Neue feste Zähne optimal pflegen – so halten Zahnimplantate ein Leben lang

Zahnimplantate bedeuten einen enormen Zugewinn an Lebensqualität. Damit die High-Tech-Produkte ein Leben lang halten, brauchen neue feste Zähne aber eine besonders sorgsame Pflege. Sonst drohen Entzündungen, die im schlimmsten Fall zum Verlust der Implantate führen. Wie Sie neue feste Zähne optimal pflegen und was Sie sonst noch beachten sollten, um ein Leben lang Freude an Ihren Implantaten zu haben.

Periimplantitis – Die unterschätzte Gefahr

Zwar kann Zahnersatz nicht von Karies befallen werden. Die Gefahr lauert bei neuen festen Zähnen aber anderswo, nämlich im Übergangsbereich zwischen den Zahnimplantaten und dem Zahnfleisch.


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Das liegt an den anatomischen Unterschied zwischen Zahnimplantaten und natürlichem Gebiss: „Echte“ Zähne sind durch eine Vielzahl an Fasern im Zahnfleisch verankert. Diese Fasern bilden zugleich eine Barriere gegen schädliche Bakterien. Bei Zahnimplantaten liegt das Zahnfleisch dagegen vergleichsweise locker am Implantatpfeiler an. Der Bereich zwischen Zahnfleisch und neuen festen Zähnen kann daher bei schlechter Pflege zum Einfallstor für Krankheitskeime werden.

Wenn sich Bakterien am Implantatpfeiler anheften und von dort aus nach unten wandern, kann sich das Gewebe rund um das Implantat entzünden. In der ersten Phase beschränkt sich die Entzündung meist auf das Zahnfleisch, später kann sie auf den Kieferknochen übergreifen. Der Zahnarzt spricht dann von einer „Periimplantitis“. Sie führt ähnlich wie eine Parodontitis zum Knochenabbau und bedeutet im schlimmsten Fall, dass der Zahnarzt Ihre neuen festen Zähne wieder entfernen muss.

Der beste Schutz dagegen besteht darin, Zahnbeläge regelmäßig und so vollständig wie möglich zu entfernen. Zusätzlich zur häuslichen Mundhygiene sollten Sie 2 bis 4 mal jährlich zur Kontrolle und professionellen Zahnreinigung in die Zahnarztpraxis kommen.

Neue feste Zähne zu Hause pflegen: So gehen Sie vor

1. Unmittelbar nach dem Einsetzen der Implantate

In den ersten zwei bis drei Tagen nach der OP ist Schonung angesagt: Solange die Wunde noch frisch ist, sollten Sie auf feste Nahrung und unbedingt auch auf das Rauchen verzichten. Für den Bereich rund um das Implantat gibt es spezielle postoperative Zahnbürsten mit ultraweichen Borsten und einem elastisch biegsamen Bürstenkopf. Zusätzlich wird Ihnen der Zahnarzt eine antibakterielle Mundspülung verschreiben, um Infektionen vorzubeugen und die Wundheilung zu fördern. Das restliche Gebiss können Sie wie gewohnt mit der normalen Zahnbürste putzen.

2. Dauerhafte Pflege der neuen festen Zähne

Normalerweise heilt die Wunde schon nach wenigen Tagen und Sie können zur dauerhaften Pflegeroutine übergehen. Um Zahnimplantate lebenslang zu erhalten, ist Zähneputzen wichtig, reicht allein aber nicht aus. Denn mit der Zahnbürste kommen Sie nicht gut an die Zahnzwischenräume und den Zahnfleischsaum heran. Gerade in diesen versteckten Winkeln siedeln sich mit Vorliebe schädliche Keime an.

Zur Pflege Ihrer neuen festen Zähne sollten Sie folgende Hilfsmittel benutzen:

Zahnpasta

Verwenden Sie Produkte ohne aggressive Schleifpartikel (Abrasiva), wie sie oft in aufhellenden Zahncremes enthalten sind. Der auf der Verpackung angegebene RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion) sollte nicht höher als 80 sein.

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste

Bei Handmodellen sollten Sie solche mit einem kleinen, schmalen Bürstenkopf und weichen Borsten bevorzugen. Elektrische Zahnbürsten können durch ihre Eigenbewegung das Putzen erleichtern. Auch hier sind kleine, weiche Bürstenköpfe empfehlenswert.

