Oft beginnt alles ganz harmlos: Mit Zahnbelägen, Zahnstein und den „falschen“ Bakterien im Mund. Schreiten Zahnerkrankungen voran, dann rauben sie uns neben Nerven und Schlaf häufig auch unser gesundes Lächeln. Lesen Sie hier, was die 10 häufigsten Zahnkrankheiten sind und wie Sie sich vor ihnen schützen können.

Zahnerkrankungen: Nicht nur Zähne sind betroffen

Zahnerkrankungen ziehen nicht nur die Zähne selbst in Mitleidenschaft. Viele Krankheitsprozesse nehmen mit Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut ihren Anfang. Im fortschreitenden Verlauf können Zahnkrankheiten schließlich von den Zähnen auf den Kieferknochen übergreifen. Manchmal wirken sich Entzündungsprozesse im Mund sogar auf den gesamten Organismus aus, etwa wenn Krankheitserreger aus Eiterherden in die Blutbahn gelangen.

Ganz oben auf der Hitliste der häufigsten Zahnerkrankungen stehen Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Viele andere Probleme mit den Zähnen treten eigentlich erst als Folge dieser drei Krankheiten auf.


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Die 10 häufigsten Zahnerkrankungen im Überblick

1. Karies

Über 90 Prozent aller Menschen sind irgendwann in ihrem Leben von Karies betroffen. Darunter versteht man eine bakteriell bedingte Zerstörung der Zahnsubstanz, die im Anfangsstadium nicht unbedingt Schmerzen verursachen muss. Seinen Ausgang nimmt Karies von Zahnbelägen, die einen idealen Nährboden für „schlechte“ Bakterien darstellen. Karies-Bakterien lieben Zucker und wandeln ihn in Säuren um, die dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entziehen. So wird die Zahnsubstanz nach und nach zerstört, es bildet sich das landläufig bekannte „Loch im Zahn“.

Bevorzugt entsteht Karies an schwer zugänglichen Stellen wie Vertiefungen und Rillen (Fissuren) oder im Bereich der Zahnzwischenräume. Auch die Milchzähne von Kindern sind besonders gefährdet, weil ihr Zahnschmelz weniger robust ist. Karies zählt daher zu den häufigsten Zahnerkrankungen bei Kindern.

2. Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Beim Zähneputzen verfärbt sich die Zahnpasta oft rosa? Häufiges Zahnfleischbluten ist ein Warnzeichen, das auf eine Zahnfleischentzündung hindeuten kann. Verantwortlich dafür sind Bakterien, die sich gerne unter Zahnstein, am Zahnfleischrand oder in Zahnfleischtaschen ansiedeln und sich dort von Nahrungsresten und abgestorbenen Zellen ernähren. Ihre Stoffwechselprodukte lösen Abwehr- und Entzündungsreaktionen im Bereich des Zahnfleisches aus. Dabei entstehen unter anderem Stoffe, die das eigene Gewebe schädigen. Schreitet die Entzündung voran, dann zieht sich das Zahnfleisch oft zurück, wodurch die Bakterien tiefer in den Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch vorrücken können.

3. Zahnbettentzündung (Parodontitis)

Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung geht früher oder später in eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) über, eine der häufigsten Zahnerkrankungen im Erwachsenenalter. Im Krankheitsverlauf werden auch die feinen Haltefasern geschädigt, die Zahnfleisch, Zahn und Kieferknochen miteinander verbinden. Das hat fatale Folgen: Der Zahn verliert seinen festen Halt, wird zunehmend locker und kann schließlich ausfallen, selbst wenn er an sich gesund ist.

4. Zahnmarkentzündung (Pulpitis)

Werden Karies-Erreger nicht rechtzeitig gestoppt, können sie sich bis in das innere Zahnmark (Pulpa) vorarbeiten. Dort treffen sie im buchstäblichen Sinn den Nerv des Zahns: Eine Zahnmarkentzündung zählt zu den schmerzhaftesten Zahnerkrankungen überhaupt und treibt selbst Zahnarztmuffel in kürzester Zeit in die Zahnarztpraxis. Hört der Schmerz irgendwann „von selbst“ auf, kann das ein Hinweis sein, dass das Zahnmark abgestorben ist.

5. Zahnwurzelentzündung (apikale Parodontitis)

Aus einer unbehandelten Karies oder Pulpitis kann sich eine Zahnwurzelentzündung entwickeln. Dabei breiten sich Bakterien in den feinen Zahnwurzelkanälen aus und führen zu einer sehr schmerzhaften Entzündung im Bereich der Wurzelspitzen. Von dort aus können die Erreger schließlich weiter in den Kieferknochen gelangen.

