Dicke Backe - Zahnarztbesuch notwendig

Unfall, dicke Backe? Wann ein Zahnarztbesuch notwendig ist!

Der Gedanke an einen Zahnarztbesuch löst bei den wenigsten Menschen Vorfreude aus. Doch spätestens, wenn die Zähne durch bohrende Schmerzen Alarm schlagen, ist ein Zahnarztbesuch notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Wir empfehlen Ihnen, bei welchen Beschwerden Sie nicht länger zögern und sofort einen Termin vereinbaren sollten.

Prophylaxe: Zweimal jährlich zum Zahnarzt ist Pflicht

Vorbeugen ist besser als Restaurieren. Zweimal jährlich sollten Sie daher zur Kontrolle kommen – egal ob Sie zuletzt Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch hatten oder nicht. Denn viele Zahnkrankheiten verursachen im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen. Doch je früher der Zahnarzt eingreift und das Krankheitsgeschehen unterbricht, desto größer sind die Heilungschancen.

Bei bestimmten Patienten können sogar vierteljährliche Kontrolltermine sinnvoll sein, so etwa bei

  • Implantat-Trägern
  • Patienten mit chronischer Parodontitis (Zahnbettentzündung)
  • Patienten mit festen Zahnspangen

Bei welchen Beschwerden sollten Sie sofort zum Zahnarzt?

Auch Kontrollen und eine sorgfältige Zahnhygiene bieten leider keinen absoluten Schutz vor Zahnbeschwerden. Ob Schmerzen, Blutungen oder gelockerter Zahnersatz – bei unerwartet auftretenden Beschwerden kann auch abseits der regulären Kontrolltermine ein Zahnarztbesuch notwendig sein. Wichtig ist es, zwischen folgenden beiden Situationen zu unterscheiden:

  • Zahnnotfälle, bei denen Sie sofort, das heißt innerhalb weniger Stunden einen Arzt aufsuchen sollten
  • akute Beschwerden, bei denen innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig ist

Was sind zahnärztliche Notfälle?

In akuten Notsituation müssen Sie sofort zum Arzt – auch am Wochenende, nachts oder im Urlaub. Außerhalb der normalen Sprechzeiten können Sie sich an zahnärztliche Notdienste wenden. Auch einige Zahnkliniken haben 24 Stunden geöffnet.

Von absoluten Notfällen sprechen wir in folgenden Situationen:

  • Ausgeschlagener oder abgebrochener Zahn: Durch Unfälle, Stöße oder Schläge ins Gesicht können Zähne oder Teile davon ausgeschlagen werden. Nehmen Sie unbedingt den ausgeschlagenen Zahn mit zum Zahn-Notdienst – am besten in einer speziellen Zahnrettungsbox, notfalls in einem Behälter mit Milch oder unter der Zunge. Mit größeren Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich wenden Sie sich besser gleich an die Unfallabteilung oder die mund- und kieferchirurgische Abteilung einer Klinik.
  • Starke Blutungen: Falls ein Unfall die Blutung verursacht hat, sollten Sie sofort zum zahnärztlichen Notdienst. Nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen sind leichte Nachblutungen normal. Häufig beginnen sie nach zwei bis vier Stunden, wenn sich die gefäßverengenden Zusatzstoffe aus dem Betäubungsmittel abbauen. Wenn es stark blutet, können Sie versuchen, die Blutung durch Kompression (Druck) zu stoppen. Verwenden Sie dazu ein sauberes Stofftuch oder besser noch eine sterile Mullbinde. Lässt sich die Blutung nicht innerhalb von ca. 30 Minuten stillen, sollten Sie zum Arzt. Beginnt eine Wunde mehr als 12 Stunden nach dem Eingriff erneut zu bluten, kann das auf eine Wundheilungsstörung hindeuten. Auch in diesem Fall ist in Zahnarztbesuch notwendig.
  • Starke Zahnschmerzen mit Fieber oder Übelkeit: Oft liegt eine akute bakterielle Infektion zugrunde, die auch auf andere Körperbereiche übergreifen kann!
  • Schwellungen, die auch äußerlich sichtbar sind („dicke Backe“): Auch hier ist die Ursache oft eine akute Infektion, die einen umgehenden Zahnarztbesuch notwendig macht.

Bei welchen akuten Beschwerden ist ein Zahnarztbesuch notwendig?

In den meisten Fällen stellen akute Zahnbeschwerden keine unmittelbaren Notfälle dar, selbst wenn sie höchst unangenehm sind. In den folgenden Situationen ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig, um die Ursache abzuklären und wenn nötig eine Behandlung in die Wege zu leiten.

  • Andauernde oder wiederkehrende Zahnschmerzen: Schmerzen sind immer ein Warnsignal. Falls ein Zahn Sie anhaltend oder wiederkehrend (besonders nachts) quält, ist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Zahnarztbesuch notwendig. Es kann sich beispielsweise um eine Zahnwurzelentzündung handeln. Treten die Schmerzen nur nach Reizen auf (kalt / heiß / süß / sauer), können auch harmlosere Ursachen dahinter stecken. Lassen Sie sich trotzdem innerhalb einer Woche einen Termin beim Zahnarzt geben, falls die Beschwerden neu aufgetreten sind oder Sie sich stark beeinträchtigt fühlen.
  • Starke Zahnschmerzen, die plötzlich aufhören: Die vermeintliche Besserung kann trügerisch sein! Möglicherweise ist der Zahnnerv entzündet und droht abzusterben. Um den Zahn eventuell noch zu retten, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.
  • Defekter Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen): Versuchen Sie bitte nicht, defekten Zahnersatz selbst zu reparieren! Nur der Zahnarzt bzw. ein zahntechnisches Labor hat die nötigen Spezialwerkzeuge dazu. Damit Sie nicht länger als nötig „zahnlos“ sind, wird man Ihnen umgehend einen Termin geben.
  • Verlorener Zahnersatz oder Zahnfüllungen: Füllungen (Inlays), Kronen oder Brücken fallen manchmal heraus, weil die Befestigungselemente nicht mehr halten. Es kann aber auch eine sich darunter entwickelnde Karies dahinterstecken. Häufig ist der freiliegende Zahn schmerzempfindlich, manchmal entstehen scharfe Kanten. Auch in dieser Situation ist daher ein rascher Zahnarztbesuch notwendig.
  • Druckstelle durch eine Prothese: Gerade bei neuen oder neu unterfütterten Prothesen sind Druckstellen leider nicht immer ganz vermeidbar. Essen und Sprechen wird dann zur Qual. Lassen Sie sich daher möglichst rasch einen Akuttermin beim Zahnarzt geben!
  • Zahnfleischbluten mit Rötung und Schmerzen: Blutet es nur lokal und haben Sie keine weiteren Beschwerden, können harmlose Verletzungen durch Nahrungsbestandteile, Zahnseide etc. die Ursache sein. Heikel sind Blutungen zusammen mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Hier steckt oft eine akute Zahnfleischentzündung dahinter. Um diese zu stoppen, ist möglichst rasch ein Zahnarztbesuch notwendig.

Leider halten sich Akutbeschwerden nicht an ärztliche Sprechzeiten und treten gerne am Wochenende auf. Bei akuten Beschwerden, die keine unmittelbaren Notfälle darstellen, können Sie das Wochenende eventuell mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln überbrücken und zu den normalen Sprechstunden einen Akuttermin bei Ihrem gewohnten Zahnarzt vereinbaren. Falls Sie sich stark beeinträchtigt fühlen, dann zögern Sie aber nicht, einen zahnärztlichen Notdienst oder eine Zahnklinik aufzusuchen.

Wenn die Angst regiert

Viele Betroffene wissen genau, dass eigentlich ein Zahnarztbesuch notwendig wäre – doch sie zögern ihn hinaus. Nicht aus Bequemlichkeit oder Leichtsinn, sondern weil schon der Gedanke an den Zahnarzt sie in Angst und Schrecken versetzt.

Zahnarztangst ist sehr verbreitet und muss Ihnen nicht peinlich sein! Wir können Sie nur ermutigen, den ersten Schritt zu wagen. Teilen Sie am besten bereits der Assistentin am Telefon mit, dass Sie Angstpatient sind. Dann kann sich das Zahnarzt-Team auf Sie einstellen und wird versuchen, so behutsam wie möglich vorzugehen. Akut notwendige Behandlungen lassen sich eventuell auch unter Vollnarkose durchführen.

Durch Abwarten werden die Probleme leider meist schlimmer. Denn je stärker Karies & Co vorangeschritten sind, desto aufwendiger und schwieriger wird die Behandlung. Unter Umständen sind kranke Zähne nicht mehr zu retten, wenn Sie zu lange warten.

Geben Sie sich daher einen Ruck und greifen Sie zum Telefon, wenn Sie akute Beschwerden haben, die einen Zahnarztbesuch notwendig machen!

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Zahnimplantate: Der Königsweg zu neuen Zähnen

Zahnimplantate: Der Königsweg zu neuen Zähnen

Neue Zähne im Erwachsenenalter: Für viele Generationen war das gleichbedeutend mit einer herausnehmbaren Zahnprothese. Heute muss sich zum Glück niemand mehr mit klapprigen „Dritten“ als Zahnersatz abfinden. Festsitzende Zahnimplantate sind von eigenen Zähnen kaum zu unterscheiden und bedeuten für Betroffene einen enormen Gewinn an Lebensqualität. Welche Vorteile Zahnimplantate bieten und für wen sie in Frage kommen.

Neue Zähne: Früher oft ein Leidensweg

Von Vielem muss man sich im Laufe des Lebens trennen. So auch von den eigenen Zähnen: Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis können den Zähnen so zusetzen, dass sie früher oder später nicht mehr zu retten sind. Einzelne Zahnlücken lassen sich zwar mit Brücken oder Kronen schließen. Doch nehmen die Schäden im Gebiss Überhand, dann brauchen viele Menschen ab der Lebensmitte neue Zähne.

Herausnehmbare Zahnprothesen, die klassischen „Dritten“, sind für viele unserer Patienten eine Horrorvorstellung. Wer mitten im Leben steht, legt seine Zähne abends ungerne ins Wasserglas, um sie am nächsten Morgen mit Haftcreme im Mund zu befestigen. Lästig kann auch eine Gaumenplatte sein, weil sie den Geschmack beeinträchtigt. Eine Zahnprothese ist und bleibt ein Fremdkörper, der nicht selten Druckstellen verursacht oder kein festes Zubeißen mehr erlaubt.

Zahnimplantate: Ein Meilenstein der Dentalmedizin

Als in den 1970er-Jahren die ersten festsitzenden Zahnimplantate als Ersatz für eigene Zähne gesetzt wurden, bedeutete das für Zahnärzte und ihre Patienten eine echte Zeitenwende. Implantate sind nichts anderes als künstliche Zahnwurzeln, die ähnlich wie ein Dübel im Kiefer des Patienten verschraubt werden und mit diesem fest verwachsen. Über ein Verbindungsstück befestigt der Zahnarzt daran den eigentlichen Zahnersatz, beispielsweise eine Keramik-Krone. Der große Vorteil: Die künstlichen neuen Zähne sitzen ebenso fest im Mund wie die eigenen. Der Patient bemerkt im Alltag keine Einschränkungen, er ist niemals zahnlos und kann jederzeit unbeschwert lächeln und zubeißen.

Heute fertigt man die künstlichen Zahnwurzeln in der Regel aus Titan, einem äußerst leichten und langlebigem Werkstoff. Er ist optimal verträglich, Allergien oder Abstoßungsreaktionen sind praktisch nicht bekannt. Der Zahnersatz selbst kann aus Hochleistungs-Kunststoffen oder Keramik bestehen. Letzteres kommt der Natur optisch täuschend nahe – Kunstzähne aus Vollkeramik kann nur der Profi von echten Zähnen unterscheiden.

