Ein herzhafter Biss in das knusprige Brötchen und dann der Schock: Ein Stück Zahn ist weg! Wenn Zähne brechen oder Zahnteile absplittern, macht sich bei vielen Betroffenen Verzweiflung breit – und das ist nur allzu verständlich. Lesen Sie hier, wie es zu brüchigen Zähnen kommt und was wir in der Zahnarztpraxis für Sie tun können, um den Schaden zu begrenzen.

Warum können Zähne brechen?

Unsere Zähne sind die härteste Substanz, die unser Körper hervorzubringen vermag. Das gilt besonders für den Zahnschmelz, der die äußere Schutzschicht bildet. Dabei handelt es sich um ein kristallartiges Material, das durch eingelagerte Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat besonders widerstandsfähig ist.

Trotzdem sind unsere Zähne leider nicht für die Ewigkeit gemacht. Verschiedene Belastungen und Umwelteinflüsse setzen dem Zahnschmelz und dem darunterliegenden Zahnbein so zu, dass die Zähne brechen, splittern oder abbröckeln können. Das sind die wichtigsten Ursachen dafür, dass Zähne brechen oder brüchig werden:


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  • Unfälle, Schläge oder Stürze: Durch äußere Gewalteinwirkungen können selbst völlig gesunde Zähne brechen. Betroffen sind meist die Frontzähne.
  • Natürlicher Alterungsprozess: Der Zahn der Zeit macht leider auch vor unserem Gebiss nicht Halt. Brüchige, spröde Zähne sind ein häufiger Befund bei älteren Patienten. Durch einen zahngesunden Lebensstil lässt sich dieser Prozess verlangsamen, aber nicht völlig aufhalten.
  • Chemische Erosion (Abtragung) des Zahnschmelzes: Geben Sie Ihren Zähnen Süßes oder Saures? Zwar gelten Obst und essigsaure Salate als gesund, im Übermaß können sie aber unseren Zähnen schaden. Der Grund ist, dass die darin enthaltenen Säuren dem Zahnschmelz Mineralstoffe entziehen und ihn so nach und nach auflösen. Reibung kann diesen Prozess beschleunigen. Nach einer säurehaltigen Mahlzeit sollten Sie den Mund daher besser nur spülen und mit dem Zähneputzen mindestens 30 Minuten warten.
  • Kariesbefall: Doch auch mit Süßem erweisen Sie Ihren Zähnen keinen guten Dienst, denn Karies-Bakterien lieben Zucker. Ein von Karies befallener Zahn ist von innen her in seiner Stabilität geschwächt. Selbst wenn der Zahnarzt das erkrankte Gewebe durch eine Füllung ersetzt, ist der Zahn nicht mehr so belastbar wie zuvor.
  • Wurzelbehandlungen: Ähnliches gilt für wurzelbehandelte Zähne, bei denen das Zahnmark durch ein Füllmaterial ersetzt wurde. Da die Zahnsubstanz von der Blutversorgung abgeschnitten ist, wird sie allmählich spröder und brüchiger.
  • Aggressive Zahnpflege: Was gut gemeint ist, ist nicht immer gut für die Zähne. Manche Patienten schrubben sich durch zu festen Druck beim Zähneputzen regelrecht den Zahnschmelz weg. Das darunterliegende Zahnbein ist gegenüber äußeren Einflüssen weniger widerstandsfähig, in der Folge können die Zähne brechen.
  • Zähneknirschen: Beim Knirschen wirken unvorstellbare Kräfte von bis zu 70 Kilogramm auf die Zähne! Dieser Belastung hält selbst die härteste Zahnsubstanz auf Dauer nicht stand. Unbehandelt nutzen sich die Zähne ab und werden brüchig.

Schäden an der Zahnsubstanz frühzeitig erkennen und behandeln

Zähne brechen selten unvermittelt: In den meisten Fällen ist die Zahnsubstanz bereits über Jahre vorgeschädigt und geschwächt. Häufig beginnt es mit feinsten Rissen, die den Zahn durchziehen. Ähnlich wie ein Sprung in einer Windschutzscheibe breiten sich diese Risse immer weiter aus, bis ein Teil des Zahns schließlich abbrechen kann. Als Auslöser reicht dann mitunter schon ein Biss in ein weiches Brötchen.

