Zahnfleischbluten, Entzündungen, Karies und ausfallende Zähne: Erkrankungen im Mundraum stehen wohl bei allen ganz weit unten auf der Beliebtheitsskala. Trotzdem vernachlässigen viel zu viele Menschen die notwendigen Vorsorgemaßnahmen, um sie zu verhindern. Und das hat Folgen. Wie die aussehen und wie Sie am besten vorbeugen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Karies nimmt in Deutschland wieder Fahrt auf

In der fünften deutschen Mundgesundheitsstudie von 2014 sah die Welt der Zahngesundheit rosig aus: „8 von 10 der 12-jährigen Kinder (81 Prozent) sind heute kariesfrei“, hieß es dort. Kariesfreie Gebisse hatten sich von 1997-2014 sogar verdoppelt. 2020 ist der BARMER-Zahnreport zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen: Jeder Dritte dieses Alters hat oder hatte bereits Karies. Damit ist Karies bei Zwölfjährigen offenbar wieder auf dem Vormarsch.

Das geht mit einem Trend einher, den auch das britische Fachjournal The Lancet 2019 in zwei Studien aufzeigt. Die Forscher bezeichnen Zahnkrankheiten als „zweifellos ein weltweites Gesundheitsproblem“ und stellen fest: Über 3,5 Milliarden Menschen weltweit leiden unter Erkrankungen wie Karies, Parodontitis und sogar Mundkrebs. Die Behandlung bestehender Krankheiten stehe demnach in vielen Ländern im Vordergrund, während die Vorsorge über den Globus hinweg vernachlässigt wird.

Dabei ist Vorsorge das beste Mittel gegen Zahnerkrankungen aller Art. Aber warum eigentlich – und was gehört dazu?

 

Vorsorge-Baustein Nr. 1: Zahnhygiene ist die Basis

74 % der befragten Deutschen einer Studie von Cosmos Direkt gaben an, sich mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen. Und das ist auch gut so, denn gründliche Zahnhygiene ist etwas, das jeder von uns im Rahmen einer einfachen „Zuhause-Vorsorge“ für seine Zähne tun kann. Bakterien im Mund freuen sich über jeden Nahrungsrest, den sie nur finden können und breiten sich ungehemmt aus – wenn Sie nicht mit Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung gegenwirken.

Zum Veranschaulichen: Bakterien lieben besonders Kohlenhydrate. Ihr gemütlicher Nachmittagskaffee mit einem Stück Kuchen freut also nicht nur Sie, sondern auch die kleinen Störenfriede. Schon nach wenigen Stunden haben sie sich explosionsartig vermehrt und eine Plaqueschicht gebildet. Wird die nicht entfernt, bilden sich daraus nach einiger Zeit allerlei unschöne Folgeerkrankungen wie Zahnstein, Zahnfleischentzündung, Parodontitis und Karies.

 

Putzen, spülen, fädeln – die wichtigsten Schritte bei der Zahnhygiene

Die richtige Vorsorge beginnt also schon zu Hause und liegt in Ihrer Hand.

  • Zähneputzen: Putzen Sie sich mindestens zweimal täglich mit einer geeigneten Zahnbürste und angemessenem Druck die Zähne (das heißt: nicht gewaltsam schrubben!). Warten Sie dafür nach dem Essen mindestens eine halbe Stunde, da unter Umständen der Zahnschmelz durch Säure etwas aufgeweicht ist.
  • Zahnseide nutzen: Mindestens einmal am Tag sollten Sie auch Ihre Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen, um auch dort Nahrungsreste zu entfernen. Achten Sie darauf, Ihr Zahnfleisch nicht zu verletzen. Haben Sie schon längere Zeit keine Zahnseide verwendet, kann es beim ersten Mal etwas bluten.
  • Mit Mundspülung nachspülen: Mit Mundspülung erreichen Sie noch die letzten Ecken, an die Sie mit Zahnbürste und -seide nicht herangekommen sind. Achten Sie dabei darauf, dass das Produkt für die regelmäßige Anwendung geeignet ist, damit nicht auch die „guten“ Bakterien in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Vorsorge-Baustein Nr. 2: Zahnfreundliche Ernährung

Diesen Punkt haben wir eben schon kurz angeschnitten – doch er ist so wichtig, dass wir ihm einen eigenen Abschnitt widmen wollen. Denn die richtige Ernährung spielt bei der Zahnkrankheiten-Vorsorge eine entscheidende Rolle. Besonders Zucker begünstigt eine Kariesinfektion, denn der süße Stoff begeistert neben dem Belohnungszentrum Ihres Gehirns auch Bakterien. Leider ist Zucker jedoch mittlerweile schon fast zu einem festen Bestandteil unserer täglichen Ernährung geworden.

Wer weiterhin ein gesundes, strahlendes Lächeln möchte, sollte deshalb vorsorgen und den Zucker reduzieren. Vermeiden Sie es außerdem, besonders saure Lebensmittel und Getränke über einen langen Zeitraum hinweg zu verzehren. Denn das greift den Zahnschmelz an und macht ihn anfälliger für Schäden, durch die Bakterien eindringen können. Um Ihren Zähnen etwas Gutes zu tun, empfehlen wir Ihnen, Ihre Mahlzeiten mit antibakteriellen Lebensmitteln zu ergänzen. Welche das sind, haben wir Ihnen ausführlich in diesem Beitrag zusammengestellt.

 

Vorsorge-Baustein Nr. 3: Kontrolltermine beim Zahnarzt

Wer denkt, dass er oder sie sich nun beruhigt zurücklehnen kann, liegt leider nicht ganz richtig. Mit diesen zwei Punkten haben Sie zwar schon eine sehr gute Grundlage geschaffen, doch sie sollten noch ergänzt werden. Hier kommt der dritte Punkt einer gründlichen Vorsorge gegen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen ins Spiel: regelmäßige Besuche beim Zahnarzt!

Auch wenn es sich für Sie auf dem Behandlungsstuhl nur anfühlt, als würde Ihr Zahnarzt nur im Mund herumstochern, der Assistentin unverständliche Abkürzungen zurufen und Ihnen sagen, dass Sie Zahnseide nutzen sollen: Dem ist nicht so. Während der Kontrolle nehmen Zahnärzte den Mund ganz genau unter die Lupe. Zähne, Zunge, Kiefer und Schleimhäute werden begutachtet, um eventuelle Probleme schon im Voraus zu erkennen. Sieht der eine Backenzahn vielleicht nach Karies aus? Oder ist an den Innenseiten Ihrer Zähne bereits leichter Zahnstein zu erkennen, der demnächst entfernt werden sollte?

Ihrem Zahnarzt liegt Ihre Zahngesundheit am Herzen – und deshalb wird er die Vorsorgeuntersuchung auch ganz besonders ernst nehmen. Für Sie bedeutet das im Umkehrschluss: Gehen Sie auch regelmäßig zu Ihren Vorsorge- und Kontrollterminen. Zweimal im Jahr übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für diese Termine – und das sollten Sie unbedingt nutzen!

 

Nehmen Sie Ihre Vorsorge selbst in die Hand!

71 % der Befragten der Studie von Cosmos Direkt gaben an, bereits ein Loch im Zahn gehabt zu haben. 26 % hatten schon einen toten Zahn. Mit ordentlicher Vorsorge hätte es jedoch gar nicht so weit kommen müssen. Gründliche Zahnhygiene, die richtige Ernährung und alle sechs Monate zum Zahnarzt gehen tragen dazu bei, Ihr strahlendes Lächeln möglichst lange zu behalten.