgeschritten, verursacht sie schon starke Schmerzen. Abhilfe schafft Bohren, je nach Umfang wird der Zahn dann mit Füllungen oder Kronen ausgebessert.
  4. Caries penetrans: In der letzten Phase hat der Karies bereits den Zahnnerv erreicht. Hier hilft nur noch das Ziehen oder eine Wurzelbehandlung.

Kaputte Zähne trotz Zahnpflege? Das sind weitere Auslöser für Karies

Falsche Putztechnik

Wer direkt nach dem Essen putzt oder zu stark schrubbt, trägt mit der Zeit den Zahnschmelz ab. Warten Sie nach dem Essen eine halbe bis eine Stunde, bis Sie putzen. Nutzen Sie eine elektrische Zahnbürste mit Drucksensor. Oder prüfen Sie einmal anhand einer Küchenwaage, wie vorsichtig Sie für 150 g Druck aufdrücken müssen – denn 150-200g werden als optimaler Druck empfohlen.

Mineralstoff- und Vitaminmangel

Damit der Zahnschmelz stark und das Zahnfleisch gesund bleibt, braucht es eine ganze Reihe an Mineralstoffen und Vitaminen. Insbesondere sind das Kalzium (in Verbindung mit Vitamin K2), Vitamin A, B, C und D, Fluorid und Fettsäuren. Gibt es hier einen Mangel, verliert der Zahnschmelz an Widerstandskraft. Da viele dieser wichtigen Stoffe in ausreichender Menge besonders in tierischen Lebensmitteln vorkommen, sind kaputte Zähne durch vegane Ernährung gar nicht so selten.

Falsche Essgewohnheiten

Zucker, ständiges Snacken (auch von Früchten), süße Getränke und zu viele Kohlenhydrate wirken sich ebenfalls auf die Zähne aus. Zum liefert das zahnschädigenden Bakterien ständig Nahrung und hilft ihnen, sich schneller auszubreiten. Zum anderen verändert eine falsche Ernährung den pH-Wert im Mund – ist der zu sauer, leidet der Zahnschmelz. Begrenzen Sie Ihre Mahlzeiten, spülen Sie Ihren Mund nach dem Essen mit klarem Wasser aus und achten Sie auf Ihre Ernährung.

Medikamente

Einige Medikamente stören die Durchblutung oder den Speichelfluss, was ebenfalls kaputte Zähne verursachen kann. Sprechen Sie hier bitte mit Ihrem Arzt und setzen Sie die Medikamente nicht auf eigene Faust ab. Zu den größten Übeltätern zahnschädigender Medikamente zählen:

    • Antibiotika
    • Psychopharmaka (z.B. Antidepressiva)
    • Blutdrucksenker
    • immunsystemhemmende Medikamente
    • Blutverdünner
    • Kortison
    • Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie

Rauchen

Rauchen schädigt die Zähne, indem es einerseits die Durchblutung hemmt, andererseits den Speichelfluss reduziert. Doch Zähne brauchen den Speichel, um sich zu remineralisieren.

Schlecht sitzender Zahnersatz

Verzieht sich eine Füllung oder wurde eine Krone nicht exakt angebracht, können sich in dem Rand Bakterien sammeln. An die kommen Sie mit der Zahnbürste nicht heran – darum muss sich Ihr Zahnarzt kümmern!

Häufiges Erbrechen und Reflux

Was dem Verdauen von Nahrung zugutekommt, sorgt an falscher Stelle für kaputte Zähne. Wer sich häufig erbricht (z.B. aufgrund von Unverträglichkeiten, wegen einer Schwangerschaft oder auch Bulimie), bringt den Zahnschmelz jedes Mal mit starker Säure in Kontakt. Erste Hilfe leisten Sie, indem Sie Ihren Mund nach dem Erbrechen gründlich mit Wasser ausspülen. Wer häufig unter Reflux leidet, sollte einen genaueren Blick auf die Ernährung werfen oder den Arzt konsultieren.

Welche Krankheiten können kaputte oder faule Zähne auslösen?