Zahnimplantate: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

„Aber sind Zahnimplantate nicht langwierig, schmerzhaft und teuer?“ – Eine berechtigte Frage! An allen drei Punkten haben Forscher, Hersteller und Zahnärzte in den letzten Jahrzehnten intensiv gearbeitet. Die Zahnimplantate der neuesten Generation sind den Prototypen aus den 1970ern meilenweit überlegen und bieten wesentlich höheren Komfort und Sicherheit.

Für Sie als Patient bedeutet das:

  • Neue Zähne ohne Wartezeiten: Früher war bei Implantat-Behandlungen eine längere Einheilphase erforderlich, bevor der Patient seine festen Zähne bekam. In der Zwischenzeit musste er sich mit Provisorien wie einer herausnehmbaren Prothese behelfen. Doch die Zahnimplantate der neuesten Generation sind häufig bereits nach dem Einsetzen belastbar. Der Patient erhält noch am gleichen Tag, an dem die „künstlichen Zahnwurzeln“ gesetzt werden, eine festsitzende Zahnreihe. Er ist daher niemals zahnlos.
  • Schmerzarme, schonende Behandlung: Moderne Zahnimplantate sind deutlich kleiner und schlanker als die der früheren Generation, wodurch beim Einsetzen weniger Gewebe verletzt wird. Der Eingriff erfolgt sehr schonend in minimalinvasiver Technik. Dank lokaler Betäubung oder Vollnarkose spüren Sie als Patient davon nichts. Die meisten Patienten können bereits am nächsten Morgen wieder zur Arbeit gehen und benötigen nur in den ersten Tagen nach dem Eingriff ein Schmerzmittel.
  • Kostenersparnisse: Durch standardisierte Herstellungsverfahren sind Zahnimplantate seit ihren Anfangstagen deutlich günstiger geworden. Darüber hinaus erlauben es die neuen Therapie-Konzepte, mehrere Arbeitsschritte zu bündeln – auch das spart Geld. Nicht zuletzt benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau, der bei einer Implantat-Behandlung ein wesentlicher Kostentreiber ist.

Neue Zähne ohne aufwendigen Knochenaufbau

Der Knochenaufbau ist zugleich der Teil der Behandlung, den viele Patienten am unangenehmsten empfinden.

Worum geht es? Damit die „künstlichen Zahnwurzeln“ ausreichend Halt im Kiefer finden, muss genug Knochensubstanz vorhanden sein. Gerade wenn die eigenen Zähne schon seit längerer Zeit fehlen, ist der Kiefer aber oft zu schwach. Denn unser Körper ist ein Minimalist, er baut alle Strukturen ab, die nicht mehr belastet werden. In solchen Fällen muss man häufig erst neue Knochensubstanz aufbauen. Das funktioniert mit körpereigenem Gewebe oder mit künstlichem Knochenmaterial. Der Aufbau-Prozess verlangt Zahnarzt und Patient ein wenig Geduld ab, denn er kann mehrere Monate dauern.

Doch bei neueren Zahnimplantate ist dieser Schritt oft gar nicht erst nötig. Denn bei diesen modernen Systemen sind die Schrauben deutlich zarter, dünner und kürzer als früher üblich. Durch ihr spezielles Design verteilen sich auch die biomechanischen Kräfte besser, wodurch das vorhandene Knochenmaterial optimal genutzt wird. Dadurch benötigen heute immer weniger Patienten einen Knochenaufbau und können sofort neue Zähne erhalten. Das bedeutet nicht nur eine Kosten- und Zeitersparnis, sondern ist auch wesentlich komfortabler.

Neue Zähne dank Zahnimplantate: Für wen eignet sich das?

Grundsätzlich kann jeder Patient, bei dem das Zahnwachstum abgeschlossen ist, Zahnimplantate erhalten. Nur für Kinder eignet sich die Methode nicht. Nach oben hin gibt es grundsätzlich keine Altersgrenze. Solange Ihr Gesundheitszustand für den minimalinvasiven Eingriff stabil genug ist, können Sie auch jenseits des 85. Lebensjahres ohne Weiteres neue Zähne bekommen! Nur unmittelbar nach schweren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt muss man etwas warten.

Es spielt auch keine Rolle, ob Sie einen oder mehrere Zähne verloren haben oder bereits völlig zahnlos sind. Wir setzen Implantate bei jungen Patienten nach Zahnunfällen genauso wie bei Patienten, die durch Zahnkrankheiten nach und nach ihre eigenen Zähne eingebüßt haben.

Sogar sogenannte „Risikopatienten“ haben heute in vielen Fällen gut lachen. Ist die Grunderkrankung gut eingestellt, dann können auch Diabetiker, Menschen mit Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Raucher mit festsitzenden neuen Zähnen versorgt werden. Dabei ist oft ein enger Austausch zwischen Zahnarzt und Hausarzt nötig, um das individuelle Risiko richtig einzuschätzen.

Nur akute Zahnerkrankungen wie eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) muss man unbedingt behandeln, bevor ein Patient Zahnimplantate erhält. Sonst kann es zu gefährlichen Entzündungen kommen.

Neue Zähne nur vom Spezialisten setzen lassen

Damit eine Zahnimplantation komplikationslos verläuft, sollte der Zahnarzt unbedingt etwas von seinem Handwerk verstehen. Achten Sie darauf, dass der Arzt auf den Bereich Implantologie spezialisiert ist und regelmäßige Weiterbildungen nachweisen kann! Denn gerade auf dem Gebiet der Implantologie werden Jahr für Jahr rasante Fortschritte erzielt.

Der Zahnarzt sollte Ihnen außerdem eine ausführliche Implantat-Beratung, welche aber in der Regel keine Kassenleistung darstellt, anbieten ohne Sie sofort zu einer Behandlung zu drängen. Falls Sie kein gutes Gefühl haben, dann holen Sie unbedingt eine Zweitmeinung ein!


Zahnfüllung © Fabio Balbi/shutterstock.com

Zahnfüllungen bei Karies – welche Möglichkeiten gibt es?

Die wahrscheinlich älteste Zahnfüllung der Welt haben Forscher bei einem archäologischen Fund in Norditalien entdeckt: eine Mischung aus Erdharz, Pflanzenfasern und menschlichen Haaren. Damit hat ein „Steinzeit-Zahnarzt“ vor rund 13.000 Jahren kariesdurchlöcherte Zähne verschlossen. Heute steht uns zum Glück ein ganzes Arsenal modernster Materialien zur Verfügung. Lesen Sie hier, welche Arten von Zahnfüllungen es gibt und wie der Zahnarzt für jeden Patienten die passende Lösung findet.

Wann braucht man eine Zahnfüllung?

Mit einer Zahnfüllung kann der Zahnarzt „Löcher“ im Zahn versiegeln oder andere Defekte an der Zahnsubstanz beheben. Das ist wichtig, um weiteren Schäden vorzubeugen und die normale Kaufunktion sicherzustellen. Umgangssprachlich nennt man Zahnfüllungen auch Plomben. Für eine Füllungstherapie muss noch ausreichend gesunde Zahnsubstanz vorhanden sein. Sind große Bereiche des Zahnes zerstört, wird der Zahnarzt eher eine Krone anbringen.

Verantwortlich für die zu behandelnden Zahn-Defekte ist in den meisten Fällen Karies. Haben Karies-Bakterien ein Loch in den Zahn gefressen, dann muss der Zahnarzt die befallene Stelle zunächst akribisch sauber bohren. Erst wenn das erkrankte Zahnmaterial restlos entfernt ist, wird das entstandene Loch mit einer Zahnfüllung verschlossen.

Zahnfüllungen: Welche Arten gibt es?

Grundsätzlich hat der Zahnarzt bei Zahnfüllungen zwei Möglichkeiten: Er kann weiche, formbare Füllmaterialien in das Loch einbringen, die erst danach aushärten – man spricht auch von plastischen Füllungen. Oder er fertigt eine feste Füllung im Labor an und passt sie anschließend in den Zahn ein. Das sind die sogenannten Einlagefüllungen oder Inlays.

Plastische Füllungen sind kostengünstiger und haben den Vorteil, dass weniger Zahnsubstanz abgetragen werden muss. Sie können sich aber mit der Zeit abnutzen und kaputt gehen oder herausfallen. Einlagefüllungen sind aufwendiger und teurer in der Herstellung, dafür aber meist länger haltbar.

Plastische Füllmaterialien

Amalgam: Der kostengünstige Klassiker

Amalgam zählt zu den ältesten zahnärztlichen Werkstoffen. Es handelt sich um eine Mischung aus den Metallen Silber, Quecksilber, Kupfer und Zinn. Amalgam lässt sich im weichen Zustand unkompliziert verarbeiten. Einmal ausgehärtet, ist es robust und langlebig und daher auch für größere Defekte an den Kauflächen geeignet. Die silber-schwarze Farbe wirkt allerdings nicht sehr ästhetisch. Weil Amalgam kostengünstig ist, zählt es in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Regelversorgung für Backenzähne.

Viele Patienten sorgen sich wegen des enthaltenen Quecksilbers. Eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgam-Zahnfüllungen konnte bis jetzt zwar nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Trotzdem hat die Europäische Union die Verwendung von Amalgam nun per Verordnung eingeschränkt. Seit Juli 2018 sollen Amalgam-Füllungen bei Kindern, schwangeren und stillenden Patientinnen vorsichtshalber nicht mehr verwendet werden.

Komposit: Die diskrete Lösung

Komposit-Füllungen sind besser bekannt als Kunststoff-Füllungen. Dabei bestehen sie nur zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff, 80 Prozent des Materials machen feinst vermahlene Quarz- und Glaspartikel aus. Sie bewirken, dass Komposit-Füllungen im ausgehärteten Zustand vergleichsweise formstabil und langlebig sind. Ihr großer Vorteil ist, dass sie zahnfarben und damit wesentlich diskreter als Amalgam-Füllungen sind. Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt Komposit-Füllungen für Behandlungen im Frontzahnbereich.

Bei kleinen Defekten kann der Zahnarzt das weiche Füllmaterial in nur einem Arbeitsschritt in den Zahn einbringen und anschließend mit einem speziellen Licht behandeln, damit es aushärtet. Bei etwas größeren Defekten wendet er das sogenannte Mehrschichtverfahren an. Dabei trägt er Schritt für Schritt mehrere dünne Schichten des Füllmaterials auf, die nacheinander fest werden müssen. Das soll verhindern, dass das Material beim Aushärten schrumpft und zwischen Zahn und Zahnfüllung ein kleiner Spalt entsteht, in dem sich später wieder Karies bilden könnte.

Glasionomer-Zement: Das Provisorium

Glasionomer-Zement wurde speziell für zahnärztliche Behandlungen entwickelt. Es enthält Fluorid, welches nach und nach aus der Zahnfüllung freigesetzt wird. Das schützt vor einer neuerlichen Karies-Entwicklung an den Füllungsrändern.

Zementfüllungen brechen allerdings leicht und sind daher nicht als Dauerlösung gedacht. Der Zahnarzt verwendet sie hauptsächlich als Übergangslösung für Patienten, die eine Einlagefüllung bekommen sollen, oder bei Kindern im Milchgebiss.

Einlagefüllungen (Inlays)

Gold: Unübertroffen in Sachen Haltbarkeit

Zahnfüllungen aus Gold sind jahrzehntelang haltbar und sehr gut verträglich, Allergien gegen das Edelmetall sind nicht bekannt. Das Material lässt sich gut verarbeiten und schmiegt sich lückenlos an die Zahnoberfläche an, was wichtig ist, damit sich in der Randspalte nicht neuerlich Karies bildet. Der Zahnarzt setzt die Goldfüllung übrigens nicht in einem Stück ein, sondern trägt Schicht um Schicht eine hauchdünne Goldfolie auf.

Trotz seiner ausgezeichneten Materialeigenschaften kommt Gold als Zahnfüllung eher selten zum Einsatz. Der Grund dafür ist neben dem stolzen Preis vor allem die unübersehbar metallische Farbe.

