Beim Stichwort Zahnkrankheiten im Alter denken wohl viele zunächst einmal an Zahnverlust. Doch es gibt noch einige andere Risiken, auf die Sie sich mit zunehmendem Alter einstellen sollten. Welche das sind und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Risiko 1: Zahnverlust

Beginnen wir diesen Artikel mit dem Problem, das viele mit dem Älterwerden in Verbindung bringen: Zahnverlust. Klar ist, dass es sich hierbei nicht um ein Risiko handelt, das mit dem Alter per se zusammenhängt. Vielmehr lässt sich der Zahnverlust in der Regel auf eine bestimmte Zahnkrankheit zurückführen, die sich über Jahre hinweg unbemerkt entwickelt – der Parodontitis. Die kann schon dadurch entstanden sein, dass Sie in jüngeren Jahren einer Zahnfleischentzündung zu wenig Beachtung geschenkt haben. Nach und nach haben sich im Zuge der darauffolgenden Parodontitis Kieferknochen und Bindegewebe abgebaut. Die Folge: Ihre Zähne werden locker und fallen aus.

Übrigens: Nicht nur wegen des drohenden Zahnverlusts sollten Sie eine Parodontitis nicht unterschätzen. Verbreitet sich die Entzündung durch den Blutkreislauf, kann sie im gesamten Körper Schäden anrichten und steigert somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte, aber auch für Rheuma und Osteoporose.

Risiko 2: Mundtrockenheit

Gerade im Alter kommt es oft zu Mundtrockenheit. Grund dafür sind einerseits Medikamente, die gegen häufig auftretende Altersbeschwerden eingenommen werden. Dazu zählen unter anderem Mittel gegen Rheuma, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten, aber auch Antidepressiva.

Neben Medikamenten kann natürlich auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zu Mundtrockenheit führen – und gerade bei älteren Menschen ist es bekannt, dass sie das Trinken gerne einmal vernachlässigen.

Doch warum ist Mundtrockenheit ein Problem und wie kann diese zu Zahnkrankheiten im Alter führen? Speichel ist eine wichtige Grundlage gesunder Zähne. Er remineralisiert den Zahnschmelz, reinigt und wirkt antibakteriell. Ist zu wenig Speichel vorhanden, kann das Zahnfleischentzündungen und auch Karies begünstigen, da sich die Bakterien ungestört verbreiten können. Halten Sie also bei Mundtrockenheit durch Medikamente Rücksprache mit Ihrem (Zahn-)Arzt und trinken Sie pro Tag mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee.

Risiko 3: Mangelhafte Zahnhygiene

Apropos Bakterien – ein weiteres Risiko für Zahnkrankheiten im Alter ist mangelnde Zahnhygiene. Das kann schon allein daran liegen, dass Sie aufgrund eingeschränkter Bewegungsfähigkeit oder Motorik nicht mehr so gut an alle Stellen gelangen. Hier kann eine elektrische Zahnbürste oder eine Zahnbürste mit extra breitem Griff Abhilfe schaffen. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist hier sinnvoll.

Risiko 4: Zahnersatz

Im Zusammenhang mit der Zahnhygiene steht noch ein weiterer Faktor, der Zahnkrankheiten im Alter bedingt: ihr Zahnersatz. Reinigen Sie diesen nicht regelmäßig und gründlich, können sich auch hier Bakterien sammeln und zu Entzündungen und Zahnkrankheiten führen. Auch eine schlecht sitzende Prothese (beispielsweise durch den natürlichen Rückgang des Kieferknochens) kann dabei zum Risiko werden, wenn sie Druckstellen verursacht, die sich entzünden.

Risiko 5: Zahnschmelzabbau

Ihr Zahnschmelz baut sich im Laufe der Zeit auf natürliche Weise ab – denn jahrelanger Belastung kann selbst die härteste Substanz nicht ohne Spuren widerstehen. Unvollständiger Zahnschmelz kann aber schnell zur Einfallpforte für Kariesbakterien werden. Nutzen Sie deshalb fluoridhaltige Zahncremes oder spezielle Gele, um Ihren Zahnschmelz so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.

Risiko 6: Mangelerscheinungen

Mit zunehmendem Alter schwinden Geschmackssinn und Appetit. Das veranlasst viele ältere Menschen, weniger oder einseitig zu essen. Für ihre Zähne stellt das ein Risiko dar, denn so fehlen ihnen viele Vitamine und Mineralstoffe, die sie dringend benötigen. Achten Sie also auch im Alter auf eine gesunde, ausreichende und vor allem abwechslungsreiche Ernährung.

Besonders wichtig für gesunde Zähne und Zahnfleisch sind Kalzium, Fluorid und die Vitamine A, B, C und D.

Risiko 7: Zurückgehendes Zahnfleisch

Zu den Zahnkrankheiten, die Ihnen besonders in späteren Lebensjahren begegnen können, zählt auch Zahnhalskaries. Als Ursache dafür ist vor allem Zahnfleischrückgang zu nennen – und der ist im Alter bis zu einem gewissen Grad ganz normal. Ein starker Zahnfleischrückgang, beispielsweise durch Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis kann aber dazu führen, dass Ihre Zahnhälse freigelegt werden und so anfälliger für Karies sind.

Risiko 8: Der falsche Zahnarzt

Der Zahnarztbesuch ist für viele Menschen unangenehm, und im Alter kann das besonders zum Problem werden. Vielen Zahnärzten fällt es schwer, sich auf die Bedürfnisse und Eigenheiten älterer Menschen einzustellen und sie mit Respekt und Geduld zu behandeln. Folglich kann ein Zahnarztbesuch im Alter noch unangenehmer sein, als er es für viele Menschen ohnehin schon ist.

Dabei ist eine regelmäßige Kontrolle vor allem für ältere Menschen besonders wichtig, denn mangelnde Beweglichkeit und viele Risikofaktoren können schnell zu Zahnkrankheiten aller Art führen. Suchen Sie deshalb gezielt nach einem Zahnarzt, bei dem Sie sich auch wirklich wohlfühlen. Außerdem sollte er Sie ausführlich zu notwendigen Prothesen oder Implantaten beraten können, damit auch hier immer für Ihre Zahngesundheit gesorgt ist.

Zahnkrankheiten im Alter können durch verschiedene Risiken ausgelöst werden – einige davon sind natürlicher Art, andere entstehen wie so oft durch mangelnde Zahnhygiene. Achten Sie also auch im Alter noch darauf, Ihre Zähne und auch Ihren Zahnersatz gründlich zu reinigen und scheuen Sie nicht den Besuch beim Zahnarzt, um mögliche Risiken schon von vornherein auszuschließen.