Wie oft sollte ich eigentlich zur Prophylaxe? Muss das wirklich sein, wenn ich mir doch immer gründlich die Zähne putze? Und wer bezahlt die Behandlung? Beim Thema Prophylaxe kommen viele Fragen auf – wir beantworten die wichtigsten in diesem Beitrag!

Wer öfters zur Prophylaxe geht, legt einen wichtigen Grundstein für gesunde Zähne

Um es gleich vornweg zu sagen: Ja, auch wenn Sie sich regelmäßig die Zähne putzen, Zahnseide und Mundspülung nutzen und sich zahngesund ernähren, sollte mindestens einmal im Jahr ein Prophylaxe-Termin im Kalender stehen. Im Regelfall raten wir jedoch zu zwei Terminen pro Jahr. Denn nicht jeden Winkel in Ihrem Mund erreichen Sie mit Zahnpflegemitteln, sodass sich dort Plaque und mit der Zeit Zahnstein bildet. Zudem haben 8 von 10 Menschen mindestens einmal im Leben eine Karies-Infektion.

Beim Prophylaxe-Termin kann Ihre Zahnärztin bzw. die Fachangestellte einen prüfenden Blick in Ihren Mundraum werfen und kontrollieren, ob alles im grünen Bereich ist. Wir raten deshalb jedem, zur Vorsorge-Untersuchung zu gehen – auch, wenn scheinbar alles in Ordnung ist!

Wie oft Sie zum Prophylaxe-Kontrolltermin erscheinen sollten

Eben haben wir es bereits kurz angesprochen: Generell sollte jeder ab dem 6. Lebensjahr zweimal pro Jahr zur Kontrolle gehen, doch die genaue Terminfrequenz ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So können der Zustand Ihrer Zähne und verschiedene Risikofaktoren beeinflussen, wie oft Prophylaxe-Termine bei Ihnen notwendig sind.

Faktoren, die das Risiko für Zahn- und Zahnfleischerkrankungen erhöhen, sind beispielsweise:

  • Das Alter – Mit dem Alter vermindert sich der Speichelfluss, der für die natürliche Zahnreinigung eine wichtige Rolle spielt. Zudem ist oft die Feinmotorik eingeschränkt, was das gründliche Putzen der Zähne oder Prothesen/Implantate erschwert.
  • Eine Diabetes-Erkrankung
  • Rauchen
  • Eine Veranlagung zu Karies
  • Tiefe Zahnfleischtaschen, in denen sich leicht Bakterien sammeln
  • Eng oder verwinkelt stehende Zähne
  • Eine Parodontitis-Vorerkrankung oder eine Parodontitis, die aktuell behandelt wird
  • Eine Schwangerschaft, die Schwangerschafts-Parodontitis oder Zahnfleischentzündungen auslösen kann

Bestehen diese Risikofaktoren bei Ihnen, sollten Sie das mit Ihrem Zahnarzt besprechen, damit er häufigere Kontrolltermine einplanen kann. In der Regel geben Sie das jedoch bereits in dem Fragebogen an, den Sie beim allerersten Praxisbesuch ausfüllen.

Und wie sieht es bei Kindern aus? Wie oft sollten die Kleinsten zur Prophylaxe?

Auch Kinder sollten natürlich regelmäßig zahnärztlich untersucht werden. Damit legen Sie die Grundlage für das Verständnis, wie wichtig gute Zahnpflege im gesamten weiteren Leben ist. Sobald das erste Zähnchen erscheint, können Sie Ihr Kind an den Zahnarztbesuch gewöhnen. Das ist wichtig, damit Ihr Kind lernt, dass das eigentlich gar nichts Schlimmes ist.

Um das Alter von 6 Jahren herum sollten dann halbjährliche Kontrolltermine eingeplant werden. Oft bieten auch Schulen zahnärztliche Kontrolluntersuchungen an. Als Eltern erhalten Sie dann eine Mitteilung, wenn es im Mund Ihres Sprösslings Auffälligkeiten gibt.

Das erwartet Sie beim Prophylaxe-Termin

Ganz gleich wie oft ein Prophylaxe-Termin bei Ihnen ansteht: Das ist nichts, wovor Sie Angst haben müssten. Im Grunde handelt es sich dabei nur um einen Check mit anschließender Reinigung.

1. Anamnese-Gespräch

Vorab wird Ihre Zahnärztin bzw. der Assistent mit Ihnen besprechen, ob Sie in letzter Zeit Beschwerden hatten. Ist das Zahnfleisch entzündet? Schmerzt ein Zahn? Kommt Ihnen etwas verändert vor?

Dann folgt ein erster Blick in Ihren Mund, um diesen auf Veränderungen wie Zahnfleischentzündungen, Zahnstein, Risse oder Karies zu prüfen. Gibt es Auffälligkeiten, wird Ihr Zahnarzt das im Anschluss mit Ihnen besprechen und Ihnen Ratschläge zur Zahnhygiene und -pflege geben.

2. Zahnreinigung

Je nach Zustand Ihrer Zähne kann nun noch eine Zahnreinigung sinnvoll sein. Dafür gibt es zwei Optionen, die Ihr Zahnarzt in jedem Fall mit Ihnen absprechen muss.

  • Die einfache Zahnsteinentfernung. Zahnstein ist kein reiner kosmetischer Makel. Wird er zu lange nicht beseitigt, kann er zu Zahnfleischtaschen und einer ausgewachsenen Parodontitis führen. Sie sollten ihn deshalb regelmäßig entfernen lassen. Mittlerweile haben wohl die meisten gesetzlichen Krankenkassen erkannt, wie wichtig dieser Behandlungsschritt für die Allgemeingesundheit ist und übernehmen die Kosten für die Zahnstein- und Zahnbelagentfernung zumindest einmal im Jahr.
  • Die professionelle Zahnreinigung. Können Sie sich nicht gut alleine Ihre Zähne putzen, haben Sie besonders eng stehende Zähne oder sonstige Entzündungen, raten wir zu einer professionellen Zahnreinigung. Diese wird leider nicht von den Krankenkassen getragen, Sie können die Kosten jedoch von einer Zahnzusatzversicherung decken lassen. Bei der professionellen Zahnreinigung werden alle Zahnoberflächen und -zwischenräume gründlichst gereinigt. Abgerundet wird das Ganze durch eine Politur und optional eine Fluoridierung.

Der reine Kontrolltermin dauert etwa 20 Minuten, für eine professionelle Zahnreinigung sollten Sie je nach Zahnzustand bis zu einer Stunde einplanen. Besprechen Sie die Reinigung vorher genau mit Ihrem Zahnarzt bzw. der ausgebildeten Prophylaxe-Fachangestellten. Nicht immer ist eine Reinigung aller Zähne notwendig.

Fazit: Wie oft Prophylaxe-Termine anstehen, hängt ganz von Ihren Zähnen ab

Je nach Zahngesundheit ist es also unterschiedlich, wie oft Sie einen Prophylaxe-Termin vereinbaren sollten und was dann anfällt. Planen Sie sich jedoch auf jeden Fall die zwei Termine im Jahr ein, damit Ihre Zähne möglichst lange gesund bleiben!