Keramik: Für höchste ästhetische Ansprüche

Der Rolls Royce unter den Füllmaterialien ist derzeit Keramik. Das Material besticht durch sein absolut natürliches Aussehen, man kann es farblich exakt an die Zähne des Patienten anpassen. Keramik eignet sich daher auch für Füllungen im Frontzahnbereich. Darüber hinaus sind Keramik-Inlays bestens bioverträglich, beeinträchtigen den Geschmackssinn nicht und leiten Temperaturreize nicht an den Zahnnerv weiter.

Allerdings ist die Herstellung eines Keramik-Inlays relativ aufwendig, was sich auch im Preis niederschlägt. Die Behandlung erfordert normalerweise zwei Termine. Beim ersten Termin nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und verschließt das Loch mit einer provisorischen Füllung. Der Abdruck dient anschließend als Vorlage für den Zahntechniker, der die Zahnfüllung im Labor in einem aufwendigen Verfahren anfertigt. Beim zweiten Termin setzt der Zahnarzt die Keramikfüllung ein und passt sie gegebenenfalls noch an.

Dank neuester Digitaltechnik ist es seit einiger Zeit möglich, Keramikfüllungen zeitsparend in nur einem Behandlungstermin einzusetzen. Dabei nimmt eine computergestützte Messkamera einen „digitalen Abdruck“ des Zahnes und leitet die Daten an ein Computerprogramm weiter. Der Computer berechnet die exakte Form der Zahnfüllung, anschließend wird das Inlay vollautomatisch aus einem Keramikblock herausgefräst.

Welche Zahnfüllung für welchen Zweck?

Welches Füllmaterial das beste ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, denn das hängt vor allem vom Einsatzzweck ab:

  • Bei größeren Defekten im Backenzahnbereich muss das Füllmaterial besonders stabil und belastbar sein, damit es den hohen Kaukräften standhält. Geeignet sind in erster Linie Amalgam-Füllungen und Einlagefüllungen aus Gold oder Keramik.
  • Für kleinere Defekte im Backenzahnbereich kann der Zahnarzt auch die im Vergleich etwas weniger robusten Komposit-Füllungen verwenden.
  • Im Frontzahnbereich muss eine Zahnfüllung neben medizinischen vor allem ästhetische Ansprüche erfüllen. Gut geeignet sind Komposit-Füllungen sowie Füllungen aus Keramik oder Glasionomer-Zement.Die Haltbarkeit einer Zahnfüllung hängt übrigens auch von der Pflege ab. Penible Zahnhygiene ist der beste Schutz davor, dass die Plombe schon nach wenigen Jahren herausfällt oder ausgetauscht werden muss.

Die Haltbarkeit einer Zahnfüllung hängt übrigens auch von der Pflege ab. Penible Zahnhygiene ist der beste Schutz davor, dass die Plombe schon nach wenigen Jahren herausfällt oder ausgetauscht werden muss.

 

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Zähne & Gene © 4 PM production/shutterstock.com

Gene und Zähne – welchen Einfluss hat die DNA auf unsere Zahngesundheit?

Bei fast allem, was unsere Gesundheit betrifft, haben sowohl die Gene als auch unsere Lebensgewohnheiten ihre Finger im Spiel. Aber wie verhält sich das genau bei unseren Zähnen? Sind Karies, Parodontitis & Co erblich bedingt oder eher eine Folge schlechter Mundhygiene? Lesen Sie hier, was die Wissenschaft zum Thema „Gene und Zähne“ zu sagen hat.

Schlechte Zähne: Sind die Gene schuld?

Ob Haar- und Augenfarbe, Statur oder individuelle Gesichtszüge: Zwischen Kindern und ihren Eltern gibt es viele offensichtliche Ähnlichkeiten. Auch Zahnkrankheiten wie Karies scheinen manchmal in der Familie zu liegen. Sind Löcher in den Beißerchen also unvermeidlich, wenn schon Eltern und Großeltern „schlechte Zähne“ hatten? Oder anders gesagt: Sind ungünstige Erbanlagen in unserer DNA an den Zahnproblemen schuld?

Auch Lebensstil wird „vererbt“

Ganz so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Denn „vererbt“ werden ja nicht nur die Gene, sondern auch unsere Lebensgewohnheiten. Das gilt vor allem für die Zeit der Kindheit. Wenn Eltern bei ihrer eigenen Mundhygiene nachlässig sind, wird es auch der Nachwuchs nicht so genau mit dem Zähneputzen nehmen. Und auch eine „zuckersüße“ Ernährung hat oft Familientradition – mit entsprechenden Folgen für die Zahngesundheit.

Die entscheidende Frage ist, welcher Faktor größere Bedeutung hat: die Gene oder der Lebensstil? Dabei macht es natürlich einen Unterschied, von welchen Zahnproblemen wir sprechen.

Schiefe Zähne: Meist eine Sache der Gene

Zahnfehlstellungen gehen grundsätzlich auf das Konto unserer Gene. Denn unsere Erbanlagen bestimmen über die individuelle Kieferform und darüber, in welcher Position zueinander sich die Zähne entwickeln. Auf diese Anlagen haben wir leider keinen Einfluss.

Zahnfehlstellungen können nicht nur optisch störend sein, sondern auch zu verschiedenen Folgeproblemen führen: Beispielsweise entsteht leichter Karies, wenn sich Zähne aufgrund ihrer Position schlecht putzen lassen. Auch Probleme mit den Weisheitszähnen sind bei bestimmten Kieferformen oft vorprogrammiert.

Diese Folgeprobleme lassen sich im Unterschied zu den Erbanlagen aber beeinflussen. Wichtig ist es, Zahnfehlstellungen rechtzeitig festzustellen und gegebenenfalls zu korrigieren. Einfacher ist das meist im Kindesalter, aber auch bei Erwachsenen ist es für eine Zahn- oder Kieferkorrektur nie zu spät.

Platzprobleme im Kiefer sind übrigens bei Europäern besonders verbreitet, weil der Gaumenbogen vergleichsweise schmal ist und die Zähne im Vergleich dazu groß. Dadurch geraten sie häufig auf „Kollisionskurs“ zueinander.

Karies: Genetisches Risiko ist beherrschbar

Karies ist grundsätzlich eine Infektionskrankheit. Schuld sind bestimmte Bakterien, die Zucker in schädliche Säuren umwandeln. Diese schädigen den Zahnschmelz und fressen so Löcher in den Zahn. Aus diesem Grund predigen Zahnärzte seit jeher, sich bei Süßigkeiten zurückzuhalten und zwei mal täglich gründlich die Zähne zu putzen. Unfair, aber leider eine Tatsache: Manche Patienten halten sich an diese Empfehlungen und benutzen sogar Zahnseide – trotzdem muss der Zahnarzt regelmäßig zum Bohrer greifen.

Forscher der Universität Zürich haben kürzlich einen möglichen Grund dafür entdeckt: Wie gut unser Zahnschmelz den Karies-Erregern Paroli bieten kann, hängt von seiner Härte und Zusammensetzung ab – und die wiederum wird offenbar durch genetische Faktoren gesteuert.

Das Forscherteam arbeitete mit Mäusen, die eine Mutation in einem bestimmten Genbereich aufwiesen, der für die Entwicklung des Zahnschmelzes verantwortlich ist. Es stellte sich heraus, dass Mäuse mit dieser Mutation einen deutlich weniger widerstandsfähigen Zahnschmelz hatten als ihre Artgenossen ohne diese Mutation.

Ähnliche Gendefekte könnten auch beim Menschen eine Rolle bei der Kariesentstehung spielen. Denn durch den weicheren Zahnschmelz haben Bakterien leichtes Spiel. Unbestritten ist aber, dass die Keime und nicht der Gendefekt selbst die Karies auslösen! Das bedeutet, dass eine gründliche Mundhygiene und andere Vorsorge-Maßnahmen umso wichtiger sind, je höher das erbliche Risiko ist. Die Gene sind zwar mit verantwortlich, müssen aber nicht notwendig zu Karies führen.

Parodontitis: Schwere Formen oft erblich

Ähnlich wie Karies wird auch eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) durch Bakterien ausgelöst. Betroffen sind aber nicht die Zähne selbst, sondern das Zahnfleisch, die Zahnhaltefasern und im fortgeschrittenen Krankheitsstadium der Kieferknochen.

Wir wissen bereits seit Längerem, dass bestimmte Gen-Variationen die Häufigkeit und den Verlauf einer Parodontitis beeinflussen können. Entscheidend ist ein Genkomplex, der für die Bildung von sogenannten Interleukinen verantwortlich ist. Das sind Botenstoffe, die an der Immunabwehr beteiligt sind.

Bei etwa einem Drittel der europäischen Bevölkerung reagiert das Immunsystem auf eine bakterielle Infektion mit einer überschießenden Produktion von Interleukinen. Was eigentlich als sinnvolle Abwehrreaktion gegen Erreger gedacht ist, richtet im Übermaß leider Schäden an: Es kommt zu einer verstärkten Entzündungsreaktion und in der Folge zu einer Zerstörung körpereigenen Gewebes.

Wer diese genetische Veranlagung trägt, hat ein höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Oft ist auch die Ausprägung schwerer und die Krankheit schreitet rascher fort als bei genetisch nicht vorbelasteten Patienten. Besonders dramatisch ist es, wenn noch andere Risikofaktoren hinzukommen: Wer beispielsweise zusätzlich raucht oder unter einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leidet, bei dem steigt das Parodontitis-Risiko nahezu exponentiell an.

Mittlerweile gibt es Interleukin-Gentests, mit denen man feststellen kann, ob man einer genetischen Risikogruppe angehört. In diesem Fall sind engmaschige Kontrollen beim Zahnarzt und eine besonders sorgsame Mundhygiene enorm wichtig.

Schwere Erbkrankheiten sind selten

Echte Erbkrankheiten, die zwangsläufig zu Zahnschäden führen, sind zum Glück selten. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Amelogenesis imperfecta, bei der die Bildung des Zahnschmelzes gestört ist. Betroffene leiden unter Zahnverfärbungen, schwerer Karies und Zahnverlust, selbst wenn sie ihre Zähne gut pflegen. Die Krankheit kommt je nach Bevölkerungsgruppe bei 1 von 2.000 bis 1 von 20.000 Menschen vor.

Bei manchen Erbkrankheiten sind schlechte Zähne nur ein Teil eines komplexen Beschwerdebildes. Beispielsweise leiden Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) oft schon im Kindesalter unter einer besonders aggressiven Form der Parodontitis, die schwer behandelbar ist und oft zu Zahnverlust führt.

Für Risikogruppen sind vorbeugende Maßnahmen wichtig

Wenn sich in einer Familie schwere Zahnkrankheiten häufen und das sogar über mehrere Generationen hinweg, kann es sinnvoll sein, sich an einen auf Genetik spezialisierten Zahnarzt zu wenden. Es werden laufend neue Gene entdeckt, die für spezielle Zahnprobleme mit verantwortlich sein können. Für Betroffene ist eine engmaschige Betreuung wichtig, um die Schäden in Grenzen zu halten.

Bei den meisten Menschen haben die Gene zum Glück keinen derart schwerwiegenden Einfluss. Entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen Erbanlagen und Faktoren wie Ernährung und Mundhygiene. Das heißt, selbst wenn man einer genetischen Risikogruppe angehört, sind schlechte Zähne kein unvermeidbares Schicksal!

 

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Zahnschmerzen mit sanften Methoden bekämpfen © fotolia / Viacheslav Iakobchuk

Zahnschmerzen mit sanften Methoden effektiv bekämpfen

Ein pochendes oder ziehendes Gefühl am Zahn, Druck auf dem Kiefer, in manchen Fällen einhergehend mit Kopfschmerzen: Fast jeder hat das schon mindestens einmal erlebt und kennt das Gefühl von Zahnschmerzen. Die Stärke variiert dabei je nach Ursache und subjektiver Schmerzempfindlichkeit. Häufig sind Zahnschmerzen das einzig erkennbare Symptom für eine zahnmedizinische Erkrankung wie z.B. Karies und deshalb sollten sie unbedingt ernst genommen werden. Hält der Schmerz länger als ein bis zwei Tage an, ist ein Besuch beim Zahnarzt unausweichlich, da nur er die richtige Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie durchführen kann. Bis dahin gibt es aber verschiedene Methoden, die Zahnschmerzen mit sanften Methoden zu lindern.

