Unterschied Prophylaxe Zahnreinigung

Was ist der Unterschied zwischen Prophylaxe und professioneller Zahnreinigung

Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung: Was genau ist der Unterschied?

Die beste Zahnbehandlung ist die, die man erst gar nicht braucht. Bestimmt hat Ihnen Ihr Zahnarzt daher schon einmal zur „Prophylaxe“ oder zur „professionellen Zahnreinigung“ (PZR) geraten. Aber gibt es da überhaupt einen Unterschied und worin genau besteht er? Erfahren Sie, warum die professionelle Zahnreinigung zwar wichtig ist, das Zauberwort für gesunde Zähne aber „Prophylaxe“ lautet.

Zahnprophylaxe: Kampfansage an Karies, Parodontitis & Co

Das Wort „Prophylaxe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „von vornherein ausschließen“. In der Medizin meint man damit alle Maßnahmen, die verhindern, dass Krankheiten überhaupt entstehen – im Unterschied zu therapeutischen Behandlungen, mit denen man bestehende Gesundheitsprobleme zu heilen versucht.

In der Zahnmedizin gilt dabei das Hauptaugenmerk den Volkskrankheiten Karies und Parodontitis. Karies steht ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnkrankheiten: Nur 1 von 100 Erwachsenen hat noch nie damit Erfahrungen gemacht! In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen sind durchschnittlich bereits 11 Zähne befallen oder mussten wegen Karies behandelt werden. Nur knapp abgeschlagen landet die Parodontitis auf Platz 2: Mehr als 80 Prozent der über 40-Jährigen leiden zumindest unter einer leichten Form der Zahnbett-Entzündung.

Und das hat tiefgreifende Folgen: Schäden im Zahninneren oder an den Zahnwurzeln beginnen fast immer mit einer Karies oder Parodontitis. Wer sich sein strahlendes Lächeln so lange wie möglich bewahren will, muss daher in erster Linie diesen beiden Volkskrankheiten vorbeugen.

Professionelle Zahnreinigung als Baustein der Prophylaxe

Genau hier kommt die professionelle Zahnreinigung (PZR) ins Spiel. Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Ihre Zähne gründlich von bakteriellen Belägen (Plaques) gereinigt. Diese Zahnbeläge gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Karies und Parodontitis.

Sie sind aber nicht die alleinige Ursache. Ob Ihre Zähne krank werden oder gesund bleiben, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab: So macht es etwa einen großen Unterschied, ob Sie unter Vorerkrankungen wie Diabetes leiden oder Raucher sind. Nicht zuletzt haben auch die genetischen Anlagen ihre Hände im Spiel. Zur Zahnprophylaxe, das heißt zur Vorbeugung von Zahnkrankheiten, müssen wir alle diese Punkte in den Blick nehmen.

Die professionelle Zahnreinigung ist daher ein wesentlicher Baustein der Zahnprophylaxe. Sie ist aber bei Weitem nicht alles, was Ihr Zahnarzt und sein Team für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne tun können. Im Rahmen einer Prophylaxe-Sitzung werden im Unterschied zur professionellen Zahnreinigung nicht nur Ihre Zähne sauber geschrubbt, sondern auch

  • Ihre persönlichen Risikofaktoren erfasst,
  • Ihre Zähne und Ihr Mund genau untersucht,
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beurteilt,
  • Ihr Putzverhalten zu Hause erfasst,
  • und es wird Ihnen gezeigt, wie Sie Ihre Zähne optimal pflegen.

Was genau passiert bei einer zahnmedizinischen Prophylaxe?

Eine Zahnprophylaxe-Sitzung besteht normalerweise aus 4 Schritten:

1. Anamnese (Untersuchung und Dokumentation)

Am Beginn steht eine genaue Bestandsaufnahme. Der Zahnarzt wird sich dabei nicht nur für den Zustand Ihrer Zähne, sondern auch für Ihre allgemeine Gesundheit interessieren. Kommen Sie das erste Mal in die Zahnarzt-Praxis, dann füllen Sie zunächst einen Fragebogen aus. Damit werden neben Ihren persönlichen Daten auch Vorerkrankungen erfasst, die Einfluss auf die Zähne haben können (wie z.B. Diabetes, Osteoporose). Zusätzlich wird der Zahnarzt ihren Gebisszustand genau dokumentieren – das nennt man auch Zahnstatus.

Anschließend und bei jeder weiteren Prophylaxe-Sitzung nimmt der Zahnarzt Ihre Zähne und Ihre Mundhöhle genau in Augenschein. Röntgen-Aufnahmen geben Aufschluss über mögliche Krankheitsherde wie tiefsitzende Kariesläsionen, die man im Unterschied zu oberflächlichen Schäden nicht mit freiem Auge erkennt. Manchmal kommen auch weitere Tests wie eine Speichelanalyse oder Keimbestimmung zum Einsatz. Durch alle diese Untersuchungen kann der Zahnarzt feststellen, ob und an welchen Stellen Ihre Zähne krank oder gefährdet sind.

2. Gemeinsame Besprechung und Aufklärung

Die Ergebnisse der Untersuchung wird der Zahnarzt oder eines seiner Team-Mitglieder detailliert mit Ihnen besprechen. Er erklärt Ihnen auch, welchen Einfluss Ihr Lebensstil, Ihre Ernährung und Ihre häusliche Mundhygiene auf Ihre Zahngesundheit haben.

3. Beratung und Demonstration der richtigen Zahnpflege

Anschließend erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihr Gebiss zu Hause optimal pflegen und was Sie sonst noch tun können, um Ihre Zähne gesund zu erhalten. Dazu gehört eventuell auch eine Ernährungsberatung. Falls nötig, wird Ihnen der Zahnarzt oder eine Prophylaxe-Assistentin den richtigen Umgang mit Zahnhygiene-Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen zeigen.

Zum Abschluss wird noch besprochen, wann Sie das nächste Mal zur Prophylaxe kommen sollten. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen richten sich nach Ihrem persönlichen Gesundheitszustand. Es macht einen großen Unterschied, ob Ihr Gebiss noch kerngesund ist oder Sie schon das eine oder andere Zahnleiden mit sich herumtragen.

4. Professionelle Zahnreinigung

Ein wichtiges Element der Prophylaxe-Sitzung ist die professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie wird im Unterschied zu Zahnbehandlungen meist nicht vom Zahnarzt selbst durchgeführt, sondern von eigens geschulten Assistentinnen. – Um den „Großputz“ im Mund fachgerecht auszuführen, müssen Zahnarzt-Helferinnen spezielle Fortbildungen absolvieren. Diese Team-Mitglieder nennen sich „Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin“ (ZMP) oder „Dental-Hygienikerin“ (DH).

Das passiert bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR):

1. Entfernung von Belägen

Im ersten Schritt werden Ihre Zähne von allen harten und weichen Belägen (Plaques) befreit. Dazu kommen verschiedene Werkzeuge wie Küretten, Ultraschall-Instrumente oder Zahnseide zum Einsatz. Im Unterschied zur Zahnhygiene im eigenen Badezimmer werden auch schwer zugängliche Stellen gründlich gereinigt: etwa die Zahnzwischenräume, die Grübchen an den Kauflächen (Fissuren) und die Bereiche unterhalb des Zahnfleisches.

2. Feinpolitur

Anschließend poliert die Assistentin noch vorhandene raue Stellen, um eine glatte Oberfläche herzustellen. So können sich Bakterien weniger leicht anheften und es entstehen nicht so rasch neue Beläge.

3. Auftragen von Schutzlack

Zum Abschluss trägt die zahnmedizinische Fachkraft einen fluoridhaltigen Schutzlack oder ein Gel auf die Zähne auf. Diese Pflegemittel härten und schützen die Zahnsubstanz.

Je nach Zahnarztpraxis kann der genaue Ablauf einer Zahnprophylaxe-Sitzung etwas variieren. Es macht keinen Unterschied, ob die professionelle Zahnreinigung vor oder nach dem Beratungsgespräch stattfindet. Wichtig ist nur, dass kein Element der Prophylaxe ausgelassen wird. Falls Sie am Ende noch Fragen haben oder Ihnen etwas unklar geblieben ist, dann sprechen Sie Ihren Zahnarzt unbedingt darauf an!

Prophylaxe statt Bohren

Vorbeugen ist besser als Heilen – das ist einer der wichtigsten Grundsätze der Medizin. Tun Sie sich und Ihren Zähnen also etwas Gutes, indem Sie regelmäßig zur Zahnprophylaxe gehen! Diese Sitzungen sind weder schmerzhaft noch unangenehm und können Ihnen weitaus lästigere Zahnbehandlungen in Zukunft ersparen.


Prophylaxe

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Zahn-Prophylaxe: Das muss ein professionelles Studio leisten

Weiß gewinnt: Sauber geputzte Zähne sind nicht nur schöner, sondern bleiben auch länger gesund. Mindestens 1 bis 2 mal jährlich sollten Sie daher eine professionelle Prophylaxe-Behandlung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Was der „Zahn-Putztrupp“ leisten sollte und woran Sie ein gutes Prophylaxe-Studio erkennen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Deshalb ist Zahn-Prophylaxe sinnvoll

In unserer Mundhöhle tummeln sich Abermillionen von Bakterien, die zusammen mit Speichel und Essensresten Zahnbeläge bilden. Sie müssen regelmäßig entfernt werden, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Das Problem: Nur rund 60 bis 70 Prozent der Zahnflächen erreichen Sie mit der Zahnbürste. An schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen und den Hinterseiten der Backenzähne sammeln sich oft Zahnbeläge an, die allmählich verhärten und zu Zahnstein werden. Der sieht weder schön aus noch ist er gesund.

Und genau hier kommt der Profi-Putztrupp ins Spiel: Bei einer professionellen Zahnreinigung werden die Zahnflächen gründlich von anhaftenden Belägen, Zahnstein und Verfärbungen gereinigt. Zur Prophylaxe (wörtlich Vorbeugung) gehört aber mehr als Schrubben. Die Zahnhygiene-Profis begutachten mit geschultem Auge den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch und können Krankheitsrisiken frühzeitig erkennen.

Zahn-Prophylaxe kann somit spätere Zahnprobleme verhindern und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wichtig ist, dass die Behandlung fachgerecht und mit größter Sorgfalt ausgeführt wird. Ein gutes Prophylaxe-Studio sollte die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

1. Zertifiziertes Personal

Die Zahnreinigung nimmt in der Regel nicht der Zahnarzt vor, sondern eine zahnmedizinische Assistentin. Doch nicht jede Zahnarzthelferin ist automatisch dafür qualifiziert. Es gibt eigene Aufstiegsfortbildungen, in denen sich Zahnassistentinnen das nötige Wissen und die Fertigkeiten aneignen. Wer die Abschlussprüfungen erfolgreich besteht, darf sich „Prophylaxe-Assistentin“ oder „Dental-Hygienikerin“ nennen. Nur diese speziell ausgebildeten Fachkräfte sollten sich bei der professionellen Zahnreinigung zu schaffen machen. Fragen Sie daher ruhig nach der Qualifikation der Zahnarzthelferin und lassen Sie sich die entsprechenden Zertifikate zeigen!