Ganz abgesehen von den ästhetischen Problemen, die faule Zähne mit sich bringen, können sie auch eine lange Reihe Beschwerden im ganzen Körper verursachen. Denn dringen die Bakterien über die Zahnwurzel in den Blutkreislauf ein, verbreiten sie sich von dort weiter. Besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann das Folgen haben:

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden aller Art: Durch Entzündungsstoffe im Blut verhärten sich die Gefäßwände, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und sogar Herzklappenentzündungen erhöht.
  • Kiefer-, Nacken- und Rückenschmerzen: Wenn Sie durch schmerzende Zähne eine „Schonhaltung“ einnehmen, verspannen sich auf Dauer Kiefer und angrenzende Bereiche.
  • Chronische Mandelentzündungen: Die Mandeln sind ein wichtiges Abwehrzentrum des Körpers und liegen in unmittelbarer Nähe der Zähne. Wird das Immunsystem durch eine Zahnentzündung dauerhaft auf den Plan gerufen, begünstigt das eine chronische Mandelentzündung.
  • Erektionsstörungen: Dentale Erkrankungen haben auch Folgen für die Potenz, denn die für den Blutfluss im Penis verantwortlichen Endothelzellen werden durch dentale Entzündungen beeinträchtigt.
  • Frühgeburten: Zwischen Zahnerkrankungen und Frühgeburten besteht erwiesenermaßen ein Zusammenhang, denn das Immunsystem der Mutter kann für das ungeborene Kind schädliche Stoffe produzieren.

Gehen Sie also unbedingt, zum Zahnarzt, wenn Sie kaputte oder faule Zähne haben – auch bei Zahnarztangst.

Gesunde Zähne als Grundlage für einen gesunden Körper

In der Naturheilkunde und der chinesischen Medizin wird darüber hinaus der Ansatz vertreten, dass sich jeder Zahn einem bestimmten Organ oder Körperteil zuordnen lässt und bei Erkrankungen entsprechende Beschwerden dort verursacht. Gesunde Zähne stehen somit für einen gesunden Organismus.

Sollten Sie also beispielsweise unter Problemen mit der Brustwirbelsäule leiden, kann sich ein prüfender Blick auf die großen Backenzähne lohnen. Zwickt die Niere, sind vielleicht Ihre Schneidezähne nicht ganz in Ordnung und Magenbeschwerden lassen sich nach diesem Ansatz mit den Eckzähnen in Verbindung bringen.

Zahnreflexzonen © Peter Hermes Furian/Adobe Stock

Anzeichen fauler Zähne: Wenn das Eis schon lange kein Genuss mehr ist

Dass mit den Zähnen etwas nicht stimmt, lässt sich leicht bemerken. Schon eine Empfindlichkeit gegenüber Wärme, Kälte, zu süßem oder zu saurem Essen kann ein Hinweis auf beschädigten Zahnschmelz sein und damit auf die erste Stufe von faulen Zähnen. Kommen Zahnschmerzen und Verfärbungen hinzu, ist ein Besuch beim Zahnarzt an der Tagesordnung. Und auch ein anhaltender Geruch und schlechter Geschmack im Mund sind in der Regel keine guten Zeichen.

Was hilft gegen kaputte Zähne – und kann man sehr schlechte Zähne retten?

Bis zu einem gewissen Grad können Sie kaputte Zähne wieder aufbauen. Wenn Sie von Initialkaries oder empfindlichen Zähnen betroffen sind, können Ernährungsumstellung und gründliche Zahnhygiene noch helfen. Achten Sie darauf, wichtige Vitamine und Mineralstoffe zu sich zu nehmen (am besten in Absprache mit einem Arzt, denn es hilft nicht, einfach einen Multivitamin-Komplex einzuwerfen). Hochwertige Nahrungsmittel von Tieren aus Freilandhaltung versorgen Sie besonders gut mit diesen wichtigen Stoffen. Ernähren Sie sich vegan oder vegetarisch, sollten Sie die fehlenden Vitamine unbedingt mit guten, geprüften Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen. Informieren Sie sich dabei bitte über die korrekte Einnahme. Kalzium muss beispielsweise in jedem Fall mit Vitamin K2 und D eingenommen werden, damit der Körper es in den Knochen und Zähnen einlagern kann. Zink und Eisen wiederum blockieren sich bei gleichzeitiger Einnahme gegenseitig.