Zahnschmerzen richtig einordnen

Wenn Sie aufgrund von Zahnschmerzen Ihren Zahnarzt besuchen, wird dieser Ihnen zu Beginn der Behandlung einige Fragen stellen. Diese helfen ihm, den Schmerz einzuordnen und mögliche Ursachen zu identifizieren. Damit Sie selbst Ihre Zahnschmerzen besser einschätzen und beschreiben können und leichter eine Methode zur Schmerzlinderung finden, können Sie die folgenden Fragen für sich selbst vorab schon beantworten:

  • Wann und wo sind die Zahnschmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wie lange dauern einzelne Schmerzattacken?
  • Wodurch wird der Schmerz ausgelöst?
  • Welcher Zahn war als erstes betroffen?
  • Wie beschreiben Sie den Schmerz (dumpfer Druck, klopfend)?
  • Treten die Zahnschmerzen zyklisch auf?

Mittels dieser Fragen können Sie die Auslöser Ihrer Zahnschmerzen, beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel, identifizieren und dadurch als erste Maßnahme zur Schmerzlinderung bis zum Zahnarztbesuch gezielt darauf verzichten. Außerdem geben Ihre Antworten einen Hinweis darauf, um welche Zahnkrankheiten es sich handeln könnte: Zyklisch auftretende Zahnschmerzen könnten auf eine chronische Zahnfleischerkrankung hindeuten, Spontanschmerzen nach dem Essen hingegen sind typisch für Karies.

Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen

Zahnschmerzen werden vor allem durch Erkrankungen an den Zähnen, am Zahnfleisch oder im Kieferbereich ausgelöst. Anhand der Symptome lässt sich dabei gut erkennen, welche Erkrankung vorliegt. Bekommen Sie Zahnschmerzen bei heißen oder kalten Nahrungsmitteln, so liegen vermutlich die Zahnhälse frei. Ursache hierfür könnten genetische Disposition, eine falsche Putztechnik oder Parodontitis sein. Diese Erkrankung führt dazu, dass das Zahnfleisch zurückgeht und die Zähne locker werden.

Karies hingegen löst vor allem beim Verzehr von Süßigkeiten Zahnschmerzen aus. Durch den Zucker tritt ein sogenannter Spontanschmerz auf. Dieser kann auch durch heiße oder kalte Speisen oder saure Lebensmittel ausgelöst werden. Ursache für Zahnschmerzen können außerdem Zahnfleischentzündungen oder eine Überempfindlichkeit der Zähne sein.

Veränderungen im Kiefer als Ursache für Zahnschmerzen

Nicht nur Zahnerkrankungen sind mögliche Ursachen für Zahnschmerzen. Bei Kindern werden während des Zahnens ebenfalls Schmerzen ausgelöst, die in ähnlicher Form erneut auftreten, wenn die Weisheitszähne durchbrechen. Schmerzen können auch dadurch versucht werden, dass Zähne sich verschieben. Wer einmal eine Zahnspange getragen hat, wird sich an diese Erfahrung vermutlich noch erinnern. Aber Zähne können sich aufgrund der ständigen Belastung und Bewegung des Kiefers auch im fortgeschrittenen Alter noch verschieben, insbesondere wenn Sie mit den Zähnen knirschen. Die hohe Belastung des Kiefers beim Zähne knirschen kann auch für sich genommen schon Ursache für Zahnschmerzen sein.

Zahnprothesen oder Zahnimplantate können für den Träger ebenfalls vorerst schmerzhafte Folgen haben, da der Fremdkörper in Kiefer und Umgebungsgewebe einheilen muss. Außerdem können auch Entzündungen in Folge bakterieller Beläge auftreten, selbst wenn das Implantat oder die Prothese sich schon länger im Kiefer befinden.

Bricht ein Stück Zahn ab, wird gelockert, verschoben oder komplett herausgeschlagen, so spricht man von einem Zahnunfall. Neben ästhetischen Beeinträchtigungen sind auch Folgeschmerzen möglich.

Zahnschmerzen trotz gesunder Zähne

Eine Erkältung kann ebenfalls Auslöser für Zahnschmerzen sein. Die gereizten Nerven ziehen vom Kopfbereich bis in die Zähne, was für den Betroffenen schmerzhaft ist. Insbesondere Kopfschmerzen- und Migräneattacken sowie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen führen zu einem dumpfen Ziehen und Drücken im Gebiss. Sind die gesundheitlichen Beschwerden vorbei, sollten auch die Zahnschmerzen wieder abklingen.

Eine weitere Ursache für Zahnschmerzen ist Stress. Betroffene pressen unbewusst die Zähne fest zusammen, wodurch Zahnschmerzen ausgelöst werden. Das Immunsystem des Körpers, also auch im Mund, wird durch Stress geschwächt, weshalb sich Bakterien leichter ausbreiten können. Das kann zu schweren Entzündungen des Zahnfleischs führen. Außerdem tritt bei gestressten Personen häufiger Zähneknirschen auf. Gibt es für chronische Zahnschmerzen keine zahnmedizinische Erklärung, sollte der eigene Lebensstil hinterfragt und belastende Situationen vermieden werden.

Was hilft gegen Zahnschmerzen?

  • Kühlen
    Kalte Auflagen sowie eingewickelte Eisbeutel lindern Schwellungen oder Entzündungen, da durch die Kälte die Durchblutung verlangsamt wird. Wer nicht empfindlich ist, kann auch einen Eiswürfel lutschen oder immer wieder auf die betroffene Stelle drücken. Außerdem gibt es kühlende Gels und Sprays, die Kamille, Myrrhe oder Echinacea als Wirkstoff enthalten. Mit ihrer Hilfe beruhigt sich beispielsweise entzündetes Zahnfleisch.
  • Gewürznelke
    Die schmerzlindernde Wirkung von Gewürznelken ist seit Jahrtausenden im Orient bekannt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Pflanze auch bei Zahnschmerzen hilft. Sie betäubt den Schmerz und wirkt zugleich entzündungshemmend. Zur Behandlung kann man die getrocknete Gewürznelke kauen oder zwei Nelken neben oder auf den erkrankten Zahn legen und anschließend die Zähne schließen, bis die Gewürznelke sich aufgelöst hat. Alternativ kann man auch Nelkenöl direkt auf die schmerzende Stelle auftragen.
  • Salbei und Kamille
    Die Kräuter haben beide eine antibakterielle Wirkung und eignen sich deshalb besonders gut für die Behandlung von Zahnschmerzen. Sie helfen bei Parodontitis oder beim Zahnen. Verwendet werden sie als ungesüßter, lauwarmer Tee, den man direkt trinken kann oder als Mundspülung. Mithilfe eines Wattestäbchens kann die Flüssigkeit aber auch auf die betroffene Stelle getupft werden.
  • Teebaumöl
    Teebaumöl wird durch Destillation aus den Blättern und Zweigen des australischen Teebaums gewonnen und ist in Deutschland in Apotheken erhältlich. Es wirkt entzündungshemmend und wundheilend und kann in verdünnter Form zum Gurgeln oder Spülen verwendet werden.
  • Pasten
    Pasten mit Kalium-Nitrat, Fluorid-Mischungen oder Strontium-Chlorid helfen bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen. Sie versiegeln die Nerven, sodass diese nicht mehr auf heiße, kalte oder süße Speisen mit Schmerz reagieren. Einige Zahnpasten aus der Drogerie enthalten diese Wirkstoffe, aber man findet spezielle Pasten auch in Apotheken.
  • Ernährung
    Verzichten Sie auf heiße Speisen, Nikotin, Alkohol und Koffein, da diese Nahrungsmittel die Schmerzen verstärken können. Lesen Sie mehr über die richtige Ernährung bei Zahnschmerzen. 

Welche Schmerzmittel bei Zahnschmerzen?

Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, sind Schmerzmittel häufig die einzige Möglichkeit, die Zahnschmerzen zu lindern. Dabei sollten sich Betroffene aber stets bewusst sein, dass Schmerzmittel nur die Zeit bis zur Behandlung überbrücken sollten und keine dauerhafte Lösung darstellen.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) wie bspw. Aspirin sind gut verträglich, schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Allerdings wirken sie auch blutverdünnend. Steht Ihnen eine Wurzelbehandlung bevor, besteht durch Einnahme dieser Schmerzmittel die Möglichkeit einer verstärkten Blutung, weshalb Sie eher darauf verzichten sollten. Paracetamol hingegen ist eher ungeeignet zur Behandlung von Zahnschmerzen aufgrund seiner geringen entzündungshemmenden Wirkung.

Ibuprofen stillt den Schmerz, dämpft Entzündungen und wirkt fiebersenkend. Daher eignet sich dieses Schmerzmittel besonders zur Linderung von Zahnschmerzen. Es sollte jedoch nicht dauerhaft und nur in der empfohlenen Dosis eingenommen werden, da sonst die Gefahr eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts steigt. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie am besten bei Ihrem Zahnarzt nach, welches Schmerzmittel Sie einnehmen können. Er kann Ihnen auch stärkere Präparate mit den Wirkstoffen Tramadol oder Diclofenac sowie Kombinationspräparate verschreiben.

Es gibt zahlreiche Methoden, um Zahnschmerzen zu lindern. Dennoch sollten Sie bedenken, dass keine davon den Besuch beim Zahnarzt ersetzen kann. Außerdem sollten Sie stets auf eine gute Mundhygiene achten, um Zahnschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören neben richtigem Zähneputzen auch die halbjährliche professionelle Zahnreinigung mit Prophylaxe-Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt.


Mit einer Zahnzusatzversicherung kosten senken. © fotolia / maho

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung und welche Versicherung ist die passende?

Wir leben in einer Zeit, in der attraktive Zähne ein fester Bestandteil des Schönheitsideals vieler Menschen sind. Daher legen mehr und mehr Patienten einen immer größeren Wert auf ästhetische und hochwertige Implantate, sollte einmal der Fall auftreten, dass zuzahlungspflichtiger Zahnersatz benötigt wird. Dabei kann sich ein schönes und gepflegtes Gebiss schnell zu einer Kostenfrage entwickeln. Zahnzusatzversicherungen versprechen hier, Abhilfe zu verschaffen, denn eine gute Zahnzusatzversicherung sollte gesetzlich versicherte Patienten vor vermeintlich hohen Zuzahlungen schützen – doch wie sinnvoll sind solche Versicherungen und für wen lohnen sie sich wirklich?

Untersuchungen verschiedener Verbraucherzentralen kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass sich eine Zahnzusatzversicherung grundsätzlich durchaus lohnen kann. Entscheidend ist eine individuelle Abwägung der Leistungen, die versichert werden sollen. Reicht Ihnen eine von der Kasse bezahlte Regelversorgung, auch mit einer Eigenbeteiligung bei Zahnersatz, dann kann es günstiger sein, privat Geld anzusparen. Legen Sie jedoch Wert auf eine höherwertige Versorgung und Zahnästhetik, sollten Sie eine Zusatzversicherung in jedem Fall in Betracht ziehen.

Wie hoch der Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse ausfällt, richtet sich nach dem individuellen Befund, der den Zustand des gesamten Gebisses berücksichtigt. Zahnärzten und Krankenkassen steht ein Katalog mit rund 50 Befunden zur Verfügung, für die jeweils ein jährlich angepasster Betrag (der Festzuschuss) ausgewiesen ist. Je nach Gebisssituation kann sich der Gesamtbetrag, den der Patient von seiner Kasse erhält, aus verschiedenen Festzuschüssen zusammensetzen.