2. Ruhige, angenehme Atmosphäre

Im Idealfall findet die Zahnreinigung nicht am gleichen Zahnarztstuhl statt, an dem sonst auch gebohrt wird. Gute Zahnarztpraxen verfügen häufig über ein separates Prophylaxe-Studio, also einen abgetrennten Bereich, der eigens für vorbeugende Zahnbehandlungen reserviert ist. Dort herrscht kein ständiges Kommen und Gehen und die Zahnassistentin kann sich Ihnen in Ruhe zuwenden. Vor allem für Kinder und Angstpatienten ist eine ruhige, entspannte Atmosphäre wichtig.

3. Individuelle Bedarfsermittlung

Bei der Zahnprophylaxe gibt es keinen Standard-Ablauf, denn jeder Patient bringt unterschiedliche Voraussetzungen und unterschiedliche Bedürfnisse mit. Am Anfang steht daher immer der prüfende Blick: Die Assistentin sollte Zähne und Zahnfleisch gründlich in Augenschein nehmen, um Zahnbeläge und mögliche Problemstellen aufzuspüren. Dazu kommen Hilfsmittel wie Sonden und Spiegel zum Einsatz. Meist kann die Assistentin so auch einschätzen, wie es um die tägliche Mundhygiene zu Hause steht. Stellt sie Erkrankungen wie Zahnfleischentzündungen oder Karies fest, wird sie den Patienten an den Zahnarzt verweisen.

4. Maßgeschneiderte Behandlung

Die Zahnreinigung muss immer auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt sein. Um die Zahnsubstanz zu schonen, darf die Fachkraft nicht mehr als nötig schrubben. Darüber hinaus sollten je nach Bedarf die passenden Instrumente zum Einsatz kommen. Bei Zahnstein sind das etwa Ultraschallgeräte und Metallhaken. Weichen Belägen rückt die Zahnassistentin häufig mit speziellen Bürstchen zu Leibe. Verfärbungen, wie sie etwa durch Kaffee oder Nikotin entstehen, kann sie mithilfe von Pulverwasserstrahlgeräten entfernen. Diese Geräte sollte aber nur dort zum Einsatz kommen, wo sie wirklich notwendig sind, weil sie die Zahnoberfläche etwas aufrauen können. Lassen Sie sich den genauen Zweck der eingesetzten Hilfsmittel ruhig erklären!

Patienten in speziellen Lebenssituationen benötigen häufig eine angepasste Behandlung. Dazu zählen etwa:

  • Patienten mit Kronen, Brücken oder Implantaten: Zahnersatz muss ebenso wie „echte“ Zähne gereinigt werden, dabei kommen spezielle Methoden und Hilfsmittel zum Einsatz.
  • Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen: Für sie ist eine besonders schonende Behandlung wichtig ist. Mit einer speziellen Zahnpolitur lässt sich die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen.
  • Schwangere: Wegen der hormonellen Umstellung ist bei werdenden Müttern das Zahnfleisch aufgelockert ist und blutet leichter. Eine sorgsame Prophylaxe ist aber gerade in dieser Situation wichtig, denn Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Frühgeburt!
  • Kinder: Bei ihnen wird die Zahnreinigung besonders schonend durchgeführt. Zusätzlich kann eine Kariesrisikobestimmung sinnvoll sein.

5. Penible Handarbeit

Eine fachgerechte Zahnreinigung funktioniert nicht im Schnellverfahren! Die Assistentin sollte sich penibel von Zahn zu Zahn vorarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit bedürfen dabei die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume, in denen sich gerne Beläge und Zahnstein sammeln. Diesen sollten die Assistentin mit geeigneten Instrumenten wie Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Spezialstreifen zu Leibe rücken. Eine fachgerechte Zahnreinigung bedeutet also Handarbeit – nur so werden die Zähne wirklich gründlich und zugleich schonend gereinigt.
Normalerweise besteht die Zahnreinigung aus 3 Schritten:

  • Grobputz: Zuerst werden Zahnstein, Verfärbungen und weiche Beläge mit geeigneten Hilfsmitteln entfernt – auch in den Zahnzwischenräumen und unter dem Zahnfleischrand.
  • Politur: Mit Gumminäpfen oder rotierenden Bürsten trägt die Assistentin anschließend ein Poliermittel auf die Zähne auf, das für eine glatte Oberfläche sorgt. So können sich Beläge und Bakterien weniger leicht anheften.
  • Schutzlack oder -gel: Zuletzt versorgt die Assistentin die Zähne mit einem fluoridhaltigen Lack oder Gel. Diese Substanzen härten den Zahnschmelz und machen die Zähne widerstandsfähiger gegen die Stoffwechselprodukte von Bakterien.

6. Ausführliche Beratung als Teil der Prophylaxe

Was bei der Zahnprophylaxe keinesfalls fehlen darf, ist eine ausführliche Beratung! Denn eine professionelle Zahnreinigung hat nur dann einen nachhaltigen Nutzen, wenn Sie Ihre Zähne auch zu Hause gründlich pflegen. Die Assistentin sollte Sie daher auf mögliche Schwachpunkte bei der häuslichen Mundhygiene ansprechen und Ihnen Tipps geben, wie Sie es richtig machen. Falls nötig, sollte sie Ihnen die richtige Handhabung von Zahnseide, Interdentalbürstchen & Co am Zahnmodell zeigen.

7. Ausreichender Zeitrahmen

Gut Ding braucht Weile: Für die Prophylaxe-Behandlung – inklusive Beratung – sollte ein genügend langer Zeitrahmen reserviert sein. Je nach Patient dauert eine professionelle Zahnreinigung rund eine Stunde.

8. Kostentransparenz

Eine hochwertige professionelle Zahnreinigung kostet im Schnitt zwischen 90 und 120 Euro. Private Krankenkassen übernehmen häufig die Kosten, gesetzlich Versicherte bezahlen die Behandlung in der Regel selbst. Die Investition lohnt sich aber, denn Zahnerkrankungen können wesentlich höhere Folgekosten verursachen!

Die Zahnarztpraxis sollte Sie vorab informieren, mit welchen Kosten zu rechnen ist. Falls Ihnen die Rechnung hoch erscheint, dann fragen Sie ruhig nach den Gründen.

Prophylaxe: Wellness für die Zähne

Zahnprophylaxe sollte für Sie keinen Stress bedeuten. Im Gegenteil, es handelt sich um ein Wellness-Programm für Ihre Zähne! Ein wichtiges – wenn auch subjektives – Kriterium ist daher, dass Sie das Prophylaxe-Studio mit einem angenehmen Gefühl verlassen.


Zähne versiegeln © Subbotina Anna/shutterstock

Zähne versiegeln: Sinnvoll oder nicht?

Während Kinderhaut glatt und faltenlos ist, haben Kinderzähne oft tiefe Rillen und Furchen. Damit sich dort keine Karies-Bakterien sammeln, empfehlen Zahnärzte oft die Zähne zu versiegeln. Doch wann ist das wirklich sinnvoll und in welchen Fällen kann man darauf verzichten? Lesen Sie hier alles über Vorteile, Nutzen und mögliche Risiken einer Zahnversiegelung.

Zähne versiegeln – was versteht man darunter?

Die Kauflächen unserer Backenzähne gleichen einer Gebirgslandschaft: Sie haben Erhebungen und Höcker, die durch „Talfurchen“ voneinander getrennt sind. Bei manchen Menschen ist diese Landschaft sehr zerklüftet, bei anderen weniger. Problematisch sind vor allem tief eingezogene Furchen, die der Zahnarzt auch „Fissuren“ nennt: Sie sind mit den Borsten der Zahnbürste schwer zu erreichen, daher sammeln sich in ihnen häufig Speisereste und Zahnbelag an. Das ruft in der Folge Karies-Bakterien auf den Plan, die in diesen Nischen ideale Lebensbedingungen vorfinden.

Vor allem bei Kindern entsteht Karies bevorzugt von den Fissuren aus. Um das zu verhindern, kann der Zahnarzt die Zähne versiegeln. Er gießt dabei die Rillen und Furchen mit einer speziellen Kunststoff-Füllung aus und ebnet so die „Gebirgslandschaft“ etwas ein. Dadurch ist der Zahn besser zu reinigen und Karies-Bakterien haben nicht mehr so leichtes Spiel. Der Eingriff ist schmerzfrei und in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt.

Üblicherweise führt man den Eingriff durch, unmittelbar nachdem die bleibenden Backenzähne vollständig durchgebrochen sind. Denn der Zahnschmelz dieser jungen Zähne ist noch nicht so widerstandsfähig, sie sind daher besonders kariesgefährdet.

Nutzen ist wissenschaftlich belegt

Eine Zahnversiegelung, auch Fissurenversiegelung genannt, ist somit eine vorbeugende Maßnahme, die das Entstehen von Karies verhindern soll. Die Wirksamkeit der Methode ist wissenschaftlich gut dokumentiert: Eine systematische Auswertung zahlreicher Studien hat gezeigt, dass versiegelte Zähne nach 4 bis 5 Jahren nur halb so viele Karies-Stellen aufweisen wie unversiegelte Zähne.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren übernehmen daher auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Zahnversiegelung an den hinteren, bleibenden Backenzähnen. Denn bei diesen Zähnen sind die Rillen und Furchen am stärksten ausgeprägt.

Zähne versiegeln: Genaue Diagnostik ist wichtig

Doch auch wenn die Krankenkassen die Kosten tragen: Ob es sinnvoll ist die Zähne zu versiegeln, muss der Zahnarzt immer im Einzelfall entscheiden! Er wird dazu die Zähne gründlich in Augenschein nehmen und auch die Vorgeschichte des Patienten berücksichtigen.

Um die Oberflächenstruktur der Zähne zu beurteilen, kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: Zunächst wird sich der Zahnarzt mithilfe eines Mundspiegels ein Bild von der individuellen Anatomie des Patienten machen. Mithilfe einer Sonde kann er die Tiefe von Furchen und Einziehungen messen. Für eine exakte Diagnostik setzt er zusätzlich oft Röntgenaufnahmen oder Beleuchtungen mit Speziallampen und Laserlicht ein.