Um zu verhindern, dass es soweit kommt, sollten Sie daher niemals auf die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt verzichten! Er kann Schäden an Ihrer Zahnsubstanz frühzeitig erkennen, noch bevor die Zähne brechen. Sollte der Zahnarzt Risse oder eine vermehrte Abnutzung des Zahnschmelzes bemerken, wird er nach den Ursachen forschen und diese nach Möglichkeit zu beseitigen versuchen.

Ein Zahn ist gebrochen – was nun?

Es ist passiert: Ein Stück Zahn ist abgebrochen oder ein kleiner Teil des Zahnschmelzes abgesplittert. Möglicherweise haben Sie das Malheur gar nicht bemerkt, sondern fühlen nur eine scharfe Bruchkante, wenn Sie mit der Zunge den Zahn berühren. Wichtig ist in dieser Situation, dass Sie möglichst rasch (innerhalb von 24 Stunden) Ihren Zahnarzt oder einen Zahnnotdienst aufsuchen. Falls Sie das abgebrochene Stück noch finden, dann legen Sie es sofort in ein Glas Milch, eine Kochsalzlösung oder notfalls auch unter die Zunge und nehmen es mit. Wichtig ist, dass Sie das Bruchstück behutsam möglichst nur an der Krone berühren und es nicht mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln behandeln.

Wenn Zähne brechen: Was kann der Zahnarzt tun?

Bei einem Zahndefekt wird der Zahnarzt immer im Einzelfall entscheiden, welches Vorgehen möglich und sinnvoll ist. Falls Sie das Bruchstück in die Ordination mitbringen und es noch intakt ist, kann der Zahnarzt es möglicherweise wieder ankleben. Dazu verwendet er einen speziellen Kunststoffkleber, der nach dem Aushärten sehr belastbar ist.

Falls der Zahn nicht mehr geklebt werden kann, wird der Zahnarzt versuchen, auf andere Art und Weise einen funktionsfähigen Zahn zu modellieren. Falls nur kleinste Teile des Zahnschmelzes abgesplittert sind, reicht es vielleicht, die Bruchkante zu schleifen und den Zahn anschließend mit einer Fluorid-Lösung zu behandeln. Dadurch wird die Oberfläche versiegelt und der Zahn vor schädlichen Einflüssen geschützt.

Bei einem größeren Defekt kommt es darauf an, ob nur Zahnschmelz und Zahnbein betroffen sind oder ob der Bruch bis zum inneren Zahnmark reicht. Brüche im Bereich von Zahnschmelz und Zahnbein sind einfacher zu behandeln: Hier kann der Zahnarzt die verlorene Zahnsubstanz durch eine Füllung, eine Teilkrone oder eine Krone ersetzen. Im Bereich der sichtbaren Zähne verwendet man Keramik-Füllungen oder auch Veneers, um ein natürliches, attraktives Erscheinungsbild herzustellen. Sollte der Zahn von Karies befallen sein, muss das erkrankte Gewebe natürlich zuerst entfernt werden, bevor der Zahnarzt den Zahn wieder aufbauen kann.

Ist hingegen auch das innere Zahnmark von dem Bruch betroffen, dann ist in vielen Fällen eine Wurzelbehandlung erforderlich. Dabei entfernt der Arzt das Zahnmark und ersetzt es durch ein künstliches Füllmaterial. Anschließend kann der Zahn durch Füllungen oder Kronen wieder aufgebaut werden.

Ist Zahnersatz nötig, wenn Zähne brechen?

Manchmal ist der Defekt zu groß oder die verbliebene Zahnsubstanz zu schlecht, um den Zahn zu rekonstruieren. Vor allem senkrechte Brüche, die bis zur Zahnwurzel reichen, sind schwer zu behandeln. In diesem Fall wird der Zahnarzt den Zahn ziehen. Die entstandene Lücke kann und sollte durch eine Brücke oder ein Implantat gefüllt werden. Abgebrochene Zähne können übrigens SOFORT mit Implantaten ersetzt werden. Doch bitte belassen Sie unbedingt die abgebrochene Zahnwurzel und lassen Sie sie erst durch den Implantologen entfernen, da die Gefahr des Knochenbruchs ansonsten zu groß ist.

Falls Ihre Zähne brechen, bröckeln oder absplittern, dann bedeutet das also nicht, dass Sie künftig auf einen kräftigen Biss verzichten müssen! Das Wichtigste ist, dass Sie in dieser Situation unverzüglich Ihren Zahnarzt aufsuchen. Nur so lässt sich der entstandene Schaden in Grenzen halten.

 

Fotoquelle Titelbild: © fotolia / New Africa