Für wen lohnt sich eine private Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich lohnt sich eine private Zusatzversicherung in erster Linie für alle gesetzlich Versicherten, bei denen in Zukunft Aufwendungen für Zahnerhalt oder Zahnersatz zu erwarten sind.

Können Sie aus Ihrer zahnärztlichen Krankengeschichte und im persönlichen Gespräch mit Ihrem Zahnarzt die Vermutung ableiten, dass umfangreichere Zahnbehandlungen oder Zahnersatz in der Zukunft notwendig werden, kann eine Zahnzusatzversicherung dazu beitragen, die möglichen Kosten in einem annehmbaren Rahmen zu halten.

In welchem Alter lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich gilt: Eine Zahnzusatzversicherung sollte dann abgeschlossen werden, wenn noch keinerlei größere Baustellen im Zahnapparat vorhanden sind. Abgesehen von wenigen und teuren Ausnahmen zahlen die meisten Versicherer nicht für bereits vorhandene Schäden. Außerdem sollten Sie sich vorab informieren, ab welchem Zeitpunkt Sie Ihre gewünschte Police voll ausschöpfen können. Die gängigsten Zusatzversicherungen begrenzen ihre Leistungen in den ersten Jahren.

Das alles spricht dafür, eine solche Versicherung im Alter zwischen 35 und 40 Jahren abzuschließen – Statistiken zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für die Notwendigkeit von Zahnersatz ab diesem Alter steigt.

Im Gegensatz dazu lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für junge Menschen in der Regel nicht, auch wenn viele Versicherer für diese Zielgruppe stark reduzierte Policen anbieten. Meist zahlen junge Leute zu lange Beiträge, bis sie erst¬mals Leistungen in Anspruch nehmen.

Was sollten Sie bei dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung beachten?

Damit sich der Abschluss einer Versicherung auch wirklich lohnt, sollten Sie bereits beim Vergleich darauf achten, dass in der Police gewisse Mindestleistungen enthalten sind.

Zahnersatz, Inlays & Verblendungen

  • Eine gute Zusatzversicherung sollte in jedem Fall eine Übernahme des Zahnersatzes inklusive der Versorgung mit Implantaten enthalten.
  • Des Weiteren gehören zur Grundabsicherung Inlays aus verschiedenen Materialien, sowie fachgerechte Verblendungen von Kronen und Brücken. Dafür sollte die Versicherung mindestens 50 Prozent der Kosten übernehmen.
  • Ist Ihnen auch die Erstattung von Implantaten wichtig, so sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass auch die Kosten für den Knochenaufbau mitversichert sind.

Außerdem sollten Sie beachten, dass sich die prozentuale Kostenübernahme in vielen Behandlungsfällen nur auf einen Teil der Rechnung bezieht – meist orientieren sich die Versicherer hier an dem, was die gesetzliche Krankenkasse im individuellen Fall übernimmt, und stocken diesen Betrag um einen in der Police festgehaltenen Prozentsatz auf.

Wartezeit beachten

Eine gewisse Wartezeit ist Bestandteil aller gängigen Zahnzusatzversicherungen. Sie beschreibt den Zeitraum zwischen Vertragsbeginn und dem Zeitpunkt, ab dem voller Anspruch auf alle Leistungen besteht. Die Versicherer schützen sich durch solche Wartezeiten in erster Linie vor Missbrauch. Der vollständige Versicherungsschutz greift bei den meisten Versicherern nach einem fest vorgegebenen Zeitraum, der von Police zu Police variieren kann. Während der Wartezeit übernehmen Zahnzusatzversicherungen im Behandlungsfall nur einen vertraglich festgelegten Maximalbetrag, der in der Regel von Jahr zu Jahr ansteigt.

Es gibt auch einige Versicherer, die Zahnzusatzversicherungen anbieten, deren Leistungen sofort abrufbar sind. Solche Verträge haben jedoch Mindestlaufzeiten von mindestens zwei Jahren und kosten in allen Fällen deutlich mehr.

Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

Haben Sie sich für eine Zusatzversicherung entschieden, fragt der Versicherer in der Regel Ihren aktuellen Gesundheitsstatus ab. Einige Unternehmen bitten Sie dabei, Angaben zu Ihrem behandelnden Zahnarzt zu machen und diesen von der ärztlichen Schweigepflicht zu entbinden. Alle Fragen der Zusatzversicherung müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass falsche Angaben gemacht wurden und beispielsweise eine Diagnose schon vor dem Abschluss bestand, zahlt die Versicherung nicht und kann den Vertrag mit sofortiger Wirkung beenden.

Fazit

Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich für die meisten gesetzlich Versicherten, die großen Wert auf einen hochwertigen Zahnersatz legen. Es empfiehlt sich, die Zahnzusatzversicherung ab dem 35. Lebensjahr abzuschließen, wenn noch keinerlei gravierendere Probleme im Zahnapparat festgestellt wurden – dabei sollten Sie stets darauf achten, dass Sie die Wartezeit mit einplanen, bis der vollständige Versicherungsschutz greift.

 

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Feste Zähne © fotolia / Kurhan

Warum feste Zähne der bessere Zahnersatz sind

Wenn ein Zahn fehlt, muss ein neuer her. Angesichts der Vielzahl von Therapieoptionen fühlen sich viele Patienten überfordert und fragen sich, ob herausnehmbarer oder fester Zahnersatz die bessere Option ist. Warum feste Zähne in den meisten Fällen die bessere Lösung sind und was Sie bei der Wahl des richtigen Zahnersatzes beachten müssen, lesen Sie hier.

Wann und warum Zahnersatz nötig ist

Zahnersatz wird immer dann gebraucht, wenn Zähne im Mund fehlen. Die Ursache kann neben dem Verlust von Zähnen auch eine Nichtanlage einzelner oder mehrerer Zähne (Hypodontie) sein. Die meisten Zahnlücken entstehen jedoch durch den Verlust fester Zähne, der durch Karies, Parodontalerkrankungen oder Traumata, zum Beispiel in Folge eines Unfalls, verursacht wird.

Nahezu immer empfiehlt es sich, entstandene Zahnlücken zu schließen. Dies ist nicht nur aus ästhetischen und sprachlichen Gründen sinnvoll. Wenn sich benachbarte Zähne in die Zahnlücke hineinbewegen, kann es zu Verschiebungen und Fehlstellungen im gesamten Kiefer kommen. Dies führt auch zu einem vermehrten Auftreten von Karies, der sich an schwer zugänglichen Stellen anlagert.

Den richtigen Zahnersatz im Heuhaufen finden

Welche Versorgung die richtige Wahl ist, hängt immer von den individuellen Voraussetzungen bezüglich der Knochen- und Zahnsubstanz ab, weshalb Sie sich in jedem Fall von Ihrem Zahnarzt beraten lassen sollten. Die grundsätzliche Entscheidung besteht zwischen herausnehmbaren Prothesen und festem Zahnersatz.

Unter herausnehmbaren Zahnersatz fallen Teil- oder Vollprothesen, die eingesetzt und herausgenommen werden können. Einen Zwischenschritt stellen so genannte Kombi-Prothesen dar, bei denen fester Zahnersatz, der auf eigenen Zähnen sitzt, als Halt für eine Prothese dient.

Eine besondere Behandlungsmethode bei festem Zahnersatz bildet das SKY fast & fixed Therapiekonzept, bei dem der Patient feste Zähne SOFORT erhält. Der Vorteil dieser Behandlung besteht im Wesentlichen darin, dass der Patient die Zahnarztpraxis am gleichen Tag noch mit neuen, festen Zähnen verlassen kann.

Feste Zähne für (fast) jeden Einzelfall

Unter festen Zahnersatz fallen alle Optionen, die der Patient nach dem Einsetzen (Insertion) nicht mehr herausnehmen kann. Dazu gehören Kronen, Teilkronen und Brücken. Als Grundlage dafür können Implantate dienen, die als Ersatz für eine verlorene Zahnwurzel in den Kieferknochen verschraubt werden. Auf das Implantat können dann feste Kronen oder Brücken aufgesetzt werden.

Voraussetzung für das Einsetzen von festem Zahnersatz ist ein Restbestand gesunder Zähne oder eine ausreichende Substanz an Kieferknochen, damit Brücke, Krone oder die künstliche Zahnwurzel Halt finden. Wenn Knochensubstanz fehlt, lässt sich diese durch Eigenknochen oder synthetisches Material wiederaufbauen.

Beachten Sie die Risiken – sie sind gering

Wie bei jedem medizinischen Eingriff kann es auch bei der Insertion von Implantaten zu leichten Verletzungen von Nerven oder der Kieferhöhle kommen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Zahnarzt ein erfahrener Implantologe ist. Wenn ein Implantat zu früh oder falsch belastet wird, kann dies Schmerzen oder Entzündungen verursachen. Deshalb ist es wichtig, sich nach der Behandlung genau an die Angaben des Zahnarztes bezüglich Pflege und Belastung des Zahnersatzes zu halten und auf eine geeignete Ernährung zu achten. Abwechslungsreiche Rezeptideen finden Sie beispielsweise in unserem Rezeptheft.

Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich genau bei seinem Zahnarzt informieren. Dazu zählen Raucher, Personen mit schlecht eingestellter Diabetes, Herzerkrankungen oder Knochenstoffwechselstörungen sowie Personen, die Immunsuppressiva oder blutverdünnende Medikamente einnehmen.

Das sind die Vorteile von festem Zahnersatz

Trotz dieser wenigen Risiken bietet fester Zahnersatz gegenüber herausnehmbaren Teil- oder Vollprothesen viele Vorteile. Diese sollen Ihnen dabei helfen, Wissenslücken zu schließen, Vorbehalte auszuräumen und die Entscheidung zu erleichtern.

1 Feste Zähne sind für jedermann

Ein Pluspunkt von festem Zahnersatz ist seine Universalität. Egal wie alt oder krank ein Kiefer ist – feste Zähne, die auf Implantaten verankert werden, eignen sich für nahezu alle Patienten. Gerade für ältere Menschen, die viele Zähne verloren haben oder bei denen die Knochensubstanz brüchig oder weit abgebaut ist, stellten herausnehmbare Prothesen früher häufig die einzige Option dar. Implantate schließen diese Behandlungs- und Zahnlücken und geben Ihnen eine völlig neue Lebensqualität zurück.

2 Schonend für Zähne und Knochen

Fester Zahnersatz ist schonend für die restlichen gesunden Zähne, vor allem wenn er auf Implantaten befestigt wird, da benachbarte Zähne nicht für die Befestigung abgeschliffen werden müssen. Zudem führt der Einsatz von Prothesen oftmals zu einem Abbau des Kieferknochens. Bei festen Zähnen auf Implantaten kommt es nach der Einheilphase kaum noch zu einer Rückbildung des Knochens.

3 Bessere Hygiene dank einfacher Reinigung

Im Vergleich zu lockeren Prothesen lässt sich fester Zahnersatz besser und einfacher reinigen. Wie bei den eigenen Zähnen lagern sich auch am Zahnersatz Bakterien in Form von Zahnbelag (Plaque) ab, der sich vor allem an unebenen Stellen und Verbindungselementen absetzt.
Prothesen müssen deshalb nicht nur von außen, sondern auch an der Innenseite gereinigt werden, da sich Essensreste zwischen Prothese und Zahnfleisch drücken können. Diese greifen nicht nur die Prothese an, sondern führen zu Mundgeruch oder Entzündungen der Schleimhaut. Die tägliche Reinigung ist dementsprechend aufwendig. Fester Zahnersatz dagegen kann genauso wie eigene Zähne gereinigt werden.