Zähne versiegeln: In diesen Fällen ist es sinnvoll

  • Sehr tiefe Furchen: Die Zahnanatomie kann individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei Patienten mit stark zerklüfteten Kauflächen, die aller Voraussicht nach schwer zu reinigen sind, wird der Zahnarzt wahrscheinlich eine Zahnversiegelung empfehlen.
  • Erhöhtes Kariesrisiko: Unabhängig von der Beschaffenheit der Zähne ist eine Zahnversiegelung sinnvoll, wenn ein Kind ein erhöhtes Kariesrisiko hat. Sind beispielsweise schon Milchzähne oder andere bleibende Zähne befallen, kann man durch eine Zahnversiegelung ein Übergreifen verhindern. Besonders gefährdet sind auch Kinder und Jugendliche mit festsitzenden Zahnspangen, weil sich die Zähne darunter schwer reinigen lassen. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit) ist es vorteilhaft die Zähne zu versiegeln, weil das Immunsystem oft geschwächt ist.
  • Oberflächlicher Schmelzkaries: Wenn sich an einem Zahn bereits oberflächlicher Karies gebildet hat, kann der Zahnarzt eine sogenannte „erweiterte Zahnversiegelung“ vornehmen. Dabei entfernt er zunächst gründlich die erkrankten Stellen und füllt die behandelte Fläche anschließend mit dem Versiegelungsmaterial aus. Das soll ein neuerliches Auftreten von Karies verhindern. Sinnvoll ist die Maßnahme aber nur, wenn sich die Karies auf den Zahnschmelz beschränkt. Tiefere Löcher müssen immer mit einer Spezialfüllung geschlossen werden.

Zähne versiegeln: Wann kann man darauf verzichten?

Entscheidend ist immer das individuelle Kariesrisiko: Hat ein Kind keine tiefen Rillen an den Backenzähnen und betreibt zu Hause eine gute Mundhygiene, ist es nicht zwingend nötig die Zähne zu versiegeln.

Auch Milchzähne werden normalerweise nicht versiegelt. In seltenen Fällen kann das sinnvoll sein – etwa wenn schon die Milchzähne sehr tiefe Einkerbungen haben oder wenn bei einem Kind sehr früh Karies auftritt. Bei Eck- und Schneidezähnen ist die Behandlung nur dann nötig, wenn sie an den Rückseiten starke Furchen haben.

Zähne versiegeln bei Erwachsenen?

Grundsätzlich kann man auch bei Erwachsenen die Zähne versiegeln. Gemacht wird es eher selten: Im Erwachsenenalter bildet sich Karies eher ausgehend von den Zahnzwischenräumen. Sind die Kauflächen bis dahin kariesfrei, werden sie es wahrscheinlich auch weiterhin bleiben. Eine Zahnversiegelung führt man bei Erwachsenen beispielsweise in folgenden Fällen durch:

  • wenn aufgrund einer Behinderung die Mundhygiene erschwert ist
  • bei bestimmten kieferorthopädischen Behandlungen
  • bei anhaltender Mundtrockenheit (Xerostomie), weil dadurch das Kariesrisiko erhöht ist

Gibt es Nachteile oder Risiken?

Viele Eltern fragen sich, ob ein Eingriff an gesunden Zähnen wirklich nötig ist. Manchmal wird auch vor dem Kunststoff-Füllmaterial gewarnt, weil es giftige Stoffe wie Formaldehyd oder Bisphenol A freisetzen soll.

Zwar haben einige Studien gezeigt, dass die verwendeten Kunststoffe beim Aushärten in der äußersten Schicht winzige Mengen von gesundheitsgefährlichen Stoffen bilden. Diese Schicht entfernt der Zahnarzt aber anschließend durch eine Politur. Zudem sind die Mengen derart gering, dass eine gesundheitliche Auswirkung sehr unwahrscheinlich ist.

Auch allergische Reaktionen auf das Füllmaterial sind bisher lediglich in Einzelfällen aufgetreten. Bei der großen Anzahl an Zahnversiegelungen, die tagtäglich durchgeführt werden, ist das Risiko also verschwindend gering!

Insgesamt ist die Behandlung daher als sehr sicher zu beurteilen. Sie stellt auch keinen großen Eingriff an der Zahnsubstanz dar. Der Zahnarzt muss die Zahnoberfläche lediglich etwas aufrauen, damit das Füllmaterial anschließend besser hält. Er trägt anschließend einen fluoridhaltigen Lack auf, um den Zahnschmelz wieder zu glätten.

Zähne versiegeln: Kein absoluter Schutz vor Karies!

Das größte Risiko besteht darin, dass der Zahnarzt eine beginnende Karies übersieht und die Bakterien unter dem Füllmaterial weiter ihr Unwesen treiben. Das Gleiche kann passieren, wenn das Füllmaterial nicht absolut dicht ist und Lufteinschlüsse oder Spalten enthält. Arbeitet der Zahnarzt sauber, passiert das aber äußerst selten!

Wichtig ist: Versiegelte Zähne sind kein Freibrief, um es mit der Mundhygiene nicht mehr so genau zu nehmen, ganz nach dem Motto: Die Zähne sind versiegelt und damit ohnehin geschützt. Das stimmt leider nicht, Zähne versiegeln kann Karies nicht zu 100 Prozent verhindern, sondern lediglich das Risiko dafür senken. Gründlich Zähneputzen bleibt also weiterhin Pflicht!

 

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Zahnerkrankungen © Aaron Amat / shutterstock.com

Die 10 häufigsten Zahnerkrankungen – und wie Sie ihnen vorbeugen

Oft beginnt alles ganz harmlos: Mit Zahnbelägen, Zahnstein und den „falschen“ Bakterien im Mund. Schreiten Zahnerkrankungen voran, dann rauben sie uns neben Nerven und Schlaf häufig auch unser gesundes Lächeln. Lesen Sie hier, was die 10 häufigsten Zahnkrankheiten sind und wie Sie sich vor ihnen schützen können.

Zahnerkrankungen: Nicht nur Zähne sind betroffen

Zahnerkrankungen ziehen nicht nur die Zähne selbst in Mitleidenschaft. Viele Krankheitsprozesse nehmen mit Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut ihren Anfang. Im fortschreitenden Verlauf können Zahnkrankheiten schließlich von den Zähnen auf den Kieferknochen übergreifen. Manchmal wirken sich Entzündungsprozesse im Mund sogar auf den gesamten Organismus aus, etwa wenn Krankheitserreger aus Eiterherden in die Blutbahn gelangen.

Ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnerkrankungen stehen Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Viele andere Probleme mit den Zähnen treten eigentlich erst als Folge dieser drei Krankheiten auf.

Die 10 häufigsten Zahnerkrankungen im Überblick

1. Karies

Über 90 Prozent aller Menschen sind irgendwann in ihrem Leben von Karies betroffen. Darunter versteht man eine bakteriell bedingte Zerstörung der Zahnsubstanz, die im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen verursachen muss. Seinen Ausgang nimmt Karies von Zahnbelägen, die einen idealen Nährboden für „schlechte“ Bakterien darstellen. Karies-Bakterien lieben Zucker und wandeln ihn in Säuren um, die dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entziehen. So wird die Zahnsubstanz nach und nach zerstört, es bildet sich das landläufig bekannte „Loch im Zahn“.

Bevorzugt entsteht Karies an schwer zugänglichen Stellen wie Vertiefungen und Rillen (Fissuren) oder im Bereich der Zahnzwischenräume. Auch die Milchzähne von Kindern sind besonders gefährdet, weil ihr Zahnschmelz weniger robust ist. Karies zählt daher zu den häufigsten Zahnerkrankungen bei Kindern.

2. Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Beim Zähneputzen verfärbt sich die Zahnpasta oft rosa? Häufiges Zahnfleischbluten ist ein Warnzeichen, das auf eine Zahnfleischentzündung hindeuten kann. Verantwortlich dafür sind Bakterien, die sich gerne unter Zahnstein, am Zahnfleischrand oder in Zahnfleischtaschen ansiedeln und sich dort von Nahrungsresten und abgestorbenen Zellen ernähren. Ihre Stoffwechselprodukte lösen Abwehr- und Entzündungsreaktionen im Bereich des Zahnfleisches aus. Dabei entstehen unter anderem Stoffe, die das eigene Gewebe schädigen. Schreitet die Entzündung voran, dann zieht sich das Zahnfleisch oft zurück, wodurch die Bakterien tiefer in den Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch vorrücken können.

3. Zahnbettentzündung (Parodontitis)

Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung geht früher oder später in eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) über, eine der häufigsten Zahnerkrankungen im Erwachsenenalter. Im Krankheitsverlauf werden auch die feinen Haltefasern geschädigt, die Zahnfleisch, Zahn und Kieferknochen miteinander verbinden. Das hat fatale Folgen: Der Zahn verliert seinen festen Halt, wird zunehmend locker und kann schließlich ausfallen, selbst wenn er an sich gesund ist.

4. Zahnmarkentzündung (Pulpitis)

Werden Karies-Erreger nicht rechtzeitig gestoppt, können sie sich bis in das innere Zahnmark (Pulpa) vorarbeiten. Dort treffen sie im buchstäblichen Sinn den Nerv des Zahns: Eine Zahnmarkentzündung zählt zu den schmerzhaftesten Zahnerkrankungen überhaupt und treibt selbst Zahnarztmuffel in kürzester Zeit in die Zahnarztpraxis. Hört der Schmerz irgendwann „von selbst“ auf, kann das ein Hinweis sein, dass das Zahnmark abgestorben ist.

5. Zahnwurzelentzündung (apikale Parodontitis)

Aus einer unbehandelten Karies oder Pulpitis kann sich eine Zahnwurzelentzündung entwickeln. Dabei breiten sich Bakterien in den feinen Zahnwurzelkanälen aus und führen zu einer sehr schmerzhaften Entzündung im Bereich der Wurzelspitzen. Von dort aus können die Erreger schließlich weiter in den Kieferknochen gelangen.

6. Kieferzysten

Kieferzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Kieferknochen, die langsam wachsen und anfangs oft kaum Beschwerden machen. Häufig entstehen sie als Folge von Entzündungen, etwa im Bereich der Zahnwurzeln. In manchen Fällen handelt es sich einfach um Fehlentwicklungen, die keine infektiösen Ursachen haben. Werden solche Zysten zu groß, können sie Schmerzen hervorrufen und den Kieferknochen von innen regelrecht aushöhlen.

7. Zahngranulome

Unter Zahngranulomen versteht man linsengroße, abgekapselte Knötchen im Kiefer- oder Zahnwurzelbereich, die mit Entzündungszellen gefüllt sind. Sie entwickeln sich häufig infolge von Zahnkrankheiten wie Karies oder Parodontitis und machen sich durch Schmerzen und Blutungen bemerkbar.

8. Schmerzempfindliche Zahnhälse

Schmerzempfindliche Zähne sind ein weit verbreitetes und sehr unangenehmes Problem: Süßes, Saures, Heißes oder Kaltes löst bei Betroffenen einen plötzlichen, intensiven Schmerz aus, was häufig die Freude am Essen nimmt. Schuld sind oft freiliegende Zahnhälse, die auf Zahnerkrankungen wie Parodontitis zurückgehen. Weil die Zahnhälse über keine schützende Schmelzschicht verfügen, können Reize dann ungehindert die Nerven im Zahn erreichen.

9. Zähneknirschen (Bruxismus)

Wer zu häufig „die Zähne zusammenbeißt“, bezahlt das oft durch irreversible Schäden an den Zähnen. Die Rede ist von nächtlichem Zähneknirschen, das Betroffene leider nicht bewusst steuern können. Oft wird dadurch der Zahnschmelz regelrecht abgeschliffen, was Zahnerkrankungen wie Karies Vorschub leisten kann.

