Narkose beim Zahnarzt

Narkose beim Zahnarzt – Vorteile und Risiken verschiedener Narkose-Arten

Schöne Zähne im Schlaf: Narkose beim Zahnarzt

Angst und Schmerzen braucht niemand, schon gar nicht beim Zahnarzt. In den meisten Fällen lässt sich beides durch eine lokale Betäubung ausschalten. Falls nicht, kann eine Narkose beim Zahnarzt dazu beitragen, Zahnbehandlungen für den Patienten so erträglich wie möglich zu gestalten. Lesen Sie hier, welche Narkose-Arten es gibt, für wen sie geeignet sind und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.

Wann ist eine Narkose beim Zahnarzt sinnvoll?

Kleinere Behandlungen führt der Zahnarzt in der Regel unter lokaler Anästhesie durch, das ist die klassische Betäubungsspritze. Sie unterdrückt das Schmerzempfinden an der Behandlungsstelle, der Patient bleibt jedoch bei vollem Bewusstsein.

Genau das kann für Menschen, die große Angst vor dem Zahnarzt haben, eine unerträgliche Vorstellung sein. Denn es sind nicht nur mögliche Schmerzen, sondern auch Erschütterungen, die Geräusche des Bohrers oder der Anblick von Instrumenten, die bei ihnen Panik auslösen. Einfach entspannt einzuschlafen und erst zu erwachen, wenn alles vorbei ist: Eine Narkose beim Zahnarzt ist für Patienten mit ausgeprägter Zahnarztangst oft der einzig gangbare Weg, um eine notwendige Gebisssanierung in Angriff zu nehmen.

Neben psychologischen können auch medizinische Gründe für eine Narkose beim Zahnarzt sprechen, wie etwa Allergien gegen ein Lokalanästhetikum oder ausgeprägte Würgereflexe.

Und schließlich gibt es Behandlungen, die der Zahnarzt generell – auch bei gesunden, „mutigen“ Patienten – eher unter Narkose durchführen wird. Dazu zählen sehr aufwendige, langwierige Eingriffe, die unter lokaler Anästhesie oft nicht zumutbar sind, etwa die Entfernung mehrerer Weisheitszähne.

Welche Arten der Narkose kommen beim Zahnarzt zur Anwendung?

Die klassische Vollnarkose ist nicht die einzig mögliche Option, wenn eine Zahnbehandlung im Tiefschlaf stattfinden soll. Die moderne Medizin verfügt über einige „sanftere“ Narkose-Methoden, die weniger stark in Körperfunktionen wie Kreislauf und Nervensystem eingreifen, aber dennoch zuverlässig Angst und Schmerzen ausschalten. – Ein kurzer Überblick.

1. Vollnarkose

Eine Vollnarkose ist ein künstlich herbeigeführter Schlafzustand, in dem Bewusstsein und Schmerzempfinden ausgeschaltet sind. Auch Körperfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Blutdruck und Reflexe werden, je nach Dosierung der Medikamente, stark gedämpft oder setzen komplett aus. Während einer Vollnarkose werden Sie daher künstlich beatmet und ein Anästhesist überwacht laufend Ihre Vitalfunktionen. Meist führt man die Narkose-Medikamente kontinuierlich über einen intravenösen Zugang zu, wodurch sich die Schlaftiefe exakt steuern lässt.

Die Vorteile der Vollnarkose:

  • Stressfrei: Während Sie tiefenentspannt schlummern, bekommen Sie von der Behandlung absolut nichts mit. Sobald Sie aus der Narkose beim Zahnarzt erwachen, ist bereits alles vorbei. Für Patienten mit ausgeprägter Zahnarztphobie ein wahrer Segen!
  • Nur ein Termin: Umfangreiche Behandlungen, die man unter Lokalanästhesie auf mehrere Behandlungstermine aufteilen müsste, lassen sich unter Vollnarkose oft zeitsparend an einem Tag erledigen.

Mögliche Risiken und Nachteile:

  • Belastung für den Organismus: Im Vergleich zur lokalen Betäubungsspritze greifen die Narkosemittel wesentlich stärker in die Körperfunktionen ein. Komplikationen wie Kreislauf- und Beatmungsprobleme, allergische Reaktionen oder sogar ein Herzstillstand lassen sich nie völlig ausschließen. Das Risiko ist mit modernen Narkosemedikamenten jedoch äußerst gering!
  • Ungeeignet bei schlechtem Gesundheitszustand: Für Patienten mit schweren Vorerkrankungen wie Herzschwäche ist eine Vollnarkose oft zu risikoreich. Auch während akuter Erkrankungen oder einer Schwangerschaft wird man auf die Narkose beim Zahnarzt eher verzichten.
  • Nebenwirkungen: Manche Patienten leiden nach einer Vollnarkose unter Kopfschmerzen oder Übelkeit. Auch eine gewisse Müdigkeit und Benommenheit ist nach einer Narkose beim Zahnarzt völlig normal. Sie dürfen daher am Behandlungstag nicht mit dem Auto fahren und sollten sich möglichst einen Tag Urlaub nehmen, um sich zu Hause in Ruhe zu erholen.

2. Analgosedierung (Dämmerschlaf)

Bei einer sogenannten Analgosedierung sind Sie zwar nicht völlig „weg“, befinden sich aber in einem tranceartigen, tiefenentspannten Ruhezustand. Das erreicht der Zahnarzt durch hoch wirksame Beruhigungsmittel, die Sie entweder als Tablette zu sich nehmen oder über einen intravenösen Zugang verabreicht bekommen. Zugleich erhalten Sie starke Schmerzmittel, um auch das körperliche Schmerzempfinden zuverlässig auszuschalten. Während des Dämmerschlafs sind Sie ansprechbar und müssen im Unterschied zur Vollnarkose nicht beatmet werden. Es kann sein, dass Sie im Nachhinein keinerlei Erinnerung an den Eingriff haben.

Die Vorteile der Analgosedierung:

  • Wirksame Angst- und Schmerzausschaltung: Obwohl Ihr Bewusstsein nicht völlig ausgeschaltet ist, werden Sie die Behandlung mit großer innerer Distanz erleben, ganz ohne Angst oder Schmerzen.
  • Schonend: Zugleich ist eine Analgosedierung für den Organismus schonender als eine Vollnarkose. Sie kommt daher auch für viele Patienten mit Vorerkrankungen in Frage, deren Gesundheitszustand für eine Vollnarkose beim Zahnarzt zu instabil ist.

Mögliche Risiken und Nachteile:

  • Nebenwirkungen: Trotzdem ist eine Analgosedierung nicht nebenwirkungsfrei. Die meisten Patienten fühlen sich noch einige Stunden nach dem Eingriff sehr benommen und müde. Autofahren ist daher tabu, am besten lassen Sie sich von einem Familienangehörigen oder Freund abholen und nach Hause begleiten.
  • Nicht für jeden Patienten geeignet: Obwohl die Analgosedierung schonender ist als eine Narkose beim Zahnarzt, können bestimmte medizinische Gründe dagegen sprechen (z.B. Atemwegserkrankungen wie Asthma oder schweres Übergewicht).

3. Sedierung mit Lachgas

Lachgas ist ein Gemisch aus Sauerstoff und Stickstoff, das der Patient über eine Nasenmaske einatmet. Mit Lachgas erreicht man eine tiefe innere Entspannung, die viele Patienten an einen Traumzustand erinnert. Das Zeitgefühl kann verschwimmen, so dass Sie die Behandlung wesentlich kürzer erleben. Dennoch sind Sie ansprechbar und bei Bewusstsein.

Die Vorteile der Sedierung mit Lachgas:

  • Rasche Wirkung, rascher Abbau: Die Wirkung von Lachgas setzt bereits innerhalb weniger Minuten ein und lässt ebenso schnell wieder nach. Im Unterschied zur klassischen Narkose beim Zahnarzt werden Sie sich nach der Behandlung kaum benommen oder müde fühlen.
  • Gute Verträglichkeit: Lachgas ist für den Organismus sehr schonend und daher sowohl für Kinder als auch für ältere Patienten mit Heiz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet.

Mögliche Risiken und Nachteile:

  • Nebenwirkungen: Unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Unruhe oder Schwitzen sind zwar nicht ausgeschlossen, treten meist aber nur bei einer zu hohen Dosierung auf.
  • Nicht für jeden Patienten geeignet: Vor allem schwere Lungenschäden oder akute Atemwegserkrankungen sprechen gegen eine Lachgas-Sedierung.

Übernimmt die Krankenkasse eine Narkose beim Zahnarzt?

Leider zählt eine Narkose beim Zahnarzt nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur, wenn die Narkose aus medizinischen Gründen unbedingt nötig ist. Als Angstpatient benötigen Sie daher ein Attest eines Facharztes für Psychiatrie oder psychotherapeutische Medizin.

Private Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen sind häufig großzügiger und übernehmen die Kosten für eine Narkose beim Zahnarzt auch ohne zwingende medizinische Gründe. Je nach Tarif erstatten manche Versicherungen auch die Kosten für eine Analgosedierung oder eine Lachgas-Behandlung – Nachfragen lohnt sich!

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Zähne und Migräne – wie hängt beides zusammen?

Zähne und Migräne – wie hängt das zusammen?

Mit Migräne geht man zum Hausarzt oder Neurologen. Sind die Zähne krank, ist der Zahnarzt zuständig – so weit, so logisch. Dass beides etwas miteinander zu tun haben könnte, ist Betroffenen (und selbst Ihren Ärzten) oft nicht bewusst. Viele haben einen langen Leidensweg hinter sich, weil die wahre Ursache ihrer Beschwerden unentdeckt bleibt. Lesen Sie hier, warum bei Migräne manchmal der Zahnarzt der richtige Ansprechpartner ist.

Migräne – was ist das?

Migräne ist nicht einfach nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um ein komplexes Krankheitsbild, für das die folgenden Symptome typisch sind:

  • anfallsartige, ein- oder zweiseitige Kopfschmerzen
  • Übelkeit, manchmal in Verbindung mit Erbrechen oder Durchfall
  • Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • verändertes Sehen, z.B. Lichtblitze, verschwommene Sicht, Augenflimmern
  • Schwindel
  • Benommenheit oder Verwirrtheit

Die Symptome können Betroffene massiv in ihrem Alltag beeinträchtigen. Häufig dauern die Attacken über Stunden an und konventionelle Schmerzmittel helfen mehr schlecht als recht.

Über die genauen Ursachen der Migräne ist sich auch die Wissenschaft nicht völlig im Klaren. Vermutet wird, dass ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn dahintersteckt, eventuell in Verbindung mit Durchblutungsstörungen. Auch genetische Ursachen dürften eine Rolle spielen, denn in vielen Familien tritt Migräne gehäuft auf.

Zähne und Kopfschmerz: Ein „naheliegendes“ Verhältnis

Erst in jüngerer Zeit beginnen sich Ärzte mit dem Zusammenhang zwischen Kopfschmerz, Kiefer und Zähnen zu beschäftigen. Unser Kauapparat ist ein äußerst komplexes System: Zähne, Zahnfleisch, Kieferknochen, Kiefergelenk, Muskeln und Nervenbahnen müssen perfekt zusammenarbeiten, um uns das Beißen, Kauen, Schlucken und Sprechen zu ermöglichen. Treten in diesem System Störungen auf, dann hat das oft auch Auswirkungen auf die umliegenden Strukturen wie Kopf, Nacken, Ohren und Rücken.