4 Gute Optik und sicheres Sprachgefühl

Viele Menschen mit Zahnlücken leiden in der Öffentlichkeit unter Scham oder Unwohlsein. Festsitzender Zahnersatz ist für Ihre Mitmenschen von außen nicht zu erkennen. Gleiches gilt für die Aussprache. Während Zahnlücken und Prothesen mit Lispeln oder Einschränkungen der Sprachfähigkeit einhergehen können, behalten Sie mit festen Zähnen das gleiche Sprachgefühl wie mit echten Zähnen.
Auch sensorisch kommt fester Zahnersatz dem Gefühl echter Zähne gleich und ermöglicht ein sicheres und festes Gefühl beim Beißen und Kauen. Während herausnehmbare Prothesen wackeln oder verrutschen können, schränkt fester Zahnersatz Ihre Kaufähigkeit nicht ein.

5 Mehr Komfort und Lebensqualität

Nie wieder ein Wasserglas auf dem Nachttisch! Lockere Prothesen müssen Sie zum Schlafen und zur Reinigung mindestens einmal täglich herausnehmen. Dies gestaltet sich vor allem auf Reisen als unpraktisch und ist vielen Menschen unangenehm. Mit festem Zahnersatz können Sie essen, trinken, schlafen, lachen und putzen – ohne Einschränkungen der Lebensqualität.

6 Lange Haltbarkeit

Wer sich einmal für neue feste Zähne entscheidet, hat lange etwas davon. Verschiedene Studien bescheinigen festem Zahnersatz eine längere Haltbarkeit als herausnehmbaren Prothesen. Nach zehn Jahren sind noch 90 % der implantatgestützten festen Zähne funktionstüchtig, bei guter Pflege halten sie sogar ein Leben lang. Voraussetzung für eine lange Haltbarkeit ist immer eine sorgfältige Pflege. Dazu gehört auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt.

7 Hohe Erfolgsquote

Die Erfolgsrate von Implantaten ist dank der Entwicklung besserer Methoden und Materialien gestiegen. So verlaufen mehr als 95 % der Implantatsetzungen erfolgreich, erfahrene Implantologen erreichen sogar Erfolgsquoten von 99 %. Befragungen zeigen außerdem, dass Träger von festem Zahnersatz zufriedener sind als Träger von losen Prothesen.

Drei Tipps für mehr Zufriedenheit mit festen Zähnen

Damit Sie mit Ihren neuen festen Zähnen glücklich werden und bleiben, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Lassen Sie sich vor der Entscheidung für feste Zähne umfassend und individuell von Ihrem Zahnarzt beraten. Eine sorgfältige Voruntersuchung ist in jedem Fall angebracht.
  • Achten Sie bei der Wahl Ihres Zahnarztes auf Erfahrung. Die komplexen Therapieverfahren bedürfen Kenntnisse, die durch Erfahrung und regelmäßige Fortbildungen erlangt werden. Hilfreich sind Zertifizierungen der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) oder Orale Implantologie (DGOI).
  • Pflegen Sie neue feste Zähne sorgfältig. Regelmäßiges Putzen, Zahnseide und professionelle Zahnreinigung sind ein Muss, damit der Zahnersatz so lange hält wie die eigenen Zähne.

 

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Wie eine Wurzelbehandlung kranke Zähne vor dem Ziehen rettet © fotolia / Andreas Gruhl

Wie eine Wurzelbehandlung kranke Zähne vor dem Ziehen rettet

Sie sitzt unter jedem Zahn und stellt die Verbindung zum restlichen Körper dar: Die Zahnwurzel ist im Normalfall sicher vom Zahn umschlossen. Wenn Teile des Zahns fehlen oder von Karies befallen sind, kann sich die Wurzel entzünden und heftige Schmerzen verursachen. Eine professionelle Wurzelbehandlung beim Zahnarzt lindert die Entzündung und erhält den befallenen Zahn.

Die Zahnwurzel verbindet Zahn und Körper

Unter jedem Zahn sitzt eine Zahnwurzel, die von einem Wurzelkanal durchzogen wird. In diesem Kanal befindet sich das Zahnmark, das auch als Pulpa bezeichnet wird. In das Gewebe der Pulpa sind Blutgefäße, Nervenfasern und Körperzellen eingebettet, die für die Nachbildung der Zahnhartsubstanz verantwortlich sind. Am unteren Ende ist der Wurzelkanal offen und dadurch mit dem Kiefer verbunden. Über diesen Kanal findet der Stoffwechsel des Zahns mit dem Körper statt.

Dicke Backe durch Bakterienwanderung

Bei einer Zahnwurzelentzündung dringen Bakterien in das Zahnmark vor und können weiter in das Zahnfach wandern, in das die Zähne eingebettet sind. Symptome dieser Entzündung sind Druckempfindlichkeit, starke Schmerzen, Schwellungen in Form einer „dicken Backe“ und Eiterbildung in der Umgebung des erkrankten Zahns.

In diesem Stadium ist nicht mehr nur der Zahn, sondern auch der Kieferknochen sowie das umliegende Weichgewebe betroffen. Bei ausbleibender Therapie können die Bakterien von dort aus in den Blutkreislauf gelangen oder sich auf andere Körperbereiche ausbreiten, wo sie chronische Entzündungen und Folgeerkrankungen auslösen können.

Fehlender Zahn begünstigt eine Entzündung

Die Ursache für eine Wurzelentzündung ist in den meisten Fällen fortgeschrittener Kariesbefall. Die Bakterien können umso leichter ins Innere des Zahns bis zur Zahnwurzel vordringen, je freier das Zahninnere liegt. Dies ist zum Beispiel bei einer Zahnfraktur der Fall, wenn durch einen Unfall ein Teil des Zahns abgebrochen ist. Bakterien können auch die Zahnwurzel erreichen, wenn Füllungen, Inlays oder Kronen nicht vollkommen dicht abschließen.

Ein weiterer Grund für eine Wurzelbehandlung kann die Versorgung eines Zahns mit Zahnersatz sein. In der Vorbereitung wird dafür Zahnsubstanz abgeschliffen, wobei die Pulpa freigelegt werden kann. Zur Prävention von Entzündungen des empfindlichen Zahnmarks wird häufig eine Wurzelbehandlung durchgeführt, bevor der feste Zahnersatz aufgesetzt wird.

Komplexe Feinarbeit bei der Wurzelbehandlung

Was geschieht nun aber bei einer Wurzelbehandlung? Um den Schmerz des Patienten zu lindern und die Entzündung zu therapieren, geht der Zahnarzt in folgenden Schritten vor:

  • Nach der Betäubung legt der Zahnarzt um den Zahn herum ein isolierendes Gummituch aus, den so genannten Kofferdam, um die Verteilung von Bakterien in der Mundhöhle zu verhindern. Zudem schützt der Kofferdam den Mundraum vor den Desinfektionslösungen und Zahnmaterial.
  • Indem er eine Öffnung auf der Kaufläche des Zahns anlegt, schafft der Arzt einen Zugang zum Inneren des Zahns, in dem der Wurzelkanal sitzt.
  • Nun erweitert und reinigt er den freiliegenden Wurzelkanal mit speziellen Instrumenten bis in die Wurzelspitzen. Dafür verwendet er abschließend verschiedene desinfizierende Flüssigkeiten, um alle Keime abzutöten.
  • Nach der Reinigung verschließt er den hohlen Wurzelkanal mit einer Füllung aus einem speziellen biokompatiblen Material, das den Hohlraum versiegelt und an keiner Stelle durchlässig ist.
  • Zuletzt schließt er die Öffnung in der Kaufläche mit einer Kunststofffüllung oder setzt, wenn große Teile des Zahns fehlen, eine Krone ein, um den Zahn dicht zu verschließen.

Moderne Methoden wie Endo-Mikroskop und Lasertherapie sowie speziell ausgebildetes Personal ermöglichen ein optimales Behandlungsergebnis

Eine revolutionäre Entwicklung auf dem Gebiet der Endodontie ist die Einführung des Endo-Mikroskops. Extreme Vergrößerungen machen es möglich, kleinste Strukturen zu erkennen und zu behandeln. Mit der Gewissheit, dass diese moderne Behandlungsmethode eventuell auftretende Schmerzen auf ein Minimum reduziert, kann der Patient entspannter in die Behandlung gehen. Insbesondere für Angstpatienten stellt dies eine Erleichterung dar.

Ein Zahn, welcher nach konventionellen Methoden nicht mehr zu erhalten wäre, kann mittels Laser behandelt werden, um die langfristige Prognose zu verbessern. Bei dieser Behandlung lassen sich Erreger und Entzündungsherde besser beseitigen als zum Beispiel mit antibakteriellen Spülungen allein. Zudem besitzt die Wurzelbehandlung mit dem Laser den Vorteil, dass Sie in aller Regel kürzer und damit deutlich schonender für den Patienten ist.

Der Laser setzt bei der Behandlung einen gebündelten Lichtstrahl in Impulsen frei, welcher selbst tiefste Keimquellen erreicht und beseitigt. Dabei wirkt er nur punktuell, ohne das umliegende Gewebe zu verletzten – somit eignet sich diese Methode hervorragend zur Keimzahlreduktion. Mit dem Laser können Zahnbetterkrankungen verursachende Bakterien in den Wurzelkanälen abgetötet werden, ohne dass der Patient zusätzliche Medikamente einnehmen muss.

Bei der Wurzelbehandlung beziehungsweise der Behandlung des Zahninneren, stellt der Laser eine der gängigsten Behandlungsalternativen dar.
Der Dentallaser findet seine Anwendung nicht nur bei der Wurzelbehandlung, sondern auch bei anderen Eingriffen:

  • Kariesbehandlung
  • Zahnfleischformung
  • Parodontitis
  • Kürettage / Tiefenreinigung
  • Zahnbleaching
  • bei oralchirurgischen Eingriffen für das blutarme Schneiden von Weichgewebe und für die Förderung der Knochenregeneration

Solche modernen Behandlungsmethoden mit Dentallaser und Endo-Mikroskop erfordern den Einsatz von qualifiziertem und gut ausgebildetem Personal, weshalb Eingriffe mit diesen Instrumenten nur von Zahnärzten mit speziellen Zusatzausbildungen durchgeführt werden dürfen. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Praxis darauf, dass diese über solche Spezialisten und über hochspezialisierte Instrumente wie Endo-Mikroskop und Laser verfügt.

Wurzelspitzenresektion bei Komplikationen

Nicht immer reicht eine herkömmliche Wurzelbehandlung aus, damit die Entzündung in den Wurzelspitzen problemlos abklingt. Um den Zahn zu erhalten, ist eine Wurzelspitzenresektion (Resektion = chirurgische Entfernung von Gewebe durch eine Operation) dann die letzte Möglichkeit.

Zu solchen Heilungsschwierigkeiten kommt es, wenn beispielsweise der Wurzelkanal nicht vollständig aufbereitet werden kann oder das Füllmaterial in der Wurzel zu stark gepresst ist. Auch eine Verletzung der Zahnwurzel durch eine Fraktur, Zysten oder der Verdacht auf einen Tumor können eine Wurzelspitzenresektion notwendig machen.

Mini-Operation zur Rettung der Wurzelspitze

Um die Wurzelspitze zu behandeln, muss der Zahnarzt zwischen Zahnfleisch und Knochen gelangen. Dafür schiebt er das Weichgewebe soweit zurück, bis er an den darunterliegenden Knochen gelangt. Nun trägt er den Knochen um die Wurzelspitze herum mit einem Fräser ab, sodass die Wurzelspitze und das entzündete Gewebe zugänglich sind.

Anschließend entfernt er wenige Millimeter der Wurzelspitze und glättet den Wurzelstumpf. Wie bei der herkömmlichen Wurzelbehandlung reinigt, desinfiziert, trocknet und füllt er den freiliegenden Wurzelkanal. Zuletzt schließt der das Weichgewebe und vernäht die Öffnung.

Vorsicht nach der Wurzelbehandlung

Da es sich bei der Wurzelspitzenresektion um einen chirurgischen Eingriff handelt, muss der Patient danach einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Solange die Betäubung anhält, darf der Patient nichts essen. Innerhalb der ersten 24 Stunden sollte er auf Kaffee, schwarzen Tee, Zigaretten und körperliche Anstrengung verzichten. Um einer Schwellung vorzubeugen, empfiehlt es sich die betroffene Stelle zu kühlen.