10. Mundgeruch

Mundgeruch zählt zwar nicht zu den eigentlichen Zahnkrankheiten, kann aber eine Folge davon sein: Entzündungsherde im Mund machen sich oft auch durch unangenehme Gerüche bemerkbar. Manchmal liegt die Ursache auch in einer schlechten Mundhygiene oder einem zu trockenen Mund.

Zahnerkrankungen vorbeugen: Das können Sie tun

Ob man anfällig für Zahnkrankheiten ist oder von ihnen weitgehend verschont bleibt, hat zwar auch mit erblicher Veranlagung zu tun. Trotzdem haben Sie Ihre Zahngesundheit zu einem gewichtigen Anteil selbst in der Hand!

Folgendes können Sie tun, um Karies, Parodontitis & Co vorzubeugen:

  • Zahngesunde Ernährung: Süßes oder Saures – beides ist leider schlecht für die Zähne. Ernähren Sie sich daher möglichst zuckerarm und warten Sie eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen, nachdem Sie säurehaltige Früchte gegessen haben.
  • Korrekte Mundhygiene: Eine gründliche, regelmäßige Zahnpflege ist das Um und Auf, um Zahnerkrankungen vorzubeugen. Dabei auch auf die Zahnzwischenräume und die Reinigung der Zunge nicht vergessen!
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt: Die meisten Zahnkrankheiten sind im Anfangsstadium gut behandelbar. Schreiten Sie unbemerkt voran, dann verursachen sie häufig irreversible Schäden an den Zähnen oder ziehen unangenehme Folgeerkrankungen nach sich. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt so wichtig – auch wenn Sie gerade keine akuten Beschwerden haben.
  • Professionelle Zahnreinigung: Selbst bei einer guten Mundhygiene bilden sich an schwer zugänglichen Stellen gerne feste Beläge, gegen die Sie mit Zahnbürste und Zahnseide machtlos sind. Um diesen Belägen und den darin lebenden Bakterien Herr zu werden, sollten Sie Ihren Zähnen regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung gönnen.
  • Bei Beschwerden sofort zum Zahnarzt: Auch wenn Zahnarztbesuche selten ein Vergnügen sind – warten Sie trotzdem nicht zu, wenn Sie bemerken, dass mit den Zähnen etwas nicht stimmt. Je früher Zahnerkrankungen behandelt werden, desto eher lassen sich die entstandenen Schäden in Grenzen halten.

 

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Schlechter Atem © Roman Samborskyi / shutterstock.com

14 SOS-Maßnahmen, wie Sie schlechten Atem rasch wieder los werden

Schlechter Atem ist peinlich, aber weit verbreitet: Ein herzhafter Döner oder einige Gläschen Wein machen sich bei fast jedem durch die berühmt-berüchtigte „Fahne“ bemerkbar. Wir verraten Ihnen 14 Sofort-Maßnahmen, wie Sie üblen Mundgeruch rasch beseitigen.

Wie entsteht schlechter Atem?

Von der Ursache hängt es ab, wie man übelriechenden Atem wieder los wird! Die wichtigsten Quellen von Mundgeruch sind:

Schlechter Atem durch Nahrungs- und Genussmittel

Manchmal hängt schlechter Atem ganz einfach mit unserer Ernährung zusammen. Die bekannten „Übeltäter“ sind Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol und Kaffee. Auch Zigaretten machen sich noch einige Zeit in der Atemluft bemerkbar. In solchen Fällen ist Mundgeruch nur vorübergehend und kein wirkliches medizinisches Problem – unangenehm ist er aber trotzdem. Vor allem, wenn ein Kundentermin ansteht oder Sie in einer geselligen Runde zusammen sitzen.

Schlechter Atem durch Fäulnis-Bakterien

Leidet man häufig unter Mundgeruch und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen, sind meist Bakterien im Mundraum dafür verantwortlich. Bestimmte Bakterienstämme bauen Essensreste sowie abgestorbene Zellen ab und setzen dabei Schwefelgase frei, die unsere Nase als unangenehm fauligen Geruch registriert. Das Tückische daran: Für die eigenen Körperausdünstungen haben wir oft keinen „Riecher“, weil wir an sie gewöhnt sind. Andere Menschen nehmen den schlechten Atem aber sehr wohl wahr.

Schlechter Atem durch Mundtrockenheit

Unser Speichel enthält an sich natürliche Abwehrstoffe gegen Bakterien. Wer unter Mundtrockenheit leidet, hat daher zugleich oft schlechten Atem! Mundtrockenheit entsteht häufig durch Flüssigkeitsmangel, überheizte Räume, Erkältungskrankheiten oder bestimmte Medikamente. Auch bei Stress und Nervosität fährt unser Körper gerne die Speichelproduktion zurück.

Schlechter Atem: Diese SOS-Maßnahmen helfen

Um angenehmen Mundgeruch kurzfristig zu überdecken oder zumindest zu reduzieren, können Sie Folgendes tun:

  • Zähne putzen: Falls Sie die Möglichkeit dazu haben, dann greifen Sie am besten zur Zahnbürste, um Geruchsquellen wie Essensreste und Bakterien zu beseitigen. Zahnpasta mit Minze oder Menthol erfrischt zusätzlich den Atem und überdeckt kurzzeitig unangenehme Gerüche.
  • Zunge putzen: Auf der rauen Oberfläche der Zunge fühlen sich Bakterien besonders wohl, auch winzige Essensreste bleiben noch eine Weile daran haften. Sie können schlechten Atem daher reduzieren, indem Sie die Zungenbeläge mit einem speziellen Zungenschaber entfernen. Tun Sie das regelmäßig, dann beseitigen Sie schlechte Gerüche nicht nur, sondern beugen ihnen auch vor.
  • Gründlich mit Wasser spülen: Wenn Zähneputzen nicht möglich ist, können Sie als Sofort-Maßnahme zumindest den Mund mit reichlich Wasser ausspülen. Dadurch reduzieren Sie die Übeltäter, die für die „Fahne“ verantwortlich sind.
  • Mundspülungen: Mundspülungen und Mundspül-Lösungen sind ein beliebtes Mittel gegen Mundgeruch. Einige davon beruhen auf Inhaltsstoffen wie Minze oder Menthol, die üble Gerüche zwar nur für eine Weile überdecken, als SOS-Maßnahme aber gut wirksam sind. Andere enthalten Wirkstoffe wie Chlorhexidin, die bakterienhemmend wirken und so bei wiederkehrendem Mundgeruch helfen sollen. Leider können diese Wirkstoffe nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigen daher auf Dauer auch die gesunde Mundflora. Solche Mundspülungen sollten Sie nur dann regelmäßig verwenden, wenn es Ihnen der Zahnarzt oder die Zahnpflege-Assistentin empfohlen hat.
  • Mit Salzlösungen spülen: Schonender als antibakterielle Mundspülungen sind Salzlösungen zum Gurgeln. Salz hemmt ebenfalls schädliche Bakterien, fügt dabei aber der natürlichen Mundflora weniger Schaden zu.
  • Mundspülungen mit Teebaumöl: Das ätherische Öl aus den Blättern des Teebaums wirkt stark antibakteriell und desinfizierend. Es hat darüber hinaus einen äußerst intensiven Geruch, der sogar Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe zu überdecken vermag. Vorsicht: In hoher Konzentration reizt Teebaumöl die Mundschleimhaut. Geben Sie daher nur wenige Tropfen in einen Becher Wasser und gurgeln Sie mit der so entstandenen Lösung.
  • Kaugummis, Bonbons und Pastillen: Diese kleinen Helfer passen in jede Tasche und sind daher ein bewährtes Notfall-Mittel bei schlechtem Atem. Ihre Wirkung beruht einerseits auf Inhaltsstoffen wie Pfefferminze, Menthol und Eukalyptus, die schlechte Gerüche vorübergehend überlagern. Andererseits regen Kaugummis & Co die Speichelproduktion an und sorgen so für ein bakterienhemmendes Milieu im Mund.
  • Zitrusfrüchte: Auch frischer Zitronen- oder Orangensaft fördert die Speichelbildung. Wegen der enthaltenen Säure sollten Sie unmittelbar danach aber nicht Zähne putzen!
  • Joghurt essen: Joghurt enthält wertvolle Milchsäure-Bakterien, die nicht nur der Darmflora gut tun. Sie helfen auch gegen schlechten Atem, weil sie schädliche Fäulnis-Bakterien in Schach halten.
  • Gewürze kauen: Im Gewürzregal finden Sie zahlreiche Hausmittel gegen Mundgeruch. Eine bewährte Maßnahme ist etwa das Kauen von Gewürznelken. Ebenfalls helfen können Anis, Fenchel, Kardamom, Wacholderbeeren, Zimt oder Ingwer. Diese Gewürze wirken antibakteriell und überdecken mit ihren intensiven Aromen schlechte Gerüche.
  • Hilfe aus dem Kräutergarten: Falls Ihnen Gewürze in Reinform zu intensiv sind, können Sie es auch mit Küchenkräutern probieren. Frische Petersilie neutralisiert Knoblauch- und Zwiebel-Dämpfe. Alternativ dazu können Sie mit Salbei-, Kamillen- oder Basilikum-Tee gurgeln.
  • Schwarztee trinken: Schwarztee hat einen hohen Anteil an Polyphenolen, die schädliche Bakterien hemmen. Er fördert daher die Mundgesundheit – auch wenn er bei regelmäßigem Genuss leider die Zähne verfärben kann.
  • Mit Oliven- oder Sesamöl spülen: Auch Pflanzenöle wirken antibakteriell und können daher üble Gerüche aus dem Mund bekämpfen. Nehmen Sie einen Esslöffel Öl in den Mund und ziehen Sie die Flüssigkeit langsam von einer Seite zur anderen.
  • Regelmäßig essen: Nicht nur bestimmte Nahrungsmittel, sondern auch Diäten und Fastenkuren sind manchmal für Mundgeruch verantwortlich. Der Grund: In Hungerphasen setzt der Körper den Stoff Aceton frei, den man im Atem riecht. Außerdem wird weniger Speichel produziert, wenn es nichts zu kauen gibt. In solchen Fällen kann schon eine kleine Mahlzeit schlechten Atem reduzieren.
    Schlechter Atem: Wann SOS-Maßnahmen nicht ausreichend sind

Alle diese Mittel und Maßnahmen sind nur als „Erste Hilfe“ zu verstehen, um unangenehme Gerüche aus dem Mund rasch zu beseitigen oder zumindest zu überdecken. Bei Knoblauch- oder Zwiebel-Aromen ist das in der Regel schon ausreichend. Falls Sie regelmäßig – und nicht nur nach dem Genuss stark riechender Speisen – unter Mundgeruch leiden, sollten Sie aber die Ursachen dafür ergründen.

Möglicherweise pflegen Sie Ihre Zähne zu wenig sorgfältig und überlassen dadurch Müffel-Bakterien das Feld. Vor allem an schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen finden diese Keime ideale Bedingungen vor. Sind einmal feste Zahnbeläge entstanden, dann ist den Übeltätern mit Zahnbürste, Zahnseide oder Mundspülungen kaum noch beizukommen. In solchen Fällen hilft nur eine professionelle Zahnreinigung.