Krankheitsbild craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang oft von einer craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD. Unter diesem Begriff fasst man verschiedene Arten von Funktionsstörungen zusammen, die Zähne, Kiefergelenke oder Kaumuskulatur betreffen.

Eine CMD kann sehr unterschiedliche Gesichter haben und ist daher oft schwer zu diagnostizieren: Manche Betroffene leiden unter lokalen Schmerzen im Bereich des Kiefers, bei anderen strahlen die Schmerzen in Kopf, Nacken, Rücken, Augen oder Ohren aus. Typisch sind weiters Probleme beim Kauen oder knackende Geräusche im Bereich des Kiefers. Auch Schwindel und Ohrgeräusche (Tinnitus) werden häufig mit der CMD in Verbindung gebracht.

Zähne und Migräne: Was die Wissenschaft darüber weiß

Der Zusammenhang zwischen Kopfschmerz und CMD ist wissenschaftlich gut belegt: Einer Erhebung zufolge leiden 27,4 Prozent der CMD-Patienten, aber nur 15,2 Prozent der Gesamtbevölkerung unter chronischem Kopfschmerz.

Über die Häufigkeit von Migräne bei CMD-Patienten gibt es leider kaum systematische wissenschaftliche Daten. Die Erfahrungen von Praktikern lassen aber vermuten, dass eine CMD Migräne-Attacken begünstigen oder auslösen kann, wenn ein Patient zu Migräne neigt. Bei vielen Betroffenen reduziert sich die Häufigkeit ihrer Attacken deutlich, wenn Kiefer-Fehlstellungen korrigiert oder schlecht sitzende Kronen und Brücken ausgetauscht werden.

Das Problem ist: Die Symptome einer CMD sind recht unspezifisch und können auch ganz andere Ursachen haben. Häufig bleibt die Kiefer-Dysfunktion daher über lange Zeit unentdeckt. Viele Betroffene erhalten von ihrem Arzt Schmerzmittel und andere Medikamente oder werden aufgrund ihrer Muskelverspannungen zur Massage geschickt. Das verschafft zwar kurzfristig Linderung, löst das Problem aber nicht an der Wurzel.

CMD: Diese Ursachen stecken dahinter

Doch wie kommt es eigentlich zu einer Fehlfunktion des Kauapparats? Meistens sind die Ursachen in einem dieser drei Bereiche zu finden:

  • Zähne und Kiefer
  • Muskulatur, Nerven oder Gelenke
  • psychosoziale Faktoren, z.B. privater oder beruflicher Stress
  • Es ist also gar nicht so selten, dass in Wahrheit der Zahnarzt der richtige Ansprechpartner ist, wenn Patienten unter unerklärlichen Migräne-Attacken, Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen leiden! Es gibt mehrere zahnmedizinische Befunde, die als mögliche Ursachen in Frage kommen:

Angeborene oder erworbene Zahn- und Kieferfehlstellungen: Passen Ober- und Unterkiefer nicht optimal zusammen, dann verteilen sich die Kaukräfte ungünstig. Betroffene versuchen oft unbewusst, die „Schieflage“ zu kompensieren, was ein physiologisch ungünstiges Beiß- und Kauverhalten zur Folge hat. Mit der Zeit kann es zu Muskelverspannungen und Kiefergelenksschmerzen kommen.

Nicht korrekt angepasster Zahnersatz: Werden Kronen, Brücken, Füllungen oder Implantate nicht optimal eingepasst, dann entsteht ebenfalls eine ungünstige Bisslage. Bereits eine Abweichung von weniger als einem Millimeter reicht aus, um das sensible Kausystem aus dem Gleichgewicht zu bringen! Bei der Anpassung von Zahnersatz braucht es daher viel Know-how und Fingerspitzengefühl, um Folgeprobleme zu vermeiden.

Zahnlücken: Fehlende Zähne führen häufig zu einer Fehlbelastung der umliegenden Zahnreihen. Manchmal beginnen die Zähne zu wandern, wodurch Ober- und Unterkiefer nicht mehr exakt zusammenpassen. Zahnlücken sollten daher immer durch einen gut angepassten Zahnersatz geschlossen werden.

Zähneknirschen: Menschen, die stressbedingt nachts mit den Zähnen knirschen, setzen ihr Gebiss immensen Belastungen aus. Die dabei frei werdenden Kräfte sind wesentlich stärker als die beim „normalen“ Kauen! Schon das Malmen an sich kann zu Muskelverspannungen führen. Mit der Zeit trägt meist auch die Zahnsubstanz Schäden davon. Oft werden die Kauflächen regelrecht abgeschliffen, wodurch die Zähne nicht mehr optimal zusammenpassen und der normale Kauvorgang gestört wird.

Zähne und Migräne: Ganzheitlicher Ansatz ist erforderlich

Um CMD-Betroffenen wirklich zu helfen, ist es wichtig, dass der Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden erkannt und die Symptome nicht isoliert behandelt werden. Oft ist es nötig, mehrere Spezialisten wie Zahnarzt, Neurologe und HNO-Arzt in die Behandlung mit einzubinden. Auch Physiotherapie kann hilfreich sein, um chronische Verspannungen der Muskulatur zu lösen und ungünstige Bewegungsabläufe zu korrigieren.

Ob zahnmedizinische Probleme als mögliche Ursachen einer CMD in Frage kommen, kann der Zahnarzt mithilfe spezieller Verfahren wie Funktionsanalysen überprüfen. Werden die zugrunde liegenden Probleme erfolgreich behandelt, nimmt die Häufigkeit von Kopfschmerz- oder Migräne-Attacken oft deutlich ab.

Die Therapiemaßnahmen orientieren sich immer an der genauen Ursache. Zahn- und Kieferfehlstellungen lassen sich selbst im Erwachsenenalter noch gut behandeln! Weiters setzt man bei CMD-Patienten häufig Aufbissschienen ein, die individuell für den Patienten angefertigt werden. Damit kann man beispielsweise einen zu niedrigen Biss aufgrund von Abnutzungen der Zahnsubstanz ausgleichen. Bei Patienten, die mit den Zähnen knirschen, können spezielle Schienen die Kaukräfte abpuffern und so weiteren Schäden an der Zahnsubstanz vorbeugen. Wichtig ist, dass zugleich auch an den Ursachen des Zähneknirschens gearbeitet wird.

Sprechen Sie Ihren Zahnarzt darauf an, falls Sie unter Migräne, wiederkehrenden Kopf- und Rückenschmerzen oder anderen unklaren Beschwerden im Kopfbereich leiden! Er sollte unbedingt abklären, ob funktionelle Störungen des Kauorgans als mögliche Gründe dafür in Frage kommen.

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Ursachen, Symptome und Behandlung von Parodontitis

Ursachen, Symptome und Behandlung von Parodontitis

Volkskrankheit Parodontitis: So retten Sie Ihre Zähne

Alles beginnt scheinbar harmlos: Ein wenig Zahnfleischbluten hier, eine Rötung dort. Schmerzen haben Sie anfangs keine. Und doch fallen am Ende die Zähne aus. Eine Parodontitis ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen! Lesen Sie hier, warum schon beim leisesten Verdacht auf eine Zahnfleischentzündung Handlungsbedarf besteht und wie Sie sich vor Zahnverlust durch Parodontitis schützen.

Parodontitis – was genau versteht man darunter?

Eine Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Als Zahnhalteapparat bezeichnet man alle Strukturen, die dem Zahn festen Halt verleihen: Zahnfleisch, Bindegewebe, Haltefasern und Teile des Kieferknochens. Bakterien aus dem Zahnbelag können diese Strukturen befallen und durch Säuren und Giftstoffe (Toxine) schädigen. Im Anfangsstadium lässt sich die Krankheit gut behandeln und das Gewebe kann sich vollständig regenerieren. Später treten oft irreversible Schäden auf – bis hin zum völligen Zahnverlust.

Am Anfang steht die Zahnfleischentzündung

Doch dazu kommt es nicht von heute auf morgen. Eine Parodontitis beginnt üblicherweise mit einer Zahnfleischentzündung, in Fachkreisen auch „Gingivitis“ genannt. Die Auslöser sind Bakterien aus dem Zahnbelag (Plaque), die sich mit Vorliebe am Zahnfleischrand festsetzen. Sie scheiden bei ihren Stoffwechsel-Vorgängen Säuren und Giftstoffe (Toxine) aus, die das Gewebe schädigen. So kommt es zu einer Zahnfleischentzündung. Noch leichteres Spiel haben die Krankheitserreger übrigens, wenn sich Mineralien in den Plaque einlagern und auf diese Weise Zahnstein entsteht. Seine raue Struktur bietet den Keimen optimale Lebensbedingungen.

Sie bemerken bei einer Zahnfleischentzündung möglicherweise folgende Warnsignale:

  • Zahnfleischbluten, vor allem beim Zähneputzen
  • gerötetes oder glasig wirkendes Zahnfleisch
  • Schwellungen im Bereich des Zahnfleisches
  • Mundgeruch
  • Zahnfleisch-Rückgang, die Zähne wirken länger

Häufig verläuft eine Zahnfleischentzündung aber weitgehend symptomlos, Betroffene haben kaum Schmerzen. Das kann heimtückisch sein! Denn so bleibt die Entzündung oft viel zu lange unbemerkt und die Bakterien dringen nach und nach in tiefer gelegene Bereiche vor.

Wenn aus der Zahnfleischentzündung eine Parodontitis wird

Schreitet die Entzündung fort, dann löst sich das Zahnfleisch etwas vom Zahnhals ab, es entstehen die sogenannten Zahnfleischtaschen. In diesen Vertiefungen können sich die Bakterien besonders ungestört vermehren. Mit der Zeit bilden sich auch hier feste Ablagerungen, sogenannte Konkremente, die schwer zu entfernen sind und den Bakterien ideale Lebensbedingungen bieten. So können sie nach und nach auf den Zahnhalteapparat übergreifen. Werden Zahnhaltefasern und Kieferknochen befallen und geschädigt, dann verlieren die Zähne ihren festen Halt und können am Ende ausfallen.

Häufig verläuft eine Parodontitis in Schüben. Sie kann sich kurzzeitig deutlich verschlimmern, um sich zwischendurch wieder etwas zurückzubilden. Meist gelingt es dem Immunsystem in diesem Stadium aber nicht mehr, den Bakterien auf Dauer Herr zu werden.

Bei einer Parodontitis bemerken Betroffene häufig folgende Symptome:

  • Zahnfleischschwund bis hin zur Freilegung der Zahnhälse
  • in der Folge schmerzempfindliche Zähne
  • Zahnwanderung, Lückenbildung zwischen den Zähnen
  • hartnäckiger Mundgeruch
  • Eiteraustritt zwischen Zähnen und Zahnfleisch
  • in späteren Stadien Zahnlockerung und Zahnausfall
  • Parodontitis-Behandlung: Je früher, desto besser

Doch so weit muss es nicht kommen! Eine Zahnfleischentzündung oder eine beginnende Parodontitis sind gut behandelbar. Bringt man die Entzündung zum Abklingen, dann kann sich das Gewebe vollständig regenerieren. Erst in späten Krankheitsstadien sind manche Schäden nicht mehr wieder gut zu machen.