6. Kieferzysten

Kieferzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Kieferknochen, die langsam wachsen und anfangs oft kaum Beschwerden machen. Häufig entstehen sie als Folge von Entzündungen, etwa im Bereich der Zahnwurzeln. In manchen Fällen handelt es sich einfach um Fehlentwicklungen, die keine infektiösen Ursachen haben. Werden solche Zysten zu groß, können sie Schmerzen hervorrufen und den Kieferknochen von innen regelrecht aushöhlen.

7. Zahngranulome

Unter Zahngranulomen versteht man linsengroße, abgekapselte Knötchen im Kiefer- oder Zahnwurzelbereich, die mit Entzündungszellen gefüllt sind. Sie entwickeln sich häufig infolge von Zahnkrankheiten wie Karies oder Parodontitis und machen sich durch Schmerzen und Blutungen bemerkbar.

8. Schmerzempfindliche Zahnhälse

Schmerzempfindliche Zähne sind ein weit verbreitetes und sehr unangenehmes Problem: Süßes, Saures, Heißes oder Kaltes löst bei Betroffenen einen plötzlichen, intensiven Schmerz aus, was häufig die Freude am Essen nimmt. Schuld sind oft freiliegende Zahnhälse, die auf Zahnerkrankungen wie Parodontitis zurückgehen. Weil die Zahnhälse über keine schützende Schmelzschicht verfügen, können Reize dann ungehindert die Nerven im Zahn erreichen.

9. Zähneknirschen (Bruxismus)

Wer zu häufig „die Zähne zusammenbeißt“, bezahlt das oft durch irreversible Schäden an den Zähnen. Die Rede ist von nächtlichem Zähneknirschen, das Betroffene leider nicht bewusst steuern können. Oft wird dadurch der Zahnschmelz regelrecht abgeschliffen, was Zahnerkrankungen wie Karies Vorschub leisten kann.

10. Mundgeruch

Mundgeruch zählt zwar nicht zu den eigentlichen Zahnkrankheiten, kann aber eine Folge davon sein: Entzündungsherde im Mund machen sich oft auch durch unangenehme Gerüche bemerkbar. Manchmal liegt die Ursache auch in einer schlechten Mundhygiene oder einem zu trockenen Mund.

Zahnerkrankungen vorbeugen: Das können Sie tun

Ob man anfällig für Zahnkrankheiten ist oder von ihnen weitgehend verschont bleibt, hat zwar auch mit erblicher Veranlagung zu tun. Trotzdem haben Sie Ihre Zahngesundheit zu einem gewichtigen Anteil selbst in der Hand!

Folgendes können Sie tun, um Karies, Parodontitis & Co vorzubeugen:

  • Zahngesunde Ernährung: Süßes oder Saures – beides ist leider schlecht für die Zähne. Ernähren Sie sich daher möglichst zuckerarm und warten Sie eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen, nachdem Sie säurehaltige Früchte gegessen haben.
  • Korrekte Mundhygiene: Eine gründliche, regelmäßige Zahnpflege ist das Um und Auf, um Zahnerkrankungen vorzubeugen. Dabei auch auf die Zahnzwischenräume und die Reinigung der Zunge nicht vergessen!
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt: Die meisten Zahnkrankheiten sind im Anfangsstadium gut behandelbar. Schreiten Sie unbemerkt voran, dann verursachen sie häufig irreversible Schäden an den Zähnen oder ziehen unangenehme Folgeerkrankungen nach sich. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt so wichtig – auch wenn Sie gerade keine akuten Beschwerden haben.
  • Professionelle Zahnreinigung: Selbst bei einer guten Mundhygiene bilden sich an schwer zugänglichen Stellen gerne feste Beläge, gegen die Sie mit Zahnbürste und Zahnseide machtlos sind. Um diesen Belägen und den darin lebenden Bakterien Herr zu werden, sollten Sie Ihren Zähnen regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung gönnen.
  • Bei Beschwerden sofort zum Zahnarzt: Auch wenn Zahnarztbesuche selten ein Vergnügen sind – warten Sie trotzdem nicht zu, wenn Sie bemerken, dass mit den Zähnen etwas nicht stimmt. Je früher Zahnerkrankungen behandelt werden, desto eher lassen sich die entstandenen Schäden in Grenzen halten.

 

Fotoquelle Titelbild: © Aaron Amat / shutterstock.com