Auch Zahnerkrankungen können zugrunde liegen

Schlechter Atem kann auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Zahnwurzelentzündungen, Abszesse oder Fisteln in der Mundhöhle sein. Feststellen kann das nur der Zahnarzt. Anhaltender Mundgeruch, der auch durch gute Zahnhygiene nicht in den Griff zu bekommen ist, sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden!

 

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Zahnseide © shutterstock / Jacob Lund

Zahnpflege de luxe: Was nützen Zahnseide, Mundwasser und Co?

Die gute alte Zahnbürste hat Gesellschaft bekommen: In den Regalen der Drogeriemärkte reihen sich Zahnseide, Mundwasser, Munddusche, Zungenschaber und zahlreiche weitere Utensilien neben ihr ein. Doch muss man das wirklich alles benutzen? Welche Zahnpflege-Hilfsmittel sinnvoll sind und was Luxus oder gar schädlich ist, klären wir in diesem Artikel.

Zahnpflege: Warum die Zahnbürste nur ein grobes Hilfsmittel ist

Zweimal täglich zwei Minuten Zähneputzen: So sieht die durchschnittliche Zahnpflege-Routine in vielen deutschen Badezimmern aus. Wirklich sauber werden die Zähne dadurch nicht. Denn mit der Zahnbürste kommen wir leider nur an die freien Flächen unserer Zähne heran, die Zahnzwischenräume bleiben von den Borsten verschont. Und diese Zwischenräume können bis zu 30 Prozent der gesamten Zahnoberflächen ausmachen! Es ist, als ob Sie mit einem viel zu großen Besen einen verwinkelten Raum kehren: Auch wenn Sie sich noch so anstrengen, sammelt sich in sämtlichen Ecken und Ritzen Staub und Schmutz.

In unseren Zahnzwischenräumen indes sammeln sich Essensreste, die zusammen mit Speichel und Bakterien einen klebrigen Belag bilden, den sogenannten Plaque. Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, dann können sich die Bakterien darin ungestört vermehren und mit ihren Stoffwechselprodukten Zahnschmelz und Zahnfleisch angreifen.

Zahnseide: Was bringt sie wirklich?

Genau deshalb empfehlen Zahnärzte schon seit jeher, einmal täglich Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume zu verwenden. Doch in den letzten Jahren ist dieser Tipp etwas in Verruf geraten. Vor allem im Internet finden sich kritische Artikel, in denen Zahnseide als nutzlos oder gar schädlich bezeichnet wird. Das hat zahlreiche Anwender verunsichert.

Fakt ist: Es gibt derzeit zu wenig wissenschaftliche Belege dafür, dass Zahnseide zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen wirklich nützt. Das liegt daran, dass die bestehenden Studien von schlechter Qualität sind. Es wurden zu wenige Personen über einen zu kurzen Zeitraum hinweg beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studien erfüllen daher nicht die strengen wissenschaftlichen Standards. Es gibt andererseits auch keine Belege dafür, dass Zahnseide wirkungslos ist!

Die deutsche Bundeszahnärztekammer empfiehlt ihre Verwendung daher weiterhin. Auch die praktische Erfahrung von Zahnärzten spricht dafür: So können wir beobachten, dass Karieso bei Erwachsenen vor allem in den Zahnzwischenräumen auftritt, wesentlich seltener an den freien Flächen der Zähne. Deshalb brauchen die Bereiche zwischen unseren Zähnen mehr Aufmerksamkeit. Mit Zahnseide gelingt es, auch diese schwer zugänglichen Stellen von Belägen zu reinigen.

Erhältlich ist Zahnseide (die übrigens aus Kunstfaser besteht) in gewachster oder ungewachster Form. Die ungewachste Variante quillt im Mund stärker auf und entfernt so Beläge effektiver, die gewachste Variante ist aber einfacher in der Handhabung. Darüber hinaus gibt es bereits vorgeschnittene, aufgespannte Fäden mit einem flauschigen oder stärkeren Mittelteil („Superfloss“). Sie sind ideal zur Reinigung größerer Zwischenräume oder den Bereichen unter Zahnspangen, Implantaten und Brücken.

Gibt es Alternativen zu Zahnseide?

Manche Menschen kommen mit Zahnseide nicht gut zurecht, denn das Hantieren mit ihr erfordert etwas Geschick und Feingefühl. Hängt Ihre Zahngesundheit am sprichwörtlichen seidenen Faden, wenn Sie auf eben diese verzichten? Zum Glück gibt es zur Reinigung der Zahnzwischenräume ein weiteres effektives Hilfsmittel: Interdentalbürstchen.

Diese Bürstchen sehen wie ein „Mini-Flaschenreiniger“ aus und erfüllen prinzipiell den gleichen Zweck wie Zahnseide: Ihre zarten Borstenbüschel dringen in den Bereich zwischen den Zähnen ein und entfernen die dort anhaftenden Beläge.

Was effektiver ist – Zahnseide oder Interdentalbürstchen – lässt sich nicht pauschal sagen, denn das hängt auch von der Größe der Zwischenräume ab. Vor allem bei jungen Menschen stehen die Zähne oft so eng zusammen, dass mit Interdentalbürstchen nicht viel auszurichten ist. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Zwischenräume aber meist, und dann können Interdentalbürstchen sogar effektiver sein, weil sich mit ihnen auch „um die Ecke“ putzen lässt. Besonders empfehlenswert sind sie für Parodontitis-Patienten. Auch Zahnspangen- oder Implantat-Träger können von den kleinen Bürstchen sehr profitieren.

Interdentalbürstchen gibt es in mehreren Formen, Ausführungen und Stärken, die für unterschiedlich große Zahnzwischenräume geeignet sind.

Brauche ich weitere Zahnpflege-Utensilien?

Im Fachhandel findet sich eine Reihe weiterer Zahnpflege-Produkte. Die bekanntesten stellen wir Ihnen hier kurz vor:

Zungenschaber

Neben der eigentlichen Zahnpflege kann es auch sinnvoll sein, die Zunge einmal täglich von Belägen zu reinigen. Denn auf ihrer rauen Oberfläche nisten sich gerne Bakterien ein, die unter anderem für Mundgeruch verantwortlich sind. Prinzipiell können Sie zur Zungenreinigung auch eine weiche Zahnbürste verwenden. Viele Menschen empfinden Zungenschaber aber gerade im hinteren Bereich der Zunge als angenehmer, weil sie flacher sind und daher keinen Würgereiz hervorrufen.

Mundwasser und Mundspülungen

Hier ist es wichtig, ein paar Unterscheidungen zu treffen:

  • Mundwasser ist beliebt: Einmal kräftig gegurgelt, und schon fühlt man sich erfrischt. Doch dieses Gefühl kann trügerisch sein! Denn Mundwasser enthält erfrischende Essenzen wie Minze oder Menthol, aber keine eigentlichen Wirkstoffe. Es kann schlechte Gerüche nur kurzzeitig überdecken, beseitigt aber nicht ihre Ursachen.
  • Kariesvorbeugende Mundspülungen enthalten dagegen Wirkstoffe wie Zinnfluorid oder Aminfluorid, die Zahnbelägen vorbeugen und bestehende Beläge lockern. Sie tun das aber nicht so effektiv wie Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Sinnvoll können sie in manchen Situationen trotzdem sein: Etwa wenn die Möglichkeit fehlt, sich die Zähne zu putzen, oder zur unterstützenden Zahnpflege bei älteren und behinderten Menschen. Empfehlenswert sind diese Spülungen auch für Träger von festsitzenden Zahnspangen sowie für Patienten mit Parodontitis oder freiliegenden Zahnhälsen. Allerdings nicht statt, sondern zusätzlich zur normalen Zahnpflege-Routine!
  • Medizinische Mundspülungen enthalten keimtötende Wirkstoffe, in der Regel Chlorhexidin. Diese Substanz tötet nachweislich Bakterien ab, die Karies oder Parodontitis hervorrufen. Der Wirkstoff kann aber nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und beeinträchtigt daher auch die eigentlich gesunde Mundflora! Auf Dauer kann er außerdem zu Verfärbungen an den Zähnen führen, die sich durch eine professionelle Zahnreinigung aber entfernen lassen. Es spricht nichts gegen eine kurzzeitige Anwendung, wenn sich Ihr Zahnfleisch leicht entzündet hat. Längerfristig sollten Sie medizinische Mundspülungen aber nur verwenden, wenn Ihr Zahnarzt es Ihnen empfiehlt.

Mundduschen

Als Mundduschen bezeichnet man Geräte, die mithilfe eines Wasserstrahls Essensreste oder Zahnbeläge entfernen sollen. Sie können das aber nur, wenn die Beläge zuvor gelockert wurden. Schließlich sind diese Geräte kein Hochdruckreiniger! Mundduschen taugen daher bestenfalls als zusätzliches Zahnpflege-Hilfsmittel, Zahnbürste & Co können sie nicht ersetzen.

Zahnpflege-Utensilien: Richtige Anwendung entscheidet über den Erfolg

Ob Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Mundspülungen: Was nützlich ist, kann bei falscher Anwendung auch Schaden anrichten. Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie bei Ihrer täglichen Zahnpflege alles richtig machen, dann sprechen Sie doch beim nächsten Kontrolltermin Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnprophylaxe-Fachkraft an!

 

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Zahnbürste © shutterstock / bbernard

Was Sie bei der Auswahl der richtigen Zahnbürste beachten sollten

Wie finde ich bloß die Richtige? Falls Sie sich vor dem Drogerie- oder Supermarkt-Regal schon einmal diese Frage gestellt haben, sind Sie nicht allein: Die Auswahl einer geeigneten Zahnbürste überfordert viele Menschen, denn das Angebot ist immens und auch für Profis kaum noch zu überblicken. Doch die perfekte Zahnbürste gibt es in Wahrheit nicht – das Modell muss ganz einfach zu Ihnen passen. Lesen Sie hier, auf welche Kriterien es wirklich ankommt!

Elektrisch oder manuell – das ist Geschmackssache

Wollen Sie lieber manuell oder mit elektrischer Unterstützung putzen? Das ist die erste Grundsatzentscheidung, die Sie zu treffen haben. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Grundsätzlich werden die Zähne sowohl mit einer „normalen“ Handzahnbürste als auch mit einer elektrischen Zahnbürste sauber – vorausgesetzt, Sie beherrschen die richtige Putztechnik.

Elektrische Zahnbürsten nehmen Ihnen aber einen Teil der Arbeit ab. Sie brauchen den Bürstenkopf bloß von Zahn zu Zahn zu führen, die eigentlichen Putzbewegungen erledigt die Bürste von allein. Für kleinere Kinder und alle Personen, die mit ihrer Feinmotorik Probleme haben, kann das ein Vorteil sein. Zusätzlich verfügen viele Modelle über eine automatische Druckkontrolle und geben ein Warnsignal, wenn Sie zu heftig schrubben und dadurch Ihr Zahnfleisch gefährden.