Wichtig ist es daher, die regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt einzuhalten, selbst wenn Sie keine akuten Beschwerden haben. Bei diesen Terminen wird der Zahnarzt routinemäßig den Zustand des Zahnfleisches kontrollieren und gegebenenfalls feste Beläge (Zahnstein) entfernen. Sinnvoll ist es, bei dieser Gelegenheit auch gleich eine professionelle Zahnreinigung (PZR) vornehmen zu lassen.

Haben sich bereits Zahnfleischtaschen gebildet, dann wird sie der Zahnarzt mit einer sogenannten Parodontalsonde inspizieren. Damit kann er die Tiefe der Zahnfleischtaschen vermessen und feststellen, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Eventuell kommen bei bestehenden Entzündungsherden auch Röntgen-Untersuchungen und Speichel-Test zum Einsatz.

Behandlung umfasst mehrere Stufen

Die Behandlung der Zahnfleischentzündung bzw. Parodontitis richtet sich danach, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Oberstes Ziel ist es immer, das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen die Bakterien zu unterstützen und den Entzündungsprozess zu stoppen. Das gelingt durch folgende Maßnahmen:

1. Verbesserung der häuslichen Mundhygiene

Ohne aktive Mithilfe des Betroffenen funktioniert es nicht. Ganz gleich in welchem Krankheitsstadium, die Grundlage jeder erfolgreichen Parodontitis-Behandlung ist immer eine optimale häusliche Mundhygiene! Akribisches Zähneputzen ist von nun an Pflicht, zusätzlich sollten Zahnseide oder Interdentalbürstchen zum Einsatz kommen. Manchmal klingt eine Zahnfleischentzündung oder eine Entzündung des Zahnhalteapparats allein dadurch bereits ab.

Sehr vorteilhaft ist es übrigens auch, mit dem Rauchen aufzuhören. Die im Tabak enthaltenen Giftstoffe schädigen das Zahnfleisch zusätzlich und schwächen das Immunsystem.

2. Professionelle Reinigung der Zähne

Um den Bakterien Einhalt zu gebieten, wird der Zahnarzt bzw. die Zahnhygiene-Assistentin die Zähne gründlich reinigen und von anhaftenden Belägen und Zahnstein befreien. Besonders wichtig ist auch die Tiefenreinigung von Zahnfleischtaschen. Sind sie noch nicht allzu tief, kann sie der Zahnarzt mithilfe spezieller Instrumente (Kürette, Ultraschall, rotierende Geräte) sehr gewebeschonend von Ablagerungen und Bakterien säubern. Anschließend wird er die Zahnoberfläche polieren und mithilfe spezieller Gele oder Lacke glätten, damit sich nicht so rasch neue Beläge bilden können.

3. Antibiotika-Therapie

Manchmal sind Antibiotika nötig, um den Bakterien Einhalt zu gebieten. Der Zahnarzt kann sie entweder in Form von Gelen oder Salben lokal auftragen oder Tabletten verschreiben. Manchmal kommt es bei einer Parodontitis zu akuten schweren Schüben, die mit Fieber verbunden sind. In solchen Fällen ist rasches Handeln angesagt und der Arzt wird sofort Antibiotika verschreiben.

4. Chirurgische Eingriffe

Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen oder hartnäckigen Entzündungen sind manchmal auch kleine chirurgische Eingriffe nötig. Der Zahnarzt nimmt unter lokaler Betäubung kleine Einschnitte am Zahnfleisch vor, um besser an die entzündeten Bereiche heranzukommen. Er wird anschließend Beläge und erkranktes Gewebe entfernen und die Zahnoberfläche glätten. Danach vernäht er das Zahnfleisch wieder.

Haben Gewebe oder Kieferknochen bereits größere Schäden davongetragen, dann kann der Zahnarzt bei dieser Gelegenheit auch eine spezielle netzartige Membran zwischen Zahn und Zahnfleisch einbringen. Diese Membran soll einerseits die Geweberegeneration unterstützen. Andererseits verhindert sie, dass sich rasch wachsendes Zahnfleisch unkontrolliert ausbreitet, bevor sich Knochen und Bindegewebe erholen können.

Laufende Kontrollen sind wichtig

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Meist braucht daher auch die Behandlung viel Konsequenz und Geduld. Regelmäßige Kontrolltermine und eine konsequente Mundpflege zu Hause sind unverzichtbar, um die Entzündungsprozesse zu stoppen. Ziehen Zahnarzt und Betroffener an einem Strang, dann lassen sich selbst gelockerte Zähne in vielen Fällen noch retten!

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Dicke Backe - Zahnarztbesuch notwendig

Unfall, dicke Backe? Wann ein Zahnarztbesuch notwendig ist!

Der Gedanke an einen Zahnarztbesuch löst bei den wenigsten Menschen Vorfreude aus. Doch spätestens, wenn die Zähne durch bohrende Schmerzen Alarm schlagen, ist ein Zahnarztbesuch notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Wir empfehlen Ihnen, bei welchen Beschwerden Sie nicht länger zögern und sofort einen Termin vereinbaren sollten.

Prophylaxe: Zweimal jährlich zum Zahnarzt ist Pflicht

Vorbeugen ist besser als Restaurieren. Zweimal jährlich sollten Sie daher zur Kontrolle kommen – egal ob Sie zuletzt Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch hatten oder nicht. Denn viele Zahnkrankheiten verursachen im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen. Doch je früher der Zahnarzt eingreift und das Krankheitsgeschehen unterbricht, desto größer sind die Heilungschancen.

Bei bestimmten Patienten können sogar vierteljährliche Kontrolltermine sinnvoll sein, so etwa bei

  • Implantat-Trägern
  • Patienten mit chronischer Parodontitis (Zahnbettentzündung)
  • Patienten mit festen Zahnspangen

Bei welchen Beschwerden sollten Sie sofort zum Zahnarzt?

Auch Kontrollen und eine sorgfältige Zahnhygiene bieten leider keinen absoluten Schutz vor Zahnbeschwerden. Ob Schmerzen, Blutungen oder gelockerter Zahnersatz – bei unerwartet auftretenden Beschwerden kann auch abseits der regulären Kontrolltermine ein Zahnarztbesuch notwendig sein. Wichtig ist es, zwischen folgenden beiden Situationen zu unterscheiden:

  • Zahnnotfälle, bei denen Sie sofort, das heißt innerhalb weniger Stunden einen Arzt aufsuchen sollten
  • akute Beschwerden, bei denen innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig ist

Was sind zahnärztliche Notfälle?

In akuten Notsituation müssen Sie sofort zum Arzt – auch am Wochenende, nachts oder im Urlaub. Außerhalb der normalen Sprechzeiten können Sie sich an zahnärztliche Notdienste wenden. Auch einige Zahnkliniken haben 24 Stunden geöffnet.

Von absoluten Notfällen sprechen wir in folgenden Situationen:

  • Ausgeschlagener oder abgebrochener Zahn: Durch Unfälle, Stöße oder Schläge ins Gesicht können Zähne oder Teile davon ausgeschlagen werden. Nehmen Sie unbedingt den ausgeschlagenen Zahn mit zum Zahn-Notdienst – am besten in einer speziellen Zahnrettungsbox, notfalls in einem Behälter mit Milch oder unter der Zunge. Mit größeren Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich wenden Sie sich besser gleich an die Unfallabteilung oder die mund- und kieferchirurgische Abteilung einer Klinik.
  • Starke Blutungen: Falls ein Unfall die Blutung verursacht hat, sollten Sie sofort zum zahnärztlichen Notdienst. Nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen sind leichte Nachblutungen normal. Häufig beginnen sie nach zwei bis vier Stunden, wenn sich die gefäßverengenden Zusatzstoffe aus dem Betäubungsmittel abbauen. Wenn es stark blutet, können Sie versuchen, die Blutung durch Kompression (Druck) zu stoppen. Verwenden Sie dazu ein sauberes Stofftuch oder besser noch eine sterile Mullbinde. Lässt sich die Blutung nicht innerhalb von ca. 30 Minuten stillen, sollten Sie zum Arzt. Beginnt eine Wunde mehr als 12 Stunden nach dem Eingriff erneut zu bluten, kann das auf eine Wundheilungsstörung hindeuten. Auch in diesem Fall ist in Zahnarztbesuch notwendig.
  • Starke Zahnschmerzen mit Fieber oder Übelkeit: Oft liegt eine akute bakterielle Infektion zugrunde, die auch auf andere Körperbereiche übergreifen kann!
  • Schwellungen, die auch äußerlich sichtbar sind („dicke Backe“): Auch hier ist die Ursache oft eine akute Infektion, die einen umgehenden Zahnarztbesuch notwendig macht.

Bei welchen akuten Beschwerden ist ein Zahnarztbesuch notwendig?

In den meisten Fällen stellen akute Zahnbeschwerden keine unmittelbaren Notfälle dar, selbst wenn sie höchst unangenehm sind. In den folgenden Situationen ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig, um die Ursache abzuklären und wenn nötig eine Behandlung in die Wege zu leiten.

  • Andauernde oder wiederkehrende Zahnschmerzen: Schmerzen sind immer ein Warnsignal. Falls ein Zahn Sie anhaltend oder wiederkehrend (besonders nachts) quält, ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig. Es kann sich beispielsweise um eine Zahnwurzelentzündung handeln. Treten die Schmerzen nur nach Reizen auf (kalt / heiß / süß / sauer), können auch harmlosere Ursachen dahinter stecken. Lassen Sie sich trotzdem innerhalb einer Woche einen Termin beim Zahnarzt geben, falls die Beschwerden neu aufgetreten sind oder Sie sich stark beeinträchtigt fühlen.
  • Starke Zahnschmerzen, die plötzlich aufhören: Die vermeintliche Besserung kann trügerisch sein! Möglicherweise ist der Zahnnerv entzündet und droht abzusterben. Um den Zahn eventuell noch zu retten, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.
  • Defekter Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen): Versuchen Sie bitte nicht, defekten Zahnersatz selbst zu reparieren! Nur der Zahnarzt bzw. ein zahntechnisches Labor hat die nötigen Spezialwerkzeuge dazu. Damit Sie nicht länger als nötig „zahnlos“ sind, wird man Ihnen umgehend einen Termin geben.
  • Verlorener Zahnersatz oder Zahnfüllungen: Füllungen (Inlays), Kronen oder Brücken fallen manchmal heraus, weil die Befestigungselemente nicht mehr halten. Es kann aber auch eine sich darunter entwickelnde Karies dahinterstecken. Häufig ist der freiliegende Zahn schmerzempfindlich, manchmal entstehen scharfe Kanten. Auch in dieser Situation ist daher ein rascher Zahnarztbesuch notwendig.
  • Druckstelle durch eine Prothese: Gerade bei neuen oder neu unterfütterten Prothesen sind Druckstellen leider nicht immer ganz vermeidbar. Essen und Sprechen wird dann zur Qual. Lassen Sie sich daher möglichst rasch einen Akuttermin beim Zahnarzt geben!
  • Zahnfleischbluten mit Rötung und Schmerzen: Blutet es nur lokal und haben Sie keine weiteren Beschwerden, können harmlose Verletzungen durch Nahrungsbestandteile, Zahnseide etc. die Ursache sein. Heikel sind Blutungen zusammen mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Hier steckt oft eine akute Zahnfleischentzündung dahinter. Um diese zu stoppen, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.