Etwa eine Woche nach dem Eingriff muss der Patient noch einmal in die Zahnarztpraxis, um die Fäden ziehen zu lassen. Nach einigen Monaten sollte anhand einer Röntgenaufnahme überprüft werden, ob alles gut verheilt ist.

Keine Angst vor Misserfolgen oder verstecken Kosten

Auch wenn es sich bei einer Wurzelbehandlung um einen komplexen Eingriff handelt, ist die Erfolgsrate hoch. Laut der deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Therapie bei einer ersten Wurzelbehandlung bei 95 Prozent. Selbst in komplizierten Fällen mit schlechteren Voraussetzungen oder bei einer erneuten Wurzelbehandlung an einem Zahn liegt die Erfolgschance noch immer bei mehr als 80 Prozent.

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für eine Wurzelbehandlung. Voraussetzung dafür ist, dass der Zahn als erhaltungswürdig beurteilt wird. Dies trifft für die vorderen Zähne zu und bei den hinteren Backenzähnen nur dann, wenn der erkrankte Zahn in einer lückenlosen Zahnreihe steht, vorhandener Zahnersatz oder die Gleichmäßigkeit beider Zahnreihen durch die Behandlung erhalten werden kann.

Eine Wurzelbehandlung, die sich lohnt

Ob eine Wurzelbehandlung im Einzelfall angebracht ist, entscheidet die zahnärztliche Diagnose. Im Vergleich zu Behandlungsalternativen bietet eine Wurzelbehandlung für den Patienten einige Vorteile:

  • Keine Zahnlücken: Der gesunde Restbestand des eigenen Zahns bleibt erhalten und der Zahn verbleibt im Kiefer. Es müssen keine Zähne gezogen werden.
  • Eigene Zähne statt Prothesen oder Implantate: Es wird kein Zahnersatz nötig, der den kompletten Zahn ersetzt.
  • Ein ästhetischer Gewinn: Der behandelte Zahn ist nach der Wurzelbehandlung optisch nicht von den natürlichen Zähnen zu unterscheiden.
  • Stütze für die Zukunft: Der behandelte Zahn kann später als Pfeilerzahn für die Befestigung von Zahnersatz, wie Kronen oder Brücken, dienen.

Alles in allem bietet eine Wurzelbehandlung für Sie ein Plus an Lebensqualität. Hier finden Sie weitere Informationen zur Wurzelbehandlung.

 

Fotoquelle Titelbild: © fotolia / Andreas Gruhl


Zahnersatz: Fest oder flexibel? © fotolia / sebra

Fest oder flexibel – es gibt für jeden den passenden Zahnersatz

2,7 Zähne fehlen einem erwachsenen Deutschen im Durchschnitt, bei Senioren sind es bereits 14,2 Zähne. Das sind weniger fehlende Zähne als je zuvor. Trotz dieses Abwärtstrends, bei Zahnverlust ist der Bedarf nach Zahnersatz mit steigendem Alter nach wie vor hoch. Deshalb ist es nützlich, sich frühzeitig einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden sowie ihre Vor- und Nachteile zu verschaffen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Wer aufgrund von Parodontitis, Karies oder eines Unfalls einen oder mehrere Zähne verliert, fühlt sich angesichts der Möglichkeiten beim Zahnersatz überfordert. Dabei liegt genau in dieser Vielfalt der Luxus: Die moderne Zahnmedizin bietet für jeden Patienten und jedes Bedürfnis eine passende Lösung.

Grundlegend wird zwischen herausnehmbaren Prothesen und festsitzenden Optionen unterschieden, die beide mit Vor- und Nachteilen verbunden sind. Welcher Zahnersatz im Einzelfall der Richtige ist, hängt von der individuellen Diagnose ab und sollte in Abstimmung mit Ihrem Zahnarzt entschieden werden.

Warum Zahnersatz wichtig und ratsam ist

Wenn ein Zahn ausfällt, entsteht eine Zahnlücke, die zwar nicht schmerzhaft ist, an einer sichtbaren Stelle aber eine optische Beeinträchtigung bedeutet. Oftmals fühlen sich Patienten mit Zahnlücken unsicher oder unwohl. Das Fehlen von vorderen Zähnen geht häufig mit Sprachproblemen oder Lispeln einher, während der Verlust von Zähnen im hinteren Kieferbereich das Kauen erschwert.

Eine Zahnlücke hat zudem negative Folgen für die Gesundheit der verbleibenden Zähne, da es zu Zahnwanderung kommen kann. Dabei bewegen sich die benachbarten oder gegenüberliegenden Zähne in die Lücke hinein, wodurch sich der gesamte Biss verschiebt und Zähne fehlbelastet werden. Langfristige Folgeerscheinungen können Verdauungsstörungen, Schmerzen im Kiefer oder der Kaumuskulatur bis hin zu weiterem Zahnverlust sein. Aus diesen Gründen ist es ratsam, eine Zahnlücke möglichst zügig zu schließen.

Prothesen für den Fall, dass nichts mehr hält

Dabei besteht die Wahl zwischen herausnehmbaren Prothesen und festsitzendem Zahnersatz, wie Kronen oder Brücken. Je nach Diagnose sind auch Kombinationen beider Methoden möglich.

Herausnehmbarer Zahnersatz kommt oftmals dann zum Einsatz, wenn der Zahnverlust bereits so weit fortgeschritten ist, dass festsitzender Zahnersatz nicht mehr angebracht werden kann. Fehlen zu viele Zähne, um eine Brücke zu befestigen, werden Teilprothesen verwendet. Eine Vollprothese wird dann empfohlen, wenn alle Zähne im Ober- oder Unterkiefer oder im gesamten Mund ausgefallen sind.

Für die Anfertigung einer Prothese nimmt der Zahnarzt zunächst eine Erstabformung und dann einen Funktionsabdruck des zahnlosen Kiefers oder Kieferteils, der als Grundlage für die Anfertigung der Kunststoffprothese dient. Nun kann der Patient die Zähne aussuchen, die auf die Prothese aufgesetzt werden und aus Kunststoff oder Keramik bestehen können.

Festsitzender Ersatz ist multifunktionell

Im Gegensatz zu herausnehmbaren Prothesen ersetzen festsitzende Optionen, wie Kronen oder Brücken, häufig nur einzelne Zähne. Auf Implantaten verankert können sie jedoch auch bei Patienten mit großem Zahnverlust bis hin zur Zahnlosigkeit zum Einsatz kommen.
Das Einsetzen einer Krone oder Brücke setzt eine Präparation des Zahns voraus, bei der zunächst Zahnsubstanz entfernt wird. Anhand einer Abformung des Zahnstumpfs stellt ein Zahntechniker im Labor die Krone oder Brücke her. Währenddessen erhält der Patient ein Provisorium aus Kunststoff, um weiterhin essen zu können und den Zahnstumpf vor schmerzenden Reizen, wie Hitze oder Kälte zu schützen. Für die Behandlung reicht eine lokale Betäubung in der Regel aus.

Dem kranken Zahn die Krone aufsetzen…

Wenn ein einzelner Zahn zu einem Großteil von Karies zerstört ist und nicht mehr ausreichend gesunde Zahnsubstanz aufweist, um eine Füllung zu halten, werden Kronen eingesetzt. Sie ummanteln den restlichen gesunden Zahn und können aus Metalllegierungen oder Keramik bestehen.
Eine Vollkrone umschließt alle äußeren Zahnflächen, während eine Teilkrone nur einen Teil der Zahnoberfläche ersetzt. Im Fall, dass auf der verbleibenden Zahnsubstanz keine Krone mehr Halt findet, kann die Krone auch mit einem Stift im Wurzelkanal des Zahns befestigt werden (wurzelstiftverankerte Krone).

…oder zwischen gesunden Zähnen eine Brücke schlagen

Eine Brücke wird dann verwendet, wenn einer oder mehrere Zähne nebeneinander fehlen. Die Brücke wird an zwei sogenannten Anker- oder Pfeilerzähnen befestigt, die sowohl gesunde als auch überkronte Zähne sein können. Dafür müssen die Pfeilerzähne beschliffen werden, wobei gesunde Zahnsubstanz verloren geht.

Eine Alternative dazu stellen Adhäsivbrücken dar. Diese Klebebrücken werden mit Klebeflügeln an der Rückseite der Ankerzähne befestigt. Auch dafür muss der Pfeilerzahn oberflächlich beschliffen werden, jedoch geht dabei weniger Zahnsubstanz verloren.

Implantate verankern jeden Zahnersatz

Wer die Abschleifung gesunder Zähne und die eventuelle Entfernung bereits gesetzter Kronen oder Füllungen vermeiden will, kann auf Implantate zurückgreifen. Auch wenn bereits so viele Zähne fehlen, dass zur Befestigung von Kronen oder Brücken eine Prothese nötig zu sein scheint, bieten Implantate eine festsitzende Alternative.

Ein Implantat ist eine Art kleiner Pfeiler aus körperverträglichem Rein-Titan, der die Zahnwurzel ersetzt und direkt in den Kiefer eingesetzt wird. Wenn das Implantat verwachsen ist, können auf diese künstliche neue Zahnwurzel sowohl herausnehmbarer Zahnersatz, als auch Kronen und Brücken aufgesetzt werden.

Feste Zähne an einem Tag

Morgens ohne Zähne oder mit kaputten Zähnen aufstehen und abends mit neuen Zähnen ins Bett gehen – das zahnmedizinische Therapiekonzept „SKY fast & fixed“ macht das möglich. Mit nur einem einzigen Zahnarztbesuch erhält der Patient neue, individuelle und feste Zähne an einem Tag. Geeignet ist die Behandlung für Menschen mit vereinzeltem oder multiplem Zahnverlust bis hin zur Zahnlosigkeit. Dabei werden eventuell vorhandene, geschädigte Restzähne entfernt, und mithilfe spezieller Implantatkörper aus körperverträglichem Titan die Basis für neue, feste Zähne geschaffen, welche anschließend dauerhaft auf die Implantatkörper aufgesetzt werden.

Auch Kosten und Sicherheit spielen eine Rolle

Neben der Diagnose beeinflussen auch die Haltbarkeit und die Kosten für Zahnersatz die Entscheidung. Nach den gesetzlichen Vorgaben geben Zahnärzte mindestens zwei Jahre Garantie auf Zahnersatz, manche Praxen bieten über einen Garantiepass sogar längere Garantiezeiten. Die Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Garantieleistungen ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für bestimmte Leistungen. Informieren Sie sich deshalb bei Ihrem Zahnarzt über die Regelversorgung und die darüber hinaus gehenden Zusatzoptionen. Nachdem Sie sich für eine Lösung entschieden haben, wird ein Heil- und Kostenplan mit den Gesamtkosten erstellt, den die Krankenkasse bewilligen muss. Nach der Behandlung erhalten Sie eine Rechnung über Ihren Eigenanteil, die Sie – falls vorhanden – bei Ihrer Zahnzusatzversicherung einreichen können.

Was ist besser: herausnehmbar oder festsitzend?

Vorteile von Prothesen

  • Sind Teil der Regelversorgung der Krankenkassen und damit bei weit fortgeschrittenem Zahnverlust die günstigste Option.

Nachteile von Prothesen

  • Erhöhen das Risiko für Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, weil sich Keime bei unzureichender Pflege von Restzähnen und Prothese stark vermehren.
  • Können als Fremdkörper wahrgenommen werden oder zu Sprachproblemen führen.

Vorteile von festsitzendem Zahnersatz

  • Erzeugt ein Gefühl von „echten“ Zähnen.
  • Sprache, Kaufunktion und optisches Erscheinungsbild werden nicht beeinträchtigt.
  • Kann nicht falsch eingesetzt werden.
  • Hält bei guter Pflege ein Leben lang.