Nachteilig ist aber der höhere Preis. Nicht nur in der Anschaffung ist eine elektrische Zahnbürste erheblich teurer, auch der Austausch der Bürstenköpfe ist mitunter eine kostspielige Angelegenheit. Mit einer gewöhnlichen Handzahnbürste schonen Sie dagegen Ihren Geldbeutel und erzielen bei richtiger Handhabung ähnlich gute Ergebnisse. Zudem sind Sie nicht auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen, das kann gerade auf Reisen ein Vorteil sein.

Eindeutig besser ist keines der beiden Systeme. Ob Sie elektrisch oder manuell putzen – entscheidend sind die Qualitätsmerkmale der Zahnbürste sowie die korrekte Putztechnik.

Was eine gute Handzahnbürste ausmacht

Handzahnbürsten gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben. Sie haben gerade oder geschwungene Griffe, die Bürstenköpfe sind unterschiedlich groß und die Borsten mal gleichmäßig, mal in verschiedenen Längen angeordnet. Auf viele dieser Details kommt es in Wahrheit gar nicht an. Achten Sie beim Kauf in erster Linie auf folgende Eigenschaften:

  • Kleiner Bürstenkopf: Zwar können Sie mit einem größeren Bürstenkopf gleich mehrere Zähne auf einmal putzen. Doch schwer zugängliche Stellen wie die Außenseiten der Backenzähne erreichen Sie damit deutlich schlechter. Besser wählen Sie also einen kleinen Bürstenkopf mit einer Länge zwischen 2 und 3 cm und arbeiten sich Zahn für Zahn voran.
  • Abgerundete Borsten: Besonders wichtig ist das Qualitätsmerkmal „abgerundete Borsten“. Denn scharfe Kanten können zu mikroskopisch kleinen Verletzungen an Zahnfleisch und Zahnschmelz führen.
  • Kunststoffborsten: Die Borsten sollten unbedingt aus Kunststoff sein. Hände weg von Naturborsten! Auch wenn es ökologisch verträglicher klingt: Borsten aus Naturmaterialien wie Tierhaar sind meist scharfkantig und haben innen einen kleinen Hohlraum, in dem sich Bakterien sammeln und ungehindert vermehren können. Ihre Zahnbürste wird so zur Keimschleuder.
  • Richtiger Härtegrad: Je härter die Borsten, desto leichter lassen sich Belege entfernen. Aber: Eine Zahnbürste mit harten Borsten strapaziert Zahnfleisch und Zahnschmelz und kann so mehr Schaden anrichten als sie Nutzen bringt. In den meisten Fällen ist eine Bürste mit dem Härtegrad „mittel“ die beste Wahl. Haben Sie schmerzempfindliche Zähne, freiliegende Zahnhälse oder erkranktes Zahnfleisch, dann greifen Sie besser zu einer weichen Bürste.
  • Handlicher Griff: Ein gummierter, rutschfester Griff ist immer empfehlenswert. Wie dick er sein soll ist Geschmackssache – probieren Sie aus, ob Ihnen das Putzen mit einem dickeren oder schlankeren Modell leichter fällt. Auch für die Form des Griffes lässt sich keine generelle Empfehlung geben. Ob Sie Ihre Backenzähne mit einem geraden oder gebogenen Griff besser erreichen, hängt von Ihrer individuellen Anatomie ab.

Die passende elektrische Zahnbürste auswählen

Bei elektrischen Zahnbürsten gibt es grundsätzlich zwei Systeme: rotierend-oszillierende Bürsten, die sich hin- und herdrehen, und sogenannte Schallzahnbürsten, die mithilfe von Vibrationen Belege entfernen. Welche der beiden Varianten besser ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten, wissenschaftliche Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gesichert ist, dass beide Systeme eine ausreichend gute Reinigungsleistung erzielen.

Beim Borstenkopf der elektrischen Zahnbürste sollten Sie grundsätzlich auf ähnliche Qualitätsmerkmale achten wie bei Handzahnbürsten, nämlich:

  • einen kleinen Bürstenkopf
  • abgerundete Borsten aus Kunststoff
  • Härtegrad „mittel“ (oder „weich“, falls Sie empfindliches Zahnfleisch haben)

Es lohnt sich, die Preise der Bürstenköpfe zu vergleichen, bevor Sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden. Denn der Austausch kann zu nicht unerheblichen Folgekosten führen!

Damit Sie Ihr Zahnfleisch schonen, ist eine automatische Andruckkontrolle sehr zu empfehlen. Premium-Modelle verfügen heute über eine Reihe weiterer Funktionen, viele elektrische Zahnbürsten können Sie sogar über Bluetooth mit Ihrem Smartphone koppeln. Unbedingt notwendig sind solche Zusatzfunktionen nicht. Sie müssen auch nicht zum teuersten Modell greifen – bei Produkttests schneiden bereits Geräte aus dem mittleren Preissegment ab etwa 50 bis 100 Euro sehr gut ab.

Zahnbürsten für spezielle Bedürfnisse

Neben „herkömmlichen“ Zahnbürsten sind auch eine Reihe spezieller Modelle im Handel, die für bestimmte Anwender oder in bestimmten Situationen sinnvoll sind. Dazu zählen:

  • Baby- und Kinderzahnbürsten: Kinder brauchen eine besonders weiche, kleine und gut abgerundete Zahnbürste, um sich beim Putzen nicht zu verletzen. In der Regel verfügen Kinderzahnbürsten außerdem über einen dickeren, rutschfesten und ergonomisch geformten Griff, der das Erlernen der richtigen Putzbewegungen erleichtert.
  • Ortho-Zahnbürsten (Brackets-Zahnbürsten): Für Träger fester Zahnspangen wurden spezielle Zahnbürsten entwickelt, mit denen sich auch die Bereiche rund um die Brackets herum gut reinigen lassen. Ihr hervorstechendes Merkmal ist ein kleiner Bürstenkopf mit V-förmig angeordneten Borsten, die zudem relativ weich sind, um die Zahnspange nicht zu beschädigen.
  • Interdentalbürsten: Diese Bürsten haben mit einer herkömmlichen Zahnbürste wenig gemeinsam, sondern ähneln eher einem Flaschenreiniger in Miniaturversion. Gedacht sind sie zur Reinigung der Zahnzwischenräume, entweder anstatt oder in Ergänzung zu Zahnseide. Auch für Zahnspangenträger können sie sinnvoll sein.

Rechtzeitig Zahnbürste wechseln nicht vergessen!

Zu guter Letzt: Vergessen Sie nicht, Ihre Bürste regelmäßig auszutauschen! Nach spätestens 2 Monaten wird es Zeit für einen Wechsel – falls Borsten abstehen, auch schon früher. Denn die Bürste reinigt dann nicht mehr so gut und kann sogar Ihr Zahnfleisch verletzen. Auch nach einem grippalen Infekt verabschieden Sie sich besser von Ihrer Zahnbürste und den daran haftenden Keimen.

Falls Sie sich unsicher sind, welche Zahnbürste für Sie oder Ihr Kind geeignet ist, dann lassen Sie sich doch beim nächsten Kontrolltermin von Ihrem Zahnarzt beraten!

Fotoquelle Titelbild: © shutterstock / bbernard


Zahnschmerzen im Urlaub © shutterstock / WAYHOME studio

Zahnschmerzen im Urlaub – was tun?

Zahnschmerzen im Urlaub sind ungefähr so verzichtbar wie verloren gegangene Koffer, verpasste Anschlussflüge oder Kakerlaken im Hotelzimmer. Doch leider kommt es immer wieder vor, dass ausgerechnet in der schönsten Zeit des Jahres ein Zahn zu pochen oder zu ziehen beginnt. Was also tun, wenn es Sie erwischt hat? Lesen Sie hier, in welchen Fällen Sie Zahnschmerzen im Urlaub in Eigenregie behandeln können und wie Sie bei Zahnarztbesuchen im Ausland eine Kostenlawine vermeiden.

So beugen Sie Zahnschmerzen im Urlaub vor

Damit Sie Ihren Urlaub entspannt genießen können, treffen Sie am besten schon vor Ihrer Abreise einige Vorkehrungen. Folgendes können Sie tun, um von Zahnschmerzen im Urlaub möglichst verschont zu bleiben:

  • Falls Sie länger unterwegs sind: Gehen Sie vor Ihrem Urlaub zum Zahnarzt und lassen Sie Ihr Gebiss gründlich durchchecken. Das minimiert das Risiko, dass im Ausland ein Zahn akut wird. Legen Sie den Termin am besten 3 bis 4 Wochen vor die geplante Abreise, damit noch ausreichend Zeit für eine Behandlung bleibt.
  • Besonders wichtig ist ein Check beim Zahnarzt, falls Sie einen Tauchurlaub oder einen Aufenthalt in großer Höhe vorhaben. Denn durch die Luftdruck-Unterschiede könnten Ihnen defekte Zahnfüllungen oder Kronen plötzlich Probleme bereiten. Der Grund sind winzige Lufteinschlüsse in den Füllungen, die sich ausdehnen und höllische Schmerzen verursachen. Im schlimmsten Fall kann auch ein Stück Zahn abplatzen.
  • Verzichten Sie auch im Urlaub nicht auf Ihre tägliche Mundhygiene! Für Zahnbürste, Zahncreme und Zahnseide oder Interdentalbürstchen ist in jeder Reisetasche Platz. Für Notfälle sollten auch frei verkäufliche Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol mit ins Gepäck.

Wann können Sie Zahnschmerzen im Urlaub selbst behandeln?

In einem fremden Land am Zahnarztstuhl zu sitzen und sich womöglich nicht verständigen zu können ist niemals angenehm. In diesen Fällen können Sie die Zeit bis zum Zahnarztbesuch in der Heimat wahrscheinlich überbrücken:

  • Leichte Schmerzen: Falls es nur leicht pocht oder zieht, lassen sich Zahnschmerzen im Urlaub mit Hausmitteln und ein paar Verhaltenstipps unter Kontrolle halten. Falls Sie in eine warme Region gereist sind, ist es besonders wichtig, dass Sie einen kühlen Ort aufsuchen und direkte Sonne meiden. Bleiben Sie daher im klimatisierten Hotelzimmer oder zumindest im Schatten. Auch auf Alkohol, Zigaretten, heiße Getränke und körperliche Anstrengung sollten Sie jetzt besser verzichten. Schmerzlindernd wirken kühle Umschläge oder Hausmittel wie Gewürznelken, zerkleinerte Zwiebeln oder Salzlösungen.
  • Leichte Schwellungen: Eine geschwollene Backe können Sie mit einem kühl-feuchten Lappen, Kühlakkus, Coolpads oder einer Tüte mit Eiswürfeln behandeln. Wichtig: Immer zusätzlich mit einem Stofftuch umwickeln, damit Sie sich keine Erfrierungen holen. Auch bei Schwellungen sollten Sie Wärme und pralle Sonne besser meiden.
  • Zahnfleischbluten oder Zahnfleischentzündungen: Leichte Zahnfleischentzündungen oder -blutungen können Sie mit frei verkäuflichen Mundspülungen in den Griff bekommen, die den Wirkstoff Chlorhexidin enthalten. Ebenfalls entzündungshemmend wirken Salbei- oder Kamillentee.
  • Lockerer Zahnersatz: Wenn sich Zahnkronen oder Füllungen lockern oder gar herausfallen, kann das im Frontzahnbereich zwar sehr störend sein, es handelt sich aber um keinen unmittelbaren Notfall. Sie können den Zahnersatz mit Prothesen-Haftcreme oder auch mit Zahnpasta notdürftig fixieren. Falls sich trotzdem etwas löst: Passen Sie auf, dass Sie sich nicht verschlucken!