Leider halten sich Akutbeschwerden nicht an ärztliche Sprechzeiten und treten gerne am Wochenende auf. Bei akuten Beschwerden, die keine unmittelbaren Notfälle darstellen, können Sie das Wochenende eventuell mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln überbrücken und zu den normalen Sprechstunden einen Akuttermin bei Ihrem gewohnten Zahnarzt vereinbaren. Falls Sie sich stark beeinträchtigt fühlen, dann zögern Sie aber nicht, einen zahnärztlichen Notdienst oder eine Zahnklinik aufzusuchen.

Wenn die Angst regiert

Viele Betroffene wissen genau, dass eigentlich ein Zahnarztbesuch notwendig wäre – doch sie zögern ihn hinaus. Nicht aus Bequemlichkeit oder Leichtsinn, sondern weil schon der Gedanke an den Zahnarzt sie in Angst und Schrecken versetzt.

Zahnarztangst ist sehr verbreitet und muss Ihnen nicht peinlich sein! Wir können Sie nur ermutigen, den ersten Schritt zu wagen. Teilen Sie am besten bereits der Assistentin am Telefon mit, dass Sie Angstpatient sind. Dann kann sich das Zahnarzt-Team auf Sie einstellen und wird versuchen, so behutsam wie möglich vorzugehen. Akut notwendige Behandlungen lassen sich eventuell auch unter Vollnarkose durchführen.

Durch Abwarten werden die Probleme leider meist schlimmer. Denn je stärker Karies & Co vorangeschritten sind, desto aufwendiger und schwieriger wird die Behandlung. Unter Umständen sind kranke Zähne nicht mehr zu retten, wenn Sie zu lange warten.

Geben Sie sich daher einen Ruck und greifen Sie zum Telefon, wenn Sie akute Beschwerden haben, die einen Zahnarztbesuch notwendig machen!

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neue Zähne

Zahnimplantate: Der Königsweg zu neuen Zähnen

Zahnimplantate: Der Königsweg zu neuen Zähnen

Neue Zähne im Erwachsenenalter: Für viele Generationen war das gleichbedeutend mit einer herausnehmbaren Zahnprothese. Heute muss sich zum Glück niemand mehr mit klapprigen „Dritten“ als Zahnersatz abfinden. Festsitzende Zahnimplantate sind von eigenen Zähnen kaum zu unterscheiden und bedeuten für Betroffene einen enormen Gewinn an Lebensqualität. Welche Vorteile Zahnimplantate bieten und für wen sie in Frage kommen.

Neue Zähne: Früher oft ein Leidensweg

Von Vielem muss man sich im Laufe des Lebens trennen. So auch von den eigenen Zähnen: Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis können den Zähnen so zusetzen, dass sie früher oder später nicht mehr zu retten sind. Einzelne Zahnlücken lassen sich zwar mit Brücken oder Kronen schließen. Doch nehmen die Schäden im Gebiss Überhand, dann brauchen viele Menschen ab der Lebensmitte neue Zähne.

Herausnehmbare Zahnprothesen, die klassischen „Dritten“, sind für viele unserer Patienten eine Horrorvorstellung. Wer mitten im Leben steht, legt seine Zähne abends ungerne ins Wasserglas, um sie am nächsten Morgen mit Haftcreme im Mund zu befestigen. Lästig kann auch eine Gaumenplatte sein, weil sie den Geschmack beeinträchtigt. Eine Zahnprothese ist und bleibt ein Fremdkörper, der nicht selten Druckstellen verursacht oder kein festes Zubeißen mehr erlaubt.

Zahnimplantate: Ein Meilenstein der Dentalmedizin

Als in den 1970er-Jahren die ersten festsitzenden Zahnimplantate als Ersatz für eigene Zähne gesetzt wurden, bedeutete das für Zahnärzte und ihre Patienten eine echte Zeitenwende. Implantate sind nichts anderes als künstliche Zahnwurzeln, die ähnlich wie ein Dübel im Kiefer des Patienten verschraubt werden und mit diesem fest verwachsen. Über ein Verbindungsstück befestigt der Zahnarzt daran den eigentlichen Zahnersatz, beispielsweise eine Keramik-Krone. Der große Vorteil: Die künstlichen neuen Zähne sitzen ebenso fest im Mund wie die eigenen. Der Patient bemerkt im Alltag keine Einschränkungen, er ist niemals zahnlos und kann jederzeit unbeschwert lächeln und zubeißen.

Heute fertigt man die künstlichen Zahnwurzeln in der Regel aus Titan, einem äußerst leichten und langlebigem Werkstoff. Er ist optimal verträglich, Allergien oder Abstoßungsreaktionen sind praktisch nicht bekannt. Der Zahnersatz selbst kann aus Hochleistungs-Kunststoffen oder Keramik bestehen. Letzteres kommt der Natur optisch täuschend nahe – Kunstzähne aus Vollkeramik kann nur der Profi von echten Zähnen unterscheiden.

Zahnimplantate: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

„Aber sind Zahnimplantate nicht langwierig, schmerzhaft und teuer?“ – Eine berechtigte Frage! An allen drei Punkten haben Forscher, Hersteller und Zahnärzte in den letzten Jahrzehnten intensiv gearbeitet. Die Zahnimplantate der neuesten Generation sind den Prototypen aus den 1970ern meilenweit überlegen und bieten wesentlich höheren Komfort und Sicherheit.

Für Sie als Patient bedeutet das:

  • Neue Zähne ohne Wartezeiten: Früher war bei Implantat-Behandlungen eine längere Einheilphase erforderlich, bevor der Patient seine festen Zähne bekam. In der Zwischenzeit musste er sich mit Provisorien wie einer herausnehmbaren Prothese behelfen. Doch die Zahnimplantate der neuesten Generation sind häufig bereits nach dem Einsetzen belastbar. Der Patient erhält noch am gleichen Tag, an dem die „künstlichen Zahnwurzeln“ gesetzt werden, eine festsitzende Zahnreihe. Er ist daher niemals zahnlos.
  • Schmerzarme, schonende Behandlung: Moderne Zahnimplantate sind deutlich kleiner und schlanker als die der früheren Generation, wodurch beim Einsetzen weniger Gewebe verletzt wird. Der Eingriff erfolgt sehr schonend in minimalinvasiver Technik. Dank lokaler Betäubung oder Vollnarkose spüren Sie als Patient davon nichts. Die meisten Patienten können bereits am nächsten Morgen wieder zur Arbeit gehen und benötigen nur in den ersten Tagen nach dem Eingriff ein Schmerzmittel.
  • Kostenersparnisse: Durch standardisierte Herstellungsverfahren sind Zahnimplantate seit ihren Anfangstagen deutlich günstiger geworden. Darüber hinaus erlauben es die neuen Therapie-Konzepte, mehrere Arbeitsschritte zu bündeln – auch das spart Geld. Nicht zuletzt benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau, der bei einer Implantat-Behandlung ein wesentlicher Kostentreiber ist.

Neue Zähne ohne aufwendigen Knochenaufbau

Der Knochenaufbau ist zugleich der Teil der Behandlung, den viele Patienten am unangenehmsten empfinden.

Worum geht es? Damit die „künstlichen Zahnwurzeln“ ausreichend Halt im Kiefer finden, muss genug Knochensubstanz vorhanden sein. Gerade wenn die eigenen Zähne schon seit längerer Zeit fehlen, ist der Kiefer aber oft zu schwach. Denn unser Körper ist ein Minimalist, er baut alle Strukturen ab, die nicht mehr belastet werden. In solchen Fällen muss man häufig erst neue Knochensubstanz aufbauen. Das funktioniert mit körpereigenem Gewebe oder mit künstlichem Knochenmaterial. Der Aufbau-Prozess verlangt Zahnarzt und Patient ein wenig Geduld ab, denn er kann mehrere Monate dauern.

Doch bei neueren Zahnimplantate ist dieser Schritt oft gar nicht erst nötig. Denn bei diesen modernen Systemen sind die Schrauben deutlich zarter, dünner und kürzer als früher üblich. Durch ihr spezielles Design verteilen sich auch die biomechanischen Kräfte besser, wodurch das vorhandene Knochenmaterial optimal genutzt wird. Dadurch benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau und können sofort neue Zähne erhalten. Das bedeutet nicht nur eine Kosten- und Zeitersparnis, sondern ist auch wesentlich komfortabler.

Neue Zähne dank Zahnimplantate: Für wen eignet sich das?

Grundsätzlich kann jeder Patient, bei dem das Zahnwachstum abgeschlossen ist, Zahnimplantate erhalten. Nur für Kinder eignet sich die Methode nicht. Nach oben hin gibt es grundsätzlich keine Altersgrenze. Solange Ihr Gesundheitszustand für den minimalinvasiven Eingriff stabil genug ist, können Sie auch jenseits des 85. Lebensjahres ohne Weiteres neue Zähne bekommen! Nur unmittelbar nach schweren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt muss man etwas warten.

Es spielt auch keine Rolle, ob Sie einen oder mehrere Zähne verloren haben oder bereits völlig zahnlos sind. Wir setzen Implantate bei jungen Patienten nach Zahnunfällen genauso wie bei Patienten, die durch Zahnkrankheiten nach und nach ihre eigenen Zähne eingebüßt haben.

Sogar sogenannte „Risikopatienten“ haben heute in vielen Fällen gut lachen. Ist die Grunderkrankung gut eingestellt, dann können auch Diabetiker, Menschen mit Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Raucher mit festsitzenden neuen Zähnen versorgt werden. Dabei ist oft ein enger Austausch zwischen Zahnarzt und Hausarzt nötig, um das individuelle Risiko richtig einzuschätzen.

Nur akute Zahnerkrankungen wie eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) muss man unbedingt behandeln, bevor ein Patient Zahnimplantate erhält. Sonst kann es zu gefährlichen Entzündungen kommen.

Neue Zähne nur vom Spezialisten setzen lassen

Damit eine Zahnimplantation komplikationslos verläuft, sollte der Zahnarzt unbedingt etwas von seinem Handwerk verstehen. Achten Sie darauf, dass der Arzt auf den Bereich Implantologie spezialisiert ist und regelmäßige Weiterbildungen nachweisen kann! Denn gerade auf dem Gebiet der Implantologie werden Jahr für Jahr rasante Fortschritte erzielt.

Der Zahnarzt sollte Ihnen außerdem eine ausführliche Implantat-Beratung, welche aber in der Regel keine Kassenleistung darstellt, anbieten ohne Sie sofort zu einer Behandlung zu drängen. Falls Sie kein gutes Gefühl haben, dann holen Sie unbedingt eine Zweitmeinung ein!