Faule Zähne kann nur noch der Zahnarzt retten.

Was zahlt die Krankenkasse bei der Behandlung kaputter oder fauler Zähne?

Leider nicht besonders viel. Für die Übernahme von Zahnreperatur- und Zahnersatzkosten wird ein Durchschnitt ermittelt, den die Krankenkasse dann zur Hälfte übernimmt. Außerdem übernimmt die Krankenkasse meist nur grundlegende Behandlung sowie billige Materialien wie Amalgam vollständig. Der Zuschuss steigt mit regelmäßig ausgefülltem Bonusheft. Übersteigen Ihre Behandlungskosten diesen Durchschnittswert, zum Beispiel bei Implantaten, müssen Sie die Mehrkosten übrigens auch tragen. Im Härtefall können Sie die vollständige Übernahme beantragen. Das wäre beispielsweise möglich, wenn Sie kaputte Zähne, aber kein Geld haben (d.h. weniger als 1274 Euro monatliches Einkommen) oder Sozialhilfen beziehen.

Es kann sich also durchaus lohnen, für die Behandlung eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, denn je stärker die Zähne kaputt sind, desto höher fallen die Kosten aus. Wir haben Ihnen in diesem Beitrag zusammengefasst, worauf Sie bei der Wahl der Versicherung achten sollten.

Wie können Sie faulen Zähnen vorbeugen?

Grundlage ist natürlich eine sorgfältige Zahnhygiene sowie eine ausgewogene Ernährung. Putzen Sie sich mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne und vergessen Sie dabei auch nicht die Zahnzwischenräume. Da viele Menschen diese Bereiche außer Acht lassen, siedeln sich dort besonders viele Bakterien an und verursachen faule Zähne. Doch auch bei der sorgfältigsten Zahnhygiene können Sie nicht alle Stellen erreichen. Nehmen Sie deshalb neben regelmäßigen Prophylaxe-Untersuchungen unbedingt auch eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch. So werden Probleme nicht nur früh genug erkannt, sondern Sie können sich auch sicher sein, dass Ihre Zähne wirklich rundum sauber sind.

Scheuen Sie den Zahnarztbesuch nicht!

Und auch wenn Sie bereits faule Zähne bemerkt haben, sollten Sie den Zahnarztbesuch nicht scheuen. Entgegen der Ängste vieler Menschen wird Ihr Zahnarzt Sie nicht verurteilen. Je nach Fortschritt der Zerstörung kann er jedoch dafür sorgen, dass diese aufgehalten wird. Und selbst wenn Ihre Zähne schon zu kaputt für eine Reparatur sind, ist noch nicht aller Tage Abend. Professionelle Implantat-Konzepte wie unsere Therapie „Feste Zähne sofort – SKY fast&fixed“ verhelfen Ihnen wieder zu einem strahlenden, lückenlosen Lächeln!

Viele Praxen haben außerdem für Angstpatienten ein spezielles Angebot und bieten besondere Behandlungsmethoden an, bei denen die Angst beispielsweise durch den Einsatz bestimmter Entspannungsmethoden gelindert wird. Informieren Sie Ihren Zahnarzt auf jeden Fall vorab über Ihre Ängste und besprechen Sie dann gemeinsam das weitere Vorgehen.

Mit sorgfältiger Zahnhygiene und einer möglichst zuckerarmen Ernährung legen Sie schon eine gute Basis gegen faule Zähne und verhindern Folgen für den ganzen Körper. Doch letztendlich kann nur eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt Ihres Vertrauens dafür sorgen, dass wirklich alles im grünen Bereich ist. Nutzen Sie diese Termine deshalb, damit Ihr Lächeln genauso lückenlos bleibt, wie Sie es sich wünschen.

Sie haben weitere Fragen?

Dann sprechen Sie uns gerne über unser Kontaktformular oder per Telefon an, wir helfen Ihnen gerne weiter!