Zahnschmerzen im Urlaub: Wann Sie zum Arzt sollten

In bestimmten Notfällen ist ein Zahnarztbesuch aber auch im Ausland unumgänglich. Nicht länger zögern sollten Sie bei folgenden Problemen:

  • starken oder lang anhaltenden Zahnschmerzen
  • starken Schwellungen
  • wenn Sie zusätzlich Fieber bekommen
  • bei einem ausgeschlagenen Zahn
  • bei starken Blutungen im Mundraum

Tipp: Falls Sie im Ausland zum Zahnarzt müssen, kann Ihnen eine Übersetzungshilfe die Verständigung erheblich erleichtern. Im Internet finden Sie Sprachführer mit zahnmedizinischen Begriffen in verschiedenen Landessprachen, die Sie kostenlos herunterladen können.

Zahnbehandlung im Urlaub: Wer zahlt?

Zahnschmerzen im Urlaub können gleich doppelt weh tun – nämlich dann, wenn Sie direkt vor Ort oder nach Ihrer Rückkehr eine saftige Zahnarztrechnung erwartet! Wie ist das nun mit der Kostenübernahme, wenn Sie im Ausland zum Zahnarzt gehen?

Für gesetzlich Versicherte gilt Folgendes:

  • Ihre Krankenversicherung kommt grundsätzlich für Behandlungen im EU-Ausland sowie in Staaten auf, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Dazu zählen etwa Island, Norwegen, die Schweiz, Tunesien und die Türkei. In diesen Ländern legen Sie beim Arzt einfach Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vor, die normalerweise auf der Rückseite Ihrer elektronischen Gesundheitskarte aufgedruckt ist. Die ausländische Krankenkasse rechnet die Behandlungskosten dann mit Ihrer Krankenversicherung ab. Wichtig: Sie dürfen sich nur von Zahnärzten des öffentlichen Gesundheitssystems behandeln lassen, nicht von Privatärzten.
  • Doch leider gibt es einen Haken: Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt bei Behandlungen im Ausland nur das, worauf auch die vor Ort Versicherten Anspruch haben! Zuzahlungen und Eigenanteile, die in Ihrem Urlaubsland üblich sind, müssen Sie als Tourist also aus eigener Tasche berappen. Bei Zahnschmerzen im Urlaub kann das fatal sein. Denn in Ländern wie Spanien sind Zahnbehandlungen gar nicht Teil des gesetzlichen Leistungsspektrums, Sie bleiben also auf den Kosten sitzen.
  • Zudem funktioniert das Verfahren nicht immer reibungslos: Weil die Abrechnung sehr lang dauern kann, akzeptieren manche ausländische Ärzte die EHIC nicht. Sie bezahlen dann vor Ort in bar, können die Rechnung aber zu Hause bei Ihrer Krankenkasse einreichen, um die Kosten nachträglich erstattet zu bekommen. Vorsicht, viele Kassen verlangen eine auf Deutsch oder zumindest Englisch formulierte Rechnung!
  • Auch in den meisten Nicht-EU-Ländern gehen gesetzlich Versicherte leer aus. Reisen Sie beispielsweise in die USA, nach Thailand oder auf die Malediven, dann müssen Sie eine Zahnbehandlung im Notfall selbst bezahlen. Nur wenn Sie nachweisen können, dass Sie von mehreren privaten Krankenversicherungen abgelehnt wurden, übernimmt Ihre Krankenkasse in Ausnahmefällen die Kosten. Setzen Sie sich dazu vor Urlaubsantritt mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung.

Zahnschmerzen im Urlaub: Privat Versicherte meist besser geschützt

Sie sind privat versichert oder haben eine private Zusatzversicherung abgeschlossen? Dann studieren Sie aufmerksam das Kleingedruckte oder rufen Sie kurz bei der Hotline Ihrer Krankenkasse an, um den Versicherungsschutz in Ihrem Urlaubsland zu klären. Private Versicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für Zahnbehandlungen im EU-Ausland. In Nicht-EU-Staaten greifen sie dagegen nicht immer. Am besten lassen Sie sich Ihren Schutzstatus schriftlich bestätigen.

Reisekrankenversicherung deckt Versorgungslücken ab

Falls der Schutz in Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung lückenhaft ist, lohnt es sich eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Diese Angebote sind in der Regel nicht teuer, verschaffen Ihnen aber die Gewissheit, dass Sie bei Zahnschmerzen im Urlaub nicht auf den Behandlungskosten sitzenbleiben.

Natürlich wünschen wir Ihnen, dass Sie Ihren wohlverdienten Urlaub entspannt und vor allem schmerzfrei genießen können!

 

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Müssen Weisheitszähne raus © fotolia / absolutimages

Müssen meine Weisheitszähne raus? Häufige Fragen & Antworten

"Müssen die Weisheitszähne raus oder kann ich mir den Eingriff auch ersparen?" Diese Frage beschäftigt viele unserer Patienten, gerade jüngere. Leider lässt sie sich nicht pauschal beantworten. Wann eine Entfernung sinnvoll ist und wann nicht, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Warum die Nachzügler so häufig stören

Wenn die Weisheitszähne so vielen Menschen Probleme machen, warum haben wir sie dann überhaupt? Die Nachzügler in unserem Gebiss sind ein Überbleibsel aus einer Zeit, als sich unsere Vorfahren noch vorwiegend von Rohkost und harten Speisen ernährten. Heute hat sich nicht nur unsere Ernährung verändert, sondern auch unser Kiefer: Er ist kleiner geworden, wodurch sich die Weisheitszähne häufig auf Kollisionskurs zu ihren Nachbarn befinden. Durch ihre Lage lassen sie sich außerdem schwer putzen und neigen daher zu Karies.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn ich keine Beschwerden habe?

Das ist die große Frage. Früher haben viele Zahnärzte pauschal zur vorsorglichen Entfernung der Weisheitszähne geraten – auch bei völlig beschwerdefreien Patienten. Zum Kauen benötigen wir die sogenannten "Achter", wie sie im Fachjargon heißen, heutzutage nicht mehr. Andererseits bringt jede Weisheitszahn-OP natürlich Unannehmlichkeiten für den Patienten mit sich. Unmittelbar nach der Operation treten Schmerzen und Schwellungen auf, die sich durch Kühlen und Schmerzmittel aber gut behandeln lassen. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen, wie etwa Entzündungen oder einer Beschädigung von Nervenfasern, kommen. Für Patienten, die später niemals Beschwerden mit ihren Weisheitszähnen haben würden, bringt die Entfernung insgesamt keine Vorteile.

Das Problem: Ob die Weisheitszähne später Probleme machen werden, das weiß man im Voraus nicht mit völliger Sicherheit. Der Zahnarzt kann aber anhand ihrer Form und Lage im Kiefer abschätzen, ob ein hohes oder ein geringes Risiko für spätere Beschwerden besteht.

Müssen die Weisheitszähne raus, dann sollte das jedenfalls möglichst bald geschehen. Denn bis etwa zum 25. Lebensjahr sind die Zahnwurzeln noch nicht vollständig entwickelt, der Eingriff verläuft daher meist komplikationsloser. Empfehlenswert ist es daher, noch im Teenager-Alter eine individuelle Risiko-Abschätzung durch den Zahnarzt vornehmen zu lassen. Bei seiner Entscheidung, ob die Weisheitszähne raus müssen oder bleiben können, wird sich der Zahnarzt vor allem an folgenden Fragen orientieren:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Weisheitszähne ordnungsgemäß entwickeln können? Ist genügend Platz im Kiefer?
  • Sind krankhafte Veränderungen an den Weisheitszähnen zu erwarten oder sogar schon eingetreten? Ist voraussehbar, dass die Weisheitszähne zu Schäden an den Nachbarzähnen führen werden?
  • Welche Komplikationen könnten bei der Operation auftreten?

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie nicht bis zum 25. Lebensjahr durchbrechen?

Bei bis zu 80 Prozent aller jungen Erwachsenen bleiben die Weisheitszähne ganz oder zum Teil im Kiefer zurück. Früher galt die Empfehlung, solche Zähne zu entfernen, da sie später womöglich Probleme verursachen. Heute ist man damit etwas zurückhaltender. Bei vielen Patienten sind die Weisheitszähne tief im Kieferknochen eingeschlossen – und bleiben da häufig ein Leben lang. Ist es aufgrund ihrer Lage schwierig, an die Zähne heranzukommen, oder liegen sie nah an einem Nerv, dann besteht bei einer Operation ein höheres Risiko für Komplikationen. Sind die Zähne gesund, dann ist es für den Patienten wahrscheinlich vorteilhafter, auf den Eingriff zu verzichten. Weisen sie allerdings krankhafte Veränderungen auf, dann müssen die Weisheitszähne raus.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie nur teilweise durchbrechen?

Eine ungünstigere Situation liegt vor, wenn die Weisheitszähne nur unvollständig durchbrechen. Denn zwischen Zahnfleisch und Zahn bilden sich dann Schlupfwinkel, in denen sich Speisereste ansammeln und Bakterien vermehren können. Eine häufige Folge sind Infektionen, die sich durch Schmerzen, Schwellungen des Zahnfleischs, Mundgeruch und eventuell auch leichtes Fieber bemerkbar machen. Manchmal bilden sich Zysten, die unbehandelt den Kieferknochen schädigen können. Kommt es zu solchen Problemen, wird der Zahnarzt zur Entfernung der Weisheitszähne raten.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn wenig Platz im Kiefer ist?

In einem zu engen Kiefer können sich die Weisheitszähne nicht normal entwickeln. Manchmal drücken sie durch ihr Wachstum auf ihre Nachbarn und beschädigen diese dadurch. Häufig verschieben sie auch die gesamte Zahnreihe und rufen so Zahnfehlstellungen hervor. Dadurch kann im schlimmsten Fall der Erfolg einer kieferorthopädischen Zahnkorrektur zunichte gemacht werden. Bei einigen Patienten verursacht der Druck der Weisheitszähne auch einen chronischen Kiefer- oder Gesichtsschmerz. Ist voraussehbar, dass solche Probleme auftreten werden, dann müssen die Weisheitszähne raus.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie schief oder verdreht liegen?