Zahnfüllung © Fabio Balbi/shutterstock.com

Zahnfüllungen bei Karies – welche Möglichkeiten gibt es?

Die wahrscheinlich älteste Zahnfüllung der Welt haben Forscher bei einem archäologischen Fund in Norditalien entdeckt: eine Mischung aus Erdharz, Pflanzenfasern und menschlichen Haaren. Damit hat ein „Steinzeit-Zahnarzt“ vor rund 13.000 Jahren kariesdurchlöcherte Zähne verschlossen. Heute steht uns zum Glück ein ganzes Arsenal modernster Materialien zur Verfügung. Lesen Sie hier, welche Arten von Zahnfüllungen es gibt und wie der Zahnarzt für jeden Patienten die passende Lösung findet.

Wann braucht man eine Zahnfüllung?

Mit einer Zahnfüllung kann der Zahnarzt „Löcher“ im Zahn versiegeln oder andere Defekte an der Zahnsubstanz beheben. Das ist wichtig, um weiteren Schäden vorzubeugen und die normale Kaufunktion sicherzustellen. Umgangssprachlich nennt man Zahnfüllungen auch Plomben. Für eine Füllungstherapie muss noch ausreichend gesunde Zahnsubstanz vorhanden sein. Sind große Bereiche des Zahnes zerstört, wird der Zahnarzt eher eine Krone anbringen.

Verantwortlich für die zu behandelnden Zahn-Defekte ist in den meisten Fällen Karies. Haben Karies-Bakterien ein Loch in den Zahn gefressen, dann muss der Zahnarzt die befallene Stelle zunächst akribisch sauber bohren. Erst wenn das erkrankte Zahnmaterial restlos entfernt ist, wird das entstandene Loch mit einer Zahnfüllung verschlossen.

Zahnfüllungen: Welche Arten gibt es?

Grundsätzlich hat der Zahnarzt bei Zahnfüllungen zwei Möglichkeiten: Er kann weiche, formbare Füllmaterialien in das Loch einbringen, die erst danach aushärten – man spricht auch von plastischen Füllungen. Oder er fertigt eine feste Füllung im Labor an und passt sie anschließend in den Zahn ein. Das sind die sogenannten Einlagefüllungen oder Inlays.

Plastische Füllungen sind kostengünstiger und haben den Vorteil, dass weniger Zahnsubstanz abgetragen werden muss. Sie können sich aber mit der Zeit abnutzen und kaputt gehen oder herausfallen. Einlagefüllungen sind aufwendiger und teurer in der Herstellung, dafür aber meist länger haltbar.

Plastische Füllmaterialien

Amalgam: Der kostengünstige Klassiker

Amalgam zählt zu den ältesten zahnärztlichen Werkstoffen. Es handelt sich um eine Mischung aus den Metallen Silber, Quecksilber, Kupfer und Zinn. Amalgam lässt sich im weichen Zustand unkompliziert verarbeiten. Einmal ausgehärtet, ist es robust und langlebig und daher auch für größere Defekte an den Kauflächen geeignet. Die silber-schwarze Farbe wirkt allerdings nicht sehr ästhetisch. Weil Amalgam kostengünstig ist, zählt es in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Regelversorgung für Backenzähne.

Viele Patienten sorgen sich wegen des enthaltenen Quecksilbers. Eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgam-Zahnfüllungen konnte bis jetzt zwar nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Trotzdem hat die Europäische Union die Verwendung von Amalgam nun per Verordnung eingeschränkt. Seit Juli 2018 sollen Amalgam-Füllungen bei Kindern, schwangeren und stillenden Patientinnen vorsichtshalber nicht mehr verwendet werden.

Komposit: Die diskrete Lösung

Komposit-Füllungen sind besser bekannt als Kunststoff-Füllungen. Dabei bestehen sie nur zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff, 80 Prozent des Materials machen feinst vermahlene Quarz- und Glaspartikel aus. Sie bewirken, dass Komposit-Füllungen im ausgehärteten Zustand vergleichsweise formstabil und langlebig sind. Ihr großer Vorteil ist, dass sie zahnfarben und damit wesentlich diskreter als Amalgam-Füllungen sind. Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt Komposit-Füllungen für Behandlungen im Frontzahnbereich.

Bei kleinen Defekten kann der Zahnarzt das weiche Füllmaterial in nur einem Arbeitsschritt in den Zahn einbringen und anschließend mit einem speziellen Licht behandeln, damit es aushärtet. Bei etwas größeren Defekten wendet er das sogenannte Mehrschichtverfahren an. Dabei trägt er Schritt für Schritt mehrere dünne Schichten des Füllmaterials auf, die nacheinander fest werden müssen. Das soll verhindern, dass das Material beim Aushärten schrumpft und zwischen Zahn und Zahnfüllung ein kleiner Spalt entsteht, in dem sich später wieder Karies bilden könnte.

Glasionomer-Zement: Das Provisorium

Glasionomer-Zement wurde speziell für zahnärztliche Behandlungen entwickelt. Es enthält Fluorid, welches nach und nach aus der Zahnfüllung freigesetzt wird. Das schützt vor einer neuerlichen Karies-Entwicklung an den Füllungsrändern.

Zementfüllungen brechen allerdings leicht und sind daher nicht als Dauerlösung gedacht. Der Zahnarzt verwendet sie hauptsächlich als Übergangslösung für Patienten, die eine Einlagefüllung bekommen sollen, oder bei Kindern im Milchgebiss.

Einlagefüllungen (Inlays)

Gold: Unübertroffen in Sachen Haltbarkeit

Zahnfüllungen aus Gold sind jahrzehntelang haltbar und sehr gut verträglich, Allergien gegen das Edelmetall sind nicht bekannt. Das Material lässt sich gut verarbeiten und schmiegt sich lückenlos an die Zahnoberfläche an, was wichtig ist, damit sich in der Randspalte nicht neuerlich Karies bildet. Der Zahnarzt setzt die Goldfüllung übrigens nicht in einem Stück ein, sondern trägt Schicht um Schicht eine hauchdünne Goldfolie auf.

Trotz seiner ausgezeichneten Materialeigenschaften kommt Gold als Zahnfüllung eher selten zum Einsatz. Der Grund dafür ist neben dem stolzen Preis vor allem die unübersehbar metallische Farbe.

Keramik: Für höchste ästhetische Ansprüche

Der Rolls Royce unter den Füllmaterialien ist derzeit Keramik. Das Material besticht durch sein absolut natürliches Aussehen, man kann es farblich exakt an die Zähne des Patienten anpassen. Keramik eignet sich daher auch für Füllungen im Frontzahnbereich. Darüber hinaus sind Keramik-Inlays bestens bioverträglich, beeinträchtigen den Geschmackssinn nicht und leiten Temperaturreize nicht an den Zahnnerv weiter.

Allerdings ist die Herstellung eines Keramik-Inlays relativ aufwendig, was sich auch im Preis niederschlägt. Die Behandlung erfordert normalerweise zwei Termine. Beim ersten Termin nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und verschließt das Loch mit einer provisorischen Füllung. Der Abdruck dient anschließend als Vorlage für den Zahntechniker, der die Zahnfüllung im Labor in einem aufwendigen Verfahren anfertigt. Beim zweiten Termin setzt der Zahnarzt die Keramikfüllung ein und passt sie gegebenenfalls noch an.

Dank neuester Digitaltechnik ist es seit einiger Zeit möglich, Keramikfüllungen zeitsparend in nur einem Behandlungstermin einzusetzen. Dabei nimmt eine computergestützte Messkamera einen „digitalen Abdruck“ des Zahnes und leitet die Daten an ein Computerprogramm weiter. Der Computer berechnet die exakte Form der Zahnfüllung, anschließend wird das Inlay vollautomatisch aus einem Keramikblock herausgefräst.

Welche Zahnfüllung für welchen Zweck?

Welches Füllmaterial das beste ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, denn das hängt vor allem vom Einsatzzweck ab:

  • Bei größeren Defekten im Backenzahnbereich muss das Füllmaterial besonders stabil und belastbar sein, damit es den hohen Kaukräften standhält. Geeignet sind in erster Linie Amalgam-Füllungen und Einlagefüllungen aus Gold oder Keramik.
  • Für kleinere Defekte im Backenzahnbereich kann der Zahnarzt auch die im Vergleich etwas weniger robusten Komposit-Füllungen verwenden.
  • Im Frontzahnbereich muss eine Zahnfüllung neben medizinischen vor allem ästhetische Ansprüche erfüllen. Gut geeignet sind Komposit-Füllungen sowie Füllungen aus Keramik oder Glasionomer-Zement.Die Haltbarkeit einer Zahnfüllung hängt übrigens auch von der Pflege ab. Penible Zahnhygiene ist der beste Schutz davor, dass die Plombe schon nach wenigen Jahren herausfällt oder ausgetauscht werden muss.

Die Haltbarkeit einer Zahnfüllung hängt übrigens auch von der Pflege ab. Penible Zahnhygiene ist der beste Schutz davor, dass die Plombe schon nach wenigen Jahren herausfällt oder ausgetauscht werden muss.

 

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Zähne & Gene © 4 PM production/shutterstock.com

Gene und Zähne – welchen Einfluss hat die DNA auf unsere Zahngesundheit?

Bei fast allem, was unsere Gesundheit betrifft, haben sowohl die Gene als auch unsere Lebensgewohnheiten ihre Finger im Spiel. Aber wie verhält sich das genau bei unseren Zähnen? Sind Karies, Parodontitis & Co erblich bedingt oder eher eine Folge schlechter Mundhygiene? Lesen Sie hier, was die Wissenschaft zum Thema „Gene und Zähne“ zu sagen hat.

Schlechte Zähne: Sind die Gene schuld?

Ob Haar- und Augenfarbe, Statur oder individuelle Gesichtszüge: Zwischen Kindern und ihren Eltern gibt es viele offensichtliche Ähnlichkeiten. Auch Zahnkrankheiten wie Karies scheinen manchmal in der Familie zu liegen. Sind Löcher in den Beißerchen also unvermeidlich, wenn schon Eltern und Großeltern „schlechte Zähne“ hatten? Oder anders gesagt: Sind ungünstige Erbanlagen in unserer DNA an den Zahnproblemen schuld?

Auch Lebensstil wird „vererbt“

Ganz so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Denn „vererbt“ werden ja nicht nur die Gene, sondern auch unsere Lebensgewohnheiten. Das gilt vor allem für die Zeit der Kindheit. Wenn Eltern bei ihrer eigenen Mundhygiene nachlässig sind, wird es auch der Nachwuchs nicht so genau mit dem Zähneputzen nehmen. Und auch eine „zuckersüße“ Ernährung hat oft Familientradition – mit entsprechenden Folgen für die Zahngesundheit.

Die entscheidende Frage ist, welcher Faktor größere Bedeutung hat: die Gene oder der Lebensstil? Dabei macht es natürlich einen Unterschied, von welchen Zahnproblemen wir sprechen.