Nachteile von festsitzendem Zahnersatz

  • Kosten für Implantate werden nicht von den Kassen übernommen.
  • Bedürfen einer sorgfältigen Pflege.

Sollten Sie unsicher sein, welcher Zahnersatz der richtige für Sie ist, finden Sie weitere Informationen auf unseren Info-Seiten oder bei Ihrem Zahnarzt.

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Feste Zähne an einem Tag

Feste Zähne an einem Tag – sicher und schonend dank moderner Zahnmedizin

Morgens ohne Zähne oder mit kaputten Zähnen aufstehen und abends mit neuen Zähnen ins Bett gehen – das zahnmedizinische Therapiekonzept „SKY fast & fixed“ macht das möglich. Mit nur einem einzigen Zahnarztbesuch erhält der Patient neue, individuelle und feste Zähne an einem Tag. Geeignet ist die Behandlung für Menschen mit vereinzeltem oder multiplen Zahnverlust bis hin zur Zahnlosigkeit.

Einmal hin und schon sind die festen Zähne drin

Wer bereits mit kaputten Zähnen und Zahnverlust zu kämpfen hatte, weiß aus Erfahrung, wie zeitaufwändig der Ersatz geschädigter Zahnreihen sein kann. Mindestens vier bis sechs Besuche in der Zahnarztpraxis über einen längeren Zeitraum sind nötig, bis vom Ziehen der Zähne bis hin zum finalen Zahnersatz alle Behandlungsschritte abgeschlossen sind. Zwischen den Arztbesuchen muss der Patient zudem ohne feste Zähne auskommen und kann die instabilen Provisorien kaum belasten. Ein neues Therapiekonzept aus der Implantologie komprimiert diese Schritte und ermöglicht auch Patienten mit schlechten Prognosen ein festes Zahnimplantat mit nur einem Arztbesuch und ohne Behandlungsschmerzen. Der Patient spart damit nicht nur Zeit, sondern umgeht auch die unangenehmen Zwischenphasen ohne feste Zahnreihen.

In fünf Schritten zu festen Zähnen an einem Tag

Bevor ein in diesem Konzept geschulter, implantologisch tätiger Zahnarzt (idealerweise ein chirurgisch erfahrener Implantologe) Hand anlegt, kann sich der Patient zwischen einer lokalen Betäubung und einer Vollnarkose entscheiden. Bei Angstpatienten und im Fall einer umfassenden Behandlung beider Kiefer ist eine Vollnarkose empfehlenswert, da die Behandlung pro Kiefer rund ein bis zwei Stunden dauern kann, je nach Aufwand für die Entfernung von Zähnen und die Säuberung des Knochens. Sobald die Betäubung wirkt, kann die fünfteilige Therapie starten:

  • Zu Beginn der Behandlung entfernt der Arzt die geschädigten Restzähne.
  • Anschließend reinigt er den freigelegten Knochen und die Zahnfächer mechanisch und mit Hilfe eines speziellen Lasers und beseitigt gegebenenfalls Entzündungen.
  • Auf das gereinigte Knochengerüst setzt der Arzt nun das zweiteilige Implantat auf. Dafür verschraubt er den Implantatkörper aus körperverträglichem Titan, der die Zahnwurzel ersetzt, teilweise abgewinkelt im Kieferknochen. Der darauf montierte Implantataufbau dient als Verbindungsstück zur finalen festen Zahnreihe und wird anschließend abgeformt.
  • Aufbauend auf dem Implantat nimmt er nun einen Abdruck. Während im zahntechnischen Labor aus dem Abdruck ein Modell entsteht, darf sich der Patient im Ruheraum eine Pause gönnen.
  • Zum Abschluss wird die individuell angefertigte Zahnreihe im Mund fest auf die neuen Implantate verschraubt.

Im Anschluss an diesen Zahnarztbesuch sollte der Patient zunächst nur weiche, mediterrane Kost zu sich nehmen. In dieser Einheilphase müssen die Schrauben, die das Implantat im Kiefer verankern, einwachsen. Es handelt sich bei der aufgesetzten Zahnreihe um ein Kunststoffprovisorium, das noch nicht voll belastbar ist. Erst nach der Einheilung (3-6 Monate) wird das Provisorium durch die finale und voll belastbare Zahnreihe aus Keramik ersetzt. Den genauen Ablauf erläutern wir in unserem Erklär-Video zu dieser Methode:


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Für wen eignet sich die „SKY fast & fixed“-Therapie?

Auch wenn die Methode für einzelne Zähne zum Einsatz kommen kann, richtet sich das Therapiekonzept vor allem an Menschen im Alter von 40 Jahren und älter, die von starkem Zahnverlust betroffen sind. Die Mindestvoraussetzung für eine Behandlung ist der Abschluss des Knochenwachstums nach dem 18. Lebensjahr. Häufig stehen Patienten jedoch bereits kurz vor der Zahnlosigkeit, bevor Sie sich für eine Therapie entscheiden, und haben schlechte Langzeitprognosen erhalten. Oftmals ist bei ihnen die Angst vor einem langen, schmerzhaften Eingriff ein Grund dafür, den Zahnarztbesuch vor sich herzuschieben. Der Leidensdruck ist letztlich ausschlaggebend dafür, ob und wann sie sich für eine sofortige und schnelle Zahnversorgung entscheiden.

Risiken durch moderne Technik vorbeugen

Besonders bei Risikogruppen muss die Indikation und anschließende Versorgung sehr präzise erfolgen. Als Risikogruppen bei der Zahnbehandlung gelten vor allem Diabetiker, Raucher und Osteoporose-Patienten. Da die Wundheilung bei ihnen anders verläuft, kann sich die Einheilphase, in der sich der Knochenstoffwechsel an das Implantat gewöhnt und die Prothese im Knochen verwächst, über einen längeren Zeitraum erstrecken als üblich. Abhängig von Knochenbestand und -qualität dauert die Einheilzeit bei gesunden Personen zwischen 6 und 12 Wochen, kann sich aber auch auf bis zu 6 Monate verlängern. Meist verläuft die Heilung im Unterkiefer zügiger als im Oberkiefer.

Auch wenn nicht mehr ausreichend Knochen vorhanden ist, steht der behandelnde Arzt vor einer Herausforderung. Mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder einer strahlungsärmeren digitalen Volumentomographie (DVT) kann er seine Planung dreidimensional genau auf den Knochenzustand abstimmen und bei Bedarf Knochen ersetzen. Dabei achtet er besonders darauf, sensible Strukturen, wie die obere Kieferhöhle und die Nerven im Unterkiefer, nicht zu verletzen. Die detailgenaue Diagnose gewährleistet schließlich auch bei Patienten mit geringer Knochensubstanz eine maximale Sicherheit bei der Implantatsetzung.

Pflege ist das A und O für lange Haltbarkeit

Entscheidend dafür, wie lange und gut sich ein Zahnimplantat hält, ist die richtige und sorgfältige Pflege. Das Kunststoffprovisorium, das der Patient am Behandlungstag erhält, kann maximal zwei bis drei Jahre im Mund verbleiben. Nach der Einheilphase sollte es durch die endgültige Keramik-Zahnreihe ersetzt werden, die bei guter Pflege – wie die eigenen festen Zähne – ein Leben lang halten kann. Auf die Zahnreihe, die beispielsweise aus Vollkeramik besteht, erhält der Patient eine Garantie von 15 bis 20 Jahren. Für eine lebenslange Haltbarkeit muss er die neuen, festen Zähne regelmäßig putzen und pflegen. Dazu gehört auch eine professionelle Zahnreinigung sowie eine spezielle Pflege der Implantate, die – je nach Zahnsteinbildung – zwei bis vier Mal im Jahr in der Zahnarztpraxis erfolgen sollte.

Je mehr Erfahrung, desto sicherer das Ergebnis

In jedem Fall, vor allem aber bei Risikopatienten, ist die Vorerfahrung des behandelnden Zahnmediziners von großer Bedeutung. Um zu wissen, wo unter der Oberfläche im Kiefer sensible Strukturen verlaufen, muss der Arzt den Knochenaufbau kennen und über genaue anatomische Kenntnisse verfügen. Dafür ist neben der medizinischen Ausbildung vor allem die Zahl der gesetzten Implantate entscheidend. Wer nach einem Qualitätssiegel sucht, kann sich zum Beispiel an den Maßstäben der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) oder der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) orientieren. Diese bieten eine zweijährige Ausbildung für Zahnmediziner im Bereich der Implantologie an. Nur wer die Kurse erfolgreich absolviert hat, darf sich als geprüfter Experte der Implantologie bezeichnen.

Ein weiteres wichtiges Qualitäts- und Unterscheidungsmerkmal die Aufnahme des Zahnmediziners in den begrenzten Kreis der „Leading Implant Centers“. Die Aufnahme ist nur Ärzten möglich, die die vorgeschriebenen Weiterbildungen absolviert haben, regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teilnehmen und einer Ausbildungs- oder Lehrtätigkeit nachgehen.

Extern bewiesene Qualität

Zusätzliche Sicherheit liefern externe und objektive wissenschaftliche Untersuchungen. Eine Auswertung von Behandlungsdaten hat der „SKY fast & fixed“-Methode eine Erfolgsquote von 100 Prozent bescheinigt. Bei allen 300 Patienten, die mit dem Therapiekonzept neue, feste Zähne an einem Tag erhielten, verlief die Implantation im Endergebnis erfolgreich. Wissenschaftliche Studien belegen außerdem, dass Implantate, die im natürlichen Kieferknochen verankert werden, langfristig eine höhere Erfolgsrate erreichen als Implantate, die in aufgebauten Knochenstrukturen verschraubt sind.

Feste Zähne an einem Tag: Pro und contra

Wenn Sie noch zweifeln, ob die „SKY fast & fixed“-Therapie das Richtige für Sie ist, haben wir
die wichtigsten Vor- und Nachteile noch einmal zusammengefasst:

Vorteile

  • Dank einer individuellen und detailgenauen Indikation mit modernsten Geräten gewährleistet die „SKY fast & fixed“-Methode auch Risikopatienten, Patienten kurz vor der Zahnlosigkeit oder mit geringem Knochenbestand, und Zahnlosen eine sichere Behandlung.
  • Die effektive Bündelung der Arbeitsschritte ermöglicht dem Patienten eine enorme Zeitersparnis. Statt mehrmaliger Zahnarztbesuche erhält er eine feste Zahnreihe auf Implantaten mit nur einem Arztbesuch.
  • Die Qualität des Therapiekonzepts wurde in wissenschaftlichen Studien bewiesen. Die hohe Erfolgsquote kann Angstpatienten Sicherheit geben und dabei helfen, Vorbehalte und Ängste auszuräumen.
  • Auch Patienten mit schlechten Prognosen müssen nicht mehr neben ihren Zähnen schlafen, sondern können nur eine Nacht später mit ihren festen Zähnen zu Bett gehen.

Nachteile

  • Wer zu einer Risikogruppe (Raucher, Diabetiker, Osteoporose-Patienten) gehört, sollte bei der Wahl seines Zahnarztes auf Vorerfahrung im Bereich der Implantologie oder eine geprüfte Ausbildung achten.
  • Das Kunststoffprovisorium, das der Patient am ersten Tag erhält, ist noch nicht voll belastbar. Deshalb muss sich der Patient in der Einheilphase nach dem Eingriff zunächst auf weiche Kost beschränken.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen aktuell nicht die Kosten für die Behandlung. Deshalb ist es angesichts der Wartezeiten ratsam, bereits frühzeitig eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

Informieren Sie sich hier noch einmal umfassend und individuell zum Thema feste Zähne an einem Tag und schauen Sie sich anschauliches Videomaterial zu diesem Thema an.

Einen persönlichen Beratungstermin in der 5-Sterne Praxis bei Dr. Gal können Sie telefonisch unter 07253-6324 oder hier auf unserer Website ganz unkompliziert vereinbaren.