Ähnlich ungünstig ist es, wenn die Weisheitszähne in einem schrägen Winkel im Kiefer liegen und sich daher nicht richtig in die Zahnreihe einordnen. Die Krone eines schräg wachsenden Weisheitszahnes kann so starken Druck auf den Nachbarzahn ausüben, dass dessen Zahnbett oder Zahnwurzel erheblich geschädigt werden. Ist ein Weisheitszahn eine Gefahr für den benachbarten Backenzahn, dann sollte er raus. Gleiches gilt, wenn der Weisheitszahn durch seine Position das Zusammenbeißen der Zähne erschwert.

Müssen Weisheitszähne raus, wenn sie von Karies befallen sind?

Weil sie so weit hinten liegen, lassen sich Weisheitszähne mit der Zahnbürste nur schwer erreichen. Häufig stehen sie so eng am Nachbarzahn, dass auch der Zahnzwischenraum kaum gereinigt werden kann. Da sich auf diese Weise Schmutznischen bilden, sind Weisheitszähne und die benachbarten Backenzähne überdurchschnittlich häufig von Karies betroffen. Auch in solchen Fällen empfiehlt sich eine Entfernung der Weisheitszähne.

Wann dürfen Weisheitszähne bleiben?

Andererseits gibt es Situationen, in denen die Weisheitszähne nicht unbedingt entfernt werden müssen. In diesen Fällen können Sie sich den Eingriff wahrscheinlich ersparen:

  • Wenn die Zähne gesund sind, genug Platz haben und es zu erwarten ist, dass sie sich korrekt in die Zahnreihe einfügen werden.
  • Wenn die Zähne gesund sind und so tief im Kieferknochen verborgen liegen, dass bei dem Eingriff Komplikationen auftreten könnten.
  • Wenn durch eine kieferorthopädische Behandlung sichergestellt wird, dass sich die Weisheitszähne normal entwickeln können.

Die Entscheidung "Müssen die Weisheitszähne raus oder nicht" ist also immer von den individuellen Voraussetzungen abhängig. Um abzuschätzen, wie sich die Weisheitszähne entwickeln werden, wird der Zahnarzt zunächst ein Röntgenbild anfertigen. Bei tief in den Kieferknochen verlagerten Weisheitszähnen macht man häufig auch eine dreidimensionale Röntgenaufnahme, eine sogenannte digitale Volumentomografie (DVT).

Mithilfe dieser Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt die Chancen und Risiken einer Weisheitszahn-Entfernung fundiert beurteilen. Gemeinsam mit dem Patienten wird er überlegen, ob die Operation im konkreten Fall sinnvoll ist oder ob der Eingriff mehr schadet als nützt. Falls Sie weitere Fragen zum Thema Weisheitszähne haben, stehen wir Ihnen in unserer Praxis gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung!

 

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Zähne wackeln © fotolia / Africa Studio

Wenn Zähne wackeln – woran es liegt und was der Zahnarzt tun kann

Fehlt Ihren Zähnen der nötige Biss? Anders als im Kindesalter ist es für Erwachsene kein Grund zur Freude, wenn Zähne zu wackeln beginnen. Doch lockere Zähne sind kein unvermeidliches Schicksal. Der Zahnarzt kann den Schaden in vielen Fällen minimieren – doch dazu muss er erst die zugrunde liegende Ursache kennen. Warum Zähne wackeln können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Unfälle als Ursache für lockere Zähne

Manchmal liegt die Ursache für den Wackelzahn klar auf der Hand: Äußere Gewalteinwirkungen wie Stürze, Schläge oder Unfälle können dazu führen, dass sich ein Zahn aus seiner Verankerung im Kiefer löst und locker wird. Im Extremfall kann der Zahn auch ganz ausbrechen. Typische Begleitsymptome sind ein akuter Wundschmerz und eine mehr oder wenige starke Schwellung des umgebenden Gewebes. Um den Zahn zu retten, sollten Sie in solchen Fällen umgehend Ihren Zahnarzt oder eine Zahnambulanz aufsuchen.

Meist liegt eine Zahnerkrankung zugrunde

In den meisten Fällen aber passiert die Lockerung eines Zahnes schleichend. Manche Betroffene berichten, dass sie zunächst den Eindruck hatten, als würden sich die Zähne beim Zubeißen leicht gegeneinander verschieben. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium wackeln die Zähne sichtbar und können durch Zungen- oder Lippendruck in alle Richtungen bewegt werden. Wenn vormals feste Zähne nach und nach an Halt verlieren, ist von einem chronischen Krankheitsgeschehen oder einer anhaltenden Fehlbelastung des Zahnhalteapparats auszugehen.

Die unterschätzte Gefahr: Parodontitis

Die mit Abstand häufigste Ursache für lockere Zähne ist eine unbehandelte Parodontitis, umgangssprachlich auch als Parodontose bekannt. Dabei handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparats, die sich ausgehend von einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entwickelt.

Durch die chronische Entzündung werden zum einen die Haltefasern geschädigt, die den Zahn in seinem Zahnfach, der sogenannten Alveole, verankern. Schreitet die Erkrankung weiter voran, so zieht sich das Zahnfleisch immer weiter zurück und verliert seine stützende Funktion, wodurch die Zähne zu wackeln beginnen.

In einem späteren Stadium kann die Entzündung darüber hinaus auf den Kieferknochen übergreifen und diesen schädigen. Der Knochen kann sich regelrecht zurückbilden, wodurch die Zähne ihre Verankerung im Kiefer verlieren und schließlich ausfallen. Eine Parodontitis gilt als häufigste Ursache für einen Zahnverlust im Erwachsenenalter.

Wenn der Zahnersatz schlecht sitzt

Eine weitere mögliche Ursache sind mangelhaft angepasste Zahnkronen oder Zahnbrücken, die zu einer chronischen Fehlbelastung der Zähne führen. Dauert diese Situation über Monate oder gar Jahre an, so kommt es zu Umbauprozessen im Zahnhalteapparat - beispielsweise kann sich der Spalt zwischen Zahnwurzel und Kieferknochen verbreitern. In der Folge verliert der Zahn nach und nach an Halt. Durch moderne Diagnoseverfahren lassen sich diese Probleme bereits bei der Herstellung des Zahnersatzes vermeiden.

Stress für die Zähne: Nächtliches Zähneknirschen

Ähnliche Auswirkungen hat nächtliches Zähneknirschen oder -pressen: Durch die anhaltende Überbelastung des Zahnhalteapparats werden die Zähne in ihrer Verankerung gelockert. Da sich Zähneknirschen der bewussten Kontrolle entzieht, ist es empfehlenswert, sich vom Zahnarzt spezielle Aufbiss-Schienen anfertigen zu lassen. Diese reduzieren die Belastungen des Zahnhalteapparats auf ein erträgliches Maß und verhindern so, dass die Zähne zu wackeln beginnen.

Lockere Zähne nach kieferchirurgischen Eingriffen

Bei chronischen Entzündungen an der Wurzelspitze eines Zahnes ist es manchmal notwendig, einen Teil der Zahnwurzel zu entfernen. Man nennt dieses Verfahren auch Wurzelspitzenresektion. Oft stellt diese Behandlung die letzte Möglichkeit dar, um einen chronisch entzündeten Zahn zu erhalten.

Allerdings fehlt mit der Wurzelspitze auch ein wichtiger Teil der Verankerung des Zahnes am Kieferknochen. Je nach Ausmaß der Behandlung kann sich der Zahn in der Folge lockern. Heute ist es möglich, diesem Problem durch sogenannte intradentale Implantate vorzubeugen. Dabei handelt es sich um Stifte aus Titan, über die der gelockerte Zahn im Kieferknochen fixiert wird.

Seltene Ursachen: Tumorerkrankungen und Mangelernährung

Wenn Zähne wackeln, kann das in sehr seltenen Fällen auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Allgemeinerkrankung sein. Beispielsweise kann ein Kiefertumor einen Knochenabbau verursachen, wodurch eigentlich gesunde Zähne zu wackeln beginnen. Durch gezielte Diagnoseverfahren wie Röntgen oder MRT (Magnetresonanz-Tomographie) schließt der Zahnarzt diese Ursache sicher aus.

Mangelernährung als Ursache für lockere Zähne beobachtet man heute praktisch nur noch in Entwicklungsländern. Der Körper benötigt bestimmte Vitamine und Mineralstoffe (beispielsweise Vitamin D und Kalzium), um feste Zähne und eine gesunde Knochensubstanz aufzubauen und zu erhalten. Ein schwerwiegender Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel kann zur Lockerung oder zum Ausfall von Zähnen führen.

Behandlung: Was tun, wenn Zähne wackeln?

Falls Sie bemerken, dass einer oder mehrere Zähne wackeln, sollten Sie umgehend einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren. Durch ausführliche Untersuchungen wird der Zahnarzt die Ursache dafür abklären, um anschließend eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Bei der weitaus häufigsten Grunderkrankung, der Parodontitis, werden die Zahnoberflächen zunächst gründlich von anhaftenden Belägen und Zahnstein gereinigt. Besonderes Augenmerk legt der Zahnarzt auf die Säuberung von Zahnfleischtaschen, da diese eine ideale Brutstätte für Bakterien darstellen. Manchmal ist es erforderlich, die Zahnfleischtaschen unter lokaler Betäubung zu eröffnen, um die befallenen Bereiche gezielter zu behandeln. Bei schweren Verlaufsformen kommen darüber hinaus Antibiotika oder spezielle Medikamentenschienen zum Einsatz.

So werden aus Wackelzähnen feste Zähne

Heilt die Parodontitis vollständig aus, so festigen sich leicht wackelnde Zähne in vielen Fällen von selbst. Sehr lockere Zähne müssen gegebenenfalls durch eine Schienung ruhiggestellt werden, damit sie sich stabilisieren können. Ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten, kann es notwendig sein einen oder mehrere Zähne zu ziehen. Die so entstandene Lücke lässt sich durch einen Zahnersatz jedoch problemlos füllen. Um verloren gegangene Zähne zu ersetzen, eignen sich beispielsweise Brücken, die an bestehenden Zähnen fixiert werden. Dafür müssen allerdings Teile der gesunden Zahnsubstanz abgeschliffen werden.

Feste Zähne in nur 24 Stunden

Heute kommen daher häufig Zahnimplantate aus Rein-Titan zum Einsatz, die der Zahnarzt direkt in den Kieferknochen einsetzt. Diese „Pfeiler“ verwachsen mit dem Knochen und ersetzen so die natürliche Zahnwurzel. Anschließend kann daran der gewählte Zahnersatz – wie Brücken, Kronen oder Prothesen – befestigt werden. Üblicherweise sind mehrere Behandlungstermine erforderlich, bis die neuen Zähne fest im Mund sitzen. Durch die innovative „SKY fast & fixed“-Methode kann der Zahnarzt die nötigen Arbeitsschritte heute an nur einem Tag erledigen, was für den Patienten einen erheblichen Gewinn an Komfort bedeutet.

Fazit: Wenn Zähne wackeln, können diese mit gezielten, ursächlich orientierten Therapie-Maßnahmen in den meisten Fällen erhalten werden. Doch selbst ein Zahnverlust bedeutet heute nicht, auf einen festen, kraftvollen Biss künftig verzichten zu müssen.

 

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