Schiefe Zähne: Meist eine Sache der Gene

Zahnfehlstellungen gehen grundsätzlich auf das Konto unserer Gene. Denn unsere Erbanlagen bestimmen über die individuelle Kieferform und darüber, in welcher Position zueinander sich die Zähne entwickeln. Auf diese Anlagen haben wir leider keinen Einfluss.

Zahnfehlstellungen können nicht nur optisch störend sein, sondern auch zu verschiedenen Folgeproblemen führen: Beispielsweise entsteht leichter Karies, wenn sich Zähne aufgrund ihrer Position schlecht putzen lassen. Auch Probleme mit den Weisheitszähnen sind bei bestimmten Kieferformen oft vorprogrammiert.

Diese Folgeprobleme lassen sich im Unterschied zu den Erbanlagen aber beeinflussen. Wichtig ist es, Zahnfehlstellungen rechtzeitig festzustellen und gegebenenfalls zu korrigieren. Einfacher ist das meist im Kindesalter, aber auch bei Erwachsenen ist es für eine Zahn- oder Kieferkorrektur nie zu spät.

Platzprobleme im Kiefer sind übrigens bei Europäern besonders verbreitet, weil der Gaumenbogen vergleichsweise schmal ist und die Zähne im Vergleich dazu groß. Dadurch geraten sie häufig auf „Kollisionskurs“ zueinander.

Karies: Genetisches Risiko ist beherrschbar

Karies ist grundsätzlich eine Infektionskrankheit. Schuld sind bestimmte Bakterien, die Zucker in schädliche Säuren umwandeln. Diese schädigen den Zahnschmelz und fressen so Löcher in den Zahn. Aus diesem Grund predigen Zahnärzte seit jeher, sich bei Süßigkeiten zurückzuhalten und zwei mal täglich gründlich die Zähne zu putzen. Unfair, aber leider eine Tatsache: Manche Patienten halten sich an diese Empfehlungen und benutzen sogar Zahnseide – trotzdem muss der Zahnarzt regelmäßig zum Bohrer greifen.

Forscher der Universität Zürich haben kürzlich einen möglichen Grund dafür entdeckt: Wie gut unser Zahnschmelz den Karies-Erregern Paroli bieten kann, hängt von seiner Härte und Zusammensetzung ab – und die wiederum wird offenbar durch genetische Faktoren gesteuert.

Das Forscherteam arbeitete mit Mäusen, die eine Mutation in einem bestimmten Genbereich aufwiesen, der für die Entwicklung des Zahnschmelzes verantwortlich ist. Es stellte sich heraus, dass Mäuse mit dieser Mutation einen deutlich weniger widerstandsfähigen Zahnschmelz hatten als ihre Artgenossen ohne diese Mutation.

Ähnliche Gendefekte könnten auch beim Menschen eine Rolle bei der Kariesentstehung spielen. Denn durch den weicheren Zahnschmelz haben Bakterien leichtes Spiel. Unbestritten ist aber, dass die Keime und nicht der Gendefekt selbst die Karies auslösen! Das bedeutet, dass eine gründliche Mundhygiene und andere Vorsorge-Maßnahmen umso wichtiger sind, je höher das erbliche Risiko ist. Die Gene sind zwar mit verantwortlich, müssen aber nicht notwendig zu Karies führen.

Parodontitis: Schwere Formen oft erblich

Ähnlich wie Karies wird auch eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) durch Bakterien ausgelöst. Betroffen sind aber nicht die Zähne selbst, sondern das Zahnfleisch, die Zahnhaltefasern und im fortgeschrittenen Krankheitsstadium der Kieferknochen.

Wir wissen bereits seit Längerem, dass bestimmte Gen-Variationen die Häufigkeit und den Verlauf einer Parodontitis beeinflussen können. Entscheidend ist ein Genkomplex, der für die Bildung von sogenannten Interleukinen verantwortlich ist. Das sind Botenstoffe, die an der Immunabwehr beteiligt sind.

Bei etwa einem Drittel der europäischen Bevölkerung reagiert das Immunsystem auf eine bakterielle Infektion mit einer überschießenden Produktion von Interleukinen. Was eigentlich als sinnvolle Abwehrreaktion gegen Erreger gedacht ist, richtet im Übermaß leider Schäden an: Es kommt zu einer verstärkten Entzündungsreaktion und in der Folge zu einer Zerstörung körpereigenen Gewebes.

Wer diese genetische Veranlagung trägt, hat ein höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Oft ist auch die Ausprägung schwerer und die Krankheit schreitet rascher fort als bei genetisch nicht vorbelasteten Patienten. Besonders dramatisch ist es, wenn noch andere Risikofaktoren hinzukommen: Wer beispielsweise zusätzlich raucht oder unter einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leidet, bei dem steigt das Parodontitis-Risiko nahezu exponentiell an.

Mittlerweile gibt es Interleukin-Gentests, mit denen man feststellen kann, ob man einer genetischen Risikogruppe angehört. In diesem Fall sind engmaschige Kontrollen beim Zahnarzt und eine besonders sorgsame Mundhygiene enorm wichtig.

Schwere Erbkrankheiten sind selten

Echte Erbkrankheiten, die zwangsläufig zu Zahnschäden führen, sind zum Glück selten. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Amelogenesis imperfecta, bei der die Bildung des Zahnschmelzes gestört ist. Betroffene leiden unter Zahnverfärbungen, schwerer Karies und Zahnverlust, selbst wenn sie ihre Zähne gut pflegen. Die Krankheit kommt je nach Bevölkerungsgruppe bei 1 von 2.000 bis 1 von 20.000 Menschen vor.

Bei manchen Erbkrankheiten sind schlechte Zähne nur ein Teil eines komplexen Beschwerdebildes. Beispielsweise leiden Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) oft schon im Kindesalter unter einer besonders aggressiven Form der Parodontitis, die schwer behandelbar ist und oft zu Zahnverlust führt.

Für Risikogruppen sind vorbeugende Maßnahmen wichtig

Wenn sich in einer Familie schwere Zahnkrankheiten häufen und das sogar über mehrere Generationen hinweg, kann es sinnvoll sein, sich an einen auf Genetik spezialisierten Zahnarzt zu wenden. Es werden laufend neue Gene entdeckt, die für spezielle Zahnprobleme mit verantwortlich sein können. Für Betroffene ist eine engmaschige Betreuung wichtig, um die Schäden in Grenzen zu halten.

Bei den meisten Menschen haben die Gene zum Glück keinen derart schwerwiegenden Einfluss. Entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen Erbanlagen und Faktoren wie Ernährung und Mundhygiene. Das heißt, selbst wenn man einer genetischen Risikogruppe angehört, sind schlechte Zähne kein unvermeidbares Schicksal!

 

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Zahnerkrankungen © Aaron Amat / shutterstock.com

Die 10 häufigsten Zahnerkrankungen – und wie Sie ihnen vorbeugen

Oft beginnt alles ganz harmlos: Mit Zahnbelägen, Zahnstein und den „falschen“ Bakterien im Mund. Schreiten Zahnerkrankungen voran, dann rauben sie uns neben Nerven und Schlaf häufig auch unser gesundes Lächeln. Lesen Sie hier, was die 10 häufigsten Zahnkrankheiten sind und wie Sie sich vor ihnen schützen können.

Zahnerkrankungen: Nicht nur Zähne sind betroffen

Zahnerkrankungen ziehen nicht nur die Zähne selbst in Mitleidenschaft. Viele Krankheitsprozesse nehmen mit Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut ihren Anfang. Im fortschreitenden Verlauf können Zahnkrankheiten schließlich von den Zähnen auf den Kieferknochen übergreifen. Manchmal wirken sich Entzündungsprozesse im Mund sogar auf den gesamten Organismus aus, etwa wenn Krankheitserreger aus Eiterherden in die Blutbahn gelangen.

Ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnerkrankungen stehen Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Viele andere Probleme mit den Zähnen treten eigentlich erst als Folge dieser drei Krankheiten auf.

Die 10 häufigsten Zahnerkrankungen im Überblick

1. Karies

Über 90 Prozent aller Menschen sind irgendwann in ihrem Leben von Karies betroffen. Darunter versteht man eine bakteriell bedingte Zerstörung der Zahnsubstanz, die im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen verursachen muss. Seinen Ausgang nimmt Karies von Zahnbelägen, die einen idealen Nährboden für „schlechte“ Bakterien darstellen. Karies-Bakterien lieben Zucker und wandeln ihn in Säuren um, die dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entziehen. So wird die Zahnsubstanz nach und nach zerstört, es bildet sich das landläufig bekannte „Loch im Zahn“.

Bevorzugt entsteht Karies an schwer zugänglichen Stellen wie Vertiefungen und Rillen (Fissuren) oder im Bereich der Zahnzwischenräume. Auch die Milchzähne von Kindern sind besonders gefährdet, weil ihr Zahnschmelz weniger robust ist. Karies zählt daher zu den häufigsten Zahnerkrankungen bei Kindern.

2. Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Beim Zähneputzen verfärbt sich die Zahnpasta oft rosa? Häufiges Zahnfleischbluten ist ein Warnzeichen, das auf eine Zahnfleischentzündung hindeuten kann. Verantwortlich dafür sind Bakterien, die sich gerne unter Zahnstein, am Zahnfleischrand oder in Zahnfleischtaschen ansiedeln und sich dort von Nahrungsresten und abgestorbenen Zellen ernähren. Ihre Stoffwechselprodukte lösen Abwehr- und Entzündungsreaktionen im Bereich des Zahnfleisches aus. Dabei entstehen unter anderem Stoffe, die das eigene Gewebe schädigen. Schreitet die Entzündung voran, dann zieht sich das Zahnfleisch oft zurück, wodurch die Bakterien tiefer in den Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch vorrücken können.

3. Zahnbettentzündung (Parodontitis)

Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung geht früher oder später in eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) über, eine der häufigsten Zahnerkrankungen im Erwachsenenalter. Im Krankheitsverlauf werden auch die feinen Haltefasern geschädigt, die Zahnfleisch, Zahn und Kieferknochen miteinander verbinden. Das hat fatale Folgen: Der Zahn verliert seinen festen Halt, wird zunehmend locker und kann schließlich ausfallen, selbst wenn er an sich gesund ist.

4. Zahnmarkentzündung (Pulpitis)

Werden Karies-Erreger nicht rechtzeitig gestoppt, können sie sich bis in das innere Zahnmark (Pulpa) vorarbeiten. Dort treffen sie im buchstäblichen Sinn den Nerv des Zahns: Eine Zahnmarkentzündung zählt zu den schmerzhaftesten Zahnerkrankungen überhaupt und treibt selbst Zahnarztmuffel in kürzester Zeit in die Zahnarztpraxis. Hört der Schmerz irgendwann „von selbst“ auf, kann das ein Hinweis sein, dass das Zahnmark abgestorben ist.

5. Zahnwurzelentzündung (apikale Parodontitis)

Aus einer unbehandelten Karies oder Pulpitis kann sich eine Zahnwurzelentzündung entwickeln. Dabei breiten sich Bakterien in den feinen Zahnwurzelkanälen aus und führen zu einer sehr schmerzhaften Entzündung im Bereich der Wurzelspitzen. Von dort aus können die Erreger schließlich weiter in den Kieferknochen gelangen.