Fast noch wichtiger als die passende „Hardware“ ist aber die richtige Technik: Putzen Sie gründlich, aber sanft, ohne Druck auszuüben. Besonders wichtig ist die Pflege des Zahnfleischsaums rund um das Implantat. Um Zahnbeläge dort effektiv zu entfernen und zugleich Ihr Zahnfleisch zu schonen, sollten Sie die Zahnbürste schräg im 45°-Winkel führen.

Spezialbürsten für Zahnimplantate

Erfahrungsgemäß ist es nicht ganz einfach, mit einer herkömmlichen Zahnbürste an alle Zahnflächen heranzukommen. Seit einiger Zeit sind Spezialbürsten für Implantat- und Zahnspangenträger am Markt, die zusätzlich zur Standard-Zahnbürste gute Dienste leisten. So gibt es Modelle mit einem stark abgewinkelten Hals, die das Putzen der Zahninnenflächen und anderer schwer zugänglicher Bereiche rund um neue feste Zähne erleichtern. Für den Bereich entlang des Zahnfleischrands eignen sich auch sogenannte Einbüschel-Bürsten mit einem kleinen, runden und extra weichen Borstenkopf. Manche Patienten bevorzugen Modelle mit einem länglichen, aber besonders schmalen Kopf und zweireihig angeordneten Borsten.

Interdentalbürstchen

Rund ein Drittel der Zahnflächen sind mit einer normalen Zahnbürste gar nicht erreichbar. Gerade die Zahnzwischenräume werden daher gerne zur Brutstätte schädlicher Bakterien, wenn Sie ihnen nicht mit geeigneten Hilfsmitteln zu Leibe rücken.

Für breitere Zahnzwischenräume sind Interdentalbürstchen die beste Wahl. Sie sehen wie kleine Flaschenputzer aus und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Es kann sein, dass Sie verschiedene Modelle für verschiedene Bereiche Ihres Gebisses benötigen. Bei engeren Zahnzwischenräumen sollten Sie aufpassen, dass Sie die Zahnfleischzipfel zwischen den Zähnen (die sogenannten Papillen) mit den Bürstchen nicht verletzen. Verwenden Sie besser Produkte ohne Metallanteil, um die Implantate zu schonen.

Zahnseide

Für sehr enge Zahnzwischenräume ist Zahnseide besser geeignet. Es gibt spezielle Produkte mit verstärkten Enden und einem flauschigen Mittelteil, mit denen Sie die Zwischenräume rund um die neuen festen Zähne besonders gründlich und schonend reinigen.

Zahnstocher (Brushsticks)

Auch mit Zahnstochern können Sie die Bereiche direkt am Zahnfleischsaum vorsichtig reinigen. Besser als herkömmliche Holz-Zahnstocher sind spezielle Kunststoffkeile mit Flaumbürsten, sogenannte Brushsticks.

Mundspüllösungen

Antibakterielle Mundspüllösungen mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin sind vor allem in der ersten Phase unmittelbar nach dem Einsetzen der neuen festen Zähne wichtig. Später müssen Sie diese Produkte nicht dauerhaft verwenden. Sie können aber bei beginnenden Zahnfleischentzündungen hilfreich sein. Diese bemerken Sie oft an Zahnfleischbluten, Rötungen oder Mundgeruch.

Neue feste Zähne: Rauchen als Risiko

Zigarettenrauch enthält über 90 giftige Stoffe, die Ihre Immunabwehr schwächen und Zahnfleischentzündungen fördern. Sie tun Ihren neuen festen Zähnen und Ihrer Gesundheit viel Gutes, wenn Sie auf den Glimmstängel verzichten! Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Periimplantitis zu entwickeln und dadurch ihre Implantate zu verlieren.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Neue feste Zähne brauchen eine regelmäßige „Wartung“ beim Zahnarzt, je nach individuellen Voraussetzungen 2 bis 4 mal jährlich. Bei diesen Terminen wird in der Regel eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen, um schwer zugängliche Stellen gründlich von Zahnstein und Zahnbelägen zu reinigen. Außerdem können Zahnarzt und Dentalhygienikerin Ihr Gebiss auf erste Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung oder Periimplantitis überprüfen. Denn das Tückische an diesen Erkrankungen ist, dass man sie im Anfangsstadium nicht immer bemerkt.

Wenn Sie die Mundhygiene in den eigenen vier Wänden ernst nehmen und Ihre Kontrolltermine beim Zahnarzt nicht schwänzen, ist das Risiko für eine Periimplantitis relativ gering. Ihre neuen festen Zähne können Sie dann über Jahrzehnte begleiten und für ein Plus an Lebensqualität bis ins hohe Alter sorgen!

Fotoquelle Titelbild: © Monkey Business Images/Shutterstock