6. Kieferzysten

Kieferzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Kieferknochen, die langsam wachsen und anfangs oft kaum Beschwerden machen. Häufig entstehen sie als Folge von Entzündungen, etwa im Bereich der Zahnwurzeln. In manchen Fällen handelt es sich einfach um Fehlentwicklungen, die keine infektiösen Ursachen haben. Werden solche Zysten zu groß, können sie Schmerzen hervorrufen und den Kieferknochen von innen regelrecht aushöhlen.

7. Zahngranulome

Unter Zahngranulomen versteht man linsengroße, abgekapselte Knötchen im Kiefer- oder Zahnwurzelbereich, die mit Entzündungszellen gefüllt sind. Sie entwickeln sich häufig infolge von Zahnkrankheiten wie Karies oder Parodontitis und machen sich durch Schmerzen und Blutungen bemerkbar.

8. Schmerzempfindliche Zahnhälse

Schmerzempfindliche Zähne sind ein weit verbreitetes und sehr unangenehmes Problem: Süßes, Saures, Heißes oder Kaltes löst bei Betroffenen einen plötzlichen, intensiven Schmerz aus, was häufig die Freude am Essen nimmt. Schuld sind oft freiliegende Zahnhälse, die auf Zahnerkrankungen wie Parodontitis zurückgehen. Weil die Zahnhälse über keine schützende Schmelzschicht verfügen, können Reize dann ungehindert die Nerven im Zahn erreichen.

9. Zähneknirschen (Bruxismus)

Wer zu häufig „die Zähne zusammenbeißt“, bezahlt das oft durch irreversible Schäden an den Zähnen. Die Rede ist von nächtlichem Zähneknirschen, das Betroffene leider nicht bewusst steuern können. Oft wird dadurch der Zahnschmelz regelrecht abgeschliffen, was Zahnerkrankungen wie Karies Vorschub leisten kann.

10. Mundgeruch

Mundgeruch zählt zwar nicht zu den eigentlichen Zahnkrankheiten, kann aber eine Folge davon sein: Entzündungsherde im Mund machen sich oft auch durch unangenehme Gerüche bemerkbar. Manchmal liegt die Ursache auch in einer schlechten Mundhygiene oder einem zu trockenen Mund.

Zahnerkrankungen vorbeugen: Das können Sie tun

Ob man anfällig für Zahnkrankheiten ist oder von ihnen weitgehend verschont bleibt, hat zwar auch mit erblicher Veranlagung zu tun. Trotzdem haben Sie Ihre Zahngesundheit zu einem gewichtigen Anteil selbst in der Hand!

Folgendes können Sie tun, um Karies, Parodontitis & Co vorzubeugen:

  • Zahngesunde Ernährung: Süßes oder Saures – beides ist leider schlecht für die Zähne. Ernähren Sie sich daher möglichst zuckerarm und warten Sie eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen, nachdem Sie säurehaltige Früchte gegessen haben.
  • Korrekte Mundhygiene: Eine gründliche, regelmäßige Zahnpflege ist das Um und Auf, um Zahnerkrankungen vorzubeugen. Dabei auch auf die Zahnzwischenräume und die Reinigung der Zunge nicht vergessen!
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt: Die meisten Zahnkrankheiten sind im Anfangsstadium gut behandelbar. Schreiten Sie unbemerkt voran, dann verursachen sie häufig irreversible Schäden an den Zähnen oder ziehen unangenehme Folgeerkrankungen nach sich. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt so wichtig – auch wenn Sie gerade keine akuten Beschwerden haben.
  • Professionelle Zahnreinigung: Selbst bei einer guten Mundhygiene bilden sich an schwer zugänglichen Stellen gerne feste Beläge, gegen die Sie mit Zahnbürste und Zahnseide machtlos sind. Um diesen Belägen und den darin lebenden Bakterien Herr zu werden, sollten Sie Ihren Zähnen regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung gönnen.
  • Bei Beschwerden sofort zum Zahnarzt: Auch wenn Zahnarztbesuche selten ein Vergnügen sind – warten Sie trotzdem nicht zu, wenn Sie bemerken, dass mit den Zähnen etwas nicht stimmt. Je früher Zahnerkrankungen behandelt werden, desto eher lassen sich die entstandenen Schäden in Grenzen halten.

 

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Feste Zähne sofort © shutterstock / George Rudy

Feste Zähne sofort – für immer mehr Patienten die beste Wahl

Unsere Zähne sind ein Wunderwerk der Natur – doch leider sind sie nicht für die Ewigkeit gemacht. Wer die eigenen Beißerchen verliert, wünscht sich meist nur eines: Feste Zähne, um sofort wieder unbeschwert lachen und zubeißen zu können! Mit Zahnimplantaten können wir diesen Wunsch heute zahlreichen Patienten erfüllen. Erfahren Sie, warum selbst Vorerkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes heute kein Hindernis mehr sein müssen!

Feste Zähne sofort statt wackeligem Klappergebiss

Zahnimplantate sind heute eine überzeugende Alternative zu herkömmlichen Zahnersatz-Lösungen – wie etwa herausnehmbaren Zahnprothesen, mit denen sich viele unserer Patienten nicht mehr abfinden wollen. Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei Zahnimplantaten um „künstliche Zahnwurzeln“, die in den Kieferknochen eingesetzt werden und mit diesem fest verwachsen. An ihnen wird anschließend der eigentliche Zahnersatz verankert, also Zahnkronen, Brücken oder festsitzende Prothesen.

In unserer Praxis arbeiten wir mit der bewährten Sofortimplantations-Methode „SKY fast & fixed“. Wie der Name schon erahnen lässt, erlaubt es diese Methode, feste Zähne sofort – also in einem Arbeitsschritt – an den eingesetzten Implantatschrauben zu verankern.

Implantate haben für den Patienten einen großen Vorteil: Sie kommen dem Naturzustand des Gebisses sehr nahe, fühlen sich also ähnlich an und sehen ebenso aus wie eigene feste Zähne. Niemand bemerkt, dass Sie einen Zahnersatz tragen, und Sie brauchen nicht zu befürchten, dass die Prothese beim Sprechen oder Essen herausfällt! Auch Haftcreme, störende Gaumenplatten oder unangenehme Druckstellen im Mund gehören mit Zahnimplantaten definitiv der Vergangenheit an.

Feste Zähne sofort – für zahlreiche Patienten die beste Lösung

Zahnimplantate eignen sich grundsätzlich nur für Patienten über 18, bei denen das Knochenwachstum abgeschlossen ist. Ob nur ein Zahn fehlt oder der Patient bereits komplett zahnlos ist, spielt keine Rolle: Extremsportler, denen bei einem Unfall ein Frontzahn ausgeschlagen wurde, profitieren von Implantaten ebenso wie Patienten im besten Alter, die zwar keine eigenen Zähne, aber noch jede Menge Biss und Lebensfreude haben.

Gegenüber herkömmlichen Kronen und Brücken haben Zahnimplantate den großen Vorteil, dass bestehende Zähne nicht als „Brückenpfeiler“ herhalten und damit beschliffen werden müssen. Die gesunde Zahnsubstanz wird also geschont. Im zahnlosen Kiefer wiederum sorgen die Implantatschrauben dafür, dass sich der Kieferknochen nicht abbaut. Denn der beständige Druck auf den Knochen signalisiert dem Körper, dass die Knochensubstanz noch gebraucht wird. Die „Feste Zähne sofort“-Methode ist also nicht nur komfortabel für den Patienten, sondern hat auch aus medizinischer Sicht einige Vorteile!

Für wen sind Zahnimplantate nicht geeignet?

Doch leider können wir nicht alle Patienten uneingeschränkt mit Zahnimplantaten versorgen. Die wichtigsten Ausschlussgründe sind:

  • akute (unbehandelte) Zahnerkrankungen wie Parodontitis
  • schwere Allgemeinerkrankungen, etwa wenn Sie innerhalb der letzten Monate einen Herzinfarkt hatten oder unter einem Knochentumor leiden
  • eine nicht ausreichend eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • schwere Wundheilungs- oder Blutgerinnungsstörungen
  • Erkrankungen, bei denen Sie bestimmte Medikamente (vor allem Cortison oder Biphosphonate) dauerhaft und in hoher Dosierung einnehmen müssen

Ein höheres Alter ist dagegen kein Ausschlussgrund. Wenn Ihr allgemeiner Gesundheitszustand gut ist, spricht auch nach dem 80. Lebensjahr nichts gegen Zahnimplantate!

Gehöre ich einer Risikogruppe an?

In bestimmten Fällen muss der Zahnarzt die Vorteile und Risiken einer Implantat-Behandlung sorgfältig gegeneinander abwägen. Wenn Sie einer sogenannten Risikogruppe angehören, sind „feste Zähne sofort“ nicht von vornherein ausgeschlossen – Sie sollten sich aber unbedingt in die Hände eines erfahrenen Spezialisten begeben! Durch modernste diagnostische Verfahren und neuartige Behandlungstechniken können wir heute viele Risikopatienten mit Implantaten versorgen. Es ist aber wichtig, dass sich Arzt und Patient auf die spezielle Situation einstellen.

Zu den häufigsten Risikogruppen zählen:

  • Patienten mit Parodontitis
  • Osteoporose-Patienten und andere Patienten mit schlechter Knochenqualität
  • Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes
  • Raucher

Feste Zähne sofort bei Parodontitis

Eine akute Parodontitis, also eine Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat, muss vor dem Eingriff unbedingt behandelt werden. Manche Patienten leiden unter einer chronischen Form, haben also trotz Behandlung immer wieder Krankheitsschübe. Die Gefahr ist dann groß, dass sich die Implantate entzünden und möglicherweise verloren gehen. Eine engmaschige Kontrolle ist bei Parodontitis-Patienten besonders wichtig, Ihr Zahnarzt wird Sie also mindestens vierteljährlich in die Praxis bitten.

Feste Zähne sofort bei Osteoporose

Bei einer Osteoporose wird die Knochensubstanz zunehmend schwächer und der Knochen damit porös – das kann ein Problem sein, denn Zahnimplantate brauchen eine stabile Knochenbasis als Fundament. Entscheidend ist aber nicht die allgemeine Knochendichte, sondern die Qualität des Kieferknochens, die der Zahnarzt mithilfe spezieller, computergestützter Röntgen-Aufnahmen ermitteln kann.

In vielen Fällen gelingt es uns heute, auch Osteoporose-Patienten mit Implantaten zu versorgen. Denn die Implantatkörper gibt es in unterschiedlichen Formen und Stärken, darunter sogenannte Mini-Implantate, die auch bei einer reduzierten Knochenbasis in Frage kommen.

Beim Einbohren der Implantatschrauben wird der Zahnarzt besonders behutsam vorgehen und spezielle Techniken einsetzen, wodurch das Knochenmaterial nicht abgetragen, sondern nur nach außen verdrängt wird.

Feste Zähne sofort bei reduziertem Kieferknochen

Zu einem Knochenabbau im Kiefer kommt es häufig auch infolge einer Parodontitis oder nach längeren Phasen der Zahnlosigkeit. Bei Patienten mit einem zu schwachen oder zu schmalen Kieferknochen kann vor dem Einsetzen der „künstlichen Zahnwurzeln“ ein oftmals langwieriger Knochenaufbau nötig sein.

Dank der SKY fast & fixed-Methode können wir dies aber in vielen Fällen vermeiden: Denn durch die spezielle Anordnung der Implantate verteilen sich die biomechanischen Kräfte optimal, das bestehende Knochenangebot wird bestmöglich ausgenutzt.

Feste Zähne sofort bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine Zahnimplantation ist ein kleiner operativer Eingriff, den man aber sehr schonend in lokaler Betäubung vornehmen kann. Prinzipiell spricht daher auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nichts gegen neue feste Zähne, solange Ihr Gesundheitszustand ausreichend stabil und Ihre Grunderkrankungen gut eingestellt sind.

Das gilt auch für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes). Bei erhöhten Blutzuckerwerten heilen Wunden schlechter, die körpereigenen Immunabwehr ist geschwächt. Um Entzündungen oder gar einen Verlust der Implantate zu vermeiden, müssen Ihre Blutzuckerwerte daher gut eingestellt sein und engmaschig überwacht werden.

Feste Zähne sofort bei Rauchern

Auch Nikotin bremst unser Immunsystem aus. Hinzu kommen noch die durch den Zigarettenrauch verursachten Zahnbeläge, die eine ideale Brutstätte für Bakterien darstellen. Raucher sind daher häufiger als Nichtraucher von Komplikationen betroffen, trotzdem ist eine Implantatbehandlung auch bei ihnen nicht von vornherein ausgeschlossen. Wichtig ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis, vor allem aber die penible Mundhygiene im eigenen Badezimmer!

Individuelle Beratung für Risikopatienten

Sie sehen also: Selbst sogenannte Risikopatienten haben heute gut lachen und müssen sich keinesfalls mit Zahnlosigkeit oder klapprigen Prothesen abfinden! Ob wir auch Sie sofort mit festen Zähnen versorgen können, klären wir gerne im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs in unserer Praxis.

 

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Zahnschmerzen im Urlaub © shutterstock / WAYHOME studio

Zahnschmerzen im Urlaub – was tun?

Zahnschmerzen im Urlaub sind ungefähr so verzichtbar wie verloren gegangene Koffer, verpasste Anschlussflüge oder Kakerlaken im Hotelzimmer. Doch leider kommt es immer wieder vor, dass ausgerechnet in der schönsten Zeit des Jahres ein Zahn zu pochen oder zu ziehen beginnt. Was also tun, wenn es Sie erwischt hat? Lesen Sie hier, in welchen Fällen Sie Zahnschmerzen im Urlaub in Eigenregie behandeln können und wie Sie bei Zahnarztbesuchen im Ausland eine Kostenlawine vermeiden.

So beugen Sie Zahnschmerzen im Urlaub vor

Damit Sie Ihren Urlaub entspannt genießen können, treffen Sie am besten schon vor Ihrer Abreise einige Vorkehrungen. Folgendes können Sie tun, um von Zahnschmerzen im Urlaub möglichst verschont zu bleiben:

  • Falls Sie länger unterwegs sind: Gehen Sie vor Ihrem Urlaub zum Zahnarzt und lassen Sie Ihr Gebiss gründlich durchchecken. Das minimiert das Risiko, dass im Ausland ein Zahn akut wird. Legen Sie den Termin am besten 3 bis 4 Wochen vor die geplante Abreise, damit noch ausreichend Zeit für eine Behandlung bleibt.
  • Besonders wichtig ist ein Check beim Zahnarzt, falls Sie einen Tauchurlaub oder einen Aufenthalt in großer Höhe vorhaben. Denn durch die Luftdruck-Unterschiede könnten Ihnen defekte Zahnfüllungen oder Kronen plötzlich Probleme bereiten. Der Grund sind winzige Lufteinschlüsse in den Füllungen, die sich ausdehnen und höllische Schmerzen verursachen. Im schlimmsten Fall kann auch ein Stück Zahn abplatzen.
  • Verzichten Sie auch im Urlaub nicht auf Ihre tägliche Mundhygiene! Für Zahnbürste, Zahncreme und Zahnseide oder Interdentalbürstchen ist in jeder Reisetasche Platz. Für Notfälle sollten auch frei verkäufliche Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol mit ins Gepäck.

Wann können Sie Zahnschmerzen im Urlaub selbst behandeln?

In einem fremden Land am Zahnarztstuhl zu sitzen und sich womöglich nicht verständigen zu können ist niemals angenehm. In diesen Fällen können Sie die Zeit bis zum Zahnarztbesuch in der Heimat wahrscheinlich überbrücken:

  • Leichte Schmerzen: Falls es nur leicht pocht oder zieht, lassen sich Zahnschmerzen im Urlaub mit Hausmitteln und ein paar Verhaltenstipps unter Kontrolle halten. Falls Sie in eine warme Region gereist sind, ist es besonders wichtig, dass Sie einen kühlen Ort aufsuchen und direkte Sonne meiden. Bleiben Sie daher im klimatisierten Hotelzimmer oder zumindest im Schatten. Auch auf Alkohol, Zigaretten, heiße Getränke und körperliche Anstrengung sollten Sie jetzt besser verzichten. Schmerzlindernd wirken kühle Umschläge oder Hausmittel wie Gewürznelken, zerkleinerte Zwiebeln oder Salzlösungen.
  • Leichte Schwellungen: Eine geschwollene Backe können Sie mit einem kühl-feuchten Lappen, Kühlakkus, Coolpads oder einer Tüte mit Eiswürfeln behandeln. Wichtig: Immer zusätzlich mit einem Stofftuch umwickeln, damit Sie sich keine Erfrierungen holen. Auch bei Schwellungen sollten Sie Wärme und pralle Sonne besser meiden.
  • Zahnfleischbluten oder Zahnfleischentzündungen: Leichte Zahnfleischentzündungen oder -blutungen können Sie mit frei verkäuflichen Mundspülungen in den Griff bekommen, die den Wirkstoff Chlorhexidin enthalten. Ebenfalls entzündungshemmend wirken Salbei- oder Kamillentee.
  • Lockerer Zahnersatz: Wenn sich Zahnkronen oder Füllungen lockern oder gar herausfallen, kann das im Frontzahnbereich zwar sehr störend sein, es handelt sich aber um keinen unmittelbaren Notfall. Sie können den Zahnersatz mit Prothesen-Haftcreme oder auch mit Zahnpasta notdürftig fixieren. Falls sich trotzdem etwas löst: Passen Sie auf, dass Sie sich nicht verschlucken!

Zahnschmerzen im Urlaub: Wann Sie zum Arzt sollten

In bestimmten Notfällen ist ein Zahnarztbesuch aber auch im Ausland unumgänglich. Nicht länger zögern sollten Sie bei folgenden Problemen:

  • starken oder lang anhaltenden Zahnschmerzen
  • starken Schwellungen
  • wenn Sie zusätzlich Fieber bekommen
  • bei einem ausgeschlagenen Zahn
  • bei starken Blutungen im Mundraum

Tipp: Falls Sie im Ausland zum Zahnarzt müssen, kann Ihnen eine Übersetzungshilfe die Verständigung erheblich erleichtern. Im Internet finden Sie Sprachführer mit zahnmedizinischen Begriffen in verschiedenen Landessprachen, die Sie kostenlos herunterladen können.

Zahnbehandlung im Urlaub: Wer zahlt?

Zahnschmerzen im Urlaub können gleich doppelt weh tun – nämlich dann, wenn Sie direkt vor Ort oder nach Ihrer Rückkehr eine saftige Zahnarztrechnung erwartet! Wie ist das nun mit der Kostenübernahme, wenn Sie im Ausland zum Zahnarzt gehen?

Für gesetzlich Versicherte gilt Folgendes:

  • Ihre Krankenversicherung kommt grundsätzlich für Behandlungen im EU-Ausland sowie in Staaten auf, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Dazu zählen etwa Island, Norwegen, die Schweiz, Tunesien und die Türkei. In diesen Ländern legen Sie beim Arzt einfach Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vor, die normalerweise auf der Rückseite Ihrer elektronischen Gesundheitskarte aufgedruckt ist. Die ausländische Krankenkasse rechnet die Behandlungskosten dann mit Ihrer Krankenversicherung ab. Wichtig: Sie dürfen sich nur von Zahnärzten des öffentlichen Gesundheitssystems behandeln lassen, nicht von Privatärzten.
  • Doch leider gibt es einen Haken: Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt bei Behandlungen im Ausland nur das, worauf auch die vor Ort Versicherten Anspruch haben! Zuzahlungen und Eigenanteile, die in Ihrem Urlaubsland üblich sind, müssen Sie als Tourist also aus eigener Tasche berappen. Bei Zahnschmerzen im Urlaub kann das fatal sein. Denn in Ländern wie Spanien sind Zahnbehandlungen gar nicht Teil des gesetzlichen Leistungsspektrums, Sie bleiben also auf den Kosten sitzen.
  • Zudem funktioniert das Verfahren nicht immer reibungslos: Weil die Abrechnung sehr lang dauern kann, akzeptieren manche ausländische Ärzte die EHIC nicht. Sie bezahlen dann vor Ort in bar, können die Rechnung aber zu Hause bei Ihrer Krankenkasse einreichen, um die Kosten nachträglich erstattet zu bekommen. Vorsicht, viele Kassen verlangen eine auf Deutsch oder zumindest Englisch formulierte Rechnung!
  • Auch in den meisten Nicht-EU-Ländern gehen gesetzlich Versicherte leer aus. Reisen Sie beispielsweise in die USA, nach Thailand oder auf die Malediven, dann müssen Sie eine Zahnbehandlung im Notfall selbst bezahlen. Nur wenn Sie nachweisen können, dass Sie von mehreren privaten Krankenversicherungen abgelehnt wurden, übernimmt Ihre Krankenkasse in Ausnahmefällen die Kosten. Setzen Sie sich dazu vor Urlaubsantritt mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung.

Zahnschmerzen im Urlaub: Privat Versicherte meist besser geschützt

Sie sind privat versichert oder haben eine private Zusatzversicherung abgeschlossen? Dann studieren Sie aufmerksam das Kleingedruckte oder rufen Sie kurz bei der Hotline Ihrer Krankenkasse an, um den Versicherungsschutz in Ihrem Urlaubsland zu klären. Private Versicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für Zahnbehandlungen im EU-Ausland. In Nicht-EU-Staaten greifen sie dagegen nicht immer. Am besten lassen Sie sich Ihren Schutzstatus schriftlich bestätigen.

Reisekrankenversicherung deckt Versorgungslücken ab

Falls der Schutz in Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung lückenhaft ist, lohnt es sich eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Diese Angebote sind in der Regel nicht teuer, verschaffen Ihnen aber die Gewissheit, dass Sie bei Zahnschmerzen im Urlaub nicht auf den Behandlungskosten sitzenbleiben.

Natürlich wünschen wir Ihnen, dass Sie Ihren wohlverdienten Urlaub entspannt und vor allem schmerzfrei genießen können!

 

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